Das Wort der Brustvergrößerung – medizinisch auch Mammaaugmentation genannt – ist eigentlich selbsterklärend. Gemeint ist damit der Zuwachs der menschlichen Oberweite durch Implantate oder Eigenfett. In Deutschland hat sich in den letzten Jahren der Trend hin zu immer häufigeren Brustvergrößerungen mit immer größeren implantierten Mengen entwickelt. Überwiegend jüngere Frauen unter 25 Jahren entschließen sich aus diversen Gründen zu einer Brustvergrößerung. Häufig stecken Probleme mit der Selbstakzeptanz oder gesellschaftlicher Druck (Schönheitsideal) hinter der Wunschvorstellung nach größeren Brüsten. Weiterhin finden sich Frauen, die sich ganz bewusst für die Einsetzung von Implantaten in ihre Brüste entscheiden, sei es durch den persönlichen Wunsch oder etwa bei Transfrauen, die durch eine vorhergegangene Hormontherapie nicht das angestrebte natürliche Brustwachstum erlangen konnten.

Hier finden sich Informationen rund um das Thema der Brustvergrößerung aufgeklärt werden. Neben den diversen Arten, die Wunschvorstellung der größeren weiblichen Oberweite zu verwirklichen, werden auch die Risiken thematisiert. Des Weiteren wird ein Überblick über den Ablauf der OP und der damit verbundenen Nachsorge gegeben, sowie über die möglichen Kosten für eine Brustvergrößerung.

Implantation oder Vergrößerung der Brüste durch eigene Fettreserven?

Grundsätzlich werden bei den modernen Eingriffen zur Vergrößerung der Brust zwei unterschiedliche Praktiken angewandt. In der Regel wird ein mit Silikon gefülltes Implantat in die Brust eingesetzt oder – etwas aufwendiger – körpereigenes Fett zum, Beispiel aus den Oberschenkeln, dem Brustgewebe hinzugefügt. Die Operation der Brustvergrößerung darf allerdings nicht mit der Brustrekonstruktion verwechselt werden. Zwar werden in beiden Behandlungsformen Implantate oder eigenes Gewebe und Fett zur Vergrößerung und Gestaltung der Brüste eingesetzt, aber die Brustvergrößerung ist grundsätzlich nur ein Eingriff in den gesunden und funktionierenden Körper. Das spiegelt sich auch in der Übernahme der Kosten wieder: prinzipiell zahlen Krankenversicherungen ausschließlich für eine Brustrekonstruktion und nur in außergewöhnlichen Einzelfällen für eine rein eigens erwünschte, jedoch gesundheitlich nicht erforderliche, Brustvergrößerung.

Brustvergrößerung durch Implantate – das sollte man beachten!

Für die Brustvergrößerung durch Implantate werden Implantate verwendet, die mit Silikongel oder mit Kochsalzlösung befüllt sind. Zwar werden alle Implantate durch verschiedene Stellen kontinuierlich geprüft und sind mittlerweile sehr sicher, doch Implantate mit Kochsalzlösung haben einen deutlich besseren Ruf. Laufen diese Implantate aus oder platzen durch enormen mechanischen Druck, wird die enthaltene Kochsalzlösung einfach vom Leib aufgenommen und es entstehen keine anderen gesundheitlichen Schäden. Generell werden moderne Brustimplantate so produziert, dass sie sehr hohe Belastungen aushalten, beispielsweise einem Autounfall, und im zugleich bei einer Beschädigung der Außenhülle nicht mehr auslaufen können. Bedrohliche Risiken werden infolge dessen ausgeschlossen. Implantate existieren sowohl in runder als auch in anatomischer – mehr tropfenartiger – Form. Der Unterschied ist dabei rein optischer Natur und kann nach Wunsch ausgesucht werden.

Implantate zur Brustvergrößerung und ihre Kehrseiten

Studien zufolge konnte nicht gezeigt werden, dass Brustimplantate und Brustvergrößerung in der Regel das Brustkrebsrisiko anheben. Jedoch ist eine der recht üblichen Probleme nach einer Brustimplantation die Kapselfibrose. Recht häufig bedeutet in diesem Fall, dass die Fibrose bei circa 5 Prozent der Patientinnen nach zwei und bei etwa 15 Prozent nach zehn und mehr Jahren vorkommt. Um das Implantat herum bildet sich eine Kapsel aus Körpergewebe. Im Allgemeinen ist das nicht weiter schlimm. Verhärtet sich diese Kapsel jedoch im Laufe der Zeit, etwa durch eine Entzündungsreaktion oder durch eine Infektion, tauchen Krankheitssymptome, wie intensive Schmerzen, Verschiebung des Implantats und Deformation der Brust auf. Eine Kapselfibrose muss zwingend behandelt werden. Das geschieht durch einen erneuten Eingriff, in der das Implantat entfernt oder ausgetauscht wird. Daneben sind auch, wie bei jeder Operation, Probleme im Verlauf des Eingriffs möglich. Deshalb ist besonders auf den Ruf des Arztes Acht zu geben. Bereits beim Kennenlerngespräch muss über alle möglichen Risiken aufgeklärt werden. Auch Mitgliedschaften des Arztes in Verbänden, wie der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie (DGPRÄC), garantieren eine bestimmte Grundkompetenz.

Des Weiteren kann es bei der Implantation zu großen Narben kommen. Entsprechend der Art des Implantats und den individuellen körperlichen Gegebenheiten werden Schnitte über die Brustwarzen, unterhalb der Brust oder an der Achsel gesetzt, um das Implantat einzusetzen. Die entstehenden Schnitte bergen bei nicht ausreichender Nachbehandlung weitere Risiken, wie Infektionen oder Blutungen. Ein letzter wichtiger Punkt ist, dass Implantate nicht für das ganze Leben gedacht sind. Etwa ein Viertel bis fast die Hälfte aller Damen, die eine Brustvergrößerung hat durchführen lassen, muss in den folgenden zehn Jahren nach der Operation eine weiteren OP über sich ergehen lassen. Nachhaltige Probleme sind etwa Faltenbildung, Beschwerden oder Ungleichheiten, die sich erst im Laufe der Zeitspanne ergeben.

Die alternative Vergrößerung der Brust durch Eigenfett

Durch die Verwendung von körpereigenem Fett erfreut sich die Brustvergrößerung durch Eigenfett einer steigenden Beliebtheit. Denn ein paar der für Implantate typischen Kontras fallen vollständig weg.

Bei der Methode wird zunächst an Fettspeichern des menschlichen Körpers – bevorzugt Beine, Po oder Bauch – Fett abgesaugt. Im weiteren Verlauf werden die entnommenen Fettzellen in die Brust eingeführt. Dabei kann auf große Schnitte verzichtet werden, denn mittels der minimalinvasiven Eingriffe treten nur geringste Öffnungen in Haut und Gewebe auf, die schnell und ohne große Narbenbildung verheilen.…