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Admiral

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Admiral Dieter Wellershoff, Generalinspekteur der Bundeswehr (1991)

Admiral (Plural: Admirale, auch Admiräle[1]) ist ein Dienstgrad der Marinestreitkräfte in den meisten Staaten und häufig zugleich die Sammelbezeichnung für die Gruppe der Flaggoffiziere, also aller Admiralsdienstgrade.

Die Bezeichnung leitet sich ab von einem arabischen Titel wie أمير العلي / ʾamīr al-ʾālī / ‚hoher Führer‘ o. ä.[2] Vergleiche Ammiratus.[3] Sie leitet sich konkret von „amir“ (Befehlshaber) und „al-bahr“ (Meer) ab.

Im 10. und 11. Jahrhundert führten Flottenführer in Griechenland (Byzantinisches Reich) die Bezeichnung Amiralios (entsprach etwa dem Grad des Admirals), während die Heeresführer Amiras (etwa General) hießen; beide Begriffe sind vom selben arabischen Substantiv ʾamīr abgeleitet. Im 12. Jahrhundert erhielten zunächst die Befehlshaber der Flotten von Genua und Sizilien die Bezeichnung, im 13. Jahrhundert dann auch die von England und Frankreich, denen die anderen europäischen Staaten später folgten.

Im Deutschen ist das Wort zunächst ab dem 12. Jahrhundert in unterschiedlichen Schreibweisen Formvarianten wie amiral, ammiralt, admirat u. ä. belegt, zunächst noch in der Bedeutung ‚muslimischer Befehlshaber‘, ‚Kalif‘. Ab dem 14. Jahrhundert wurde es dann in der neuen Bedeutung ‚Flottenbefehlshaber‘ aus dem Französischen neu entlehnt.[4][5]

Dabei war die Bezeichnung „Admiral“, als letzte Instanz in einer Flotte, nicht nur auf militärische Verbände beschränkt. Bis ins 17. Jahrhundert konnte in Konvois aus Handelsschiffen in einer Kapitäns- oder Schifferversammlung eines der Mitglieder zum Admiral gekürt werden. Dieser Verband segelte dann in einer Admiralschaft. Ebenso konnte auch der Befehlshaber eines Konvoischiffes zum Admiral werden. Dieser Kapitän konnte der Befehlshaber eines städtischen, eines landesherrlichen oder auch privaten Kriegsschiffes sein. Wurde er von den Handelskapitänen zu ihrem Schutz angestellt oder angenommen, zahlten sie also entsprechende Abgaben – das so genannte „Convoigeld“ –, wurde er zum Admiral dieses geschützten Konvois. Auch hier segelte man dann in einer Admiralschaft.[6]

Marinestreitkräfte der deutschen Staaten

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Kaiserliche Marine 1918

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In der Kaiserlichen Marine wurden von 1872 bis 1918 die Dienstgrade Konteradmiral (bis 1898 Contreadmiral), Vizeadmiral und Admiral sowie Großadmiral (Hans von Koester (1905), Heinrich von Preußen (1909), Alfred von Tirpitz (1911) und Henning von Holtzendorff (1918)) vergeben. Der Großadmiral entsprach dem Generalfeldmarschall im Heer.

Admirale der Kaiserlichen Marine bis 1918
Bezeich-
nung
Großadmiral
(GrsAdm)
Admiral
(Adm)
Vizeadmiral
(VAdm)
Konteradmiral
(KAdm)
Schulter­stück

Reichsmarine bis 1935

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In der Reichsmarine von 1922 bis 1935 wurden die Ränge Konteradmiral, Vizeadmiral und Admiral vergeben.

Kriegsmarine bis 1945

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In der deutschen Kriegsmarine wurden von 1935 bis 1945 die Ränge Kommodore, Konteradmiral, Vizeadmiral, Admiral und Generaladmiral sowie Großadmiral (Erich Raeder (1939), Karl Dönitz (1943)) für die Oberbefehlshaber vergeben.

Zum Dienstgrad Admiral der Kriegsmarine war das Äquivalent der General der Waffengattung bei Heer und Luftwaffe.

Admirale der deutschen Kriegsmarine bis 1945
Bezeich-
nung
Großadmiral
(GrsAdm)
Generaladmiral
(GenAdm)
Admiral
(Adm)
Vizeadmiral
(VAdm)
Konteradmiral
(KAdm)
Schulter­stück
Ärmel-
streifen
Kom-
mando-
flagge

Volksmarine bis 1990

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DDR-Admiral Wilhelm Ehm und Vizeadmiral Gustav Hesse 1979

In den Seestreitkräften bzw. der Volksmarine (ab 1960) der DDR gab es bis 1982 die drei Admiralsdienstgrade Konteradmiral, Vizeadmiral und Admiral. Mit Beschluss des Staatsrates der DDR vom 25. März 1982 wurde zudem der Dienstgrad des Flottenadmirals, äquivalent zum Armeegeneral, geschaffen, jedoch nie verliehen.

Der Admiral war in der Volksmarine der DDR der zweithöchste Dienstgrad im Admiralsrang. Er entsprach dem Generaloberst der NVA. Das Dienstgradabzeichen bestand aus Schulterstücken mit marineblauem Untergrund und darauf einer geflochtenen gold-silbernen Schnur, auf der drei fünfeckige silberfarbene Generalssterne („Pickel“) angebracht waren. Schulterstücke wurden zu allen Uniformteilen getragen. Das Ärmelabzeichen bestand aus einem breiten gelbfarbigen Streifen und drei weiteren einfachen Streifen. Darüber war ein fünfzackiger Stern angebracht, in dessen Innerem sich das Wappen der DDR befand. Im Unterschied zu allen übrigen deutschen Marinestreitkräften bedeckten die Ärmelabzeichen nur zu ca. 40 % den Ärmelumfang. Die Admiralskragenspiegel zeigten eine goldfarbene Ranke, die am unteren Ende einen Winkel von 90° aufwies.

Waldemar Verner, Wilhelm Ehm und Theodor Hoffmann waren die einzigen Admirale in der Volksmarine. In diesen Dienstgrad wurde man nur in Verbindung der Dienststellung des Ministers für Nationale Verteidigung oder seines Stellvertreters befördert. Bis 1989 war der Chef der Volksmarine gleichzeitig stellvertretender Minister. Theodor Hoffmann wurde anlässlich seiner Berufung zum Minister für Nationale Verteidigung zum Admiral befördert und behielt den Dienstgrad auch als Chef der Nationalen Volksarmee unter dem Minister für Abrüstung und Verteidigung Rainer Eppelmann. Waldemar Verner wurde während seiner Zeit als Chef der Politischen Hauptverwaltung, ebenfalls Stellvertreter des Ministers, zum Admiral befördert.

Flaggoffiziere der Volksmarine
OF-9 bis 6 OF-9 OF-8 OF-7 OF-6
Arabesken Lampassen Flottenadmiral (im Rang) Admiral (im Rang) Admiral Vizeadmiral Konteradmiral
Minister für Nationale Verteidigung Stv. MfNV / Chef VM Chef Volksmarine
Ärmelstreifen
Kommandoflaggen
Admiral
Schulterklappe eines Admirals (Truppendienst) Ärmelabzeichen der Jacke (Dienstanzug) eines Admirals (Truppendienst)
Dienstgradabzeichen[7][A 1]
Dienstgradgruppe Generale[8]
NATO-Rangcode OF-9[9]
Dienstgrad Heer/Luftwaffe General
Dienstgrad Marine Admiral[10]
Abkürzung (in Listen) Adm (ADM)[11]
Besoldungsgruppe B 10 oder B 10mA nach BBesO[12]

Der Admiral ist der höchste Dienstgrad der Bundeswehr für Marineuniformträger. Gesetzliche Grundlage ist die Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten[10] und das Soldatengesetz.[13]

Dienststellungen

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Innerhalb der Kommandostruktur der Teilstreitkraft Marine sind keine Dienststellungen für Admirale ausgeplant. Beispielsweise kann aber der Generalinspekteur der Bundeswehr ein Admiral sein. Denkbar ist auch eine Verwendung in höheren Stäben der NATO. Bisher gab es erst sechs Offiziere im Dienstgrad Admiral.

Dienstgradabzeichen

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Die Dienstgradabzeichen des Admirals zeigen einen handbreiten, darüber drei mittelbreite Ärmelstreifen auf beiden Unterärmeln.[A 2][10][7]

Die Dienstgradbezeichnung ranggleicher Luftwaffen- und Heeresuniformträger lautet General.