Albrecht Manuel

Albrecht Manuel (* 2. November 1560 in Bern; â 11. August 1637 ebenda) war Schultheiss von Bern und Herr zu Cronay.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Albrecht Manuel wurde als Sohn des Niklaus Manuel und der Ursula Vogt und als Enkel des Malers Niklaus Manuel geboren. 1578 wurde er Stellvertreter in der Stadtkanzlei. Ab 1588 sass er im bernischen Grossen Rat, 1591 wurde er Mitglied des Geheimen Rates und Landvogt von Yverdon. 1595 wurde er Mitglied des Kleinen Rates und Venner zu Gerwern, seit 1597 Statthalter des Schultheissenamtes und von 1600 bis 1632 Schultheiss von Bern.
Zu seinen vielen Missionen gehörte 1590 die Vermittlung eines Friedens zwischen Genf und Savoyen. Auf der Tagsatzung 1612 der Alten Eidgenossenschaft bekĂ€mpfte er die AnsprĂŒche Savoyens auf Genf und die Waadt und erreichte 1617, dass Savoyen gemĂ€ss Lausanner Vertrag von 1564 erneut auf die beiden Gebiete verzichtete und mit Bern ein SchutzbĂŒndnis abschloss, welches Genf einbezog. Im Wallis vertrat er die Interessen der Protestanten gegen die Rekatholisierung, die 1601 bis 1603 durch das BĂŒndnis mit dem spanischen Mailand begĂŒnstigt und verstĂ€rkt wurde. 1603 bis 1621 setzte er sich in mehreren eidgenössischen MĂŒnzkonferenzen fĂŒr die WĂ€hrungsstabilitĂ€t ein. Gegen den FĂŒrstbischof von Basel konnte er 1612 die Erneuerung des Burgrechts Berns mit dem bĂŒndnerischen MĂŒnstertal zur StĂŒtzung der dortigen Reformierten durchsetzen. 1618 unterstĂŒtzte er die BĂŒrgerschaft Neuenburgs gegen ihren Herrn, den Herzog von Longueville, um das Gewohnheitsrecht einem neuen herzoglichen Landrecht vorzuziehen und beizubehalten. WĂ€hrend drei Jahrzehnten prĂ€gte Manuel die eidgenössische Politik im Sinne der reformierten StĂ€nde und diente danach weiter dem Staat Bern.
Familie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1586 heiratete Manuel Ursula von Graffenried, eine Tochter des Niklaus von Graffenried. 1605 heiratete er die 55-jĂ€hrige Witwe Magdalena NĂ€geli, eine Tochter des Hans Franz NĂ€geli, die zuvor mit Hans Steiger und Johann von Wattenwyl verheiratet gewesen war.[1] Mit Ursula von Graffenried hatte er fĂŒnf Kinder:[2]
- Niklaus Manuel (1587â1620), Vogt zu Chillon, verheiratet mit Rosina von Wattenwyl und mit Johanna Michel
- Johann Jakob Manuel (1589â1642), Vogt im Maggiatal und in Lenzburg, verheiratet mit Maria von Gingins
- David Manuel (1590â?)
- Kaspar Manuel (1591â1610), FĂ€hnrich in französischen Diensten
- Jonas Manuel (1593â1603)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Franz Thormann: Die Schultheissenbilder der Berner Stadtbibliothek. Bern 1925, Nr. 15.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ulrich Moser: Albrecht Manuel. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Albrecht Manuel im Historischen Familienlexikon der Schweiz.
- Manuel, Albrecht, Indexeintrag in Deutsche Biographie, abgerufen am 12. August 2021.
- Schloss Cronay
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Ulrich Moser: Albrecht Manuel. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- â Albrecht Manuel im Historischen Familienlexikon der Schweiz.
| VorgÀnger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Hans Rudolf Sager | Schultheiss von Bern 1597â1621 | Anton von Graffenried (I.) |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Manuel, Albrecht |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Schultheiss von Bern |
| GEBURTSDATUM | 2. November 1560 |
| GEBURTSORT | Bern |
| STERBEDATUM | 11. August 1637 |
| STERBEORT | Bern |