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Archivbit

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Das Archivbit (auch Archiv-Attribut) ist ein Dateiattribut, das in Microsoft-Betriebssystemen genutzt wird, um neu angelegte oder verĂ€nderte Dateien zu kennzeichnen. Datensicherungsprogrammen kann damit signalisiert werden, dass die Datei noch nicht gesichert bzw. seit der letzten Sicherung modifiziert wurde. Das Archivbit wird von den Dateisystemen der FAT-Familie, NTFS und ZFS unterstĂŒtzt.

Die hier beschriebene Technologie existiert seit den frĂŒhen DOS-Zeiten (1980er) und wird ĂŒblicherweise in modernen Backuplösungen nicht mehr verwendet.

Wird keine vollstĂ€ndige Sicherung vorgenommen, sondern eine differenzielle oder inkrementelle Sicherung, muss das Backup-Programm erkennen, welche Dateien seit der letzten Sicherung verĂ€ndert wurden. Die aufwendigste, aber auch prĂ€ziseste Methode wĂ€re, die aktuellen Dateiinhalte mit denen der letzten Sicherung zu vergleichen. Dieser Vorgang benötigt jedoch erhebliche Zeit und außerdem muss die letzte Sicherung dazu verfĂŒgbar sein, was z. B. dann nicht der Fall ist, wenn diese getrennt gelagert wird.

Das Archivbit soll eine einfache und vom Betriebssystem unterstĂŒtzte Lösung hierfĂŒr sein, da es bei jedem Schreibzugriff gesetzt wird. Ein Sicherungsprogramm kann sich dann darauf beschrĂ€nken, nur die Dateien zu sichern, bei denen das Archivbit gesetzt ist. Dabei muss es anschließend das Archivbit wieder löschen bzw. auf Null setzen, damit zukĂŒnftige Modifikationen wieder erkannt werden. Allerdings benötigt das Sicherungsprogramm bzw. das Benutzerkonto unter dem es lĂ€uft, Schreibrechte fĂŒr alle Dateien, die es sichern soll. Dadurch, dass vom Sicherungsprogramm nur diejenigen Dateien archiviert werden, deren Archivbit gesetzt ist, eignet sich das Archivbit daher auch zum Ausklammern von Dateien, die nicht gesichert werden sollen. Dies ist bspw. bei Quellcode sinnvoll, der gesichert werden soll, daraus erstellte Objektdateien (*.obj) und Binaries (*.exe) in der Regel allerdings nicht, da diese aus dem Quellcode jederzeit neu erzeugt werden können und deren Sicherung unnötig Speicherplatz benötigen wĂŒrde.

Das Archivbit der einzelnen Dateien wird nicht gesetzt, wenn ganze Ordner verschoben werden. Das birgt ein Konsistenzrisiko, wenn ein Backup nur anhand dieses Attributs erstellt wird.

Unixoide Systeme

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In den klassischen Dateisystemen unixoider Systeme ist etwas dem Archivbit Vergleichbares nicht implementiert. ZFS unterstĂŒtzt jedoch alle Datei-Attribute von MS-Windows und daher auch das Archivbit. Um das Zusammenspiel von Windows und klassischen Unix-Dateisystemen zu gewĂ€hrleisten, werden DOS-Attribute auf Unix-Dateirechten abgebildet. So erreicht Samba das Abbilden des Archiv-Attributes ĂŒber die Zweckentfremdung des Executable-Bits (x-Bit). Analog dazu werden auch die Dateiattribute System und Versteckt im x-Bit abgebildet:[1]

Entsprechende Einstellungen in Sambas Konfigurationsdatei (smb.conf):

map archive = yes  # x fĂŒr den EigentĂŒmer
map system  = yes  # x fĂŒr die Gruppe
map hidden  = yes  # x fĂŒr alle

Unter UNIX ist ein Backup ĂŒber die Datumsattribute ĂŒblich.

Backupstrategien und das Archiv-Attribut

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Je nach Backupstrategie wird das Archivbit unterschiedlich behandelt.

  • Bei der Kopie-Sicherung, also dem Brennen von Daten zu Sicherungszwecken auf CD bzw. Kopieren auf eine externe Festplatte, bleibt das Archiv-Attribut meist unverĂ€ndert (eine Nutzung des Archivbits ist jedoch beispielsweise mit xcopy, xxcopy, robocopy möglich).
  • Das Vollbackup sichert alle Dateien – ungeachtet deren Attribute – und setzt das Archiv-Attribut zurĂŒck.
  • Die differenzielle Sicherung sichert alle Dateien, die sich seit der letzten Vollsicherung verĂ€ndert haben und demzufolge ĂŒber ein gesetztes Archivbit verfĂŒgen. Das Archivbit bleibt dabei unverĂ€ndert.
  • Das inkrementelle Backup verhĂ€lt sich je nach der Umsetzung in dem jeweiligen Backup-Programm anders. So kann es sein, dass das Archivbit zurĂŒckgesetzt wird[2] oder auch nicht, wie es meist bei tĂ€glichen Sicherungen der Fall ist (Beim tĂ€glichen Backup wird das Archivbit ignoriert, da es sich am Datum orientiert).

Einzelne Programme können anstelle dieses Dateiattributs auf andere Eigenschaften zurĂŒckgreifen, z. B. Backup-Programme, die md5 oder progressive Sicherung verwenden, wo Dateiname, Datum und GrĂ¶ĂŸe maßgeblich sind (Wird hauptsĂ€chlich bei Enterprise-Lösungen angewendet). Generell gilt, dass moderne, professionelle Software das Archivbit zwar unterstĂŒtzt, aber normalerweise nicht mehr damit arbeitet. Im unternehmerischen Umfeld werden mittlerweile Schattenkopien (z. B. Volume Shadow Copy Service, VSS), Snapshots und progressive Datensicherung angewendet.

Die Steuerung von Datensicherungen ĂŒber das Archiv-Attribut versagt, wenn fĂŒr ein zu sicherndes System mehrere Backupwerkzeuge unabhĂ€ngig voneinander eingesetzt werden sollen. Das ist besonders bei grĂ¶ĂŸeren Installationen hĂ€ufig der Fall.

Die Nutzung des Archivbits setzt voraus, dass das lesende Backupwerkzeug das Archivbit umsetzt, also Schreibrechte hat. Wenn das Backupkonzept vorsieht, dass Schreibzugriff nur im Fall der RĂŒcksicherung gewĂ€hrt wird, kann das Archiv-Attribut nicht zum Einsatz kommen.

  1. ↑ Wirkung von map archive in der smb.conf Robert Eckstein, David Collier-Brown, Peter Kelly - Using Samba ISBN 0596007698
  2. ↑ Vergleiche dazu Datensicherung mit Windows XP