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BalloelektrizitÀt

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Als BalloelektrizitÀt oder als Lenard-Effekt, umgangssprachlich auch als Wasserfall-ElektrizitÀt, bezeichnet man die scheinbare negative Aufladung der Luft beim ZerstÀuben von Wassertropfen.

Wie bereits Alessandro Volta feststellte,[1] sind die zerstÀubten Wassertröpfchen eines Wasserfalls durch eine Ladungstrennung beim ZerstÀuben der Wassertropfen negativ geladen.

Die Bezeichnung „Lenard-Effekt“ bezieht sich auf den spĂ€teren Physik-NobelpreistrĂ€ger des Jahres 1905, Philipp Lenard, welcher diesen Effekt um 1890 in einem Windkanal untersuchte und in seiner Habilitationsarbeit „Über die ElektricitĂ€t der WasserfĂ€lle“ (UniversitĂ€t Bonn, 1892) thematisierte.[2] Die Bezeichnung „BalloelektrizitĂ€t“ wurde im Jahr 1913 durch den dĂ€nischen Physiker Christian Christiansen geprĂ€gt; er wurde von der Balliste, einer griechischen bzw. römischen Steinwurfmaschine, abgeleitet.[3] Weitere Experimente, die eine kleine Aufladung von Wassertropfen beim Fall in Aufwinden zeigten, fĂŒhrte zum Beispiel Sydney Chapman aus.[4]

ErklÀrung des Effekts

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Nach Lenard[5] sind die Wassertropfen durch molekulare Wechselwirkung mit der umgebenden Luft polarisiert: Negative Ladungen sammeln sich an der OberflĂ€che, positive Ladungen im Innern. Beim Aufprall wird die OberflĂ€che abgerissen und zerstĂ€ubt als kleine Tröpfchen, die in die Luft abgegeben werden, wĂ€hrend der positiv geladene Haupttropfen zerfließt.

In der FlĂŒssigkeit gelöste Stoffe können diesen Effekt stark beeinflussen und sogar das Vorzeichen umkehren. BalloelektrizitĂ€t tritt nicht nur bei Wassertropfen auf, sondern wird auch bei anderen FlĂŒssigkeiten beobachtet.

Von G. C. Simpson wurde der Effekt 1927 zur ErklÀrung der Ladungserzeugung in Gewittern herangezogen.[6] Bei Gewittern spielt jedoch die Eisbildung eine wesentliche Rolle (siehe Ursachen von Blitzen).

Einzelnachweise

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  1. ↑ Geißlersche Röhre (ErklĂ€rung der Erscheinungen). In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 7, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 32.
  2. ↑ Lenard: Über die ElektricitĂ€t der WasserfĂ€lle. In: Annalen der Physik, Band 46, 1892, S. 584–636
  3. ↑ Christiansen, Christian: ElektrizitĂ€tserregung beim Zerspritzen von FlĂŒssigkeiten (BalloelektrizitĂ€t). In: Annalen der Physik, Band 345, 1913, S. 107–137 & 233–248
  4. ↑ S. Chapman: Thunderstorm Electricity 1953
  5. ↑ Wilhelm H. Westphal, Walter Westphal: Physik. Springer, 1970.
  6. ↑ G. C. Simpson: The mechanism of thunderstorms. In: Proceedings Royal Society A, Band 114, 1927, S. 376–401