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Bernt Spiegel

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Bernt Spiegel (* 20. April 1926 in Heidelberg; † 9. Februar 2025[1]) war ein deutscher Psychologe, Marktforscher und Hochschullehrer, sowie Spezialist fĂŒr Motorradfahren. Er gilt als BegrĂŒnder der Marktpsychologie.[2]

Neben Psychologie studierte Spiegel Physiologie und Psychopathologie in Heidelberg. Er promovierte 1951. Nach seiner Habilitation im Jahr 1957 wurde er 1960 AußerplanmĂ€ĂŸiger Professor. 1963 wurde er Ordinarius fĂŒr Wirtschafts- und Sozialpsychologie an der UniversitĂ€t Göttingen.

Spiegel grĂŒndete 1949 zusammen mit einem Freund das „Fachinstitut fĂŒr Werbewissenschaftliche Untersuchungen“, das sich ab 1956 „Institut fĂŒr Marktpsychologie“ nannte. Spiegel entwickelte das Konzept der Marktnische („Nischenstrategie“).[3][4]

Die obere HĂ€lfte des Motorrads

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Spiegel fuhr seit den 1940er Jahren Motorrad. Von 1981 bis in die 2000er Jahre war er als Senior-Instruktor bei den Perfektionstrainings auf dem NĂŒrburgring der Zeitschrift Motorrad tĂ€tig.[5] Dabei entwickelte er zahlreiche kurze ÜbungsvorsĂ€tze, die, ĂŒber das Sicherheitstraining hinaus, Allgemeingut fĂŒr Motorradfahrer wurden:

„HĂ€nde locker auflegen! [
] Mund locker! [
] Nicht mit den ZĂ€hnen bremsen! [
] Lange außen bleiben! [
] Legen, legen, legen!“

– Bernt Spiegel[3][6]

Sein 1998 erschienenes Buch Die obere HĂ€lfte des Motorrads wurde zu einem Bestseller und erschien 2010 in englischer Übersetzung. Das zugehörige Trainingsbuch erschien 2006, in NiederlĂ€ndisch und in Tschechisch 2014. Spiegel thematisierte die Einheit von Fahrer und Maschine. In der Frage Kaiser Karls V.: „ob das Pferd ein Teil des Reiters sei oder der Reiter ein Teil des Pferdes,“ sah Spiegel die Parallele zum Motorradfahren, bei dem das Motorrad bei perfektem Gebrauch zu einem („extrasomatischen“) Teil des Fahrers wird.[7] Erstmals erwĂ€hnte Spiegel die (prĂ€adaptierte) „programmierte“ SchrĂ€glage des Menschen, die [als ererbtes Repertoire] „nur bis etwa 20 Grad reicht“.[8]

„Dieses Buch passt in kein Schema. Es handelt davon, dass der Mensch ein Motorrad kaum beherrschen kann. DafĂŒr gibt es eigentlich keine Zielgruppe.“

– Stephan Wehowsky[9]
  • Werbepsychologische Untersuchungsmethoden. Experimentelle Forschungs- und PrĂŒfverfahren. Duncker & Humblot, Berlin 1958.
  • Die Struktur der Meinungsverteilung im sozialen Feld. Das psychologische Marktmodell. Huber, Bern 1961.
  • Die obere HĂ€lfte des Motorrads. Motorbuch, Stuttgart 1999; 8., erw. A. 2018, ISBN 978-3-613-03775-5.
  • Motorradtraining alle Tage. Motorbuch, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-613-03477-8.
  • MilchbrĂŒder, beide. Roman. Edition fotoTAPETA, Berlin 2020, ISBN 978-3-940524-85-0.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Traueranzeige in der FAZ vom 15. Januar 2025, abgerufen am 15. Januar 2025.
  2. ↑ Ein Pionier, ein Vatermörder und eine GebĂ€rmaschine. marktforschung.de, abgerufen am 31. Mai 2019.
  3. 1 2 PortrÀt Professor Dr. Bernt Spiegel. (Memento vom 1. November 2016 im Internet Archive) auf: motorradonline.de (abgerufen am 4. Oktober 2014)
  4. ↑ Vgl. Marktpsychologie. In: Dorsch: Lexikon der Psychologie. 10. Auflage. Verlag Hans Huber, Bern 1982, ISBN 3-456-85460-9.
    MarktlĂŒcken und Marktpsychologie. In: Marketing EnzyklopĂ€die. Band 2, Verlag Moderne Industrie, 1974, ISBN 3-478-22020-3.
    Marktpsychologie. In: Herders Lexikon der Psychologie. 3 BĂ€nde. 2007, ISBN 978-3-86756-037-5.
    Spiegel, Bernt. In: Großes Duden Lexikon. Band 7, 1967.
  5. ↑ Motorrad Action Team: Perfekt Motorrad fahren. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1993, ISBN 3-613-01530-7, S. 150.
  6. ↑ Die obere HĂ€lfte des Motorrads. S. 234.
  7. ↑ Die obere HĂ€lfte des Motorrads. S. 123, 124.
  8. ↑ Die obere HĂ€lfte des Motorrads. S. 43.
  9. ↑ Unterwegs im Mesokosmos. auf: journal21.ch (abgerufen am 12. Oktober 2014)