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BootfÀhiges Medium

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
(Weitergeleitet von BootfÀhig)

Ein bootfĂ€higes oder startfĂ€higes Medium – von booten, Aussprache [ˈbuːt] von englisch to boot = [einen Computer] starten – ist ein Speichermedium, das fĂŒr eine oder mehrere Computerplattformen sowohl den nötigen Inhalt als auch die notwendige Datenstruktur aufweist, um ein Starten des Computers mittels der auf dem Medium befindlichen Software zu ermöglichen. Verbreitet sind auch die Kurzformen Boot- oder Startmedium, von (Speicher-)Medium.

Als primĂ€res Startmedium nutzen Computersysteme ĂŒblicherweise einen internen Massenspeicher, auf dem das Betriebssystem installiert ist.[1] Oft ist dabei das Laufwerk, von dem aus gestartet wird, identisch mit dem Systemlaufwerk. Analog dazu wird jener Teil eines Startmediums daher oft auch als Boot- oder Startlaufwerk, von Laufwerk, Boot- oder Startpartition, von Partition,[2] sowie Boot- oder Startvolume, von Volume,[3][4][5] bezeichnet. Auch bei Disketten finden sich die Begriffe Boot- bzw. Startdiskette, teilweise auch Systemdiskette. Das Laufwerk, von dem aus ein Computersystem starten kann, wird meist als Bootlaufwerk oder Systemlaufwerk bezeichnet.[6] Es existieren jedoch auch Konfigurationen, die ohne ein lokales Startmedium auskommen, beispielsweise kann im BIOS (der System-Firmware), wenn implementiert, auch das Starten ĂŒber das Netzwerk (z. B. via BOOTP oder PXE) konfiguriert werden. Oder das Betriebssystem selbst (bzw. ein mögliches Betriebssystem) ist auf einem ROM-Chip enthalten, beispielsweise Cassette BASIC auf dem originalen IBM PC (und seinen Nachfolgern, etwa dem PC/AT) oder System 6 auf dem Macintosh Classic.

Auswahl des Startmediums

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Ob ein Computer tatsĂ€chlich von einem bestimmten Speichermedium starten kann oder nicht, hĂ€ngt zuallererst davon ab, ob das Medium bzw. dessen LesegerĂ€t (z. B. Laufwerk) auch an den Computer angeschlossen werden kann. Weiters muss die integrierte System-Firmware des Computers das entsprechende LesegerĂ€t (Laufwerk) und dessen Anbindung (z. B. ĂŒber USB) auch als Startmedium unterstĂŒtzen.

Bei IBM PCs mit BIOS als Firmware (bis ca. 2010 die meistgenutzte Firmware, abgelöst von UEFI) lĂ€sst sich beispielsweise meist im BIOS-Setup konfigurieren, welche Medien in welcher Reihenfolge probiert werden, genannt Bootreihenfolge. Auf Macintosh-Systemen von Apple lĂ€sst sich das zu verwendende Startmedium ĂŒber die Firmware einstellen oder einmalig durch Halten der Wahltaste ⌄ opt (entspricht der Alt-Taste Alt auf PC-Tastaturen) nach dem Einschalten des Computers auswĂ€hlen. Andere Systeme bieten oft Ă€hnliche Wahlmöglichkeiten oder sind per Design „locked“, z. B. mobile Betriebssysteme wie Android oder iOS auf Smartphones.

Eine weitere Voraussetzung fĂŒr ein Startmedium ist der korrekte Inhalt: Je nach Computersystem wird z. B. ein Bootloader benötigt, der in einem bestimmten Format vorhanden sein muss und an einer vordefinierten Stelle erwartet wird. Findet die Firmware einen solchen Bootloader, lĂ€dt sie diesen und ĂŒbergibt dann die Kontrolle, indem sie ihn ausfĂŒhrt. Die primĂ€re Aufgabe eines Bootloaders ist das Starten eines Betriebssystems. Da also eine Software die nĂ€chste Software lĂ€dt und ausfĂŒhrt, wird dieser Prozess auch als Chain-Loading bezeichnet: die Firmware lĂ€dt den Urlader, der wiederum einen weiteren Bootloader von einem Startmedium lĂ€dt, der wiederum den Loader fĂŒr ein Betriebssystem lĂ€dt und anschließend weitere Teile (wie den Kernel und benötigte GerĂ€tetreiber) startet.

Es ist auch möglich, mehr als eine Betriebssysteminstallation auf einem einzigen physischen Speichermedium unterzubringen: bei dieser als Multi-Boot-System bezeichneten Installation muss einer der im Chain-Loading vorhandenen Loader eine Auswahlmöglichkeit bieten, um das vom Anwender nach dem Einschalten des Computers gewĂŒnschte Betriebssystem starten zu können. Bei Systemen, die auf einen Bootloader angewiesenen sind (vor allem Computern mit PC-BIOS), ist dann eine zusĂ€tzliche Konfiguration oder die Installation eines Bootmanagers nötig, um das gewĂŒnschte Betriebssystem zum Starten auswĂ€hlen zu können. Auf Systemen mit anderer System-Firmware (siehe BIOS#System-Firmware verschiedener Plattformen) kann das zu startende Betriebssystem meist direkt ĂŒber die Firmware ausgewĂ€hlt werden (Open Firmware, UEFI).

Beispiele fĂŒr Startmedien

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Im Gegensatz zur Firmware, die nicht austauschbar ist bzw. die mehr oder minder fest mit dem Computersystem verbunden ist, ist ein Startmedium meist relativ einfach wechsel- oder austauschbar. Ein solches Medium kann z. B. sein:

Zur Reparatur, aber auch fĂŒr andere Einsatzzwecke dienen Medien, die meist als Image-Datei (z. B. als ISO image) mehr oder weniger frei verfĂŒgbar sind. Auch Anwendungen, insbesondere in der Backup- und Computersicherheitsanwendung, bieten startfĂ€hige Medien an, die sich teils spĂ€ter erstellen lassen (englisch Bootmedium Builder), teils aber mit der Installations-CD identisch sind.

→ Siehe auch: Einsatzmöglichkeiten von Live-Systemen

Einzelnachweise

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  1. ↑ Dan Gookin: PCs fĂŒr Dummies. 2., aktualisierte Auflage. Wiley Publishing, 2016, ISBN 978-3-527-71350-9, 7. Das Massenspeichersystem, 7.2.1 Das primĂ€re SpeichergerĂ€t identifizieren (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche – englisch: Windows 10 For Dummies, 2nd Edition.): „Von allen auf Ihrem PC verfĂŒgbaren Speichermedien muss eines der Boss sein. Dieses Speichermedium wird auch als primĂ€res SpeichergerĂ€t des PCs bezeichnet. Der PC verwendet das primĂ€re SpeichergerĂ€t um den Computer zu starten und das Betriebssystem zu laden.“
  2. ↑ Dan Gookin, Sandra Hardin Gookin: Computerlexikon fĂŒr Dummies. 7., ĂŒberarbeitete und aktualisierte Auflage. Wiley Publishing, 2017, ISBN 978-3-527-71366-0 (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche – englisch: Illustrated Computer Dictionary For Dummies.): „Bootlaufwerk: Das ist das Laufwerk, in dem der Rechner als Erstes nach seinem Betriebssystem sucht. 
 Bootpartition: 
 Die Partition, die das Betriebssystem enthĂ€lt bzw. den Bootsektor fĂŒr das Betriebssystem 
“
  3. ↑ Boot volume. In: Computer Hope. 15. September 2017, abgerufen am 7. November 2022 (englisch): „A boot volume refers to the portion of a hard drive containing the operating system, its supporting file system, and what hard drive contains the operating system.“
  4. ↑ Ändern der Einstellungen fĂŒr das Startvolume auf dem Mac. In: macOS – Benutzerhandbuch. Apple, abgerufen am 7. November 2022.
  5. ↑ Soumitra Sengupta: Nicht montierbares Start Volume. In: Microsoft Support. Microsoft, abgerufen am 7. November 2022 (maschinell ĂŒbersetzt vom englische Original, Stop-Fehlermeldung): „STOP 0x000000ED UNMOUNTABLE_BOOT_VOLUME“
  6. ↑ Wolfgang Schneider: Programmieren von Mikrocomputern – EinfĂŒhrung in die Anwendung des Betriebssystems CP/M. Friedrich Vieweg & Sohn, 1983, ISBN 978-3-528-04252-3, 11 Das PIP-Kommando, S. 98, 11.2.9 Kopieren von Dateien zwischen Disketten ohne CP/M (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche): „Stehen nur zwei Laufwerk A und B zur VerfĂŒgung, ist die Übertragung einer Datei von einer Diskette ohne CP/M in Laufwerk B auf eine andere, z. B. noch leere Diskette ohne CP/M in Laufwerk A mit gewissen Problemen verbunden, da sich im Systemlaufwerk A die Systemdiskette befinden sollte.“