Canon EF
Bei der EF, einer Spiegelreflexkamera, handelte es sich um die erste Canon-Systemkamera mit eingebauter Blendenautomatik. Sie besaà ein FD-Bajonett und gehörte zur Canon-F-Serie.
Zeitraum und Einordnung
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Produktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kamera erschien im November 1973 und blieb bis zum Erscheinen der A-1 im Programm, wurde aber de facto von der AE-1 abgelöst. Sie kostete mit dem Normalobjektiv 50 mm f/1,8 etwa 1200 DM und damit nur etwa 85 DM weniger als die F-1. Dieser hohe Preis hatte zur Folge, dass nur rund 320.000 Kameras[1] produziert worden sind.
Vorgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als die NachfĂŒhrmessung durch eine automatische Belichtungssteuerung abgelöst wurde, setzten Canon und Konica auf Blendenautomatik, die ĂŒbrigen Hersteller auf Zeitautomatik. Als erste Spiegelreflexkamera damit stellte Canon 1969 die EX EE vor, bei der es sich aber mit ihren fest montierten Objektiv-Hinterteil um keine Systemkamera handelte. Zu dieser Zeit war noch das FL-Bajonett aktuell, welches die erforderliche BlendenĂŒbertragung nicht vorsah. 1970 stellte man dann das dafĂŒr geeignete FD-Bajonett vor. Die erste Kamera damit, die F-1 wies aber nach wie vor eine NachfĂŒhrmessung auf, nur mit Zubehör konnte sie zu einem Blendenautomaten umgerĂŒstet werden. Damit geriet sie aber derart unhandlich, dass es praktisch nur fĂŒr stationĂ€re Zwecke, insbesondere fĂŒr Fernauslösung gemacht wurde. Erst die EF kam dann von vornherein als Blendenautomat daher.
Vergleich mit anderen Marken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Abkehr von der NachfĂŒhrmessung geschah bei Konica bereits 1965 mit der Auto-Reflex, wobei die Ăbertragung des Blendenwerts auf das Objektiv mit einem Zeigerinstrument ablief. Der Zeiger schlug entsprechend des von der Belichtungsmessung ermittelten Werts aus, wurde mit DrĂŒcken des Auslösers festgeklemmt und diente dann als Anschlag, um seine Stellung auf den Blendenmechanismus des Objektivs zu ĂŒbertragen. Das war in den 1960er Jahren der Stand der Technik und so lief auch die Programmautomatik der Agfa Optima ab. Bei den ersten Spiegelreflexkameras mit Zeitautomatik gab es dann bereits eine Ăbertragung ohne den Umweg, ein Messwerk abzutasten, das waren 1971 die Asahi Pentax Spotmatic ES, 1972 gefolgt von der Nikkomat EL und der Minolta XM. Canon setzte erst 1976 mit der AE 1 darauf, die EF arbeitete noch mit den herkömmlichen Prinzip.[2]
Technik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]GehÀuse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]WĂ€hrend alle anderen Kameras der F-Serie auf dem AluminiumgehĂ€use der FX basierten, besaĂen F-1 und EF ein davon abgeleitetes breiteres GehĂ€use. Bei beiden waren GehĂ€usekappe und Bodenplatte stets in Schwarz gehalten, aber nur bei der EF die Unterseite des Bajonettsockels aus ergonomischen GrĂŒnden abgeschrĂ€gt.
Wie bei allen Kameras der F-Serie gab es einen Multifunktionshebel in Kamerablickrichtung rechts neben dem Objektiv. Bei der EF diente er zum einen zum Einschalten des Selbstauslösers, in dem man ihn vom Objektiv weg bewegte, und zum anderen als Abblendhebel, in dem man ihn zum Objektiv hin bewegte, wÀhrend der Blendenring nicht in Automatikposition stand. In dieser Position lieà er sich feststellen, wozu es einen weiteren, kleineren Hebel gab, mit dem man in einer weiteren Position zusÀtzlich den Spiegel hochklappen konnte, um bei Stativaufnahmen Spiegelvibrationen zu vermeiden.
Sucher
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Prismensucher und Mattscheibe konnten im Gegensatz zur F-1 nicht ausgewechselt werden, was man allerdings auch nur von Profikameras erwartete. Die Mattscheibe bot ursprĂŒnglich nur ein Mikroprismenraster als zusĂ€tzliche Einstellhilfe, erst ab etwa 1975[3] auch ein Schnittbildentfernungsmesser. Dieser neue Mattscheibe erzeugte ĂŒberdies ein helleres Sucherbild.
Die von der Kamera ermittelte Belichtungszeit wurde mit einem Zeigerinstrument rechts neben dem Sucherbild angezeigt, die eingestellte Belichtungszeit mit einer Gabel, welche den betreffenden Wert einrahmte, am unteren Bildrand.
Filmtransport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Aufzugshebel benötigte fĂŒr den Filmtransport eine Drehung um 120°. Bei neu eingelegtem Film war es nicht erforderlich, nach jeder Hebelbewegung den Auslöser zu betĂ€tigen, um bis zum ersten Bild zu kommen. Es genĂŒgte wiederholtes Bewegen bis zum Blockieren. FĂŒr Mehrfachbelichtungen gab es ein Knopf im Hauptschalter. DrĂŒckte man ihn, dann wurde der Filmtransport ausgekuppelt und mit dem Schnellspannhebel nur der Verschluss aufgezogen.
Obwohl das GehĂ€use von der F-1 ĂŒbernommen worden war und ungeachtet des hohen Verkaufspreises verzichtete die EF auf einen Anschluss fĂŒr einen motorischen Filmtransport, man konnte die Kamera auch nicht dafĂŒr umbauen lassen. Dies machte sie nach Erscheinen der AE-1 praktisch unverkĂ€uflich.
Belichtungsmessung
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Im Gegensatz zur F-1 lief die Belichtungsmessung mit einer Siliziumdiode ab. Solch eine Photodiode arbeitete auch noch bei gröĂerer Dunkelheit trĂ€gheitsfrei. Der Messbereich der Canon EF reichte bei ISO 25/15° von 30 s bei f/1,4 bis 1â1000 s bei Blende 8. Dazu lieĂen sich am Verschlusszeitenrad Belichtungszeiten bis 30 s einstellen. Es war extra groĂ ausgefĂŒhrt und ragte vorne ĂŒber das KameragehĂ€use hinaus, um es bequem mit dem Finger drehen zu können. Um mit dem sehr schwachen Strom einer Siliziumzelle messen zu können, besaĂ die EF ein MOS-VerstĂ€rker-IC. Die Belichtungsmessung startete mit dem BetĂ€tigen des Hauptschalters und die gemessenen Werte konnten mit der Belichtungsspeichertaste in Kamerablickrichtung rechts neben der RĂŒckspulkurbel festgehalten werden. Die Blende wurde beim Auslösen ĂŒber den Blendensimulator auf das Objektiv ĂŒbertragen.
Die Filmempfindlichkeit stellte man an einem um die RĂŒckspulkurbel angeordneten Rad ein, dass von ISO 12/12° bis ISO 3200/36° reichte.
Verschluss
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Wie bei der F-1 handelte es sich um einen Metall-Schlitzverschluss, der jedoch vertikal anstatt horizontal ablief und deswegen eine kĂŒrzeste Blitzsynchronzeit von 1â125 s ermöglichte. Die kĂŒrzeste Verschlusszeit lag aber im Gegensatz zur F-1 nur bei 1â1000 s. Es handelte sich um den Typ Copal Square.
Am Verschlusszeitenrad waren die Zeiten von 1â2 s bis 1â1000 s und B in WeiĂ, bzw. die Blitzsynchronzeit in Orange gehalten. Dann arbeitete der Verschluss mechanisch und kam ohne Batterie aus. Die lĂ€ngeren Zeiten bis 30 s waren Gelb. Dann steuerte eine Elektronik den Verschluss und es blinkte eine rote Leuchtdiode oben auf der GehĂ€usekappe.
Die nachfolgende A-1 stellte in puncto Verschluss dann einen RĂŒckschritt dar, sie arbeitete nur mit einem Tuchverschluss, weswegen ihre Blitzsynchronzeit nur 1â60 Â s betrug. Erst deren Nachfolgemodell, die T 90 konnte mit ihrer 1â250Â s Blitzsynchronzeit mit der EF mithalten.
Stromversorgung
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Wie alle Kameras der F-Serie verwendete auch die EF den Batterietyp PX 625. Davon benötigte sie zwei StĂŒck, fĂŒr die es zwei separate BatteriefĂ€cher in der Bodenplatte gab. Da die Elektronik einen Spannungsregler besaĂ, war sie aber nicht auf die exakten 1,35 V einer Quecksilber-Zink-Batterien angewiesen und funktionierte auch mit einer 1,5 V-Knopfzelle einwandfrei. Ein Hauptschalter, dessen Hebel sich mit dem Daumen leicht umlegen lieĂ, aktivierte die Belichtungsmessung rechts hinten an der GehĂ€usekappe. Ăber eine automatische Abschaltung der Belichtungsmessung verfĂŒgte die EF nicht. Deshalb war neben dem Schalter der Schriftzug âAfter using, turn the camera offâ angebracht, denn die aufwendigere Elektronik benötigte in eingeschaltetem Zustand mehr Strom als gewöhnliche Kameras.
CAT-Blitzautomatik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Canon EF arbeitete mit der CAT-Blitzautomatik zusammen, welche das BlitzgerĂ€t Canon Speedlight 133 D und das passende Objektiv mitsamt Blitzkuppler erforderte. Die Kamera stellte dabei auch die passende Blende automatisch ein. Dazu ĂŒbertrug der Blitzkuppler die eingestellte Entfernung vom Objektiv zum BlitzgerĂ€t. Das BlitzgerĂ€t teilte der Kamera die Blende ĂŒber zwei zusĂ€tzliche Kontakte im Blitzschuh mit. FĂŒr die CAT-Blitzautomatik gab es einen speziellen Drehschalter links neben dem Sucher, mit dem sie aktiviert wurde.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Canon EF Instructions. English Edition. Pub. IE1008F 1174D10, Printed in Japan
- Alexander Decker: Canon Automatiken â der Gigant schlĂ€gt zurĂŒck. In: PhotoDeal, H. 2/2001, S. 4
- GĂŒnter Richter: Das Canon-Reflex-System. Verlag Laterna Magica, MĂŒnchen 1978, ISBN 3-87467-118-6
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Japanes SLR prodction - Canon. Abgerufen am 15. Mai 2026 (englisch).
- â Canon (Hrsg.): Canon EF Repair Manual. S. 89.
- â Canon EF Kameraportrait. Abgerufen am 15. Mai 2026 (englisch).