Christoph Wulf

Christoph Wulf (* 4. August 1944 in Berlin[1]) ist ein deutscher Erziehungswissenschaftler und Professor fĂŒr Anthropologie und Erziehung an der FU Berlin.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wulf verbrachte seine Kindheit in einem Pfarrhaus in Berlin-Britz. Nach dem Abitur auf dem Gymnasium Steglitz absolvierte er zunĂ€chst ein Studium der Geschichte, Erziehungswissenschaft, Philosophie und Literaturwissenschaft an der Freien UniversitĂ€t Berlin, das er 1968 mit dem Magister Artium abschloss. 1969 ging er mit einem Stipendium der Volkswagen-Stiftung nach Marburg, um bei Wolfgang Klafki zu promovieren. Nach einer Informationsreise durch die USA als Gast des US-Bildungsministeriums verbrachte er ein Jahr mit Recherchen fĂŒr seine Dissertation an den UniversitĂ€ten von Stanford, Los Angeles, Boulder und New York. In den Jahren 1970 bis 1975 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Institut fĂŒr Internationale PĂ€dagogische Forschung in Frankfurt. 1973 promovierte an der Philipps-UniversitĂ€t Marburg zum Dr. phil.; 1975 habilitierte er sich dort im Fach Erziehungswissenschaft. 1975 wurde er ordentlicher Professor fĂŒr Erziehungswissenschaft an der UniversitĂ€t Siegen. Seit 1980 ist er Professor fĂŒr Anthropologie und Erziehung am Fachbereich Erziehungswissenschaften und Psychologie der Freien UniversitĂ€t Berlin.
Ab 1972 war Wulf GrĂŒndungssekretĂ€r der Education Commission der International Peace Research Association. SpĂ€ter war er MitbegrĂŒnder der Kommissionen âBildungsforschung mit der Dritten Weltâ und âHistorische Anthropologieâ der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Erziehungswissenschaft. Weiterhin war er Mitglied der wissenschaftlichen Leitung des Funkkollegs âBeratung in der Erziehungâ, PrĂ€sident des International Network âEducational Science Amsterdamâ, Vorsitzender der âGesellschaft fĂŒr Historische Anthropologieâ, Vorstandsmitglied der âGroupe d'Ă©tudes et de recherches sur les mondialisationsâ, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Friedens- und Konfliktforschung, wissenschaftlicher Berater des Gesamtschulversuchs Nordrhein-Westfalen, des Institut nationale de recherche pĂ©dagogique und des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften, sowie Vorsitzender des Fachausschusses âBildungâ und der Experten-Kommission âImmaterielles Kulturelles Erbeâ der Deutschen UNESCO-Kommission. Die UniversitĂ€t Bukarest verlieh ihm fĂŒr seine anthropologische Forschung den Titel âProfessor Honoris Causaâ.
Gastprofessuren hatte Wulf unter anderem an der Université de Paris (Nanterre, St. Denis, Denis Diderot), der Fondazione San Carlo in Modena, der European Peace University, der Universiteit van Amsterdam, der Stockholms universitet, der University of London, der UniversitÀt Tokio, und der Jawaharlal Nehru University, New Delhi, sowie in Kioto, Beijing und Kazan; Forschungsaufenthalte an der Stanford University.
Zusammen mit Dieter Lenzen gab Wulf im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft PĂ€dagogische Anthropologie der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Erziehungswissenschaft die Buchreihe PĂ€dagogische Anthropologie heraus. Zu seinen SchĂŒlern gehört Michael Wimmer, Professor fĂŒr Erziehungs- und bildungswissenschaftliche Grundlagenforschung an der UniversitĂ€t Hamburg. Wulfs BĂŒcher wurden in 20 Sprachen ĂŒbersetzt.
Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wulf arbeitet an Fragen der Anthropologie, insbesondere der PÀdagogischen Anthropologie. Arbeitsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Mimesis- und Imaginationsforschung, der PerformativitÀts-, Gesten- und Ritualforschung sowie der Àsthetischen und interkulturellen Erziehung. Dabei geht es ihm um das Wissen vom Menschen in einer globalisierten durch kulturelle DiversitÀt charakterisierten Welt. Das Ziel seiner Forschungen liegt darin, mithilfe historischer und ethnographischer Methoden sowie philosophischer Reflexion einen Beitrag zum SelbstverstÀndnis der Menschen in der heutigen Zeit zu leisten.
Historische Anthropologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wulfs anthropologische Forschungen nehmen ihren Ausgangspunkt in der Einsicht, dass die Anthropologien, in deren Mittelpunkt der weiĂe westliche Mann stand, ihren universellen Anspruch verloren haben. Daher mĂŒssen wir heute von einer polyzentrischen prospektiven Anthropologie ausgehen.[2] Im Mittelpunkt stehen nicht mehr nur europĂ€ische Menschenbilder und das westliche Denken.[3] Andere Kulturen beanspruchen mit dem gleichen Recht, aus ihrer Perspektive Aussagen ĂŒber den Menschen zu machen.[4] Angesichts dieser Situation bedarf es einer historischen und kulturellen Relativierung und Differenzierung der Anthropologie, die allerdings extremen Relativismus und Beliebigkeit vermeiden muss. In der globalisierten Welt fĂŒhrt diese Situation zu wachsender KomplexitĂ€t, die die Lebensbedingungen der Menschen zukĂŒnftig bestimmen wird.[5]
Logik und Leidenschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Mittelpunkt der ersten Phase dieser anthropologischen Studien steht der menschliche Körper. Dies war das Ergebnis des ersten mit Dietmar Kamper veröffentlichten Buches âDie Wiederkehr des Körpersâ, welches die spezifische historische Anthropologie der Berliner anthropologischen Forschungen begrĂŒndete.[6] In ihrem Rahmen entstanden zehn internationale, transdisziplinĂ€re Studien, die spĂ€ter den Titel âLogik und Leidenschaftâ erhielten. Dieses Projekt umfasste mehr als 150 Wissenschaftler und Philosophen aus 20 Disziplinen und mehr als 10 LĂ€ndern. Diese Forschungen unterscheiden sich von der historischen Anthropologie in den Geschichtswissenschaften dadurch, dass sie stĂ€rker darauf ausgerichtet sind, einen Beitrag zum VerstĂ€ndnis unserer Zeit, d. h. zur Gegenwartsdiagnose zu liefern. Nach dem Ende normativer Anthropologien mit ihrer Dominanz der europĂ€isch-westlichen Wissenschaft, Philosophie und Kultur galt es, Formen anthropologischen Denkens und Forschens zu entwickeln, die den verĂ€nderten Lebens- und Entwicklungsbedingungen in der globalisierten Welt gerecht werden. Mithilfe transdisziplinĂ€rer und transkultureller Forschungen entstand eine historische Anthropologie, in der der menschliche Körper, seine Sinne und kulturellen Praktiken in europĂ€ischer AusprĂ€gung von zentraler Bedeutung sind, ebenso wie die doppelte HistorizitĂ€t, also die Geschichtlichkeit der Forschenden und der untersuchten PhĂ€nomene.[7] Die RĂ€tselhaftigkeit des menschlichen Körpers fĂŒhrte dazu, den Menschen als homo absconditus (Plessner) zu begreifen, also als Wesen, das sich selbst nur partiell zugĂ€nglich und verstĂ€ndlich ist. Neben der Wiederentdeckung des Körpers und der Sinne widmete sich diese Forschung der Geschichte der Seele und der UnergrĂŒndbarkeit des Heiligen, der RĂ€tselhaftigkeit der Liebe und des Schönen, und dem Geheimnis der Zeit und des Schweigens.[8]
Der Mensch und seine Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dieses Buch rekonstruiert und untersucht hundert Beziehungen des Menschen zur Welt und stellt somit ein Handbuch Historischer Anthropologie dar.[9] Die angestrebte historische, kulturelle und gesellschaftliche Verortung und Zeitdiagnose erfolgte im Bewusstsein der doppelten Geschichtlichkeit und KulturalitĂ€t und der damit verbundenen Kontingenzen. Obgleich die intensive interdisziplinĂ€re Kooperation nichts am unvermeidbaren fragmentarischen Charakter dieser Untersuchungen Ă€ndern konnte, schaffte sie die Grundlage fĂŒr die Fortsetzung der Untersuchung der gesellschaftlichen Vielfalt und die Verbesserung des historischen SelbstverstĂ€ndnisses und der kulturellen Selbstauslegung.[10] Die anthropologische Untersuchung der in Geschichte und Kultur verankerten Welt- und SelbstverhĂ€ltnisse der Menschen fĂŒhrt zu Erkenntnissen, die ein neues (reflexives) VerstĂ€ndnis vieler alltĂ€glicher FunktionszusammenhĂ€nge bewirken können. Solche Erfahrungen fĂŒhren zu skeptischen RĂŒckfragen an die Geschichte als Fortschritts- und Aneignungsgeschichte, an die Logik des identifizierenden Begriffs, die Reichweite der Hermeneutik und an das selbst- und weltkonstitutive Subjekt. Solche Skepsis fĂŒhrt zum Bewusstsein der historischen und kulturellen RelativitĂ€t anthropologischer Erkenntnis. Im Unterschied zu frĂŒheren Auffassungen wird jedoch in der bewusst akzeptierten VorlĂ€ufigkeit anthropologischen Wissens kein Mangel, sondern ein Gewinn gesehen. Die QualitĂ€t dieses Wissens ist Folge der prinzipiellen Unbestimmbarkeit des Menschen, aus der jedoch auch die Offenheit fĂŒr den Anderen und fĂŒr das andere Wissen resultiert, die dazu anregt, nach Wegen zu suchen, die KomplexitĂ€t anthropologischen Wissens zu erhöhen.
Anthropologie: Geschichte, Kultur, Philosophie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf der Grundlage einer Analyse zentraler Paradigmata der Anthropologie hat Wulf hier das Konzept einer historischen Anthropologie zu einer historisch-kulturellen Anthropologie weiterentwickelt. Diese entsteht im Austausch mit den Paradigmata der Evolution/Hominisation, der Philosophischen Anthropologie, der Anthropologie in den Geschichtswissenschaften (historischen Anthropologie) und der Kulturanthropologie/Ethnologie.[11] Heute gilt es, Anthropologie als eine transkulturelle und transdisziplinÀre Forschung zu entwickeln, bei der es um die VerschrÀnkung allgemeiner und partikularer, globaler und lokaler, diachroner und synchroner Perspektiven mit dem Ziel geht, die unitas multiplex des Menschen zu erforschen. Angesichts dieses Anspruchs wird statt eines engen Begriffs ein dynamischer, verÀnderungsoffener Begriff von Anthropologie vorgeschlagen. Mit diesem Anthropologie-Konzept entstehen epistemologische Bedingungen, die auf die Anforderungen anthropologischer Forschung in einer globalisierten Welt des AnthropozÀns antworten.[12] Dieses Anthropologie-Konzept hat keinen systematischen, sondern eher einen heuristischen Charakter und kann je nach Kontext spezifiziert und modifiziert werden. Sein heuristischer Wert besteht vor allem darin, dass die Forschungen inhaltlich und methodisch multidimensional werden und damit besser den sich Àndernden Bedingungen der Welt entsprechen können.
Die Berliner Ritual- und Gestenstudie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wiederkehr der Rituale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nachdem Wulf viele Jahre lang in seinen anthropologischen Forschungen die diachrone Perspektive verfolgt hatte, wendete er sich seit dem Anfang des 21. Jahrhunderts verstĂ€rkt synchronen anthropologischen Studien zu. Damit gewann die ethnographische Erforschung der Gegenwart an Bedeutung; es erfolgte eine Ausweitung der historischen zur historisch-kulturellen Anthropologie. Im Mittelpunkt dieser Arbeiten stand die Untersuchung von Ritualen und Gesten in den vier zentralen Sozialisationsbereichen: Familie, Schule, Peergroup und Medien. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs âKulturen des Performativenâ wurden zwölf Jahre lang Rituale in Erziehung, Bildung und Sozialisation erforscht. Dabei galt es, die historisch zu Recht entstandene kritische Einstellung gegenĂŒber Ritualen durch den Nachweis ihrer produktiven Effekte und positiven Wirkungen zu ergĂ€nzen. In dieser Studie, in der eine Berliner Grundschule und ihr Umfeld erforscht wurden, gelang es nachzuweisen, wie wichtig Rituale fĂŒr die Schaffung des Sozialen, die Erzeugung von Gemeinschaften und fĂŒr Lernen und Bildung sind.
Bereits Durkheim konnte deutlich machen, dass Rituale dazu dienen, die SakralitĂ€t einer Gemeinschaft zu erzeugen und durch ihre AuffĂŒhrung die KohĂ€sion der Gemeinschaft zu fördern. Die Bedeutung der PerformativitĂ€t von Ritualen ist heute in der internationalen Ritualforschung allgemein akzeptiert. Neben der gemeinschaftsbildenden Funktion dienen Rituale auch dazu, ĂbergĂ€nge zu schaffen. Die mehrfach untersuchte Einschulung von Kindern in die Grundschule ist ein Beispiel fĂŒr einen solchen Ăbergang.
Rituale sind körperlich, performativ, expressiv, symbolisch und regeleffizient. Sie lassen sich nicht auf ihre FunktionalitĂ€t reduzieren. Sie sind auch Ausdruck von Emotionen und Beziehungen und haben eine Ă€sthetische Seite.[13] Ein weiteres wichtiges Element in Ritualen ist ihr repetitiver Charakter.[14] Sie sind homogenisierend und schaffen eine Gemeinschaft; sie sind liminal, das heiĂt, sie gestalten ĂbergĂ€nge, etwa vom Status eines Kindes zum Status eines Schulkindes. Rituale sind öffentlich, sie haben spielerische Elemente, durch die ihre Inszenierung und AuffĂŒhrung variiert wird. Mithilfe von Ritualen werden die Werte, Normen und Strukturen einer Schule in die Körper der Kinder eingeschrieben, so dass die Kinder allmĂ€hlich zu Schulkindern werden. Dabei bestimmen die Kinder, wie und bis zu welchen Grad sich diese Prozesse vollziehen. In diesen Prozessen lernen Kinder bestimmte schulisch wichtige Verhaltensweisen und werden befĂ€higt, die Aufmerksamkeit der Lehrerin mit anderen Kindern zu teilen, still zu sitzen, sich zu konzentrieren. Schulische Rituale vermitteln ein kollektiv geteiltes Wissen davon, wie eine Schule funktioniert. Sie verweisen auf Handlungspraktiken, die inszeniert und aufgefĂŒhrt werden und in denen sich Kinder und Lehrer darstellen und im Rahmen einer gemeinschaftlichen Ordnung interpretieren.
Bei der Erforschung des Performativen von Ritualen sind wenigstens drei Aspekte wichtig. Der eine verweist darauf, dass die PerformativitĂ€t von Ritualen historisch und kulturell bedingt ist. Neben dieser Perspektive, Rituale als kulturelle AuffĂŒhrungen zu begreifen, spielt der performative Charakter der Sprache eine wichtige Rolle. Dieser bedeutet, dass sprachliche ĂuĂerungen im Kontext von Ritualen hĂ€ufig einen Handlungscharakter haben. Dass Kinder schon sehr frĂŒh als Junge oder MĂ€dchen angesprochen werden, ist dafĂŒr ein Beispiel. Diese Ansprache fĂŒhrt im Laufe der Zeit zur Herausbildung eines Gender-Charakters. Der dritte Aspekt des Performativen besteht in seiner Ă€sthetischen Dimension. Diese macht deutlich, dass man Rituale nicht nur unter der Perspektive ihrer Funktion analysieren sollte, sondern dass es wichtig ist, wie Menschen etwas ausdrĂŒcken und wie sie sich dabei inszenieren. Dieses âWieâ ist in der Performanz von Ritualen ein entscheidendes Element fĂŒr die Akzeptanz des Rituals. In kĂŒnstlerischen Performances spielt diese Ă€sthetische Dimension sogar die entscheidende Rolle fĂŒr die Beurteilung von deren QualitĂ€t.
Zusammenfassend: Rituale erzeugen das Soziale; sie schaffen Ordnungen und ermöglichen Identifikation. Rituale schaffen ĂbergĂ€nge und erzeugen Erinnerungen; sie haben eine magische Komponente und eignen sich zur Differenzbearbeitung; sie fördern mimetische Lernprozesse und mit ihrer Hilfe die Entwicklung praktischen Wissens und tragen wesentlich zur Entwicklung sozial kompetenter Individuen bei.[15]
Die Bedeutung der Geste
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Berliner Ritual- und Gestenstudie konnte vielfĂ€ltig rekonstruieren, wie die Initiierung und Steuerung sozialer und pĂ€dagogischer Prozesse durch Gesten erfolgt. Mit Gesten werden Anerkennung, Abgrenzung und Distanzierung ausgedrĂŒckt. Gesten dienen zur Strukturierung von Lernprozessen und pĂ€dagogischen Handlungen. Forschungsleitend sind dabei folgende Fragen: âWie werden Gesten in welchem Kontext eingesetzt?â âWie wirkt die PerformativitĂ€t der Gesten auf Menschen?â âInwieweit haben Gesten eine eigene lautsprachenunabhĂ€ngige Logik?â âWorin besteht die produktive Funktion von Gesten?â[16] Man wird Gesten nicht gerecht, wenn man sie nur aus linguistischer Perspektive betrachtet. In der die PerformativitĂ€t fokussierenden Berliner Gestenstudie wurde vor allem das Wie der Inszenierung und AuffĂŒhrung von Gesten untersucht.[17] Besonders wichtig ist in Erziehung und Bildung die Geste des Zeigens. Im VerhĂ€ltnis der Generationen ist sie von grundlegender Bedeutung: Die Ălteren zeigen den JĂŒngeren die Welt. Von der Zeigegeste lassen sich die Schlaggeste, die ikonische und die metaphorische Geste unterscheiden. Diese Forschungen fokussieren vier Aspekte der Geste besonders: Gesten als Bewegungen des Körpers, Gesten als Ausdruck und Darstellung, Gesten als Formen von Erziehung und Bildung, und Gesten als Formen der Sinngebung.
Hier knĂŒpft die Frage an, ob und inwieweit Gesten einen ĂŒber ihre IntentionalitĂ€t hinausgehenden Gehalt haben, der sich nur im mimetischen Nachvollzug erfahren lĂ€sst. In der Berliner Ritual- und Gestenstudie konnte gezeigt werden, vor allem bei den unspezifischen Schlaggesten, dass sich diesen Gesten keine eindeutigen Bedeutungen zuordnen lassen. Anders ist es bei den ikonischen Gesten, die durch ihren Bildcharakter gekennzeichnet sind, etwa die Geste des Zusammenfaltens der HĂ€nde im christlichen Gebet oder das Zusammenlegen der HĂ€nde und das Zur-Seite-Neigen des Kopfes als Geste der MĂŒdigkeit und des Schlafens. Mit anderen Gesten werden GröĂen angegeben, etwa die GröĂe eines Kindes oder eines Gegenstandes. Bei diesen Gesten steht das bildliche Element im Zentrum. Viele dieser Gesten haben eine ĂŒber die Grenzen einzelner Kulturen hinausreichende VerstĂ€ndlichkeit. Wegen ihres bildlichen Charakters wird z. B. die Geste des Schlafens in fast allen Kulturen verstanden. Schwieriger ist es mit den metaphorischen Gesten, den kulturellen Gesten, die man nur versteht, wenn man mit einer Kultur vertraut ist.
Gesten sind Ausdruck und Darstellung. In ihnen kommen eine körperliche Konfiguration, eine innere Intention und ein vermitteltes VerhĂ€ltnis zur Welt zum Ausdruck. Gesten haben eine körperliche Seite, die von auĂen gesehen wird und in einem mimetischen Impuls nachvollzogen werden kann. Diese körperliche Manifestation ist auch Ausdruck einer inneren Situation, die von innen empfunden und von auĂen gesehen werden kann. In dieser Spannung kommt die fĂŒr Gesten charakteristische Vermittlung zwischen Innen und AuĂen zum Ausdruck.[18]
Mimesis, Imagination und Emotion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kulturelles Lernen als mimetisches Lernen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In einer Studie ĂŒber mimetische Prozesse in Kultur, Kunst, Gesellschaft ging es um die Rekonstruktion mimetischer PhĂ€nomene, von ihrer Konzeptualisierung in der Antike ĂŒber das Mittelalter und die Renaissance bis in die Gegenwart. Im Sinne der FamilienĂ€hnlichkeit (Wittgenstein) wurde untersucht, was zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen Kontexten unter Mimesis und mimetischen Prozessen verstanden wurde. Besonders Interesse galt der Rekonstruktion und Analyse des Mimesis-Konzepts Walter Benjamins, Theodor Adornos und Jacques Derridas, aber auch bei Platon und Aristoteles.[19]
In Adornos Ăsthetische Theorie zielen mimetische Prozesse beispielsweise auf eine AnĂ€hnlichung an das Kunstwerk ab, sie lassen das Kunstwerk als solches bestehen und geben den sich mimetisch verhaltenden Menschen die Möglichkeit, die Formen des Kunstwerks in ihr ImaginĂ€res aufzunehmen. Bei der mimetischen Aneignung von Kunstwerken erfolgt eine AnĂ€hnlichung an ein AuĂen und eine Ăbernahme des AuĂen in die Welt des ImaginĂ€ren. Dieser Prozess vollzieht sich auch in der anderen Richtung. Mentale Bilder werden in einem mimetischen Prozess nach auĂen gebracht und vergegenstĂ€ndlicht. Dies geschieht auch bei Texten und HandlungsentwĂŒrfen. Der mimetische Prozess ist ein BrĂŒckenprozess, der einerseits AuĂenwelt in Innenwelt verwandelt und andererseits Innenwelt in AuĂenwelt ĂŒberfĂŒhrt. In mimetischen Prozessen wird man nicht wie der Andere, doch braucht man den Anderen, um sich in der Relation zu ihm entwickeln zu können. Im VerhĂ€ltnis zwischen Kindern und Eltern spielen diese Prozesse eine zentrale Rolle. Weil Kinder erwachsen werden wollen, mĂŒssen sie zunĂ€chst wie ihre Eltern werden.
Mimetische Prozesse zielen nicht einfach darauf, eine Kopie herzustellen. Mimetische handelnde Menschen beziehen sich auf ein AuĂen, assimilieren dieses und werden diesem Ă€hnlich. Wenn sich Kinder z. B. mimetisch auf eine beliebte Lehrerin beziehen, dann werden sie nicht wie ihr Vorbild. Doch sie brauchen dieses Vorbild, um bestimmte ZĂŒge entwickeln zu können und sich so hervorzubringen, wie sie gerne werden möchten.[20] Diese Erkenntnisse ĂŒber die zentrale Rolle mimetischen Lernens werden heute auch durch die Forschungen von Michael Tomasello unterstĂŒtzt, die zeigen, dass Kinder mit acht Monaten bereits in der Lage sind, in mimetischen Prozessen die Intentionen der Erwachsenen zu begreifen, bevor diese sich manifestieren.[21] Nicht-menschliche Primaten sind dazu nie in der Lage. Auch die neurowissenschaftlichen Forschungen ĂŒber das Spiegelneuronen-System verdeutlichen die Bedeutung mimetischer Prozesse. Diese Forschungen zeigen, dass menschliche Handlungen mit neuronalen Prozessen einhergehen, die denen Ă€hneln, die sich bei den Zuschauern dieser Handlungen vollziehen.[22] So haben viele unterschiedliche methodische ZugĂ€nge gezeigt, dass sich kulturelles Lernen weitgehend mimetisch vollzieht.
Imagination
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wulfs Forschungen zeigen: Mimetische Prozesse werden durch Imagination ermöglicht. Die Imagination ist eine conditio humana. Ohne sie kann der Mensch weder phylogenetisch noch ontogenetisch zum Menschen werden. In einem RĂŒckgriff auf die griechische Antike lĂ€sst sich Imagination bzw. Fantasie als die Kraft beschreiben, die die Welt den Menschen zur Erscheinung bringt. Die Imagination ist die Energie, die die Menschen mit der Welt und die Welt mit den Menschen verbindet. Sie ist chiastisch und entfaltet ihre Bedeutung in dieser Funktion. Im römischen Denken wird die Fantasie zur Imagination. Dieser Begriff bringt ein weiteres Merkmal der Imagination zum Ausdruck: die Verwandlung der AuĂenwelt in Bilder und ihre Transformierung in eine âmentaleâ Bilderwelt. In die deutsche Sprache wird Imagination von Paracelsus mit dem Wort âEinbildungskraftâ ĂŒbersetzt, d. h. als Energie, die die Welt in den Menschen einbildet und dadurch seine Vorstellungen âwelthaltigâ macht. Ohne diese Möglichkeit gĂ€be es keine menschliche Kulturwelt, kein ImaginĂ€res, keine Sprache, keine Erinnerungen und keine Projektionen von ZukĂŒnftigem. Die Imagination ist die FĂ€higkeit, sich einen Gegenstand auch ohne dessen Gegenwart im ImaginĂ€ren vorzustellen. Die Diskussion ĂŒber Imagination hat deutlich gemacht, dass jene mehr als die FĂ€higkeit ist, Abwesendes in die Gegenwart zu bringen und sich die Welt einzubilden. Nicht weniger wichtig ist die Möglichkeit der Imagination, vorhandene Ordnungen umzustrukturieren und Neues durch KreativitĂ€t zu erzeugen. Unbeantwortet ist nach wie vor die Frage, inwieweit die Imagination bei der Erzeugung ihrer Werke an die Voraussetzungen der Natur bzw. der Kultur gebunden ist. Selbst wenn man davon ausgeht, dass sich KĂŒnstler wie die natura naturans, also wie die Schöpfungskraft der Natur verhalten, ist damit noch nicht geklĂ€rt, wie OriginalitĂ€t, KreativitĂ€t und Neuheit entstehen. Die KreativitĂ€t der Imagination basiert auf dem Akt der inventio, der zwischen actio und passio oszilliert und der in das Subjekt verlagert wird.
Die Imagination zeigt sich nicht nur in Bildern, wie es die Etymologie des Begriffes nahelegt. Sie ist nicht weniger wichtig fĂŒr die Wahrnehmung und die Produktion von Tönen und KlĂ€ngen. Auch die Nahsinne Geruch, Geschmack und Tasten und der Bewegungssinn sind auf die Imagination angewiesen. Entsprechendes gilt fĂŒr die SynĂ€sthesie und den sensus communis.
Emotionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Zusammenhang mit dem Exzellenzcluster âLanguages of Emotionâ wandte sich Wulf verstĂ€rkt der Erforschung des historischen und kulturellen Charakters von Emotionen zu. So entstanden explorative Untersuchungen zu folgenden Themen: Emotion und GedĂ€chtnis, Emotionen und Imagination,[23] das GlĂŒck der Familie in Deutschland und Japan,[24] Emotionen in der muslimischen Welt,[25] Anerkennung und WertschĂ€tzung in der Schule,[26] Emotionen als Bewegung,[27] Emotionen in Ritualen,[28] Emotion und Imagination,[29] sowie die Bildung der GefĂŒhle.[30] In diesem Zusammenhang sind weitere Untersuchungen in Arbeit, z. B. ĂŒber Emotionen im Zusammenhang mit Weisheit. Einen weiteren Schwerpunkt der Forschungen im Bereich kultureller DiversitĂ€t bildet das vom DAAD finanzierte Projekt âPassage to India - Passage to Europeâ.
AnthropozÀn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Davon ausgehend, dass Natur und Kultur das gemeinsame Erbe des Menschen bilden, untersucht Wulf, welche Bedeutung der Begriff des AnthropozĂ€ns fĂŒr das menschliche Welt- und SelbstverstĂ€ndnis hat.[31] Es werden die ungewollten Wirkungen der Industrialisierung und Modernisierung untersucht. Dazu gehören der Klimawandel, die Zerstörung der BiodiversitĂ€t, die gestörten biogeochemischen KreislĂ€ufe, die Versauerung der Ozeane und die Verschmutzung des Planeten mit der Gefahr der Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen, Tiere und Pflanzen. Untersucht wird hierbei auch die Rolle der Maschinen, insbesondere ihre Entwicklung von der Dampfmaschine ĂŒber die Prothetik zur Robotik. Wichtig sind dabei die digitale Kultur und die KĂŒnstlichen Intelligenz sowie die Frage, wie sich diese Entwicklungen fĂŒr die nachhaltige Entwicklung nutzen lassen.[32] Auch spielt die Entwicklung der Gentechnologie mit der Erfindung und Nutzung der CRISPR-Technologie und den möglichen Eingriffen in die Evolution eine wichtige Rolle, in der sich eine Zuspitzung der Dynamik des AnthropozĂ€ns sehen lĂ€sst. Untersucht wird dabei die Frage, inwieweit hier eine GefĂ€hrdung der Zukunft des Menschen entsteht und wie diese sich vermeiden oder kompensieren lĂ€sst.[33] Hier ergeben sich anthropologische Fragen, die fĂŒr ein historisch und kulturell reflexives VerstĂ€ndnis des Menschen und seiner Rolle auf dem Planeten von zentraler Bedeutung sind.[34]
Mitgliedschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gesellschaft fĂŒr Historische Anthropologie (Stellvertretender Vorsitzender)
- Kommission PĂ€dagogische Anthropologie der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Erziehungswissenschaft (Initiator und Vorsitzender 1993â1999)
- Deutsche UNESCO-Kommission (VizeprÀsident); Mitglied des Fachausschusses Bildung
- Mitglied des Nationalkomitees âBildung fĂŒr nachhaltige Entwicklungâ
- Kuratoriumsmitglied des DAAD.
Herausgeberschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ZfE. Zeitschrift fĂŒr Erziehungswissenschaft, seit 1998
- Reihe Historische Anthropologie, seit 1988
- Reihe European Studies in Education, seit 1995
- Reihe PĂ€dagogische Anthropologie, seit 1996
- Reihe Berliner Arbeiten zur Erziehungs- und Kulturwissenschaft, seit 2000
- GeschĂ€ftsfĂŒhrender Herausgeber von Paragrana â Internationale Zeitschrift fĂŒr Historische Anthropologie, seit 1992
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Studienordnung in den New Social Studies: Entwicklungstendenzen und gegenwĂ€rtiger Stand, Marburg 1973, DNB 369374258 (Dissertation, UniversitĂ€t Marburg, Fachbereich Gesellschaftswiss 1973, als Buch unter dem Titel: Das politisch-sozialwissenschaftliche Curriculum: eine Analyse der Curriculumentwicklung in den USA (= Erziehung in Wissenschaft und Praxis, Band 22), Piper, MĂŒnchen 1973, ISBN 3-492-02035-6, 312 Seiten).
- Theorien und Konzepte der Erziehungswissenschaft (=Juventa-Paperback), Juventa Verlag, MĂŒnchen 1977, ISBN 3-7799-0539-6 (Zugleich Habilitation UniversitĂ€t Marburg 1975 unter dem Titel: Erziehungswissenschaft zwischen Hermeneutik, Empirie und Kritik); 6. Auflage 1992.
- Vom Menschen. Handbuch Historische Anthropologie, Verlagsgruppe Beltz, Weinheim 1997, ISBN 3-407-83136-6 (2. Auflage Der Mensch und seine Kultur âŠ, Anaconda, Köln 2010; japanische Ăbersetzung 2005)
- EinfĂŒhrung in die Anthropologie der Erziehung. Beltz, Weinheim / Basel 2001, ISBN 3-407-25233-1; englische Ausgabe 2002; spanische Ausgabe 2004
- Zur Genese des Sozialen. Mimesis, PerformativitÀt, Ritual, Transcript, Bielefeld 2005, ISBN 3-89942-415-8
- Anthropologie kultureller Vielfalt. Interkulturelle Bildung in Zeiten der Globalisierung, Transcript, Bielefeld 2006
- Lernkulturen im Umbruch. Rituelle Praktiken in Schule, Medien, Familie und Jugend, VS Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15175-5
- Anthropologie. Philosophie, Geschichte, Kultur. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-55664-2; Anaconda Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-86647-403-1
- Anthropology. A continental perspective, Chicago: Chicago University Press, 2013.
- Das RĂ€tsel des Humanen. EinfĂŒhrung in die historische Anthropologie, Wilhelm Fink Verlag, MĂŒnchen 2013, ISBN 978-3-7705-4718-0
- Die Bilder des Menschen. ImaginÀre und performative Grundlagen der Kultur, transcript, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-8376-2949-1
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â KĂŒrschners Deutscher Gelehrten-Kalender. 20. Ausgabe (2005). Bd. 3, S. 3945.
- â Nathanael Wallenhorst und Christoph Wulf (Hrsg.). Dictionnaire dâanthropologie prospective. Paris, 2021.
- â Christoph Wulf. Anthropology. A Continental Perspective. Chicago, 2013.
- â Alex Michaels und Christoph Wulf (Hrsg.). Science and Scientification in South Asia and Europe. London, 2020. Axel Michaels und Christoph Wulf (Hrsg.). Exploring the Senses. London, 2013. Axel Michaels und Christoph Wulf (Hrsg.). Emotions in Rituals and Performances. London, 2012. Axel Michaels und Christoph Wulf (Hrsg.) Images of the Body in India. London, 2011.
- â Nathanael Wallenhorst und Christoph Wulf (Hrsg.). Handbook of the Anthropocene. Berlin 2023.
- â Dietmar Kamper und Christoph Wulf (Hrsg.). Die Wiederkehr des Körpers. Frankfurt/Main, 1982.
- â Anja Kraus und Christoph Wulf (Hrsg.). Palgrave Macmillan Handbook of Body und Learning. London, 2022.
- â Christoph Wulf und Dietmar Kamper (Hrsg.). Logik und Leidenschaft. Berlin, 2002.
- â Christoph Wulf (Hrsg.). Der Mensch und seine Kultur. Köln, 2010.
- â Christoph Wulf (Hrsg.). Exploring Alterity in a Globalized World. London, 2016.
- â Christoph Wulf. Anthropology. A Continental Perspective. Chicago, 2013. Christoph Wulf. Anthropologie. Geschichte, Kultur, Philosophie. Köln, 2010.
- â Christoph Wulf. Education as Human Knowledge in the Anthropocene. London, 2021.
- â Christoph Wulf et al. Das Soziale als Ritual. Opladen, 2001. Christoph Wulf et al. Ritual and Identity. The Staging and Performing of Rituals in the Lives of Young People. London, 2010. Christoph Wulf et al. Bildung im Ritual: Schule, Familie, Jugend, Medien. Wiesbaden, 2004. Christoph Wulf et al. Lernkulturen im Umbruch. Rituelle Praktiken in Schule, Medien, Familie und Jugend. Wiesbaden, 2007. Christoph Wulf et al. Die Geste in Erziehung, Bildung und Sozialisation. Ethnographische Feldstudien. Wiesbaden, 2011.
- â Joan R. Resina und Christoph Wulf (Hrsg.). Repetition, Recurrence, Returns. How Cultural Renewal Works. Lanham, 2019.
- â Gunter Gebauer und Christoph Wulf. Spiel, Ritual, Geste. Mimetisches Handeln in der sozialen Welt. Reinbek, 1998.
- â "Art and Gesture", Paragrana 23(1), 2014.
- â Christoph Wulf et al. Die Geste in Erziehung, Bildung und Sozialisation. Wiesbaden, 2011. David McNeill. Gesture and Thought. Chicago, 2005. Adam Kendon. Visible Action as Utterance. Cambridge, 2004.
- â Christoph Wulf und Erika Fischer-Lichte (Hrsg.). Gesten. Inszenierung, AuffĂŒhrung, Praxis. Paderborn, 2010.
- â Gunter Gebauer und Christoph Wulf. Mimesis. Culture, Art, Society. Los Angeles, 1995.
- â Gunter Gebauer und Christoph Wulf. Spiel, Ritual, Geste. Mimetisches Handeln in der sozialen Welt. Reinbek, 1998.
- â Michael Tomasello. The Cultural Origins of Human Cognition. Cambridge (MA), 1999.
- â Giacomo Rizzollatti und Corrado Sinigaglia. Mirrors in the Brain. How our Minds Share Actions and Emotions. Oxford, 2008. Marco Jacoboni. Mirroring People. New York, 2008.
- â "Emotion â Bewegung â Körper." Paragrana 19(1), 2010.
- â Christoph Wulf, Shoko Suzuki et al. Das GlĂŒck der Familie. Ethnographische Studien in Deutschland und Japan. Wiesbaden, 2011. Susanne Klien und Christoph Wulf (Hrsg.). "Well-Being. Emotions, Rituals und Performances in Japan". Paragrana 22(1), 2013.
- â Fathi Triki, Jacques Poulain und Christoph Wulf (Hrsg.). "Emotionen in einer transkulturellen Welt". Paragrana 20(2), 2011.
- â Christoph Wulf et al. "Unpacking Recognition und Esteem in School Pedagogies". Ethnography und Education 7(1):59-75, 2012.
- â Christoph Wulf und Valerij Savchuk (Hrsg.). Emotion as Movement. Moscow, 2011.
- â Axel Michaels und Christoph Wulf (Hrsg.). Emotions in Rituals und Performances. London, 2012.
- â Christoph Wulf und Norval Baitello (Hrsg.). Emoção e Imaginação: Os Sentidos e as Imagens em Movimento. SĂŁo Paulo, 2014.
- â Ute Frevert und Christoph Wulf (Hrsg.). "Die Bildung der GefĂŒhle". Zeitschrift fĂŒr Erziehungswissenschaft, Sonderband 16, 2012.
- â Christoph Wulf. Bildung als Wissen vom Menschen im AnthropozĂ€n. Weinheim, 2020.
- â Nathanael Wallenhorst und Christoph Wulf (Hrsg.). Dictionnaire dâanthropologie prospective. Paris, 2021.
- â Isabell Gil Capeloa und Christoph Wulf. Hazardous Future. Disaster, Representation, and the Assessment of Risk. Berlin, 2015.
- â Nathanael Wallenhorst und Christoph Wulf. Handbook of the Anthropocene. 2023.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wulf, Christoph |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Anthropologe |
| GEBURTSDATUM | 4. August 1944 |
| GEBURTSORT | Berlin |