Danone
| Danone S.A. | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| ISIN | FR0000120644 |
| Gründung | 1919 |
| Sitz | Paris, |
| Leitung | Antoine Bernard de Saint-Affrique (CEO), Gilles Schnepp (Vorsitzender des Verwaltungsrats)[1] |
| Mitarbeiterzahl | 88.670 (2025)[2] |
| Umsatz | 27,4 Mrd. Euro (2025)[2] |
| Branche | Nahrungsmittel |
| Website | www.danone.com |
| Stand: 23. November 2025 | |
Danone ist ein weltweit tätiges Lebensmittelunternehmen, das 1919 in Barcelona gegründet wurde[3] und seinen Hauptsitz in Paris hat. Es ist an der Euronext notiert und zählt zum Kursindex CAC 40.[4]
Die Danone-Gruppe entstand 1973 aus der Fusion von Gervais-Danone mit der französischen Gruppe Boussois-Souchon-Neuvesel (BSN).[5] Seit 1994 nutzt die Gruppe den Namen Danone.[6] Die Gruppe beschäftigt knapp 90.000 Mitarbeiter, ihre Produkte werden in über 120 Ländern konsumiert (Stand: Ende 2025).[7]
Unternehmensgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Entwicklung von Danone bis zur Fusion mit BSN (1919–1973)
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1919 führte Isaac Carasso, ein in Barcelona lebender sephardischer Jude, einen Joghurt ein, der durch verdauungsfördernde Milchfermente positiv auf die Gesundheit von Kindern mit Darmerkrankungen wirken sollte.[8] Der Joghurt basierte auf den Arbeiten des Nobelpreisträgers Ilja Iljitsch Metschnikow und wurde in Apotheken in wiederverwertbaren Porzellangläsern und auf Empfehlung von Ärzten verkauft. Carasso gab seinem Produkt den Namen „Danone“ (katalanisch für „kleiner Daniel“), den Spitznamen seines Sohnes Daniel.[9]
Daniel Carasso gründete nach einem Studium in Marseille und einem Praktikum am Institut Pasteur 1929 die Société Parisienne du Yoghourt Danone in Paris.[9] Damals war Joghurt in Frankreich praktisch unbekannt – wie zehn Jahre zuvor in Spanien. Daniel Carasso setzte auf Werbung und Marketing, um dem Spezialprodukt breite Käuferschichten zu erschließen.[9][10]
1941 floh er in die Vereinigten Staaten. Ein Jahr zuvor hatte die deutsche Wehrmacht Frankreich besiegt. In New York setzte er seine geschäftlichen Aktivitäten fort, nun in Partnerschaft mit einem spanischen Geschäftsmann und dessen Sohn. Letzterer sollte mit seinem Gespür für Marketing Dannon, den amerikanisierten Markennamen von Danone, in den USA bekannt machen. Die Geschäftspartner erwarben ein kleines Unternehmen für griechischen Joghurt in der Bronx und starteten im Oktober 1942 die Herstellung von geschmacksneutralem Joghurt. Bis 1949 blieb das Geschäft wenig ertragreich. Erst die Beimischung von Marmelade verhalf dem Joghurt zum Erfolg auf dem amerikanischen Markt. 1959 wurde das Unternehmen von Beatrice Foods gekauft.[10]
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte Daniel Carasso nach Europa zurück. Er vergrößerte die Geschäfte durch die Errichtung von Produktionsanlagen in weiteren Ländern und durch Fusionen mit anderen Unternehmen der Lebensmittelbranche.[10] Auf diese Weise kam es 1967 zum Zusammenschluss mit dem Käseunternehmen Gervais.[11] 1973 folgte die Fusion von Gervais-Danone mit dem Glashersteller BSN.[5]
Entwicklung von BSN bis zur Fusion mit Gervais-Danone (1966–1973)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Antoine Riboud (1918–2002)[12] erbte 1958 La Verrerie Souchon-Neuvesel, ein Unternehmen für Glasherstellung. Bis 1966 konzentrierte es sich auf Flachglas. In jenem Jahr fusionierte La Verrerie Souchon-Neuvesel mit Glaces de Boussois, einem Hersteller von Fensterglas für Gebäude, Spiegel und die Automobilindustrie.[13][14] Das zusammengeschlossene Unternehmen nannte sich Boussois Souchon-Neuvesel. Ab 1967 nutzte es das Kürzel BSN. Antoine Riboud fungierte als BSN-Präsident.[5]
Nachdem Ribouds Versuch gescheitert war, den deutlich größeren Wettbewerber Saint-Gobain zu übernehmen, baute er das Unternehmen nach 1969 schrittweise in einen Lebensmittelhersteller um. 1970 erwarb BSN die Société anonyme des eaux minérales d’Évian,[15] zusammen mit deren Tochterunternehmen für Babynahrung, sowie die Brauereien Société européenne de brasserie und Brasseries Kronenbourg. Auf den französischen Märkten für Babynahrung, Mineralwässer und Bier wurde BSN so rasch zu einem wichtigen Akteur. Auch im Markt für Flachglas expandierte BSN. Es errichtete 1970 die deutsche Tochter Flachglas AG. 1972 wurde BSN zudem Haupteigentümer der belgischen Glaverbel. Damals beherrschte BSN fast die Hälfte des europäischen Marktes für Flachglas.[5]
Zum Jahresanfang 1973 schlossen sich BSN und Gervais-Danone zusammen. Auf diese Weise entstand der damals größte Nahrungsmittelkonzern Frankreichs.[16]
Krisenjahre und Fokussierung (1973–1980)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Flachglas-Bereich geriet infolge des Ölpreisschocks von 1973 in Schwierigkeiten, denn der gesamtwirtschaftliche Abschwung erfasste auch die für Flachglas zentralen Märkte für Neuwagen und Immobilien. Die Produktionskosten wurden zudem durch steigende Preise für Material und Energie belastet. BSN Gervais-Danone reagierte mit Modernisierungen: In Nordfrankreich wurden drei neue Fabriken errichtet; der Maschinenpark der bestehenden europäischen Werke wurde vielfach erneuert. Dennoch wurden ab 1974 mehr als 20 Flachglas-Öfen aufgegeben, die Belegschaft wurde um 30 Prozent reduziert. Die Kosten zur Bewältigung der Krise beliefen sich auf insgesamt 2,5 Mrd. FF. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen setzte BSN Gervais-Danone fortan neue Schwerpunkte. Von nun an waren Flachglas-Aktivitäten lediglich eine Ergänzung für den Lebensmittel- und Getränkebereich.[5]
1973 beteiligte sich BSN Gervais-Danone an Ebamsa (später Font Vella genannt), dem führenden spanischen Mineralwasserabfüller. 1978 folgte eine Beteiligung an der belgischen Brauerei Alken. Im Jahr darauf übernahm BSN Gervais-Danone ein Drittel der Anteile von Mahou (spanische Brauerei) sowie von Wührer (italienische Brauerei), ferner die Anteilsmehrheit der belgischen Brauerei Anglo Belge. Die Lebensmittelsparte wurde ebenfalls durch Zukäufe gestärkt. 1980 übernahm BSN Gervais-Danone den Lebensmittelbereich von Générale occidentale.[17] Im selben Jahr erwarb BSN Gervais-Danone zwei Unternehmen für Tiefkühlprodukte und Eiscreme. 1980 gründete das Unternehmen mit Ajinomoto ein Joint Venture und fand so den Einstieg in den japanischen Markt. Darüber hinaus übernahm BSN Gervais-Danone 1980 auch zwei Brauereien in Nigeria.[5]
Abbau des Glasbereichs und Ausbau bei Getränken und Lebensmitteln (1980–1989)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die zweite Ölpreiskrise von 1979/1980 beschleunigte die Aufgabe der Flachglas-Aktivitäten. Bis 1982 verkaufte BSN Gervais-Danone seine entsprechenden Tochterfirmen und Bereiche in Deutschland, Österreich, Belgien, den
