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Der Spinnenmörder

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Film
Titel Der Spinnenmörder
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1978
LÀnge 88 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Gerhard Klingenberg
Drehbuch Avery Hopwood, Mary Roberts Rinehart (literarische Vorlage), JĂŒrgen Scheschkewitz (Übersetzung)
Produktion Hans Prescher
Kamera Werner Rosemann
Schnitt Brigitte Siara
Besetzung

Der Spinnenmörder ist eine deutsche Fernseh-Kriminalkomödie aus dem Jahr 1978.

Cornelia Gorder ist eine Ă€ltere Dame, die sich mit ihrem DienstmĂ€dchen Lizzie und ihrer Nichte Dale Ogden in einem einsamen Landhaus eingemietet hat. Das Haus gehörte einem Bankdirektor, der vor Kurzem starb und es an seinen Neffen Richard Fleming vererbte. Aus dessen Bank sind eine Million Pfund verschwunden, und es kommen nur zwei Möglichkeiten in Frage: Entweder ein ebenfalls plötzlich verschwundener Bankangestellter hat das Geld gestohlen, oder der Bankdirektor hat vor seinem Tod das Geld selbst beiseite geschafft und im Haus versteckt. In der Zeitung lesen Lizzie und Miss Gorder vom geheimnisvollen „Spinnenmörder“, der eine Spinne als Markenzeichen an den Tatorten seiner Verbrechen hinterlĂ€sst. Gorder erhĂ€lt anonyme Drohungen und Aufforderungen, das Haus zu verlassen, und hat deshalb den Polizeiinspektor Anderson ins Haus geholt. WĂ€hrend Lizzie in stĂ€ndiger Angst vor Verbrechern oder Geistern lebt, scheint sich Gorder darauf zu freuen, mal in ein Abenteuer verstrickt zu werden.

Miss Gorder möchte einen GĂ€rtner einstellen, und als Bewerber stellt sich ein gewisser Brooks vor und wird auch angenommen. Was sie nicht weiß: Er heißt eigentlich Jack Bailey, ist der verschwundene Bankangestellte und außerdem der heimliche Verlobte ihrer Nichte Dale. Diese wiederum lĂ€dt Richard Fleming ins Haus ein, um von ihm zu erfahren, wo im Haus sich der Geheimraum mit dem Geld befindet. Er holt einen Bauplan des Hauses, will ihn Dale aber nicht aushĂ€ndigen, es kommt zu einem Kampf, und plötzlich wird Fleming von der Galerie aus erschossen.

Anderson verhört alle Anwesenden, darunter auch den mit Gorder und Dale befreundeten Arzt Doctor Wells und dessen Freund Joshua Beresford. Nach einigen Verwicklungen und falschen VerdĂ€chtigungen steht ein Mann vor der TĂŒr, der beim Öffnen der TĂŒr ohnmĂ€chtig ins Haus fĂ€llt und, wie sich nach seinem Erwachen herausstellt, sein GedĂ€chtnis vorĂŒbergehend verloren hat.

Es kommt zu einem Showdown im Geheimraum hinter dem Kamin, wo ein maskierter Einbrecher das Geld stehlen will, dann aber enttarnt wird: Es handelt sich um den angeblichen Inspektor Anderson. Dieser ist in Wahrheit ein Verbrecher, der den echten Anderson (den OhnmĂ€chtigen an der TĂŒr) ĂŒberwĂ€ltigt hatte.

Der Film verbindet eine klassische Whodunit-Handlung mit eher Slapstick-artigen Gags (wie etwa einer Treppenstufe, ĂŒber die jeder einmal stolpert) sowie vielen typischen Krimi-Motiven und -klischees, die in parodierender Form gezeigt werden: das neugierige Ă€ltere FrĂ€ulein, den Pfeife rauchenden Ermittler, falsche VerdĂ€chtige, ein unheimliches Haus mit knarrenden TĂŒren, ein Geheimraum, falsche IdentitĂ€ten und GedĂ€chtnisverlust.

Der Spinnenmörder basiert auf dem TheaterstĂŒck The Bat von Mary Roberts Rinehart und Avery Hopwood, das 1920 erfolgreich am Broadway uraufgefĂŒhrt wurde. Das StĂŒck ist wiederum eine Adaption von Rineharts Roman The Circular Staircase von 1908.

Weitere Verfilmungen desselben Stoffes sind:

Der Film wurde vom Hessischen Rundfunk produziert und am 30. Juli 1978 zum ersten Mal ausgestrahlt. Bei Pidax Film erschien er 2013 auf DVD.

Der Film wird teils fĂŒr seine Unterhaltsamkeit gelobt, aber auch dafĂŒr kritisiert, dass Spannung und Humor sich nicht ergĂ€nzen, sondern eher behindern:

„[e]in unausgegorener Mix aus Krimi und Komödie, der zur Groteske mutiert und weder besonders lustig, noch besonders spannend ist.“

„Regisseur Klingenberg kombinierte reizvoll Krimi-Spannung und Krimispaß, zog alle erdenklichen Wer-war's-Register und trieb mit den altbekannten Situationen sein intelligent-sarkastisches Spiel. Sensationen waren nicht zu verzeichnen, doch man unterhielt sich stilvoll und weit ĂŒber dem Durchschnitt.“

– Gong 32/1978, S. 18, zitiert nach Die Krimihomepage

„Der Fernsehfilm aus den spĂ€ten 1970ern kann sich nicht recht entscheiden, ob er ein Krimi oder eine Komödie sein will und gerĂ€t zu einem recht wirren Genremix. Die Zutaten - altes englisches Landhaus, unerschrockene alte Dame, gruseliger Mörder und undurchsichtiger Inspektor - reichen aber fĂŒr eineinhalb Stunden mittelgute Unterhaltung mit einem Anflug von GĂ€nsehaut.“