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Gastornis

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(Weitergeleitet von Diatryma)
Gastornis

Skelettrekonstruktion von Gastornis

Zeitliches Auftreten
Seelandium (PaleozÀn) bis Lutetium (EozÀn)
61,66 bis 43,4 Mio. Jahre
Fundorte
  • Europa
  • Nordamerika („Diatryma“)
Systematik
Vögel (Aves)
Neukiefervögel (Neognathae)
Galloanserae
Gastornithiformes
Gastornithidae
Gastornis
Wissenschaftlicher Name
Gastornis
Hébert, 1855

Gastornis ist eine ausgestorbene Gattung großer, flugunfĂ€higer Vögel aus der nĂ€heren Verwandtschaft der GĂ€nsevögel. Sie war vom Mittleren PalĂ€ozĂ€n bis zum Mittleren EozĂ€n vor 62 bis 43 Millionen Jahren sowohl im heutigen Eurasien als auch in Nordamerika verbreitet. Die ersten Fossilien der Gattung Gastornis wurden 1855 nahe Paris entdeckt und noch im selben Jahr erstbeschrieben. Die Ă€ltesten nordamerikanischen Funde stammen aus dem Jahr 1876 und wurden ursprĂŒnglich zur Gattung Diatryma gestellt. Über lange Zeit galten beide Gattungen als eigenstĂ€ndig, wofĂŒr zum Teil eine fehlerhafte Rekonstruktion aus dem Ende des 19. Jahrhunderts verantwortlich war. Erst Anfang der 1990er-Jahre wurde erkannt, dass Diatryma und Gastornis nahe miteinander verwandt sind, neue Knochenfunde aus Frankreich fĂŒhrten schließlich zu Synonymisierung von Diatryma mit Gastornis.

Über lange Zeit wurde Gastornis als wendiger, auf Fleischnahrung spezialisierter Beutegreifer angesehen, der hauptsĂ€chlich Jagd auf kleinere SĂ€ugetiere machte und in Verbindung mit seiner GrĂ¶ĂŸe, die bis knapp ĂŒber 2 m betrug, einen SpitzenprĂ€dator seiner Zeit reprĂ€sentierte. Die Ansicht ging einher mit einem den sĂŒdamerikanischen „Terrorvögeln“ (Phorusrhacidae) Ă€hnelnden Skelettbau, der anhand eines nahezu vollstĂ€ndigen, 1916 entdeckten Skelettfundes aus Wyoming erarbeitet wurde. Teilweise beruhte diese Ähnlichkeit aber auf fehlerhaften Annahmen zur LĂ€nge einzelner Knochen im Fußskelett. Erst in den 1970er-Jahren konnte durch Neufunde von Fußknochen das Bild des wendigen LĂ€ufers korrigiert werden. Demnach stellte Gastornis aufgrund des Körperbaus einen sich eher langsam fortbewegenden, bodenbewohnenden Vogel dar. Die ErnĂ€hrungsweise war lange Zeit ungeklĂ€rt. Neben der Spezialisierung auf Fleischnahrung wurde immer wieder eine rein pflanzliche ErnĂ€hrung diskutiert, die sich vorwiegend aus anatomischen ErwĂ€gungen wie der GrĂ¶ĂŸe des Tiers und dem Bau des Schnabels ergab. Mehrere unabhĂ€ngige Untersuchungen aus dem Jahr 2013 bestĂ€tigen vorerst die Ansicht der Spezialisierung auf Pflanzennahrung.

Gastornis war ein sehr großer und robust gebauter, flugunfĂ€higer Vogel, der eine Scheitelhöhe von 1,75 bis etwas ĂŒber 2 m erreichte. Dabei waren europĂ€ische Vertreter im Durchschnitt etwas kleiner als nordamerikanische.[1][2] Das Körpergewicht, hĂ€ufig ĂŒber die GrĂ¶ĂŸe der Beinknochen bestimmt, betrug fĂŒr die frĂŒhen Formen in Europa schĂ€tzungsweise etwa 100 kg, bei spĂ€teren zwischen 135 und 156 kg, teilweise auch bis 205 kg. Gewichtsspannen fĂŒr die durchschnittlich grĂ¶ĂŸeren Individuen aus Nordamerika reichen von 160 bis 229 kg. Damit war er einer der grĂ¶ĂŸten und schwersten bekannten Vögel.[3][4][5][6] Besondere Merkmale der Vertreter von Gastornis stellten der große Kopf mit einem mĂ€chtigen Schnabel, der kurze, aber krĂ€ftige Hals und die massiven Beine dar, deren untere Abschnitte eher kurz gestaltet waren. Wie bei den heutigen großen flugunfĂ€higen Vögeln wiesen die FlĂŒgel in ihrer LĂ€nge stark reduzierte Knochen auf.[7]

SchÀdel und Schnabel

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SchÀdel von Gastornis

Der SchĂ€del war sehr groß und maß bei einem vollstĂ€ndigen Exemplar 43 cm, der mĂ€chtige Schnabel nahm davon 23 cm ein. Dieser war zudem sehr hoch, insgesamt 16,5 cm, und seitlich stark verschmĂ€lert. Die Schnabeloberseite wies eine deutlich konvexe KrĂŒmmung auf, wĂ€hrend die Schnabelspitze nicht hakenartig verlĂ€ngert war. Die Schnabelkante verlief geschwungen. Vor allem durch letzteres Merkmal unterscheidet sich Gastornis deutlich von den Ă€hnlich gebauten Phorusrhacidae („Terrorvögel“). Die Ă€ußeren Nasenlöcher befanden sich etwa 5 cm vor der Orbita und nahe der Unterkante des Schnabels. Sie waren klein und nach vorn gerichtet. Auch hier bestehen Unterschiede zu den Phorusrhaciden, deren Nasenlöcher hĂ€ufig direkt am Augenfenster ansetzen. Die Orbita selbst war von einem krĂ€ftigen und prominent erhöhten Wulst umgeben. Das fĂŒr Vögel typische Quadratbein zeichnete sich durch seine GrĂ¶ĂŸe aus, war aber insgesamt eher kurz und gedrungen. Die Jochbeinbögen wiesen ebenfalls einen kurzen Bau auf und verliefen in einer S-Kurve. Der gesamte hinter den Augenfenstern ansetzende HinterschĂ€del besaß im Gegensatz zum massiven Schnabel nur eine geringe Ausdehnung.[7][8][9]

Der Unterkiefer war massiv, bis zu 38 cm lang[10] und am Knochenkörper mit bis zu 10 cm sehr hoch. Beide UnterkieferhĂ€lften waren durch die Symphyse im vorderen Bereich fest miteinander verwachsen, das vordere Ende lief spitz aus, die Unterkante fĂŒhrte schrĂ€g nach oben. Die Verbindung reichte teils ĂŒber eine LĂ€nge von 18 cm und nahm so fast die HĂ€lfte der GesamtlĂ€nge des Unterkiefers ein, was fĂŒr Vögel ungewöhnlich ist.[7][8][9]

Körperskelett

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Je drei Femora (Oberschenkelknochen, links) und Tibiotarsi (Mittelfußknochen, rechts) von Gastornis

Die WirbelsĂ€ule ist nicht vollstĂ€ndig bekannt, allgemein zeichneten sich die Wirbel aber durch ihre Robustheit und ihren kurzen Wirbelkörper aus. Der Hals wurde aus 13 oder 14 Wirbeln gebildet. Am RĂŒcken befanden sich sieben rippentragende Wirbel. Die dort ansetzenden Rippen waren dĂŒnn und weit gebogen. Der Schwanz umfasste zehn oder mehr Wirbel. Die Vordergliedmaßen waren stark verkĂŒmmert. Typisch fĂŒr flugunfĂ€hige Vögel war der stumpfe Winkel zwischen Schulterblatt und Rabenbein, der 180° erreichte, Ă€hnlich wie bei den zweibeinig laufenden Dinosauriern mit verkĂŒrzten Vordergliedmaßen, aber im Gegensatz zu den flugfĂ€higen Vögeln, bei denen der Winkel unter 90° liegt.[11] Die Hinterbeine dagegen waren Ă€ußerst krĂ€ftig ausgebildet. Der Oberschenkelknochen erreichte ĂŒber 38 cm LĂ€nge und war am unteren Gelenkende gut 10 cm breit. Der Tibiotarsus maß fast 60 cm und wies einen geraden Schaft auf. Das Wadenbein wirkte demgegenĂŒber sehr grazil. Mit rund 25 cm LĂ€nge sehr kurz und eher breit war der Tarsometatarsus gestaltet. Die Beine endeten in vierstrahligen FĂŒĂŸen, von denen drei Strahlen nach vorn (II bis IV) ragten und einer (I) nach hinten stand. Von den drei nach vorn weisenden Zehen besaß der mittlere (III) die grĂ¶ĂŸte LĂ€nge, was unterschiedlich zu den ebenfalls riesigen Moas mit drei gleich langen Strahlen ist. Der kĂŒrzeste Strahl war der nach hinten zeigende. Die Endphalangen wiesen eine nur kurze Form und einen dreieckigen Querschnitt auf. In der LĂ€ngsansicht waren sie nur wenig gekrĂŒmmt, was sie wiederum von den Phorusrhaciden unterscheidet.[7][8][2][9]

Skelettrekonstruktion von Gastornis nach Funden aus dem Geiseltal

Gastornis ist sowohl in Europa als auch in Nordamerika nachgewiesen. Die europĂ€ischen Funde datieren in die Zeit vom Mittleren PalĂ€ozĂ€n bis zum Mittleren EozĂ€n vor 62 bis etwa 41 Millionen Jahren. Zu den Ă€ltesten Nachweisen gehören die spĂ€rlichen Überreste von Walbeck im westlichen Sachsen-Anhalt, die in das Seelandium vor rund 60 Millionen Jahren datieren. Unter ihnen befindet sich unter anderem ein 7 cm langes Rabenbein.[12] Eine sehr umfangreiche Fundkollektion des Kontinents ist aus dem Geiseltal bekannt. Sie umfasst mehr als drei Dutzend Fundobjekte, darunter grĂ¶ĂŸtenteils Reste der Laufbeine und des Beckens, aber auch FlĂŒgelknochen, einen weitgehend vollstĂ€ndigen SchĂ€del sowie weitere SchĂ€delfragmente und Unterkiefer. Die Fossilreste können insgesamt neun Individuen zugewiesen werden und verteilen sich stratigraphisch ĂŒber die Unterkohle bis zur Oberen Mittelkohle der Fundstelle, datieren somit in das Mittlere EozĂ€n vor rund 47 bis 43 Millionen Jahren. Die Funde der oberen Mittelkohle sind gleichzeitig die jĂŒngsten Gastornis-Funde ĂŒberhaupt.[13][1][2] Gleich alt zur Geiseltaler Unterkohle ist ein singulĂ€rer Fund in Form eines etwa 30 cm langen Oberschenkelknochens aus der Grube Messel in Hessen, der sich in einer Gesteinsknolle befand. Er war bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wĂ€hrend des Bergbaubetriebs gefunden worden, konnte aber erst in den 1960er Jahren sicher zugewiesen werden.[14][15] Dagegen sind vom Mont-de-Berru bei Reims im Ostteil des Pariser Becken wiederum zahlreiche Reste bekannt. Sie sind etwas jĂŒnger als jene von Walbeck und reprĂ€sentieren unter anderem zahlreiche Laufbeinreste.[16] Ein Unterkiefer von der gleichen LokalitĂ€t ist mit 31 cm LĂ€nge noch deutlich kleiner als derjenige der spĂ€teren Vertreter.[10] Aus der gleichen Region und ebenfalls dem ausgehenden PalĂ€ozĂ€n angehörend kamen Funde, vor allem Reste des Bewegungsapparates, aus Louvois zu Tage.[17] Zu den sĂŒdlichsten europĂ€ischen Resten sind des Weiteren einige Bein- und FlĂŒgelknochen, Wirbel, ein knapp 34 cm langer Unterkiefer sowie ein 18 cm langer und 17 cm hoher Rest eines Oberschnabels aus Saint-Papoul im DĂ©partement Aude im sĂŒdlichen Frankreich zu rechnen. Insgesamt liegen von dort mehr als 35 Fossilfunde vor.[18][6] DarĂŒber hinaus fanden sich Fossilien von Gastornis in London und in Belgien.[19][4][5]

SchÀdel und Unterkiefer des ersten nahezu vollstÀndigen Skelettes von Gastornis

Die bekannten nordamerikanischen Funde sind alle dem Unteren EozĂ€n vor 56 bis 49 Millionen Jahren zuzuweisen und verteilen sich auf ĂŒber 50 Fundstellen.[11] Hervorzuheben ist dabei eines der wenigen vollstĂ€ndigen Skelette, das rekonstruiert bis zu 2,1 m hoch ist. Dieses stammt aus dem Bighorn-Becken im US-Bundesstaat Wyoming. Es wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt und ist das Resultat zahlreicher vorangegangener, tiefgrĂŒndiger Untersuchungen, bei denen schon zuvor einige Bein- und Fußknochen zum Vorschein gekommen waren.[7] Aus dem gleichen Becken stammt aus der Willwood-Formation eine grĂ¶ĂŸere Kollektion, die auch SchĂ€del- und Beinreste sowie Wirbelfunde beinhaltet.[8] Weitere Funde kamen darĂŒber hinaus in New Mexico zum Vorschein. Hier ist vor allem ein Tarsometatarsus von Bedeutung, der im Jahr 1876 zur Aufstellung der Gattung Diatryma fĂŒhrte.[20] Wenige Knochenreste konnten auch aus der untereozĂ€nen Margaret-Formation auf Ellesmere Island im arktischen Norden Kanadas beschrieben werden. Diese stellen die nördlichsten bekannten Funde von Gastornis ĂŒberhaupt dar.[21][22] Aus Asien sind nur wenige Reste bekannt, die ebenfalls ein untereozĂ€nes Alter aufweisen. Hierzu gehört ein unteres Ende eines großen Tibiotarsus aus der Yuhuangding-Formation in der chinesischen Provinz Henan. Dieser wurde 1980 als zur nahe mit Gastornis verwandten Gattung Zhongyuanus beschrieben,[23] eine Revision im Jahr 2013 ergab aber keine bedeutenden morphologischen Unterschiede zu Gastornis.[24][5]

Weichteile, Eier und Spurenfossilien

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Neben fossilen Knochenresten sind nur wenige Überbleibsel des Weichteilgewebes bekannt. Bereits in den 1920er Jahren waren Federfunde vom Loan Creek im westlichen US-Bundesstaat Colorado beschrieben worden, die gut 20 cm lang waren und aus der Green-River-Formation stammten.[25] Diese erwiesen sich nach genaueren Untersuchungen als Reste von Pflanzenfasern.[26] TatsĂ€chliche Federn, in Form unter anderem eines 24 cm langen Exemplars, kamen dagegen im Fossil Butte Member, ebenfalls der Green-River-Formation zugehörig, zutage. Da aber weitere fossile Überreste fehlen, können sie aufgrund ihrer GrĂ¶ĂŸe nur bedingt Gastornis zugewiesen werden.[27]

In der Provence und im Languedoc im sĂŒdöstlichen und sĂŒdlichen Frankreich wurden in Ablagerungen des Oberen PalĂ€ozĂ€ns (Thanetium) und des Unteren EozĂ€ns (Sparnacium), zahlreiche fragmentierte Eier gefunden, deren Entdeckung bis in die 1950er Jahre zurĂŒckreicht. Die Eierschalen waren bis zu 3,1 mm dick. Einige wenige, teils vollstĂ€ndig erhaltene Eier erreichten Dimensionen von 24 × 15 cm, womit sie grĂ¶ĂŸer als jene des Straußes (Struthio), aber kleiner als die der madagassischen Elefantenvögel (Aepyornis) sind. Einige andere Eier besaßen sogar Durchmesser von bis zu 40 cm. Anhand der Kurvatur großer Schalenfragmente konnte fĂŒr einzelne Eier ein Volumen von bis zu 1300 cmÂł berechnet werden, das ursprĂŒngliche Gewicht betrug wohl 1,4 kg. Da die Eierschalen von unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe und Struktur sind, werden sie als Hinterlassenschaften verschiedener Vogelarten gedeutet, die, da kein weiteres Fossilmaterial vorliegt, dem Oogenus Ornitholithus zugewiesen werden, wobei Ornitholithus arcuatus die grĂ¶ĂŸere Art darstellt und mit Gastornis ĂŒbereinstimmen könnte. Die nĂ€chstgelegene Fundstelle mit Gastornis-Resten liegt mit Saint-Papoul nur einige Dutzend Kilometer entfernt. Allerdings ist es durchaus möglich, dass auch andere frĂŒhe Vögel, etwa der straußartige Palaeotis, einen Teil der Eier gelegt haben könnten.[19] Weitere Funde von Eierschalen, die dem gleichen Oogenus zugewiesen werden, stammen aus der Tremp-Formation im nordöstlichen Spanien.[4][5]

Zu den ebenfalls seltenen Funden gehören Spurenfossilien. In der Chuckanut-Formation im Nordwesten des US-Bundesstaates Washington wurden in untereozĂ€nen Sandsteinlagen eingetiefte Trittsiegel eines großen Vogels mit drei nach vorn weisenden Zehen gefunden. Die grĂ¶ĂŸten Siegel haben LĂ€ngen von 28,5 und Breiten von 24,5 cm. Aufgrund der GrĂ¶ĂŸe der Fußspuren kann Gastornis als Verursacher angesehen werden. Da keine weiteren Fossilien vorliegen, werden sie aber der Ichnospezies Rivavipes giganteus zugewiesen. Bereits zuvor war aus dem King County des gleichen Bundesstaates ĂŒber eine Ă€hnliche, aber singulĂ€re Spur berichtet worden, die dem Mittleren bis Oberen EozĂ€n angehört und damit außerhalb der zeitlichen Reichweite von Gastornis in Nordamerika liegt. Heute wird diese Spur als Pseudofossil angesehen.[28] Auch aus Europa, aus Gipsablagerungen von Montmorency nördlich von Paris, wurden fossile Spuren großer Vögel bekannt und mit Gastornis in Verbindung gebracht. Sie gehören allerdings dem Oberen EozĂ€n an, wofĂŒr es keine Nachweise dieser Vogelgattung in Europa gibt.[3][4]

PalÀobiologie

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Zeichnerische Rekonstruktion von Diatryma

ErnÀhrungsweise

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Die ErnĂ€hrungsweise von Gastornis war und ist Gegenstand wissenschaftlicher Kontroversen. Bereits sehr frĂŒh schlossen Wissenschaftler aus dem mĂ€chtigen und sehr krĂ€ftigen Schnabel, dass es sich bei Gastornis vermutlich um einen Fleischfresser gehandelt haben muss. Dieser entwickelte sich konvergent zu den sĂŒdamerikanischen, heute ebenfalls ausgestorbenen Phorusrhacidae („Terrorvögel“), bei denen sich unter anderem ein Ă€hnlich gearteter Schnabel findet. Beide Linien entstanden demzufolge unabhĂ€ngig voneinander nach dem Aussterben der Nichtvogeldinosaurier vor rund 65 Millionen Jahren und besetzten die dadurch frei gewordene Nische der großen Beutegreifer.[11] Untersuchungen zur Biomechanik des Unterkiefers in Verbindung mit der massiven Symphyse und dem mĂ€chtigen Oberkiefer ergaben, dass der Schnabel und die Kiefergelenke darauf ausgelegt waren, eine hohe Beißkraft zu entwickeln, vor allem im hinteren Teil des Schnabels. Dabei hielt die Symphyse großen, sowohl quer als auch vertikal wirkenden Beanspruchungen stand. Die daraus resultierende Kraft, so wurde errechnet, reichte aus, um jede bekannte Nuss zu knacken. FĂŒr eine rein pflanzliche ErnĂ€hrung wurde der Schnabel daher als zu gut ausgestattet angesehen, auch wenn er im Bau jenen von Papageien und anderen Samen- und Nussfressern Ă€hnelt. Er diente nach dieser Ansicht somit dem Beutefang, dem Zerfleischen von Aas und dem Zerbrechen von Knochen oder von Krebstieren.[8] Als Nahrungsgrundlage dienten demnach kleinere SĂ€ugetiere wie das unter anderem im Geiseltal hĂ€ufig auftretende Propalaeotherium, aber auch kleinere Reptilien und Weichtiere. Dabei wirkte Gastornis beim Beutefang als starker „Buschbrecher“.[13] Als SpitzenprĂ€dator seiner Zeit hĂ€tte Gastornis lediglich mit den großen, zumeist Wasser bewohnenden Krokodilen konkurriert.[2]

Gastrolith am Synsacrum von Gastornis

Als alternatives Szenario wurde bereits in den 1970er Jahren eine ĂŒberwiegend pflanzliche ErnĂ€hrung angenommen, wobei diese Ansicht zu Beginn der 1990er Jahre neuen Aufschwung erhielt. Dabei wurde argumentiert, dass dem Oberschnabel das fĂŒr Greifvögel typische hakenförmige Ende fehlt – lediglich ein juveniles Skelett aus dem Bighorn-Becken in Wyoming weist einen leicht nach unten gerichteten Mittelkieferknochen auf.[29] Auch besaßen die FĂŒĂŸe nicht die charakteristischen Greifvogelkrallen, die ebenfalls bei den Phorusrhacidae („Terrorvögel“) nachgewiesen sind und deren Abwesenheit man auch bei den fossil erhaltenen, Gastornis zugeordneten FußabdrĂŒcken beobachten kann. Dieser Ansicht zufolge ernĂ€hrte sich Gastornis von zahlreichen Pflanzen der dichten tropischen RegenwĂ€lder, die er mit dem Schnabel zerbiss oder zerschnitt. Als eine in Erscheinung und möglicherweise in der ErnĂ€hrungsweise zu Gastornis analoge Vogelgattung wird darĂŒber hinaus der heute noch lebende Takahē (Porphyrio) angesehen. Dieser heute auf Neuseeland verbreitete, flugunfĂ€hige Vogel verfĂŒgt ĂŒber einen krĂ€ftigen, hohen Schnabel, einen kurzen Hals und ebenfalls kurze Beinknochen, besitzt aber nur ein Gewicht von maximal 3 kg und ist ein Verwandter der Rallen. Eine vollstĂ€ndig auf Pflanzen basierende ErnĂ€hrungsweise ist bei heutigen flugfĂ€higen Vögeln wenig bekannt, da die fĂŒr den Flug benötigte Energie unmittelbar aus der Nahrung bereitgestellt werden muss. Bei großen flugunfĂ€higen Vögeln kommt eine derartige ErnĂ€hrungsweise aber vor. Da BlĂ€tter eine eher energiearme Kost sind, die zudem lange verdaut wird, hĂ€tte Gastornis bei einer deutlich blĂ€tterhaltigen Pflanzenkost sehr viel Zeit mit dem Fressen verbringen mĂŒssen. Die Umstellung auf eine rein pflanzliche Nahrung bei Gastornis wurde aber teilweise mit dessen enormer KörpergrĂ¶ĂŸenzunahme im Zusammenhang gesehen.[11][28] Eine im Jahr 2013 durchgefĂŒhrte Analyse von Kalzium-Isotopen in den fossilen Knochen von Gastornis-Funden aus dem Geiseltal ergab Ă€hnliche IsotopenverhĂ€ltnisse wie bei pflanzenfressenden SĂ€ugetieren. Diese unterscheiden sich wiederum deutlich von denen der fleischfressenden SĂ€ugetiere und den sich ebenso ernĂ€hrenden Dinosauriern wie Tyrannosaurus, da Tiere mit einer derartigen ErnĂ€hrungsweise einen deutlich höheren Anteil an flĂŒchtigen Isotopen (42Ca) aufweisen.[30][31][32] Zu vergleichbaren Ergebnissen kamen Untersuchungen von Gastornis-Resten aus mehreren Fundstellen Frankreichs. Diese wurden mit verschiedenen carnivor und herbivor lebenden Vögeln und SĂ€ugetieren verglichen, ebenso erfolgten erneute biomechanische Untersuchungen des Schnabels. Hierbei stellte sich heraus, dass vor allem der Musculus adductor mandibulae vergleichbar Ă€hnlich stark entwickelt war wie bei den heutigen, samenknackenden Formen der Darwinfinken, wĂ€hrend er bei rĂ€uberisch lebenden Greifvögeln weniger deutlich hervortritt. Der Muskel steht in Verbindung mit der Nahrungsaufnahme und dient dem Schließen des Schnabels und damit dem Zerteilen der aufgenommenen Nahrung, wobei fĂŒr Gastornis ebenfalls ein Zerbeißen von harten Samen angenommen wird. Dadurch ist es nun wahrscheinlicher, dass die Vertreter der Gattung Gastornis Pflanzenfresser waren.[33] Mögliche UnterstĂŒtzung findet diese Ansicht durch Hinweise auf Gastrolithen, so etwa am Fossil eines Beckenknochens aus dem Geiseltal.[9]

Lebendrekonstruktion von Gastornis giganteus im Jura-Museum EichstÀtt

Die Laufbeine sind Ă€hnlich aufgebaut wie die des heutigen Straußes (Struthio). Wie bei diesem konzentriert sich auch bei Gastornis ein Großteil der Muskelmasse der Beine direkt unterhalb des Körpers, was an dem eher kurzen und sehr kompakten Oberschenkelknochen erkennbar ist. Dadurch wirken die Beine wie ein Pendel unter dem Rumpf und ermöglichen die Fortbewegung. Als schneller LĂ€ufer besitzt der Strauß einen langen und schlanken Tarsometatarsus und zwei nach vorn ragende Zehenstrahlen an den FĂŒĂŸen. Andere heute lebende bodenbewohnende Vögel, unter anderem Kasuare (Casuarus) und Nandus (Rhea), verfĂŒgen neben einem ebenfalls langen Tarsometatarsus ĂŒber FĂŒĂŸe mit drei nach vorn zeigenden Strahlen. Diese Reduktion der Anzahl der Zehenstrahlen gegenĂŒber vier bei vielen flugfĂ€higen Vögeln ist eine funktionale Anpassung an das schnelle Laufen in offenen Landschaften und reduziert den Reibungswiderstand mit dem Boden. Gastornis hingegen besitzt einen vergleichsweise kurzen und breiten Tarsometatarsus. Das Laufbein endet zudem in vierstrahligen FĂŒĂŸen, von denen ein Strahl nach hinten zeigt (anisodactyl). Diese Merkmalskombination ist als sehr urtĂŒmlich anzusehen, auch im Vergleich zu anderen heute lebenden Laufvögeln. Aufgrund des kurzen Fußknochens und des nach hinten zeigenden vierten Zehs wird fĂŒr Gastornis nur eine geringe Laufgeschwindigkeit rekonstruiert. Da der ĂŒberwiegende Lebensraum der Vogelgattung dichte tropische und subtropische RegenwĂ€lder umfasst, wird ein langsamer Laufgang angenommen, der möglicherweise von kurzen schnelleren Gangarten unterbrochen wurde. Auch die wenig gebogenen Krallen der FĂŒĂŸe stellen eine Anpassung an stĂ€rkere BodenaktivitĂ€ten und langsames Gehen dar und sind weniger fĂŒr eine schnelle Jagd nach Beutetieren geeignet.[11][2][34] Ob dabei die hintere kurze Zehe funktional den Fuß bei der Fortbewegung unterstĂŒtzte, ist unklar. Die Trittsiegel aus der Chuckanut-Formation weisen keinen hinteren, vierten Zehenabdruck auf, so dass dieser Zeh möglicherweise zu stark reduziert gewesen sein könnte.[28]

Geschlechtsdimorphismus

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Anhand der Funde von Louvois sĂŒdlich von Reims, die zahlreiche Reste der Fuß- und Beinknochen umfassen, ließ sich eine gewisse GrĂ¶ĂŸendifferenz feststellen. So wird die erste Phalanx des vierten Zehenstrahls bei großen Individuen bis zu 7,6 cm lang, bei kleineren nur bis zu 4,9 cm. Entsprechende Maße des zweiten Zehengliedes belaufen sich auf 3,1 beziehungsweise 2,3 cm. Vergleichbare Unterschiede ließen sich auch bei anderen Funden ermitteln. Die GrĂ¶ĂŸenabweichungen betragen zwischen 30 und 65 %. Im Aufbau der einzelnen Knochen besteht kein Unterschied, so dass nicht von der Anwesenheit verschiedener Arten auszugehen ist. Die Wissenschaftler vermuten daher einen Geschlechtsdimorphismus. Dieser ist auch bei anderen großen bodenlebenden Vögeln belegt. Bei den Moas etwa wurden weibliche Tiere um bis zu 150 % grĂ¶ĂŸer und bis zu 280 % schwerer als mĂ€nnliche. Bei den heutigen Straußen ist das VerhĂ€ltnis dagegen umgekehrt, die mĂ€nnlichen Individuen werden grĂ¶ĂŸer als die weiblichen. FĂŒr Gastornis kann vorerst nicht bestimmt werden, welches Geschlecht grĂ¶ĂŸer war.[17] Über einen GrĂ¶ĂŸenunterschied zwischen mĂ€nnlichen und weiblichen Tieren wurde bereits bei der Aufarbeitung der Funde aus dem Geiseltal und aus Saint-Papoul nachgedacht. An ersterer Fundstelle drĂŒckt sich dies in den Beinknochen aus, ebenso wie der Oberschnabel bei grĂ¶ĂŸeren Individuen deutlicher gekrĂŒmmt ist als bei kleineren.[2][18][9]

NĂ€here Verwandtschaft von Gastornis nach Worthy et al. 2017[35]
 Aves  
  Neoaves  

 Regenpfeiferartige (Charadriiformes)


   

 Kranichvögel (Gruiformes)


   

† Brontornithidae


  Cariamiformes  

† Phorusrhacidae


   

 Seriemas (Cariamidae)






  Galloanseres  


 HĂŒhnervögel (Galliformes)


  Gastornithiformes  

† Dromornithidae


   

† Gastornithidae (Gastornis u. a.)




   

† Vegaviiformes


  GÀnsevögel (Anseriformes)  

 Wehrvögel (Anhimidae)


  Anseres  

† Presbyornithidae


  Anatoidea  

 SpaltfußgĂ€nse (Anseranatidae)


   

 Entenvögel (Anatidae)








Vorlage:Klade/Wartung/Style

Gastornis ist eine Gattung aus der Familie der Gastornithidae. Diese stellen große, flugunfĂ€hige Vögel dar, die durch einen krĂ€ftigen, seitlich verschmĂ€lerten Schnabel charakterisiert sind, der eine konvex gebogene Oberseite (Culmen) aufweist, im Gegensatz zu den Ă€hnlich gebauten Phorusrhacidae aber keine hakenartige Spitze besitzt. Die Herkunft der Gastornithidae ist nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt. Möglicherweise können sie mit großen Vögeln aus der Oberkreide in Verbindung gebracht werden, wie sie mit Gargantuavis, anhand eines rund 6,5 cm langen Synsacrums aus der NĂ€he von Fox-Amphous im französischen DĂ©partement Var in der Provence erstmals fĂŒr diese Zeitperiode nachgewiesen wurden.[36] Weitere Funde, so ein Becken sowie ein Oberschenkelknochen und mehrere Wirbel, stammen ebenfalls aus dem sĂŒdlichen Frankreich. Diese Fossilreste weisen auf einen etwa straußengroßen Vogel hin, der möglicherweise bis zu 140 kg wog, und besitzen Ähnlichkeiten zu jenen von Gastornis,[37][38] allerdings stellen diese spĂ€tkreidezeitlichen Vögel höchstwahrscheinlich nicht die direkten Vorfahren dar.[4] Anhand der Merkmale der Gliedmaßenknochen und des Kiefergelenks ist aber deutlich, dass Gastornis und seine in der Ordnung Gastornithiformes zusammengefassten Verwandten mit den GĂ€nsevögeln (Anseriformes) und den HĂŒhnervögeln (Galliformes) verwandt sind.[3] Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2017 bilden die Gastornithiformes möglicherweise die Schwestergruppe zu den HĂŒhnervögeln. Sie schließen hierin außerdem noch die einst in Australien heimischen Donnervögel (Dromornithidae) mit ein.[35] Eine vier Jahre spĂ€ter veröffentlichte Analyse verweist die gesamte umfassende Gruppe in die NĂ€he der GĂ€nsevögel und ordnet ihr zusĂ€tzlich noch die aus SĂŒdamerika bekannten Brontornithidae mit Brontornis zu. Bei letzteren ist die genaue phylogenetische Position jedoch umstritten.[39] Wiederum im Jahr 2024 gruppierte eine weitere phylogenetische Studie Gastornis und seine Nahverwandtschaft erneut zu den HĂŒhnervögeln und erkannte eine engere Bindung zu den Sylviornithidae. Die Donnervögel wurden allerdings aus den Gastornithiformes herausgelöst und verblieben bei den GĂ€nsevögeln (Brontornis blieb hier unberĂŒcksichtigt).[40]

Im Laufe der Forschungsgeschichte wurden zahlreiche Arten von Gastornis beschrieben, heute anerkannt sind folgende:[2][24][41]

G. russelli stellt die stammesgeschichtlich Ă€lteste und kleinste Art dar, die nur die HĂ€lfte der GrĂ¶ĂŸe eines heutigen Straußes erreichte. Sie steht als Schwesterform den anderen Arten von Gastornis gegenĂŒber. Weitere beschriebene Arten wie G. steini, G. edwardsi und G. klaasseni sind heute nicht mehr gĂŒltig. FĂŒr Nordamerika wird neben G. gigantaeus teilweise auch noch G. regens als eigenstĂ€ndige Art anerkannt, die in der Proportion der Zehenglieder etwas abweicht. Andere Forscher halten G. geiselensis fĂŒr synonym zu G. sarasini, was aber nur teilweise anerkannt ist.[2] Generell wird eine neue Revision der Gattung angemahnt.[3]

Stammesgeschichte

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Da die Ă€ltesten Nachweise von Gastornis aus dem heutigen Europa stammen, wird die Entstehung der Gattung und Familie hier vermutet. Allerdings ist der Ursprung bisher nicht geklĂ€rt. WĂ€hrend des PalĂ€ozĂ€n stellte das heutige Europa eine Insel dar mit endemischer Fauna, die hier nach dem Massensterben an der Kreide-PalĂ€ogen-Grenze, dem ein Großteil der Landwirbeltiere ĂŒber 25 kg Körpergewicht zum Opfer fiel, zahlreiche ökologische Nischen vorfand. Zur Zeit der frĂŒhesten Nachweise von Gastornis vor rund 62 Millionen Jahren erreichten die grĂ¶ĂŸten SĂ€ugetiere dieser Insel nur ein Gewicht von rund 45 kg. Möglich ist, dass sich die Gattung unter einem derartigen isolierten Inselökosystem zur Riesenform entwickelte, Ă€hnlich wie dies aus spĂ€terer Zeit mit den Aepyornithidae auf Madagaskar ĂŒberliefert ist, die dort zur grĂ¶ĂŸten einheimischen Tiergruppe heranwuchs, die alle vorhandenen SĂ€ugetiere an GrĂ¶ĂŸe ĂŒbertraf. Erst im Übergang zum Unteren EozĂ€n entstanden Verbindungen zu Nordamerika (via Grönland), wodurch auch ein erheblicher Faunenaustausch begann. Dies fĂŒhrte einerseits dazu, dass Gastornis als grĂ¶ĂŸter Bewohner von einigen großen SĂ€ugetieren wie etwa Coryphodon aus der Gruppe der Pantodonta abgelöst wurde, andererseits ermöglichte es ihm, ebenfalls neue Regionen zu erreichen. Als wahrscheinlichste Route gilt die ĂŒber Grönland, was auch die spĂ€rlichen Funde von Ellesmere Island aufzeigen.[42] Nach Asien gelangte die Gattung entweder ĂŒber Nordamerika oder eventuell direkt ĂŒber die Turgai-Straße, die den Kontinent von Europa trennte. Auf beiden Landmassen lebten aber bereits große pflanzenfressende SĂ€ugetiere, die im Fall der Pantodonten bis zu 600 kg wogen. Annehmbar ist deshalb, dass Gastornis in Konkurrenz zu diesen in Nordamerika und Asien bereits zum Ende des Unteren EozĂ€n ausstarb. In Europa hielt sich die Gattung noch erfolgreich bis zum ausgehenden MitteleozĂ€n vor etwa 43 Millionen Jahren.[33][4]

Gastornis und Diatryma – zur Forschungsgeschichte

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Rekonstruktion von Gastornis nach Lemoine 1881
Rekonstruktion von Diatryma nach Matthew und Granger 1917

Die Erforschung der Gattung Gastornis reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurĂŒck. Im Jahr 1855 entdeckte der französische Physiker Gaston PlantĂ© (1834–1889), der spĂ€tere Erfinder des Bleiakkumulators, in Ablagerungen des Oberen PalĂ€ozĂ€ns und Unteren EozĂ€ns, dem „ConglomĂ©rat de Meudon“ in einem westlichen Vorort von Paris, die ersten Knochen eines riesigen Vogels, die einen Femur und einen Tibiotarsus umfassten. Diese wurden im selben Jahr von Edmond HĂ©bert als zur neu geschaffenen Gattung Gastornis gehörig beschrieben, die damals zu den Ă€ltesten bekannten Vogelgattungen ĂŒberhaupt zĂ€hlte. Der Name Gastornis leitet sich dabei vom Vornamen PlantĂ©s, Gaston, und der griechischen Bezeichnung ᜄρΜÎčς (Ăłrnis) fĂŒr „Vogel“ ab. Nur kurze Zeit spĂ€ter kamen einige wenige weitere Funde bei Passy, ebenfalls nahe Paris gelegen, zum Vorschein. Die systematische Position von Gastornis war zu jener Zeit völlig ungeklĂ€rt. HĂ©bert selbst schlussfolgerte (1855), dass Gastornis zu schwer zum Fliegen war und stellte die Gattung wie auch Alphonse Milne-Edwards (1867) nahe zu den Entenvögeln (Anatidae), Édouard Armand Lartet (1855) dachte an eine Verwandtschaft mit den Regenpfeiferartigen (Charadriiformes), Achille Valenciennes (1855) sah sogar Übereinstimmungen mit Albatrossen (Diomedeidae) und Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte (1856) hielt Gastornis fĂŒr einen Verwandten des großen, madagassischen Vogels Aepyornis. Richard Owen wiederum gab 1859 eine erste genaue Beschreibung des Tibiotarsus wieder und hielt Gastornis fĂŒr einen terrestrisch lebenden Vogel.[43] Sehr umfangreiches Material entdeckte man nach einem Zeitabstand von rund 20 Jahren im unterpalĂ€ozĂ€nen „ConglomĂ©rat de Cernay“ bei Reims, welche damals die Ă€lteste bekannte Fossilfundstelle des TertiĂ€rs in Europa war. Dieses Fundmaterial veranlasste Victor Lemoine (1823–1911) im Jahr 1881 dazu, eine Skelettrekonstruktion anzufertigen, die vom heute bekannten, tatsĂ€chlichen Aussehen von Gastornis aber betrĂ€chtlich abwich. So erarbeitete er einen großen, grazil wirkenden Vogel mit langem Hals, kurzen FlĂŒgeln und langen Beinen mit einem ebenfalls langen und schlanken Tarsometatarsus. Die paddelartig gestalteten FĂŒĂŸe suggerierten zudem SchwimmfĂ€higkeit. Lemoine hatte sich bei seiner Rekonstruktion von kĂŒrzlich entdeckten Vögeln wie Archaeopteryx oder Hersperornis inspirieren lassen. Diese war ĂŒber die nĂ€chsten Jahrzehnte bildbestimmend fĂŒr das Aussehen von Gastornis. In der darauffolgenden Zeit wurden nur wenige weitere Funde zu Gastornis gestellt, so die Fossilreste von Croydon in England und Walbeck in Deutschland.[16][44][43]

Anhand eines großen Tarsometatarsus aus dem UntereozĂ€n des US-Bundesstaates New Mexico beschrieb Edward Drinker Cope (1840–1897) im Jahr 1876 die Gattung Diatryma, wobei der Name sich auf ein den Knochenschaft am oberen Ende durchdringendes Foramen, eine Öffnung im Knochen, bezieht. Cope erkannte zwar Ähnlichkeiten zum europĂ€ischen Gastornis, favorisierte aber einen eigenen Gattungsnamen.[20] Allerdings waren in der Folgezeit kaum anatomische Vergleiche der beiden Vogelgattungen möglich, da aus Nordamerika nur spĂ€rliche Fossilreste bekannt wurden. Einen Zehenknochen aus New Jersey verwies Othniel Charles Marsh 1894 zu Barornis, der spĂ€ter mit Diatryma vereint wurde. Die Situation Ă€nderte sich erst 1916, als im Bighorn-Becken von Wyoming ein nahezu vollstĂ€ndiges Skelett gefunden wurde, welches William Diller Matthew (1871–1930) und Walter W. Granger (1872–1941) im folgenden Jahr umfĂ€nglich beschrieben.[7] Ihre Skelettrekonstruktion erwies sich aber als völlig unterschiedlich zu Lemoines, was durch den untersetzt-robusten Körper und den riesigen Kopf mit mĂ€chtigem Schnabel verdeutlicht wurde. Dadurch fiel den beiden Forschern ein Vergleich mit dem europĂ€ischen Gastornis relativ schwer, sie Ă€ußerten auch vorsichtig Zweifel an der Zugehörigkeit aller Knochen in Lemoines Rekonstruktion zu Gastornis. Weiterhin bescheinigten sie beiden Vogelvertretern einen jeweils eigenstĂ€ndigen Gattungsstatus, eine Ansicht, der spĂ€ter zahlreiche Wissenschaftler folgten.[7] WĂ€hrend der Rekonstruktion des Diatryma-Skelettes hatten Matthew und Granger aufgrund des teils unvollstĂ€ndigen Fußskeletts den Tarsometatarsus verlĂ€ngert rekonstruiert, möglicherweise beeinflusst durch die langen Beine heutiger Laufvögel, in dessen Folge nicht nur der mĂ€chtige Schnabel, sondern auch die Gliedmaßen Ă€hnlich denen der Phorusrhacidae („Terrorvögel“) wirkten. Diese Vogelgruppe war seit den 1880er Jahren mit den intensiv einsetzenden Forschungen in Patagonien in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. HauptsĂ€chlich in der Santa-Cruz-Formation waren zahlreiche „Terrorvögel“ wie Phorusrhacos, Psilopterus und Patagornis entdeckt worden.[45][46] Dabei handelte es sich um große, flugunfĂ€hige Vögel mit langen Gliedmaßen, massigem Schnabel mit greifvogelartigem, spitzen Ende und FĂŒĂŸe mit krĂ€ftigen, gebogenen Krallen, was die Tiere als schnelle und effektive Beutegreifer charakterisierte. Beide Forscher befĂŒrworteten eine Trennung von Diatryma und den Phorusrhaciden, nahmen aber aufgrund der annĂ€hernd ĂŒbereinstimmenden GrĂ¶ĂŸe und den Ähnlichkeiten im Körperbau einschließlich der langen unteren Gliedmaßenabschnitte auch eine vergleichbare Lebensweise an.[7] In der Folgezeit bekamen auch europĂ€ische Neufunde, so aus dem Geiseltal und der Grube Messel in Deutschland oder von Lyon in Frankreich eine Zuweisung zur Gattung Diatryma.[16][44][43]

Lebendrekonstruktion von 1917

Obwohl sich Matthew und Granger in ihrer Erstveröffentlichung des Skeletts von Diatryma neben dessen prinzipieller Ă€ußerlicher Übereinstimmung mit den „Terrorvögeln“, teilweise hervorgerufen durch die falsche Rekonstruktion eines langen Tarsometatarsus, nur wenig ĂŒber dessen Lebensweise Ă€ußerten, kam in der Mitte der 1920er Jahre erstmals die Sichtweise ĂŒber eine fleischliche ErnĂ€hrung dieses riesigen Vogels auf, die auf kleinen Reptilien und SĂ€ugetieren basieren sollte. Die extrem populĂ€re Vorstellung einer Jagd auf die kleinen, am Beginn ihrer Stammesgeschichte stehenden Urpferdchen wie Hyracotherium oder Paarhufer wie Diacodexis etablierte sich dabei in den 1930er Jahren, maßgeblich unterstĂŒtzt durch Alfred Romer. Selbst die Entdeckung eines Teilskeletts eines noch juvenilen Diatryma-Ă€hnlichen Vogels aus dem Jahr 1928 im Bighorn-Becken von Wyoming mit nahezu vollstĂ€ndigem Fuß, der einen kurzen und breiten Tarsometatarsus anstatt des langschmalen zeigte, beeinflusste diese Vorstellung kaum (beschrieben wurde das Teilskelett als Omorhamphus, heute ein Synonym zu Gastornis).[29] Zahlreiche Forscher vertraten die Meinung eines schnell laufenden, jagenden Riesenvogels im EozĂ€n, so etwa George Gaylord Simpson 1950 in seinem Vergleich von Diatryma mit dem sĂŒdamerikanischen „Terrorvögeln“ und dem europĂ€ischen Gastornis nach Lemoine.[47] Auch in Europa war die Ansicht verbreitet, so etwa auch fĂŒr die Diatryma-Funde aus dem Geiseltal, wobei als Beute des Vogels das hier nachgewiesene Propalaeotherium angenommen wurde.[2] Dabei war es Karlheinz Fischer, der 1978 erstmals anhand von vollstĂ€ndigen Funden des Tarsometatarsus aus dem Geiseltal im Vergleich zu anderen Beinknochen die korrekten Proportionen in den Gliedmaßen von Diatryma darstellte. So erreichte der Tarsometatarsus rund 24 bis 25 cm LĂ€nge, deutlich abweichend von den von Matthew und Granger projizierten 38 cm, und nahm knapp 21 % der BeinlĂ€nge ein, womit der Fuß deutlich kĂŒrzer war als vorher angenommen. Damit stellte sich Diatryma nicht als schnell laufender, sondern mehrheitlich langsam schreitender Vogel heraus.[1][43]

Noch bis in die ausgehenden 1980er Jahre wurden die beiden Vogelgattungen Gastornis und Diatryma unterschiedlichen Familien zugewiesen, erstere zu den Gastornithidae und letztere zu den Diatrymidae. Die Erkenntnis, dass beide Vogelgattungen sich wesentlich Ă€hnlicher waren, erwuchs erst zu Beginn der 1990er Jahre. WĂ€hrend einer Revision der Skelettrekonstruktion von Lemoine und der Aufnahme von neuem Fundmaterial im Jahr 1992 erkannte L. D. Martin, dass die Rekonstruktion nur zu einem geringen Teil auf Fossilresten von Vögeln basierte, nĂ€mlich nur auf einem Wirbel und Teilen der Laufbeine sowie einige Fußknochen, der weitaus grĂ¶ĂŸere Teil dagegen von Fischen und Reptilien entstammte, wodurch die urtĂŒmliche Gestalt von Gastornis hervorgerufen worden war. Martin stellte dabei auch morphologische Ähnlichkeiten von Gastornis zu Diatryma her und verwies beide zur Familie Gastornithidae. Neufunde aus Reims, so ein oberes Ende eines Tibiotarsus, der von Gastornis bis dahin noch nicht beschrieben worden war, von Diatryma aber bereits mehrfach vorlag, ließ 1997 die Frage aufkommen, ob beide Gattungen nicht identisch seien.[16] Nur wenige Jahre spĂ€ter, 2002, wurden Gastornis und Diatryma formal synonymisiert, was 2008 durch den Neufund eines weiteren Tibiotarsus aus Saint-Papoul bestĂ€tigt werden konnte. Dabei hatte Éric Buffetaut diesen Fund zur Typusart G. parisiensis gestellt, bemerkte aber gleichzeitig sowohl Ähnlichkeiten zu vergleichbaren Knochen von G. geiselensis, das ursprĂŒnglich als Diatryma beschrieben worden war, als auch zu Ă€hnlichen Funden aus Nordamerika. Die einzelnen, bestehenden Unterschiede werden als so klein angesehen, dass Diatryma nun als synonym zu Gastornis gilt.[19][2] Die Funde aus Saint-Papoul gehören seit dem Jahr 2020 nach einer Neubeschreibung zur Art G. laurenti.[41]

In einer Studie aus dem Jahr 2024 schlug ein Forscherteam um Gerald Mayr allerdings wieder formal die Trennung von Gastornis und Diatryma vor. Die Wissenschaftler begrĂŒndeten dies mit Abweichungen im Bau des Tarsometatarsus und des Coracoids. So ist ersterer Knochen bei Gastornis deutlich massiver gebaut (im Vergleich der Breite des mittleren Schaftes zum oberen Gelenkende) als bei Diatryma und weist auch etwas anders gestaltete Gelenkrollen am unteren Ende auf. Den Untersuchungen zufolge wĂ€ren G. geiselensis, G. gigantaeus und G. sarasini der Gattung Diatryma zuzuweisen, wĂ€hrend Gastornis alle anderen Arten aus Europa aufnehmen wĂŒrde. Gleichzeitig befĂŒrworteten die Autoren eine erneute Abtrennung der ostasiatischen Form Zhongyuanus.[9]

  • Allison V. Andors: Diatryma among the Dinosaurs. Natural History 1995 (6), S. 68–72
  • Delphine Angst und Eric Buffetaut: Palaeobiology of Giant Flightless Birds. Oxford, 2017, S. 1–282 (S. 173–214)
  • Eric Buffetaut und Delphine Angst: „Terror cranes“ or peaceful plant eaters: changing interpretations of the palaeobiology of gastornithid birds. Revue de PalĂ©obiologie 32 (2), 2013, S. 413–422
  • Eric Buffetaut und Delphine Angst: Stratigraphic distribution of large flightless birds in the Palaeogene of Europe and its palaeobiological and palaeogeographical implications. Earth-Science Reviews 32 (2), 2014, S. 394–408
  • Meinolf Hellmund: Reappraisal of the bone inventory of Gastornis geiselensis (Fischer, 1978) from the Eocene “Geiseltal FossillagerstĂ€tte” (Saxony-Anhalt, Germany). Neues Jahrbuch fĂŒr Geologie und PalĂ€ontologie Abhandlungen 269 (2), 2013, S. 203–220
  • Gerald Mayr, CĂ©cile Mourer-ChauvirĂ©, Estelle Bourdon und Michael Stache: Resurrecting the taxon Diatryma: A review of the giant flightless Eocene Gastornithiformes (Aves), with a report of the first skull of Diatryma geiselensis. Palaeontologia Electronica 27 (3), 2024, S. a57, doi:10.26879/1438

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Karlheinz Fischer: Neue Reste des Riesenlaufvogels Diatryma aus dem EozĂ€n des Geiseltales bei Halle (DDR). Mitteilungen Zoologisches Museum Berlin, Suppl., 54, Annalen fĂŒr Ornithologie 2, 1978, S. 133–144.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Meinolf Hellmund: Reappraisal of the bone inventory of Gastornis geiselensis (Fischer, 1978) from the Eocene “Geiseltal FossillagerstĂ€tte” (Saxony-Anhalt, Germany). Neues Jahrbuch fĂŒr Geologie und PalĂ€ontologie Abhandlungen 269 (2), 2013, S. 203–220.
  3. 1 2 3 4 Gerald Mayr: Gastornithidae. In: Gerald Mayr: Paleogene Fossil Birds. Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 2009, S. 44–47.
  4. 1 2 3 4 5 6 Eric Buffetaut und Delphine Angst: Stratigraphic distribution of large flightless birds in the Palaeogene of Europe and its palaeobiological and palaeogeographical implications. Earth-Science Reviews 32 (2), 2014, S. 394–408.
  5. 1 2 3 4 Delphine Angst und Eric Buffetaut: Palaeobiology of Giant Flightless Birds. Oxford, 2017, S. 1–282 (S. 173–214).
  6. 1 2 CĂ©cile Mourer-ChauvirĂ©, Estelle Bourdon, Sylvain Duffaud, Guy Le Roux und Yves Laurent: New avian remains from the early Eocene of La Borie, southern France. Geobios 83, 2024, S. 61–84, doi:10.1016/j.geobios.2022.10.004.
  7. 1 2 3 4 5 6 7 8 William Diller Matthew und Walter W. Granger: The skeleton of Diatryma, a gigantic bird from the lower Eocene of Wyoming. Bulletins of the American Museum Natural History, 37, 1917, S. 307–326.
  8. 1 2 3 4 5 Lawrence M. Witmer und Kenneth D. Rose: Biomechanics of the jaw apparatus of the gigantic Eocene bird Diatryma: implications for diet and mode of life. Paleobiology 17 (2), 1991, S. 95–120.
  9. 1 2 3 4 5 6 Gerald Mayr, Cécile Mourer-Chauviré, Estelle Bourdon und Michael Stache: Resurrecting the taxon Diatryma: A review of the giant flightless Eocene Gastornithiformes (Aves), with a report of the first skull of Diatryma geiselensis. Palaeontologia Electronica 27 (3), 2024, S. a57, doi:10.26879/1438.
  10. 1 2 Delphine Angst und Eric Buffetaut: The first mandible of Gastornis HĂ©bert, 1855 (Aves, Gastornithidae) from the Thanetian (Paleocene) of Mont-de-Berru (France). Revue de PalĂ©obiologie, GenĂšve 138, 2013, S. 423–432.
  11. 1 2 3 4 5 Allison V. Andors: Diatryma among the Dinosaurs. Natural History 1995 (6), S. 68–72.
  12. ↑ Gerald Mayr: The birds from the Paleocene fissure filling of Walbeck (Germany). Journal of Vertebrate Paleontology 27 (2), 2007, S. 394–408.
  13. 1 2 Karl-Heinz Fischer: Der Riesenlaufvogel Diatryma aus der eozĂ€nen Braunkohle des Geiseltales. Hallesches Jahrbuch fĂŒr Mitteldeutsche Erdgeschichte 4, 1962, S. 26–33.
  14. ↑ Dietrich E. Berg: Nachweis des Riesenlaufvogels Diatryma im EozĂ€n von Messel bei Darmstadt/Hessen. NotizblĂ€tter des hessischen Landesamtes fĂŒr Bodenforschung 93, 1965, S. 68–72.
  15. ↑ Norbert Micklich: Laufvögel. In: Gabrielle Gruberg und Norbert Micklich (Hrsg.): Messel – SchĂ€tze der Urzeit. Stuttgart, 2007, S. 85–93.
  16. 1 2 3 4 Eric Buffetaut: New remains of the giant bird Gastornis from the Upper Paleocene of the eastern Paris Basin and the relationships between Gastornis and Diatrjtma. Neues Jahrbuch fĂŒr Geologie und PalĂ€ontologie Monatshefte 1997 (3), S. 179–190.
  17. 1 2 CĂ©cile Mourer-ChauvirĂ© und Estelle Bourdon: The Gastornis (Aves, Gastornithidae) from the Late Paleocene of Louvois (Marne, France). Swiss Journal of Palaeontology 135, 2016, S. 327–341, doi:10.1007/s13358-015-0097-7.
  18. 1 2 Estelle Bourdon, Cecilie Mourer-Chauvire und Yves Laurent: Early Eocene birds from La Borie, southern France. Acta Palaeontologia Polonica 61 (1), 2016, S. 175–190, doi:10.4202/app.00083.2014.
  19. 1 2 3 Eric Buffetaut: First evidence of the giant bird Gastornis from southern Europe: a tibiotarsus from the Lower Eocene of Saint-Papoul (Aude, southern France). Oryctos, 7, 2008, S. 75–82.
  20. 1 2 Edward Drinker Cope: On a gigantic bird from the Eocene of New Mexico. Proceedings of the Academy of Natural Sciences of Philadelphia 28, 1876, S. 10–11.
  21. ↑ R. M. West und Mary R. Dawson: Vertebrale Paleontology and the Cenozoic History of the North Atlantic Region. Polarforschung 48 (1/2), 1978, S. 103–119.
  22. ↑ Jaelyn J. Eberle und David R. Greenwood: Life at the top of the greenhouse Eocene world — A review of the Eocene flora and vertebrate fauna from Canada’s High Arctic. Geological Society of America Bulletin; January/February 124 (1/2), 2012, S. 3–23.
  23. ↑ Hou Lian-hai: New form of the Gastornithidae from the Lower Eocene of the Xichuan, Honan. Vertebrata Palasiatica 18 (2), 1980, S. 111–115.
  24. 1 2 Eric Buffetaut: The giant bird Gastornis in Asia: A revision of Zhongyuanus xichuanensis Hou, 1980, from the Early Eocene of China. Paleontological Journal 47 (11), 2013, S. 1302–1307.
  25. ↑ T. D. A. Cockerell: The supposed plumage of the Eocene bird Diatryma. American Museum Novitates 62, 1923, S. 1–4.
  26. ↑ Alexander Wetmore: The Supposed Plumage of the Eocene Diatryma. Auk 47 (4), 1930, S. 579–580.
  27. ↑ Lance Grande: The lost world of Fossil Lake. Snapshot from deep time. University of Chicago Press, Chicago und London, 2013, S. 1–425 (S. 216 und 225).
  28. 1 2 3 George E. Mustoe, David S. Tucker, Keith L. Kemplin: Giant Eocene bird footprints from Northwest Washington, USA. Palaeontology 55 (6), 2012, S. 1293–1305, doi:10.1111/j.1475-4983.2012.01195.x.
  29. 1 2 William J. Sinclair: Omorhamphus, a New Flightless Bird from the Lower Eocene of Wyoming. Proceedings of the American Philosophical Society 67 (1), 1928, S. 51–65.
  30. ↑ Max-Planck-Gesellschaft: Harmlosser Terrorvogel. Der Urzeitvogel Gastornis war vermutlich kein Raubvogel, sondern ein Pflanzenfresser. MPG vom 30. August 2013 ().
  31. ↑ Thomas TĂŒtken, P. Held und S. J. G. Galer: Isotopes in vertebrate bioapatite: proxies for climate,pCO2 and diet. Miner Mag 77, 2013, S. 2368 (Conference abstracts) ().
  32. ↑ Alexander K. Hastings und Meinolf Hellmund: Aus der MorgendĂ€mmerung: Pferdejagende Krokodile und Riesenvögel. Neueste Forschungsergebnisse zur eozĂ€nen Welt Deutschlands vor ca. 45 Millionen Jahren. Halle (Saale), 2015, S. 1–120.
  33. 1 2 Delphine Angst, C. LĂ©cuyer, R. Amiot, Eric Buffetaut, F. Fourel, F. Martineau, S. Legendre, A. Abourachid und A. Herrel: Isotopic and anatomical evidence of an herbivorous diet in the Early Tertiary giant bird Gastornis. Implications for the structure of Paleocene terrestrial ecosystems. Naturwissenschaften 101, 2014, S. 313–322.
  34. ↑ Delphine Angst, Eric Buffetaut, Christophe LĂ©cuyer und Romain Amiot: A new method for estimating locomotion type in large ground birds. Palaeontology 59 (2), 2016, S. 217–223, doi:10.5061/dryad.609j4.
  35. 1 2 Trevor H. Worthy, Federico J. Degrange, Warren D. Handley und Michael S. Y. Lee: The evolution of giant flightless birds and novel phylogenetic relationships for extinct fowl (Aves, Galloanseres). Royal Society open sciience 4, 2017, S. 170975, doi:10.1098/rsos.170975.
  36. ↑ Eric Buffetaut, Jean Le Loeuff, Patrick Mechin und Annie Mechin-Salessy: A large French Cretaceous bird. Nature 377, 1995, S. 110.
  37. ↑ Eric Buffetaut und Jean Le Loeuff: Gargantuavis philoinos: Giant bird or giant pterosaur? Annales de PalĂ©ontologie 96 (2010), S. 135–141.
  38. ↑ Eric Buffetaut: Les oiseaux fossiles du CrĂ©tacĂ© SupĂ©rieur de L’Herault. Bulletin de la Societe d’Etude des Sciences Naturelles de BĂ©ziers 66, 2012, S. 34–39.
  39. ↑ Federico L. Agnolin: Reappraisal on the Phylogenetic Relationships of the Enigmatic Flightless Bird (Brontornis burmeisteri) Moreno and Mercerat, 1891. Diversity 13, 2021, S. 90, doi:10.3390/d13020090.
  40. ↑ Phoebe L. McInerney, Jacob C. Blokland und Trevor H. Worthy: Skull morphology of the enigmatic Genyornis newtoni Stirling and Zeitz, 1896 (Aves, Dromornithidae),with implications for functional morphology, ecology, and evolution in the context of Galloanserae. Historical Biology 36 (6), 2024, S. 1093–1165, doi:10.1080/08912963.2024.2308212.
  41. 1 2 CĂ©cile Mourer-ChauvirĂ© und Estelle Bourdon: Description of a new species of Gastornis (Aves, Gastornithiformes) from the early Eocene of La Borie, southwestern France. Geobios 63, 2020, S. 39–46, doi:10.1016/j.geobios.2020.10.002.
  42. ↑ Eric Buffetaut: The unfinished story of the Early Tertiary giant bird Gastornis. DGF On Line Series 1, 1997 ().
  43. 1 2 3 4 Eric Buffetaut und Delphine Angst: „Terror cranes“ or peaceful plant eaters: changing interpretations of the palaeobiology of gastornithid birds. Revue de PalĂ©obiologie 32 (2), 2013, S. 413–422.
  44. 1 2 Eric Buffetaut: L’oiseau gĂ©ant Gastornis : interprĂ©tation, reconstitution et vulgarisation de fossiles inhabituels dans la France du XIXe siĂšcle. Bulletin de la SociĂ©tĂ© gĂ©ologique de France 168, 1997, S. 805–811.
  45. ↑ Eric Buffetaut: Tertiary ground birds from Patagonia (Argentina) in the TournouĂ«r collection of the MusĂ©um National d’Histoire Naturelle, Paris. Bulletin de la SociĂ©tĂ© GĂ©ologique de France 185 (3), 2014, S. 207–214.
  46. ↑ Federico J. Degrange, Jorge I. Noriega und Juan I. Areta: Diversity and paleobiology of the Santacrucian birds. In: Sergio F. Vizcaíno, Richard F. Kay und M. Susana Bargo (Hrsg.): Early Miocene paleobiology in Patagonia: High-latitude paleocommunities of the Santa Cruz Formation. Cambridge University Press, New York, 2012, S. 138–155.
  47. ↑ George Gaylord Simpson: Are Nonflying Wings Functionless? Science 112, 1950, S. 342.
Commons: Gastornis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Gastornis – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen