Zum Inhalt springen

Dillenburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wappen Deutschlandkarte
Dillenburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dillenburg hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 44′ N, 8° 17′ OKoordinaten: 50° 44′ N, 8° 17′ O
Bundesland:Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 230 m ü. NHN
Fläche: 83,76 km²
Einwohner: 22.895 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 273 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 35683–35690
Vorwahl: 02771
Kfz-Kennzeichen: LDK, DIL, WZ
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 006
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausstraße 7
35683 Dillenburg
Website: www.dillenburg.de
Bürgermeister: Friedrich Dehmer (parteilos)
Lage der Stadt Dillenburg im Lahn-Dill-Kreis
KarteDietzhölztalHaigerEschenburgSiegbachDillenburgBreitscheid (Hessen)DriedorfGreifenstein (Hessen)BischoffenHerbornSinn (Hessen)MittenaarHohenahrEhringshausenAßlarLahnauWetzlarHüttenberg (Hessen)SolmsLeunBraunfelsSchöffengrundWaldsolmsNordrhein-WestfalenRheinland-PfalzLandkreis Marburg-BiedenkopfLandkreis GießenWetteraukreisHochtaunuskreisLandkreis Limburg-Weilburg
Karte
Dillenburg mit Wilhelmsturm und Altstadt, rechts die Autobahn 45, links hinten das Wohngebiet „Hof Feldbach“

Dillenburg ist eine Mittelstadt im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Sie ist ein Mittelzentrum und war Kreisstadt des ehemaligen Dillkreises. Die Stadt ist Endpunkt des Fernwanderwegs Rothaarsteig und liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route sowie der Deutschen Fachwerkstraße. Sie trägt seit dem 2. November 2017 die amtliche Zusatzbezeichnung Oranienstadt.[2]

Dill mit Dillturm

Geografische Lage

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dillenburg liegt im Dilltal längs der Dill und der im Norden der Stadt mündenden Dietzhölze, im Süden der Stadt münden die aus dem Schelder Wald kommenden Zuflüsse Nanzenbach und Schelde. Die Dill stellt dabei die Nahtstelle vom Westerwald im Westen und Gladenbacher Bergland im Osten dar, zu welchem unter anderem auch der Schelder Wald gehört. Nordwestlich der Stadt, zwischen Dill und Dietzhölze, erhebt sich die Struth als Ausläufer des Rothaargebirges. Der auf Dillenburger Stadtgebiet, zwischen der Kernstadt und dem Ortsteil Manderbach, liegende Galgenberg kann dabei als die südlichste Erhebung des Rothaargebirges angesehen werden.

Nachbargemeinden

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dillenburg grenzt im Norden an die Gemeinde Eschenburg, im Osten an die Gemeinde Siegbach, im Süden an die Stadt Herborn und die Gemeinde Breitscheid sowie im Westen an die Stadt Haiger. Alle Nachbargemeinden befinden sich im Lahn-Dill-Kreis im Land Hessen.

Stadtgliederung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Ortsteil Wappen Luftaufnahme Beschreibung Einwohner­zahl[3] Urkundliche Erstnennung
Dillenburg
Die Kernstadt Dillenburg befindet sich im Dilltal zwischen Niederscheld und Sechshelden. Durch den Ort führt die Bundesstraße 277. Im südlichen und im nordwestlichen Teil des Ortes befinden sich Industriegebiete. Über dem Ort thront der Wilhelmsturm. 9625 1254
Donsbach
Donsbach liegt im Tal des gleichnamigen Bachs zwischen Haiger, Uckersdorf und der Kernstadt, von welcher der Ort rund 4 km entfernt liegt. Die Kreisstraße 39 verbindet den Ort mit Dillenburg und Burg bzw. Uckersdorf und die K 40 mit Haiger. 1453 1048
Eibach
Eibach liegt im Tal des Eibachs, nordöstlich der Kernstadt. Mit dieser ist der Ort über die Kreisstraße 38 verbunden, mit Niederscheld über die K 52. 1115 1313
Frohnhausen
Frohnhausen liegt an der Bundesstraße 253 zwischen Wissenbach und Dillenburg. Über die Kreisstraßen 50 und 48 ist der Ort noch mit Manderbach und Oberroßbach bzw. Weidelbach verbunden. Am Ort vorbei fließt die Dietzhölze. 3852 1340
Manderbach
Manderbach liegt zwischen Sechshelden, Frohnhausen und der Kernstadt. Verbunden mit diesen Orten ist Manderbach über die Kreisstraßen 49, 50 und 36 2459 1225
Nanzenbach
Nanzenbach liegt im Tal des gleichnamigen Baches zwischen Dillenburg und Hirzenhain. Mit diesen Orten ist Nanzenbach über die Landesstraße 3362 verbunden. 1034 1255
Niederscheld
Niederscheld liegt zwischen Burg und Dillenburg an der Dill und der Bundesstraße 277. Durch den Ort verläuft die Schelde und die Landesstraße 3042, welche den Ort mit Oberscheld verbindet. Außerdem zweigt hier die K 52 nach Eibach ab. 1945 1274
Oberscheld
Oberscheld liegt im Scheldetal. Mit Niederscheld und Hirzenhain ist der Ort über die L 3042 verbunden und mit Siegbach über die L 3363. 1987 1444
Dillenburg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Dillenburg 1840
Dillenburg um 1900
In der Dillenburger Innenstadt
Stadtansicht nach Norden vom Wilhelmsturm
Stadtansicht nach Süden vom gleichen Standort

Stadtgeschichte

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung war im Jahr 1254. Nur 90 Jahre später, im Jahr 1344, erhielt Dillenburg durch Kaiser Ludwig IV. den Bayern die Stadtrechte.

Dillenburg war Stammsitz des oranischen Zweiges des Hauses Nassau. Auf dem heutigen Schlossberg wurde Ende des 13. Jahrhunderts bzw. Anfang des 14. Jahrhunderts die Dillenburg erbaut. Diese Burg hatte für das Haus Nassau eine hohe Bedeutung, da sie im Gegensatz zur Burg Herborn kein Lehen der Landgrafen von Hessen, sondern eine Eigenburg war. Es gibt keine Abbildungen von dieser Burg, da sie vermutlich aus Holz gebaut war und in der Dernbacher Fehde um das Jahr 1323 zerstört wurde.

Im 16. Jahrhundert entstand an der Stelle der alten Burg mit dem Dillenburger Schloss die Hauptresidenz der Grafen von Nassau-Dillenburg, die ab 1536 gleichzeitig zu einer modernen Festung ausgebaut wurde. Aus dem Exil im Schloss organisierte der in Dillenburg geborene Wilhelm von Oranien den Widerstand der Niederlande gegen Spanien (1567–1572), was heute noch das niederländische Königshaus mit der Stadt verbindet. Das Land wurde durch einen Präsidenten der Regierung des Hauses Nassau-Dillenburg verwaltet. Einer der letzten Präsidenten war Freiherr Georg Ernst Ludwig von Preuschen von und zu Liebenstein.

Ein Stadtbrand verheerte im Jahr 1723 große Teile der Stadt. Mehr als 200 Gebäude fielen den Flammen zum Opfer. Viele der Fachwerkhäuser, die nach dem Brand aufgebaut wurden, stehen noch heute.

Im Siebenjährigen Krieg wurde das Dillenburger Schloss 1760 zerstört. Aus den Resten des Schlosses wurden die Gebäude an der Wilhelmstraße erbaut. Am 8. Juni 2010 wurde bekannt, dass die Wilhelmstraße – wie beispielsweise auch der Wilhelmsturm – fortan dem Schutz der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten unterliegt.[4] In der Wilhelmstraße befindet sich das Hessische Landgestüt.

Die Kasematten unter dem ehemaligen Schloss aus dem 16. Jahrhundert sind zum Teil erhalten und gehören zu den größten unterirdischen Verteidigungsanlagen in Europa. Die Kasematten boten in Kriegszeiten Quartier für über 2000 Soldaten. Sie sind teilweise wieder freigelegt und in einem Rundgang begehbar. Auch sie – wie auch die „Villa Grün“ – unterliegen fortan der Haager Konvention.

Im Herzogtum Nassau war Dillenburg Sitz des Amtes Dillenburg und des Hofgerichtes Dillenburg.

Im Jahr 1875 wurde der Wilhelmsturm, heute Wahrzeichen Dillenburgs, auf dem Schlossberg vollendet. Der Turm soll an Wilhelm von Oranien erinnern.

Im 19. Jahrhundert hielt mit dem Bau der Sieg-Dill-Strecke als Teil der Eisenbahnlinie von Gießen nach Köln die industrielle Revolution Einzug. Einen Aufschwung erlebte die Region durch die Nutzung der an Lahn, Dill und Sieg gefundenen Eisenerze. Zahlreiche Betriebe des Berg- und Hüttenwesens und der Metallverarbeitung entstanden. In dieser Zeit wurden viele von Dillenburg ausgehende Nebenstrecken gebaut, unter anderem nach Gönnern und Ewersbach. Diese Strecken sind mittlerweile wieder stillgelegt worden. Die Strecke nach Gönnern wurde bereits 1987 stillgelegt und komplett zurückgebaut. Das in der Dampflokzeit für die vielen Nebenstrecken notwendige Bahnbetriebswerk wurde 1983 geschlossen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Dillenburg mit seinem heute stillgelegten Rangierbahnhof Ziel alliierter Bombenangriffe. Die Erzförderung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend unrentabel. 1968 stellte der letzte Hochofen im Stadtteil Oberscheld seinen Betrieb ein.

Bei einem Unwetter am 17. September 2006 gingen 103 Liter Regen auf dem Quadratmeter nieder. Die Dill und ihr Nebenfluss Schelde traten über die Ufer und überschwemmten insbesondere die Stadtteile Ober- und Niederscheld. Über 1000 Keller liefen voll, auch das Kreiskrankenhaus wurde beschädigt und musste teilweise evakuiert werden. Der Gesamtschaden belief sich auf weit über 20 Millionen Euro. Im Jahr 2007 wurde als Ortsumgehung der B 277 der Schlossbergtunnel eröffnet. Dieser verläuft unterhalb des Schlossberges und umgeht so die historische Fachwerkaltstadt.

Im November 2017 verlieh der Hessische Minister des Innern und für Sport, Peter Beuth, der Stadt die Stadtnamensergänzung „Oranienstadt“.[5] Die neue Bezeichnung ist nach Paragraph 13 Absatz 2 der Hessischen Gemeindeordnung fester Bestandteil des Gemeindenamens (zu vergleichen mit „am Main“ bei Frankfurt am Main). Damit wird auf die herausragende historische Stellung Dillenburgs als Stammsitz des oranischen Zweiges des Hauses Nassau Bezug genommen. Wilhelm von Oranien, der „Vater“ der Niederlande, wurde in Dillenburg geboren.

Verwaltungsgeschichte im Überblick

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Dillenburg angehört(e):[6][7]

Eingemeindungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden auf freiwilliger Basis am 1. Oktober 1971 die selbständige Gemeinde Eibach,[8] am 31. Dezember 1971 die Gemeinde Manderbach[9] und am 1. April 1972 die Gemeinde Nanzenbach nach Dillenburg eingemeindet.[10] Es folgten am 1. Januar 1977 die Gemeinden Donsbach, Frohnhausen, Niederscheld und Oberscheld durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Landkreis Wetzlar und der Städte Gießen und Wetzlar.[11] Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt von Dillenburg wurden je ein Ortsbezirk gebildet.[12]

Einwohnerstruktur 2011

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Dillenburg 23874 Einwohner. Darunter waren 2164 (9,0 %) Ausländer, von denen 349 aus dem EU-Ausland, 1490 aus anderen europäischen Ländern und 325 aus anderen Staaten kamen.[13] Von den deutschen Einwohnern hatten 16,5 % einen Migrationshintergrund.[14] (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 13,6 %.[15]) Nach dem Lebensalter waren 1710 Einwohner unter 18 Jahren, 3799 zwischen 18 und 49, 1785 zwischen 50 und 64 und 2049 Einwohner waren älter.[16] Die Einwohner lebten in 10.206 Haushalten. Davon waren 3207 Singlehaushalte, 2865 Paare ohne Kinder und 3050 Paare mit Kindern, sowie 878 Alleinerziehende und 206 Wohngemeinschaften.[17] In 2361 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 9720 Haushaltungen lebten keine Senioren.[16]

Einwohnerentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahlen beziehen sich bis 1970 nur auf den Gemeindehauptort Dillenburg. Danach wurden zeitlich versetzt die heute zu Dillenburg gehörenden Dorfgemeinden eingemeindet. (Daten ab 1998 jeweils zum 31. Dezember)

Einwohnerentwicklung von 1834 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
JahrEinwohner
18342.544
18402.629
18462.889
18522.741
18582.745
18643.024
18713.319
18753.676
18853.823
18954.090
19055.040
19105.371
19256.011
19396.788
19469.237
195010.116
JahrEinwohner
195610.331
196110.658
196710.412
197010.247
Gebietsreform
197112.854
197214.396
197724.837
199825.053
199925.124
200025.092
200125.017
200224.923
JahrEinwohner
200324.681
200424.533
200624.305
200923.637
201022.960
201123.790
201323.602
201523.510
201623.542
201723.471
201923.470
202023.261

Quellen:[6][18]

Historische Religionszugehörigkeit

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
• 1885:3430 evangelische (= 89,72 %), 309 katholische (= 8,08 %), 83 andere christlich-konfessionelle (= 2,71 %), ein jüdischer (= 0,03 %) Einwohner[6]
• 1961:7451 evangelische (= 69,91 %), 2727 katholische (= 25,59 %) Einwohner[6]

Bei der Volkszählung 1987 wurden 15.724 (66,8 %) Mitglieder der evangelischen und 3500 (14,9 %) der katholischen Kirche gezählt, 4314 (18,3 %) gehörten keine der beiden Religionsgemeinschaften an oder machten keine Angaben.[19]

Gemäß der Volkszählung 2011 gehörte die Hälfte der Bevölkerung den evangelischen Kirchen an; im Jahr 2011 waren 52,0 % der Einwohner evangelisch, 12,2 % römisch-katholisch und 35,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[20]

Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Derzeit (Stand 31. Dezember 2019) sind von den Einwohnern 10.725 (45,7 %) evangelisch, 2.529 (10,8 %) römisch-katholisch und 10.216 (43,5 %) sind konfessionslos oder gehören einer anderen Religionsgemeinschaft an.[21]

Die evangelische Stadtkirche in Dillenburg aus Richtung Schlossberg
Herz-Jesu-Kirche

Wilhelm der Reiche führte in den 1530er Jahren in seiner Grafschaft Nassau-Dillenburg die Reformation ein, wodurch die Bevölkerung und die Johanneskirche von Dillenburg evangelisch-lutherisch wurden.

Die historische Stadtkirche gehört zur evangelischen Kirchengemeinde Dillenburg, die Teil des Dekanates an der Dill in der Propstei Nord-Nassau der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ist. Evangelische Kirchen stehen auch in den Stadtteilen Donsbach, Eibach, Frohnhausen, Manderbach, Nanzenbach, Niederscheld und Oberscheld.

Die römisch-katholische Kirche ist in Dillenburg mit der Pfarrei Zum Guten Hirten an der Dill vertreten, die zur „Region Lahn“ des Bistums Limburg gehört. Zur Pfarrei gehören in Dillenburg die Pfarrkirche Herz Jesu und die Kapelle des Alten- und Pflegeheimes Haus Elisabeth, sowie die Filialkirche Zum kostbaren Blut in Frohnhausen und das Roncallihaus in Oberscheld.

Freie evangelische Gemeinden (FeG) bestehen in Dillenburg, Frohnhausen, Nanzenbach und Oberscheld, sie gehören zum Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland. Die Adventgemeinde Dillenburg gehört zur Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, eine weitere Dillenburger Gemeinde ist der Verein Jesus Freaks Dillkreis e. V.

In Donsbach ist eine evangelisch-methodistische Gemeinschaft beheimatet. In Frohnhausen bestehen auch die Christliche Gemeinschaft e. V., eine weitere Christliche Gemeinde sowie eine Gemeinde der Brüderbewegung. In Manderbach wurde 1853 eine Versammlung der Brüderbewegung gegründet, die heute zu den ältesten Brüdergemeinden in Deutschland gehört.[22]

Eine neuapostolische Kirche besteht in Dillenburg nicht mehr. Die nächstliegende neuapostolische Kirche steht in der Stadt Haiger.

Die Moschee in Dillenburg gehört zur Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DİTİB).

Stadtverordnetenversammlung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Dillenburger Rathaus

Die Stadtverordnetenversammlung ist das oberste Organ der Stadt. Ihre politische Zusammensetzung wird alle fünf Jahre in der Kommunalwahl durch die Wahlbevölkerung der Stadt bestimmt. Wählen darf, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und deutscher Staatsbürger im Sinne des Grundgesetzes oder Staatsangehöriger eines der übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist. Für alle gilt, dass sie seit mindestens drei Monaten in der Stadt gemeldet sein müssen.

Der einzelne Wähler hat die Möglichkeit, seine Stimmen auf mehrere Kandidaten – auch solche verschiedener Wahllisten – zu verteilen (Panaschieren) oder auf einzelne Kandidaten anzuhäufen (kumulieren). Hierzu stehen dem Wähler so viele Stimmen zur Verfügung, wie es Sitze zu vergeben gilt. In der Stadtverordnetenversammlung Dillenburg sind dies aktuell 37.

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[23] im Vergleich zu früheren Kommunalwahlen:[24][25][26][27]

Wahlvorschläge CDU GRÜNE SPD AfD FDP Bürger für
Dillenburg
REP FWG BL b Sitzverteilung
2021Stimmanteil a 41,7 %18,4 %24,1 %5,12 %5,8 %4,9 %———
      
Insgesamt 37 Sitze
Sitze
(von 37)
1579222———
2016Stimmanteil a 46,9 %11,3 %29,7 %—8,0 %4,1 %———
     
Insgesamt 37 Sitze
Sitze
(von 37)
17 c411—32 d———
2011Stimmanteil a 47,4 %13,2 %35,0 %—4,4 %————
    
Insgesamt 37 Sitze
Sitze
(von 37)
17513—2————
2006Stimmanteil a 51,4 %6,1 %31,0 %—3,6 %—4,5 %3,5 %—
      
Insgesamt 37 Sitze
Sitze
(von 37)
19212—1—21—
2001Stimmanteil a 43,1 %4,7 %34,7 %—3,6 %—5,9 %4,3 %3,6 %
       
Insgesamt 45 Sitze
Sitze
(von 45)
19216—1—322
1997Stimmanteil a 31,1 %8,1 %32,6 %—2,8 %—11,7 %7,5 %6,2 %
      
Insgesamt 45 Sitze
Sitze
(von 45)
14415———543
a 
prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen
b 
Bürgerliste Dillenburg
c 
Ab Februar 2020: 18
d 
Ab Jahresende 2019: 1

Es waren 37 Stadtverordnete sowie die Ortsbeiräte der Stadt für die Legislaturperiode vom 1. April 2021 bis 31. März 2026 zu wählen. Von 17.398 Wahlberechtigten gingen 6.685 zur Wahl. Somit stieg die Wahlbeteiligung von 36,6 % im Jahr 2011 und 37,6 % im Jahr 2016 auf 38,4 % im Jahr 2021.

In der letzten Legislaturperiode löste sich die Fraktion der Bürger für Dillenburg zum Jahresende 2019 auf. Die Abgeordnete Sabine Simon schloss sich zum 20. Februar 2020 der CDU-Fraktion an, die somit auf 18 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung kam. Der Abgeordnete Otto Nickel blieb als fraktionsloser Abgeordneter eigenständig.[28]

Bürgermeister und Magistrat

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Bürgermeisterwahl 2025
in Prozent
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
21,5
8,0
60,9
9,6
Deusing
(CDU)
Schmidt
(parteilos)
Dehmer
(parteilos)
Peter-Lauff
(SPD)

Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Dillenburg neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und acht weitere Stadträte angehören.[29] Bürgermeister ist seit dem 1. April 2026 der parteiunabhängige Friedrich Dehmer.[30] Er wurde als Nachfolger von Michael Lotz (CDU), der nach vier Amtszeiten nicht wieder zur Wahl angetreten war,[31] am 26. Oktober 2025 im ersten Wahlgang bei 45,9 Prozent Wahlbeteiligung mit 60,9 Prozent der Stimmen gewählt.[32]

Amtszeiten der Bürgermeister[33][34]
  • 2026–2032 Friedrich Dehmer (parteilos)[30]
  • 2002–2026 Michael Lotz (CDU)[31]
  • 1990–2002 Helmut Meckel (parteilos)[34]
  • 1984–1990 Manfred Fughe (CDU)
  • 1954–1984 Gerhard Beermann (parteilos)
  • 1945–1954 Karl Fick

Wappen und Flagge

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Hiss- und Bannerflagge

Im Jahr 1907 wurde das Wappen mit folgender Beschreibung genehmigt und 1934 bestätigt:

Wappen der Stadt Dillenburg
Wappen der Stadt Dillenburg