Ehrenhain

Ein Ehrenhain ist eine GedenkstĂ€tte in der traditionellen Form eines Haines. Die Bezeichnung wird auch fĂŒr GedenkstĂ€tten verwendet, die nicht die Form eines Haines haben.
Bedeutung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ehrenhaine bestehen oder bestanden in vielen LĂ€ndern als Teil der Sepulkralkultur, insbesondere zum Gedenken an Kriegstote. Eine Vielzahl von Ehrenhainen wurde im Deutschen Kaiserreich zum Heldengedenken an die Kriegstoten angelegt.[1] Ende 1914 hatte der Gartenarchitekt Willy Lange den sogenannten âDeutschen Heldenhainâ entwickelt. FĂŒr jeden gefallenen Soldaten einer Gemeinde sollte gemÀà seinem Konzept eine Eiche gepflanzt werden. Deutschlandweit kam sein Konzept in der Folgezeit zur Anwendung.[2][3]
In der DDR bestanden in nahezu jeder Bezirkshauptstadt Ehrenhaine zur Erinnerung an die VorkÀmpfer des Sozialismus, die Opfer des Nationalsozialismus[4] oder die Gefallenen der Sowjetarmee.
WĂ€hrend des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan, bei dem es ĂŒber 50 tote und mehr als 300 verwundete Bundeswehrsoldaten gab, wurden in den Feldlagern (so der Ehrenhain im Feldlager Kundus) und einigen AuĂenposten Ehrenhaine errichtet, die inzwischen im âWald der Erinnerungâ in Potsdam zusammengefĂŒhrt wurden.[5]
Orte mit Ehrenhainen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Reihenfolge des jeweiligen Ortsnamens:
- GrĂ€beranlage fĂŒr die Opfer und Verfolgten des Naziregimes in Berlin
- Ehrenhain (Flensburg)
- GeestemĂŒnder Friedhof
- Wald der Erinnerung in der Henning-von-Tresckow-Kaserne in Schwielowsee
- Ehrenhain Hamburgischer WiderstandskÀmpfer
- Ehrenfriedhof (LĂŒbeck)
- Ehrenhain (Radebeul)
- Ehrenhain von Remscheid
- Ehrenhain (Bad Schwartau)
- GedenkstÀtte Ehrenhain Zeithain
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Michael HĂŒtt (Hrsg.): UnglĂŒcklich das Land, das Helden nötig hat: Leiden und Sterben in den KriegsdenkmĂ€lern des Ersten und Zweiten Weltkrieges, (= Studien zur Kunst- und Kulturgeschichte, Band 8), Jonas, Marburg 1990, ISBN 978-3-922561-91-0, S. 76.
- â StĂ€dtische Gartenkunst â vom kaiserzeitlichen Stadtpark zum Volkspark fĂŒr alle, abgerufen am: 23. Juli 2017
- â Ehrenfriedhof Barmen, abgerufen am: 23. Juli 2017
- â Gerold Eppler: Grabkultur in Deutschland: Geschichte der GrabmĂ€ler, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal, Museum fĂŒr Sepulkralkultur, Kassel, Reimer, Berlin 2009, ISBN 978-3-496-02824-6, S. 210
- â Marcel Bohnert: Feinde in den eigenen Reihen. Zur Problematik von InnentĂ€tern in Afghanistan, in: if. Zeitschrift fĂŒr Innere FĂŒhrung, Nr. 2, 2014, S. 5ff.