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Enis Maci

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Enis Maci liest im Garten des Lenbachhauses aus einem Buch, 2022
Enis Maci (2022)

Enis Maci (geboren 1993 in Gelsenkirchen) ist eine deutsche Essayistin und Dramatikerin.

Maci studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und erwarb dort den Bachelor of Arts. Im Jahr 2015 war sie unter den Nominierten fĂŒr den OsnabrĂŒcker Dramatikerpreis.[1] Im Jahr 2017 erwarb Maci einen Master-of-Science-Abschluss in Kultursoziologie an der London School of Economics.[2]

Zur Frankfurter Buchmesse erschien 2018 ihr Essayband EiscafĂ© Europa im Suhrkamp Verlag. Die SĂŒddeutsche Zeitung beschrieb den Band als „ein wildes Riff, an dem sich alles Mögliche anlagert: Die Artikeldiskussionen der Wikipedia, Sprache und Mythen ihrer albanischen Familie, die Auftritte junger IdentitĂ€rer, die eigene Jugend in Gelsenkirchen, bemerkenswert unbekannte Dichter ...“[3]

Schon zuvor hatte die Autorin zwei Dramen veröffentlicht und eigene Arbeiten szenisch umgesetzt. Das im Rahmen einer Schreibwerkstatt am Maxim-Gorki-Theater Berlin entstandene StĂŒck Lebendfallen erlebte am 9. MĂ€rz 2018 am Schauspiel Leipzig seine UrauffĂŒhrung unter der Regie von Thirza Bruncken. Die Inszenierung wurde von mehreren Theaterkritikern als verunglĂŒckt beschrieben, was indes nicht am Autorentext gelegen habe.[4] Ihr StĂŒck Mitwisser wurde mit dem Hans-Gratzer-Stipendium des Schauspielhauses Wien ausgezeichnet und in der Regie von Pedro Martins Beja am 24. MĂ€rz 2018 im Schauspielhaus Wien uraufgefĂŒhrt.[5] Das StĂŒck verbindet antike Tragödie mit aktuellen KriminalfĂ€llen und handelt ungewöhnlicherweise zuvorderst nicht von den TĂ€tern und Opfern, sondern von deren Umfeld.[6]

WĂ€hrend der Spielzeit 2018/19 war Maci Hausautorin am Nationaltheater Mannheim und lud alle zwei Monate zur Veranstaltungsreihe „Steinbruch der Leidenschaften“ im „Studio“ ein. Ihr StĂŒck Mitwisser war dort in der Regie von Nick Hartnagel zu sehen.[2] Es wurde zu den MĂŒlheimer Theatertagen 2019 eingeladen.[7]

Maci erhielt 2019 vom Freistaat Bayern ein Stipendium fĂŒr das Internationale KĂŒnstlerhaus Villa Concordia in Bamberg.[8]

In der Jury-BegrĂŒndung zum Literaturpreis Text & Sprache 2019 heißt es ĂŒber Maci, sie fĂŒhre „auf mitreißende Weise vor, wie man die eigene Ă€sthetische und politische Position aus der medialen Informationsflut filtern und mit multimedialen Hilfsmitteln aktuell und definiert halten kann, ohne unterzugehen“.[9]

Macis StĂŒck Wunde R, eine Auftragsarbeit fĂŒr die MĂŒnchner Kammerspiele, wurde im Juni 2020 uraufgefĂŒhrt.[10] In der PreisbegrĂŒndung der Jury fĂŒr die Zuerkennung des mit 10 000 Franken dotierten ZĂŒrcher Max Frisch–Förderpreises 2022 wird hervorgehoben, sie schreibe "gleichermaßen gegenwĂ€rtig und geschichtsbewusst" ĂŒber IndividualitĂ€t in der globalen Zeitgeschichte des 21. Jahrhunderts.[11]

  • EiscafĂ© Europa, Essays, edition suhrkamp, Berlin 2018, ISBN 978-3-518-12726-1[12]
  • Lebendfallen, Drama, UA im MĂ€rz 2018 am Schauspiel Leipzig, Suhrkamp Insel Theater Verlag[13]
  • Mitwisser, Drama, UA im MĂ€rz 2018 am Schauspielhaus Wien, Suhrkamp Insel Theater Verlag
  • Autos, Drama, UA im Januar 2019 am Schauspielhaus Wien, Suhrkamp Insel Theater Verlag
    • Autos, Hörspiel nach dem TheaterstĂŒck von E. Maci, Radiofassung und Regie: Giuseppe Maio, Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2019, LĂ€nge: 77'19 Minuten.[14]
  • Bataillon, Drama, UA am 23. Januar 2020 im Nationaltheater Mannheim[15]
  • Wunde R, Drama, UA am 15. Juni 2020 in den MĂŒnchner Kammerspielen, Regie: Felix RothenhĂ€usler[16]
  • Filamentous Magic Carpets, MĂ€rz, Berlin 2022, ISBN 978-3-7550-5014-8
  • Wunder, Suhrkamp Theater, Berlin 2023, ISBN 978-3-518-43030-9[17]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Sechs Kandidaten fĂŒr den OsnabrĂŒcker Dramatikerpreis, NOZ vom 30. Juni 2015, abgerufen am 26. August 2022
  2. 1 2 3 Enis Maci: Hausautorin in der Spielzeit 2018/19, nationaltheater-mannheim.de, abgerufen am 16. November 2018.
  3. ↑ Marie Schmidt: Literatur und Internet: „Wildes Riff“, Rezension zu EiscafĂ© Europa In: SĂŒddeutsche Zeitung vom 26. November 2018, abgerufen am 7. Mai 2019.
  4. ↑ Gabi Hift: Trinkspiele der Nachgeborenen, Rezension auf nachtkritik.de vom 9. MĂ€rz 2018, abgerufen am 16. November 2018.
  5. ↑ Produktionen: Mitwisser, Schauspielhaus Wien, abgerufen am 16. November 2018.
  6. ↑ Barbara Petsch: Schauspielhaus Wien: Wie monströs ist der Mensch?, Rezension in Die Presse vom 25. MĂ€rz 2018, abgerufen am 16. November 2018.
  7. ↑ „Mitwisser“ von Enis Maci, 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause, muelheim-ruhr.de, abgerufen am 3. Juni 2019.
  8. ↑ Maci, Enis. Abgerufen am 13. Februar 2020.
  9. ↑ Enis Maci gewinnt Literaturpreis "Text & Sprache 2019" des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI e. V. (Memento des Originals vom 27. Mai 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., kulturkreis.eu, abgerufen am 27. Mai 2019.
  10. ↑ Anna Landefeld: Die Ratten erinnern sich. In: nachtkritik.de. 15. Juni 2020, abgerufen am 14. August 2022.
  11. ↑ Der Max Frisch-Preis 2022 geht an Jonas LĂŒscher, buchmarkt.de, veröffentlicht am 19. Januar 2022, abgerufen am 22. MĂ€rz 2022.
  12. ↑ EiscafĂ© Europa: Essays von Enis Maci - Suhrkamp Insel BĂŒcher Buchdetail. Abgerufen am 13. Februar 2020.
  13. ↑ Lebendfallen, abgerufen am 16. November 2018.
  14. ↑ Hörspiel ĂŒber eine Reise auf der Gastarbeiterroute: AUTOS, deutschlandfunkkultur.de, erschienen und abgerufen am 26. Januar 2020.
  15. ↑ Die Wiederentdeckung vergessener Frauen: „Bataillon“ von Enis Maci am Nationaltheater Mannheim (Memento vom 24. Januar 2020 im Internet Archive), swr.de, abgerufen am 24. Januar 2020.
  16. ↑ Anna Landefeld: Wunde R – MĂŒnchner Kammerspiele – Felix RothenhĂ€usler bringt Enis Maci StĂŒck zur UrauffĂŒhrung, Rezension auf nachtkritik.de vom 15. Juni 2020, abgerufen am 19. Juni 2020.
  17. ↑ Björn Hayer: "Wunder": Heilig ist nur GemĂŒse. In: Die Zeit. 8. November 2021, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 17. Juni 2024]).
  18. ↑ Karl May - VolksbĂŒhne Berlin: Schein und Sein des Wilden Westens, nachtkritik.de vom 17. Dezember 2023, abgerufen am 23. Mai 2025
  19. ↑ Kein Tier. So Wild. In: Berlinale. Abgerufen am 16. Februar 2025.
  20. ↑ Chronik der Autor*innen (Memento des Originals vom 18. Januar 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bei den Berliner Festspielen, abgerufen am 24. Januar 2020
  21. ↑ Profil Enis Maci beim Berliner Gorki-Theater, abgerufen am 16. November 2018.
  22. ↑ Literaturpreis der deutschen Wirtschaft geht an Enis Maci.
  23. ↑ Maci, Enis. In: villa-concordia.de. Abgerufen am 24. Januar 2020.
  24. ↑ Auszeichnung fĂŒr Enis Maci. 8. September 2020, abgerufen am 9. September 2020.