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Track (GNSS)

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
(Weitergeleitet von GPS-Track)
Waypoints, Route und Track
Unterschiedliche Genauigkeiten in einer Ansammlung von Tracks von OpenStreetMap
Tracks eingefÀrbt nach Geschwindigkeit

Ein Track (engl. track: zurĂŒckgelegter Weg oder dessen Spuren) ist eine geordnete Liste von Punkten mit Koordinaten, die eine Strecke beschreiben. Zur Veranschaulichung wird oft der Vergleich mit den Brotkrumen genannt, die HĂ€nsel und Gretel verstreut haben, um ihren Weg zurĂŒckzufinden. Das GegenstĂŒck zu einem Track ist die Route, die eine geplante Strecke darstellt und aus einer Abfolge von (meist) eigenstĂ€ndigen Wegpunkten besteht.

Ist ein Track aus einer Aufzeichnung mit einem GNSS-EmpfĂ€nger wie GPS oder GLONASS entstanden, spricht man auch von Track Log (engl. fĂŒr Protokoll, vgl. Logbuch). In diesem Fall enthĂ€lt jede Koordinate zusĂ€tzlich Datum und Uhrzeit. Je nach verwendetem AufzeichnungsgerĂ€t wird außerdem die Höhe, Temperatur, Wassertiefe und Wassertemperatur gespeichert. Üblicherweise werden die Punkte in kurzen zeitlichen AbstĂ€nden aufgezeichnet, dabei können der Empfang und die Aufzeichnung auch auf zwei getrennten GerĂ€ten erfolgen, die per NMEA miteinander kommunizieren.

Mit dem Douglas-Peucker-Algorithmus können solche Tracks in der Nachbearbeitung auf die wesentlichen Punkte reduziert werden. Manche GerĂ€te speichern bei RichtungsĂ€nderungen (also in Kurven) mehr Trackpunkte als auf geraden Abschnitten. So lĂ€sst sich die zurĂŒckgelegte Strecke detailgenau aufzeichnen und zugleich Speicherplatz sparen.

Die Genauigkeit von aufgezeichneten Tracks ist begrenzt durch die Genauigkeit des EmpfĂ€ngers und das verwendete Aufzeichnungsintervall. DarĂŒber hinaus glĂ€tten manche GerĂ€te schnelle RichtungsĂ€nderungen, um „schönere“, von Rauschen befreite Tracks zu erhalten, und um ein permanentes Umherwandern der Position im Stillstand zu unterbinden. Ein weiterer Faktor ist die Verwendung von Koppelnavigation bei gestörtem Satellitenempfang.

Bei der Darstellung von Tracks werden die einzelnen Punkte in der Regel mit geraden Linien verbunden, damit die Strecke auch dann erkennbar ist, wenn die Punkte weit auseinanderliegen. Das ist hÀufig der Fall, wenn ein Track nicht aufgezeichnet, sondern am Computer gezeichnet wurde. Prinzipiell ist die Darstellung mit oder ohne unterlegte Karte möglich.

Tracks lassen sich in zahlreichen unterschiedlichen Datenformaten speichern. Zum Austausch ist GPX verbreitet, da es sehr viele Programme lesen und schreiben können. Auch das Google-eigene Format KML ist verbreitet.
Im Flugsport werden Tracks im IGC Format gespeichert, welches zusÀtzlich eine digitale Signatur enthÀlt, um FÀlschungssicherheit zu gewÀhrleisten.

Tracks können sowohl zu privaten Zwecken als auch professionell eingesetzt werden. Beim Auswerten eines aufgezeichneten Tracks erhĂ€lt man neben der zurĂŒckgelegten Strecke unter anderem auch das Geschwindigkeits- und das Höhenprofil.

Tracks dienen beispielsweise der Weitergabe einer schönen Fahrrad- oder Laufstrecke. Es gibt zahlreiche Websites, die dem Austausch von Tracks dienen. Ebenso werden mithilfe von Tracks Karten erstellt, insbesondere die kostenlose OpenStreetMap. FĂŒr WettkĂ€mpfe im Flugsport wie dem Online-Contest oder dem Paragliding World Cup sind Track Logs Belege bezĂŒglich der tatsĂ€chlich zurĂŒckgelegten Distanz respektive dem Umrunden von Bojen. Damit ersetzten die Track Logs die frĂŒher aufwĂ€ndige Flugdokumentation und Auswertung von Fotografien. ZusĂ€tzlich bieten sich so anderen Piloten die Möglichkeiten die FlĂŒge von Anderen nachzuvollziehen und so die eigene Flugtechnik zu verbessern.

WeiterfĂŒhrende Literatur

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  • M. Bauder: GPS-Erfassung und GIS-Analyse individueller PersonenmobilitĂ€t. Freiburger Dokumentenserver, 2011. (Download)
  • M. Bauder: Erfahrungen aus dem GPS-Tracking individueller MobilitĂ€t von Touristen. Konsequenzen fĂŒr die Weiterentwicklung als neue humangeographische Methode. In: J. Strobl, Th Blaschke, G. Griesebner (Hrsg.): Angewandte Geoinformatik 2012. BeitrĂ€ge zum 24. AGIT-Symposium Salzburg. Wichmann, 2012, S. 420–429.
  • H.-J. Weber: StĂ€dtetourismus in Berlin: Möglichkeiten zur GPS-basierten Verortung touristischer Praktiken. In: A. Zehrer, A. GrabmĂŒller (Hrsg.): Tourismus 2020+ interdisziplinĂ€r. ESV Verlag, 2012, S. 65–78.
  • H.-J. Weber, T. Freytag: Ströme touristischer MobilitĂ€t in Berlin. Karten, gepostet 16. MĂ€rz 2012 via@internationale interdisziplinĂ€re tourismuszeitschrift, 2012: http://www.viatourismreview.net/Carte1_DE.php
  • H.-J. Weber: Die Paradoxie des StĂ€dtetourismus: zwischen Massentourismus und IndividualitĂ€t: Eine Studie zu touristischen Praktiken und MobilitĂ€t unter Verwendung von GPS- und Fragebogendaten sowie ReisefĂŒhrerliteratur am Beispiel der Stadt Berlin. Mensch und Buch Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-86387-261-8.
  • H.-J. Weber, M. Bauder: Neue Methoden der MobilitĂ€tsanalyse: Die Verbindung von GPS-Tracking mit quantitativen und qualitativen Methoden im Kontext des Tourismus. In: Raumforschung und Raumordnung. 2013, Volume 71, Ausgabe 2, S. 99–113.