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Gaedel

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Gaedel Glas, auch Goidel Glas, (lateinisch Gathelus) ist eine Figur aus dem Lebor Gabála Érenn („Geschichte der Landnahme Irlands“) der keltischen Mythologie.

Scota (links) mit Goidel Glas auf der Reise von Ägypten (Scotichronicon von Walter Bower, Manuskript aus dem 15. Jh.)

Gaedel Glas gilt als Sohn des Nél und der Scota und Nachfahre Noahs. Er wird als der Stammvater der GÀlen und (Mit-)Schöpfer der Goidelischen Sprachen angesehen.

Nach der frĂŒhen irischen Chronik Lebor GabĂĄla Érenn war Scota die Tochter des Ă€gyptischen Pharaos Cingris, dessen Name nur in der irischen Mythologie vorkommt. Sie heiratete NĂ©l, den Sohn des Feinius Farsaidh, der babylonischer oder skythischer Herkunft war und nach dem Einsturz des Turms von Babel nach Skythien reiste. NĂ©l war Sprachgelehrter und wurde vom Pharao nach Ägypten eingeladen und mit Scota verheiratet. Aus ihrer Ehe ging Goidel Glas, der eponyme Vorfahre der GĂ€len, hervor. Dieser schuf die gĂ€lischen Sprachen, indem er zusammen mit Feinius Farsaidh und NĂ©l die besten Merkmale der nach der Babylonischen Sprachverwirrung vorhandenen 72 Sprachen kombinierte.

In einer volkstĂŒmlichen ErzĂ€hlung aus seiner Jugendzeit wird berichtet, dass Mose Goidel als Baby von einem Schlangenbiss geheilt habe und ihm versprach, er werde in ein Land auswandern, wo es keine Schlangen gebe.

In einer Vorgeschichte zum Lebor GabĂĄla Érenn wird Agnomain als Vater von Feinius Farsaidh genannt; er ist also als Ahnherr der Goidelen anzusehen. In dieser ErzĂ€hlung reisen die Goidelen vom Nordufer des Kaspischen Meeres ĂŒber die Maeotis-SĂŒmpfe (Asowsches Meer) und die Straße von Kertsch in den Pontus Euxinus („Schwarzes Meer“) und das Mittelmeer. Sie gelten als die Vorfahren der Söhne des MĂ­l EspĂĄne, der Milesier, der letzten und „gĂ€lischen“ Einwanderungswelle nach Irland, die die TĂșatha DĂ© Danann als Herrschervolk ablösen.

Der Sprachforscher O’Rahilly nennt in seinem Versuch, das Lebor GabĂĄla Érenn mit der modernen Forschung in Einklang zu bringen, die Goidelen als letzte Einwanderungswelle nach Irland. Sie sollen aus SĂŒdgallien gekommen sein und vom Stamm der Quariates („Kesselleute“)[1] abstammen – eine Herkunft von Goidel Glas wird nicht thematisiert. Diese Einwanderung setzt O’Rahilly zeitlich relativ kurz vor Caesars BritannienfeldzĂŒge an, nĂ€mlich zwischen 325 und 50 v. Chr. Als Vorfahren der Goidelen gelten bei ihm die Milesier.[2] Diese Theorie wird von der neueren Forschung verworfen, da es dafĂŒr keine archĂ€ologischen Nachweise gibt.[3]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Plinius der Ältere, Naturalis historia III,35.
  2. ↑ Thomas F. O’Rahilly: Early English History and Mythologie. Dublin 1946, S. 15 f, 229, 419 f.
  3. ↑ Helmut Birkhan: Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. S. 387 f.