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Handballregeln

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Die Handballregeln bestehen aus dem Regelwerk der Internationalen Handballföderation (IHF) und den an besonders gekennzeichneten Stellen davon erlaubten Abweichungen der NationalverbÀnde.

Die Regeln werden von der Regelkommission fĂŒr Handball der IHF im Abstand einiger Jahre angepasst, zuletzt mit Wirkung von Juli 2025.[1] Die Regeln beziehen sich auf das Verhalten aller Beteiligten (Spieler, Mannschaftsoffizielle, Zeitnehmer und SekretĂ€r sowie Handballschiedsrichter) wĂ€hrend des Spiels – dazu zĂ€hlen auch die Pausen – auf dem Spielfeld und die technischen Grundvoraussetzungen zum DurchfĂŒhren eines Handballspiels.

Geschichte der Handballregeln

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Grundregeln wurden erstmals 1898 in DÀnemark von Holger Louis Nielsen zusammengefasst und 1906 publiziert. In Deutschland fasste 1917 Karl Schelenz etwas anders und verfeinerte sie 1919 mit anderen SportfunktionÀren.

Nach den deutschen Regeln wurden ab 1925 internationale Spiele in Europa abgewickelt. 1926 nominierte die International Association of Athletics Federations ein Komitee zu deren Überarbeitung, nach denen Berlin die Olympischen Spiele 1936 und die IHF die Feld- und Hallen-Weltmeisterschaft 1938 organisierte, die danach alle drei bis vier Jahre stattfanden. Ab 1940 war Handball keine Olympiadisziplin, wurde aber 1972 (Olympischen Spiele in MĂŒnchen) auf Betreiben Skandinaviens und des Ostblocks als team handball wieder eingefĂŒhrt.

Insbesondere die Regeln 8 und 16, die die Strafen behandeln, wurden im Laufe der Zeit geĂ€ndert. Das geschah vor allem durch die RegelĂ€nderungen im Jahr 2010, als der Ausschluss abgeschafft und an seiner Stelle die Disqualifikation mit Bericht eingefĂŒhrt wurde. Ab Juli 2016 traten weitergehende Regelungen in Kraft, die unter anderem die Regelungen fĂŒr die letzten 30 Spielsekunden betreffen.

Das Regelwerk besteht aus:

  • Regel 1 bis 18
  • IHF-Handzeichen
  • ErlĂ€uterungen zu den Regeln
  • Auswechselraumreglement
  • Guidelines und Interpretationen
  • Richtlinien fĂŒr SpielflĂ€che und Tore

Nur an besonders gekennzeichneten Stellen dĂŒrfen die NationalverbĂ€nde Abweichungen von den Regeln erlassen, die dann Bestandteil der Regeln werden. Daneben können die NationalverbĂ€nde fĂŒr die DurchfĂŒhrung des Spielbetriebs weitere Bestimmungen festlegen. Im Bereich des DHB sind dies zum Beispiel:

Spielordnung (SpO)
Festlegung von Ligen, Spielberichtigungen, Regelung von SonderfÀllen (Ausbleiben der Schiedsrichter)
Schiedsrichterordnung (SrO)
Ausbildung sowie Rechte und Pflichten der Schiedsrichter
Rechtsordnung (RO)
Festlegen der Rechtsinstanzen und Sanktionsmöglichkeiten ĂŒber das gelaufene Spiel hinaus
Jugendordnung
ergĂ€nzende Bestimmungen fĂŒr die Organisation der Deutschen Handball-Jugend als Gemeinschaft aller Jugendlichen im DHB
Trainerordnung (TO)
Festlegen von Lizenzen und deren GĂŒltigkeitsbereich
Finanz-/GebĂŒhrenordnung (FGO)
Festlegen von Kosten fĂŒr bestimmte Leistungen des Verbandes
DurchfĂŒhrungsbestimmungen
Regelung von Auf-, Abstieg und Zusatzbestimmungen. FĂŒr jeden Unterverband (Regionalverband, Landesverband, Kreis) existiert eine entsprechende Regelung, da die örtlichen Gegebenheiten eine Anpassung erfordern.

Jeder Unterverband hat in bestimmten Bereichen das Recht, abweichende Regelungen von der DHB-Vorgabe zu machen.

GrundsÀtzliches

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Es spielen zwei Mannschaften gegeneinander, die aus maximal 14 Spielern bestehen. Dabei treten auf dem Feld 7 Spieler jeder Mannschaft gegeneinander an, wovon regelmĂ€ĂŸig 6 Feldspieler sind und ein Spieler TorhĂŒter ist. Ziel des Spiels ist es, den Ball ĂŒber die Torlinie des Gegners zwischen den Torpfosten und unter der Torlatte hindurchzubefördern. Damit der Torerfolg gĂŒltig ist, muss der Ball die Torlinie vollstĂ€ndig ĂŒberschritten haben und es darf unmittelbar vorher kein Regelverstoß der angreifenden Mannschaften stattgefunden haben. Die Mannschaft, die wĂ€hrend des Spiels die meisten Torerfolge erzielt, gewinnt.

Der Ball darf von den Feldspielern mit dem ganzen Körper gespielt werden, außer mit Unterschenkel und Fuß (Fußspiel). Wird der Ball absichtlich mit Fuß oder Unterschenkel berĂŒhrt, so wird eine progressive Strafe verhĂ€ngt. Erfolgt es ohne Absicht, das heißt, der Fuß geht nicht aktiv zum Ball, so gibt es nur einen Freiwurf fĂŒr die gegnerische Mannschaft. Ein Anwerfen des Abwehrspielers ohne dessen aktive Beteiligung ist nicht zu ahnden.

Jede Mannschaft besitzt einen Torwart, der den Ball innerhalb des eigenen Torraums auch mit dem Fuß bzw. dem Bein berĂŒhren darf, so lange er dies zur Abwehr tut, das heißt, wenn der Ball sich nicht in Richtung Spielfeld bewegt. Bewegt sich der Ball jedoch in Richtung der Seiten- oder Mittellinie und damit in Richtung des Spielfeldes, so ist eine Abwehr mit Fuß und Unterschenkel nicht erlaubt. Dieses Vergehen wird nur mit einem Freiwurf fĂŒr die angreifende Mannschaft sanktioniert, nicht aber mit einer progressiven Bestrafung des Torwartes.[2] Außerhalb des Torraums muss er sich wie ein normaler Feldspieler verhalten.

Wenn der Ball das Spielfeld verlĂ€sst, erhĂ€lt die Mannschaft, die den Ball nicht als letzte berĂŒhrt hat, den Ball. Wie der Ball wieder ins Spiel gebracht wird, hĂ€ngt davon ab, welche Linie er ĂŒberquert hat:

  • Seitenlinie: Einwurf
  • Torauslinie, aber kein Torerfolg: BerĂŒhrt ein Spieler der angreifenden Mannschaft oder der Torwart zuletzt den Ball, erfolgt ein Abwurf.

Bei einem gĂŒltigen Torerfolg erhĂ€lt die Mannschaft, gegen die das Tor erzielt wurde, einen Anwurf.

SpielflÀchen

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Skizze des Spielfeldes

Die SpielflĂ€che hat die Form eines Rechtecks (40 m × 20 m) und wird durch die Mittellinie in zwei HĂ€lften geteilt. In der Mitte der Schmalseiten befinden sich die Tore, vor diesen die jeweiligen TorrĂ€ume. Der Raum innerhalb der SpielflĂ€che, aber außerhalb der TorrĂ€ume, ist das Spielfeld.

GrundsĂ€tzlich gilt, dass alle Linien zu dem Raum gehören, den sie begrenzen. FĂŒr die Mittellinie bedeutet dies, dass sie zu beiden SpielfeldhĂ€lften gehört.

In AusnahmefÀllen kann in einem Nationalverband auch eine kleinere SpielflÀche zugelassen werden.

Die Beschaffenheit von SpielflĂ€che und Toren ist von der IHF in den „Richtlinien fĂŒr SpielflĂ€chen und Tore“[3] festgelegt.

Die Tore sind in der Regel im Lichten drei Meter breit und zwei Meter hoch. Sie mĂŒssen fest im Boden oder an der dahinter liegenden Wand verankert sein. Der Torrahmen muss ein Rechteck sein.

Die Torpfosten und die Querlatte, welche sie verbindet, mĂŒssen aus dem gleichen Material (zum Beispiel Holz oder Leichtmetall) bestehen und ein quadratisches Profil von 8 cm KantenlĂ€nge aufweisen. Die Kanten mĂŒssen abgerundet sein und einen Radius von 4±1 mm aufweisen. Die Torpfosten und die Querlatte mĂŒssen auf den drei von der SpielflĂ€che einzusehenden Seiten mit zwei deutlich kontrastierenden Farben gestrichen sein, die sich ebenfalls deutlich vom Hintergrund abheben.

In der Ecke zwischen Pfosten und Querlatte messen die Farbstreifen der Tore 28 Zentimater in jede Richtung und weisen dieselbe Farbe auf. Alle anderen Streifen mĂŒssen 20 Zentimater lang sein. Jedes Tor muss ein Netz haben, das sogenannte Tornetz. Dieses muss derart befestigt sein, dass ein in das Tor geworfener Ball normalerweise im Tor verbleibt oder nicht durch das Tor hindurchfliegen kann. Falls notwendig, kann – im Tor hinter der Torlinie – ein weiteres Netz angebracht werden. Die Entfernung zwischen der Torlinie und diesem weiteren Netz sollte ca. 70 Zentimater, mindestens aber 60 Zentimater betragen.

Vor den Toren befindet sich der Torraum. Er wird aus zwei Viertelkreisen mit einem Radius von sechs Metern um die jeweils innere hintere Ecke der Torpfosten und einer Linie parallel zur Torlinie in 6 Meter Abstand gebildet. Der Torraum darf von Feldspielern nicht betreten werden. Allerdings darf der Ball im Luftraum ĂŒber dem Torraum gespielt werden, das heißt, ein Angreifer darf vor der Torraumlinie abspringen und aus kurzer Distanz auf das Tor werfen, wobei der Ball die Hand verlassen haben muss, bevor dieser Spieler den Boden berĂŒhrt. Das Betreten des Torraums ohne Ball, um sich einen Vorteil zu verschaffen (zum Beispiel eine bessere Anspielposition), fĂŒhrt zu Ballverlust fĂŒr die Mannschaft des Spielers. Die Spielfortsetzung ist Abwurf.

Ein Betreten des Kreises durch einen Abwehrspieler wird in der Regel nur dann geahndet, wenn er sich zum Zwecke der Abwehr einen Vorteil verschafft. Verhindert er dabei eine klare Torgelegenheit, ist die Spielfortsetzung ein Siebenmeterwurf (Wiederherstellung der klaren Torgelegenheit).

Im Torraum befindet sich die 4-Meter-Linie. Diese hat nur beim Siebenmeterwurf eine Bedeutung. Der Torwart darf in diesem Fall nicht weiter als bis zu dieser Marke aus dem Tor herauskommen, wobei einzelne Körperteile in der Luft darĂŒber hinausragen dĂŒrfen.

Am 1. Juli 2022 wurde die Anwurfzone (unter Regel 1:9 mit Diagramm 1b) eingefĂŒhrt. Dabei wird in der Mitte der Mittellinie ein Kreis im Radius von 2 Metern eingefĂŒgt. Die Anwurfzone wird durch eine Kreislinie oder durch eine andere Farbe zum Spielfeld abgegrenzt.

Am 15. Mai 2022 beschloss der DHB-Bundesrat, dass auch in den Bundesligen, DHB-Ligen und in den Ligen der DHB-LandesverbĂ€nde und deren Untergliederungen, die Anwurfzone obligatorisch werden soll. Das wurde in der DHB-Zusatzbestimmung festgelegt, welche in Regel 1:9 eingefĂŒgt wird. Bereits vorhandene Kreise in der Mitte der Mittellinie, die einen Durchmesser von drei bis vier Meter haben, werden in den Bereich der LandesverbĂ€nde und deren Untergliederungen als Anwurfzone angesehen. Sollte kein Kreis vorhanden sein, muss eine entsprechende FlĂ€che gekennzeichnet werden. Ein vollstĂ€ndiger Kreis oder eine vollstĂ€ndige FlĂ€che ist dabei nicht erforderlich.[4]

An einer LĂ€ngsseite der SpielflĂ€che befindet sich zu beiden Seiten der Mittellinie, außerhalb der SpielflĂ€che, fĂŒr jede Mannschaft ein Auswechselraum, in dem sich die Offiziellen, die ErgĂ€nzungsspieler und gegebenenfalls hinausgestellte Spieler aufhalten. Ein Wechsel zwischen Auswechselraum und Spielfeld darf nur ĂŒber die Auswechsellinie erfolgen, die von der Mittellinie aus jeweils 4,50 m lang ist.

Team-Time-out in einem Bundesligaspiel

Die normale Spielzeit fĂŒr alle Mannschaften ab 16 Jahren (A-Jugend, Erwachsene) betrĂ€gt 2 × 30 Minuten mit einer Pause von normalerweise 10 Minuten. FĂŒr Jugendmannschaften ist die Spielzeit wie folgt reduziert:

  • 2 × 25 Minuten bei einem Alter von 12 bis 16 Jahre (C- und B-Jugend)
  • 2 × 20 Minuten bei einem Alter von 8 bis 12 Jahre (bis einschließlich D-Jugend)

Bei Spielen, bei denen eine Entscheidung herbeigefĂŒhrt werden muss (zum Beispiel Turniere oder DHB-Pokal), gibt es bei Unentschieden nach einer Pause von 5 Minuten VerlĂ€ngerung von 2 × 5 Minuten, mit einer Halbzeitpause von 1 Minute. Steht es nach der 1. VerlĂ€ngerung immer noch unentschieden, wird nach einer weiteren Pause von 5 Minuten eine 2. VerlĂ€ngerung mit selbem Ablauf wie bei der 1. VerlĂ€ngerung durchgefĂŒhrt. Ist auch dann noch keine Entscheidung gefallen wird diese mit einem Siebenmeterwerfen herbeigefĂŒhrt, hier gilt zunĂ€chst die Best-of-5-Regel. Sollte dann immer noch kein Sieger feststehen, wird abwechselnd geworfen, bis eine Entscheidung fĂ€llt. Am Siebenmeterwerfen dĂŒrfen nur Spieler teilnehmen, die nach dem Ende der zweiten VerlĂ€ngerung nicht hinausgestellt sind oder wĂ€hrend des Spiels disqualifiziert wurden.

Das Vorwarnzeichen «passives Spiel», angezeigt vom Schiedsrichter

Die Regel zum Passiven Spiel verfolgt das Ziel, unattraktive Spielweisen wie das gezielte Verzögern zu unterbinden und den Spielfluss am Laufen zu halten. Der Schiedsrichter erhÀlt das Recht, der verteidigenden Mannschaft den Ballbesitz zu geben, falls er den Eindruck bekommt, dass die angreifende Mannschaft nicht erkennbar versucht, ein Tor zu erzielen.

Erkennt ein Schiedsrichter (Feld- oder Torschiedsrichter) eine Entwicklung zu passivem Spiel, hebt er den Arm, um anzuzeigen (Vorwarnzeichen), dass ein gezieltes Herausspielen einer Torwurfgelegenheit nicht erkennbar ist. Die angreifende Mannschaft hat daraufhin 4 PĂ€sse Zeit (falls innerhalb der 4 PĂ€sse kein Versuch des Torabschlusses erkennbar ist, kann der Schiedsrichter auch frĂŒher eingreifen), um zum Torabschluss zu kommen, falls sie das in der Zeit nicht schafft, entscheidet einer der beiden Schiedsrichter auf passives Spiel und die verteidigende Mannschaft erhĂ€lt den Ball. Das Anzeigen des passiven Spiels bleibt nach einem Einwurf oder Freiwurf bestehen. Einzig eine progressive Strafe gegen das verteidigende Team oder ein Wurf mit Kontakt zum Tor oder Torwart hebt das Vorwarnzeichen auf.

Diese Regel sorgt nicht selten fĂŒr Diskussionen wĂ€hrend eines Spiels, da es, anders als zum Beispiel beim Basketball, wo die Dauer eines Spielzugs durch die 24-Sekunden-Uhr vorgegeben ist, einzig und allein dem subjektiven Empfinden des Schiedsrichters unterliegt, zu entscheiden, wann eine Mannschaft passiv spielt. Etwas Abhilfe verschafft eine RegelĂ€nderung, die seit dem 1. Juni 2016 in Kraft ist: nach dem Anzeigen des Warnzeichens sind nur noch sechs PĂ€sse erlaubt — so ist zumindest die letzte und kritische Phase des passiven Spiels fĂŒr Spieler und Publikum nachvollziehbar. Ab dem 1. Juli 2022 sind nur noch vier PĂ€sse erlaubt. Wenn die vier PĂ€sse aufgebraucht sind und es nun eine formelle Spielfortsetzung (wie Einwurf, Freiwurf) gibt, wird ein zusĂ€tzlicher Pass gewĂ€hrt.

Wird kein Versuch unternommen ein Tor zu erzielen oder ein Angriff mit dem Ball zu starten, kann auch sofort auf passives Spiel erkannt werden, ohne dass zuvor ein Vorwarnzeichen gegeben wurde oder die 4 PÀsse schon verbraucht sind. Dies wird in Regel 7:11 und 7:12, sowie in ErlÀuterung 4, definiert.[5][6]

Siebenmeterwerfen zum HerbeifĂŒhren einer Entscheidung

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Jede Mannschaft benennt fĂŒnf Spieler, die im Wechsel auf eines der Tore werfen. Das Tor wird vor dem Siebenmeterwerfen von den Schiedsrichtern ausgewĂ€hlt. Durch Los wird ebenfalls vor Beginn des Siebenmeterwerfens entschieden, wer als erster wirft.

Steht es nach dem ersten Durchgang weiter unentschieden, so wird das Siebenmeterwerfen wie folgt fortgesetzt:

  • Es beginnt die Mannschaft, die das erste Siebenmeterwerfen nicht begonnen hatte.
  • Jede Mannschaft kann andere Werfer benennen.
  • Das Siebenmeterwerfen ist beendet, wenn nach einem Wurfwechsel eine Mannschaft in FĂŒhrung liegt.

Die TorhĂŒter dĂŒrfen jederzeit wĂ€hrend des Siebenmeterwerfens ausgewechselt werden. Im Gegensatz zum Siebenmeter in der regulĂ€ren Spielzeit (inkl. VerlĂ€ngerung) gibt es beim Siebenmeterwerfen keinen Nachwurf. Sollte der Ball jedoch von Pfosten oder Latte auf den Torwart zurĂŒckprallen und dann ins Tor gehen, zĂ€hlt das Tor.

Time-out und Team-Time-out

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GemĂ€ĂŸ Regel 2:8 haben die Schiedsrichter auf Time-out zu entscheiden, wenn:

  • eine Hinausstellung oder Disqualifikation verhĂ€ngt wird
  • der Zeitnehmer oder der Delegierte pfeift
  • die Schiedsrichter sich entsprechend der Regel 17:7 beraten mĂŒssen und
  • Wenn ein Antrag auf Team-Time-out bestĂ€tigt wird.

Die Schiedsrichter können nach eigenem Ermessen die Spielzeit unterbrechen. Beim Siebenmeter soll bei einer besonderen Verzögerung, zum Beispiel bei einem Torwartwechsel, auf Time-out entschieden werden.

Team-Time-out-Buzzer wÀhrend des DHB-Final4 der Frauen 2023

Jede Mannschaft hat jeweils einmal pro Halbzeit der regulĂ€ren Spielzeit das Recht auf ein Team-Time-out (TTO) (dt.: „Auszeit“) von einer Minute Dauer. Dieses Recht kann sie nur nutzen, wenn sie in Ballbesitz ist. Das TTO wird durch den Mannschaftsverantwortlichen beantragt, indem er eine grĂŒne Karte, die mit einem „T“ versehen ist, dem Zeitnehmer ĂŒbergibt oder vor ihn auf den Tisch von Zeitnehmer und SekretĂ€r legt.[7] Alternativ ist bei einigen Turnieren auch ein Buzzer möglich, der zu drĂŒcken ist, statt eine Karte zu legen. Dieser unterbricht das Spiel automatisch mittels Hupe und startet die Anzeige der Auszeit.

GemĂ€ĂŸ dem Hinweis in Regel 2:10 können IHF, die Kontinental- und NationalverbĂ€nde auch Abweichungen erlassen und ein drittes Team-Time-out zulassen. Hierbei darf in einer Halbzeit maximal zweimal ein Team-Time-out beantragt werden. In der Saison 2012/13 wurde diese Regelung in den Wettbewerben auf europĂ€ischer Ebene und in den beiden Handball-Bundesligen eingefĂŒhrt.[8]

Der Zeitnehmer unterbricht sofort das Spiel mit einem akustischen Signal (Hupe, Sirene oder Pfeife) – wenn die das TTO beantragende Mannschaft in Ballbesitz ist – und hĂ€lt die Zeit an. Nach 50 Sekunden zeigt der Zeitnehmer durch ein akustisches Signal an, dass das Spiel in zehn Sekunden mit dem der Situation zum Zeitpunkt der Unterbrechung entsprechenden Wurf fortzusetzen ist.[9]

Sollten die Schiedsrichter den Pfiff des Zeitnehmers nicht hören, wird die Zeit dennoch angehalten. Der gesamte Spielverlauf ab dem Pfiff ist ungĂŒltig, es werden keine Tore gezĂ€hlt, nur persönliche Strafen bleiben erhalten. Das Spiel wird an der Stelle fortgesetzt, an dem sich der Ball zum Zeitpunkt des Pfiffs befand.

Beim Team-Time-out werden gewöhnlich Spieltaktiken besprochen. HĂ€ufig wird das TTO aber auch nur aus rein taktischen GrĂŒnden genommen, um den Spielfluss der gegnerischen Mannschaft zu unterbrechen. Es gibt in unteren VerbĂ€nden auch Spielklassen, in denen das TTO untersagt ist.

Das SpielgerĂ€t fĂŒr Handball

Der Spielball besteht aus einer luftgefĂŒllten Leder- oder KunststoffhĂŒlle. Es werden drei GrĂ¶ĂŸen verwendet, dessen Umfang und Gewicht bis Ende Juni 2022 fĂŒr geharzte und nicht geharzte BĂ€lle gilt:

GrĂ¶ĂŸe Mannschaften Umfang [cm] Gewicht [g]
III MĂ€nner und mĂ€nnliche Jugend ab U16 (mA-Jgd.) 58–60 425–475
II Frauen, mĂ€nnl. Jugend ab U13 (mC+mB-Jgd.) und weibl. Jugend ab 14 (wB+wA-Jgd.) 54–56 325–375
I Jugend ab U11 (mE, mD, wE, wD, wC-Jugend) 50–52 290–330

Ab dem 1. Juli 2022 werden die BĂ€lle gemĂ€ĂŸ Regel 3:2 in folgenden Umfang und Gewicht aufgeteilt:

GrĂ¶ĂŸe Mannschaften Ball mit Harz Ball ohne Harz
Umfang [cm] Gewicht [g] Umfang [cm] Gewicht [g]
III MĂ€nner und mĂ€nnliche Jugend ab U16 (mA-Jgd.) 58–60 425–475 55,5–57,5 400–425
II Frauen, mĂ€nnl. Jugend ab U13 (mC+mB-Jgd.) und weibl. Jugend ab 14 (wB+wA-Jgd.) 54–56 325–375 51,5–53,5 300–325
I Jugend ab U11 (mE, mD, wE, wD, wC-Jugend) 50–52 290–330 49–51 290–315

GrĂ¶ĂŸe und Gewicht fĂŒr BĂ€lle im „Mini-Handball“ sind in der IHF-Regel nicht festgelegt. Die inoffizielle GrĂ¶ĂŸe des Minihandball betrĂ€gt 48 cm Umfang (IHF-GrĂ¶ĂŸe 0).[5]

Der DHB-Bundesrat hat am 15. Mai 2022 auch zu dieser Regel eine DHB-Zusatzbestimmung eingefĂŒhrt. So sollen im DHB-Spielbetrieb SpielbĂ€lle der Kategorie a) verwendet werden (das sind BĂ€lle mit Harz, nur hier soll eventuell ohne Harz gespielt werden. Der DHB will deshalb eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema einsetzen). Folgende BallgrĂ¶ĂŸen werden eingesetzt:

  • IHF-GrĂ¶ĂŸe 1 fĂŒr die weibliche Jugend (10 bis 14 Jahre) und mĂ€nnliche Jugend (10 bis 12 Jahre). Dabei soll der Ballumfang 50 bis 52 Zentimeter betragen. Der Ball darf nicht weniger als 290 und nicht mehr als 330 Gramm wiegen.
  • IHF-GrĂ¶ĂŸe 0 fĂŒr weibliche und mĂ€nnliche Jugend (8 bis 10 Jahre). Der Ballumfang soll 46 bis 48 Zentimeter betragen. Außerdem darf der Ball nicht mehr als 260 Gramm wiegen.[4]

Leitung des Spiels

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Schiedsrichter (links) mit Kampfgericht

Jedes Spiel wird normalerweise von zwei Schiedsrichtern geleitet, die die Einhaltung der Regeln ĂŒberwachen. Spiele der unteren JahrgĂ€nge (Mini bis C-Jugend), sowie in unteren Spielklassen der oberen JahrgĂ€nge (B-, A-Jugend und Aktive) werden meist nur von einem Schiedsrichter geleitet. Sie haben das Recht, den Spielablauf jederzeit zu unterbrechen, falls eine Regelverletzung stattgefunden hat. Ihre Entscheidungen ĂŒber Spielsituationen sind fĂŒr beide Mannschaften bindend (sog. „Tatsachenentscheidung“). Dabei kommt der eine als Torschiedsrichter, der andere als Feldschiedsrichter zum Einsatz, jeweils mit eigenem Aufgabenbereich je nach Aufstellung der Mannschaften und Spielsituation.

Die Schiedsrichter zĂ€hlen die Tore, Strafen und sind letzte Instanz bei Unklarheiten ĂŒber die Spielzeit.

UnterstĂŒtzt werden die Schiedsrichter durch ein Kampfgericht, das sich aus Zeitnehmer und SekretĂ€r zusammensetzt, in höherklassigen Spielen kommen noch Technische Delegierte der VerbĂ€nde zum Einsatz, die die Arbeit des Kampfgerichts ĂŒberprĂŒfen und bei Vergehen der „Bank“ auch ins Spiel eingreifen dĂŒrfen.

Der SekretĂ€r fĂŒhrt das Spielprotokoll, in dem Torfolge und Strafen notiert werden. Änderungen an der Spielerliste werden von ihm bei Bedarf vorgenommen.

Der Zeitnehmer ĂŒberprĂŒft die Spielzeit und sorgt dafĂŒr, dass die öffentliche Zeitmessanlage auf Anforderung angehalten bzw. fortgesetzt wird. Zudem ist er zustĂ€ndig fĂŒr die Einhaltung der Strafzeiten und die Dauer des Team-Time-out.

Gemeinsam kontrollieren die Kampfrichter die Spieleranzahl und achten auf Fehler bei Ein- und Auswechselungen. Sie mĂŒssen die Schiedsrichter darĂŒber informieren, die dann Sanktionsmöglichkeiten haben.

Vorteilsgedanke

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Bei der Spielleitung steht immer der Spielfluss im Vordergrund: Bei Regelwidrigkeiten der abwehrenden Mannschaft wird das Spiel nicht sofort unterbrochen, sondern abgewartet, ob sich eine Torgelegenheit fĂŒr die Angreifer ergibt. Strafen können und sollen nachtrĂ€glich gegeben werden, dabei fĂŒhrt ein Fehlverhalten der Angreifer zu einem sofortigen Erlöschen des Vorteils, nicht aber zum Verfall der Strafen.

HÀlt beispielsweise ein Spieler bei einem Einwurf den Abstand zum Einwerfenden nicht ein, der Schiedsrichter erkennt aber, dass ein Angreifer in guter Position steht, angespielt wird und ein Tor erzielt. Noch vor dem Anwurf wird der fehlbare Spieler der Verteidiger mit einer gelben Karte (oder der entsprechenden folgenden) bestraft, und das Tor zÀhlt.

RegelverstĂ¶ĂŸe

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GrundsĂ€tzlich sollen Schiedsrichter eine progressive Linie aufbauen, das heißt die Strafen aufeinander aufbauen lassen. Zuerst sollte eine gelbe Karte gezeigt oder eine Mannschaft einmalig ermahnt werden, dann folgen die hĂ€rteren Strafen bis hin zur Disqualifikation. Mehrere VerstĂ¶ĂŸe in derselben Situation fĂŒhren zur hĂ€rtesten Strafe.

Die Progression muss nicht um jeden Preis eingehalten werden, fĂŒr entsprechende Vergehen kann direkt zu hĂ€rteren Strafen gegriffen werden.

Vergehen können wĂ€hrend der eigentlichen Spielzeit, wĂ€hrend der Pause und vor dem Spiel geahndet werden, wobei vor dem Spiel ausgesprochene Strafen bis zur Disqualifikation reichen, aber keine Auswirkungen auf das Spiel haben: Die bestrafte Mannschaft darf sich komplettieren und muss nicht in Unterzahl beginnen. FĂŒr Vergehen nach dem Spiel ist nur ein schriftlicher Bericht an die entsprechende Instanz möglich.

Die Verwarnung wird mit der Gelben Karte angezeigt

Die Verwarnung wird durch eine gelbe Karte fĂŒr Zeitnehmer/SekretĂ€r und den betreffenden Spieler angezeigt und hat prinzipiell keine Auswirkungen auf das momentane Spielgeschehen, außer dass der nĂ€chste Wurf angepfiffen werden muss. Jeder Spieler soll nur einmal verwarnt werden, danach folgt selbst fĂŒr ein Ă€hnliches Vergehen eine Hinausstellung. Gegen eine Mannschaft sollten nicht mehr als drei Verwarnungen, gegen Offizielle nicht mehr als eine Verwarnung ausgesprochen werden.[10]

Vergehen, die mit Verwarnung bestraft werden können, sind

  • Entreißen oder Herausschlagen des Balles aus den HĂ€nden
  • Sperren oder WegdrĂ€ngen mit Armen, HĂ€nden oder Beinen
  • Klammern oder Festhalten an/von Körper oder Spielkleidung
  • Anstoßen, Anrennen oder Anspringen

Aktionen, die primĂ€r gegen den Körper und nicht gegen den Ball gehen, sind mit Verwarnung zu bestrafen. Da körperlicher Einsatz gegen den Gegenspieler jedoch zum normalen Handballspiel gehört, muss ein körperliches Vergehen mit einer gewissen IntensitĂ€t erfolgt sein, um bestrafungswĂŒrdig zu sein.

Mit einer Verwarnung zu bestrafen ist unsportliches Verhalten, beispielsweise:

  • Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung
  • verbale und nonverbale Versuche, den Schiedsrichter zu beeinflussen
  • einen anderen Spieler verbal oder nonverbal zu stören oder zu behindern (z. B. Anschreien, um ihn abzulenken)
  • Verzögerung einer WurfausfĂŒhrung der gegnerischen Mannschaft (Nichteinhalten des 3-m-Abstandes etc.)
  • Schauspielerei, um ein Vergehen vorzutĂ€uschen, eine Spielzeitunterbrechung zu bewirken oder eine Strafe zu provozieren
  • aktives Abwehren von WĂŒrfen oder PĂ€ssen mit Fuß oder Unterschenkel (Schließen der Beine aus Reflex wird nicht bestraft)
  • wiederholtes Betreten des Torraums aus taktischen GrĂŒnden
Zwei-Minuten-Zeitstrafe

Obige Vergehen, die sich nach Verwarnung (oder Aufbrauch des Karten-Kontingents) wiederholen, werden mit der nĂ€chsten Stufe der Progression bestraft. Das fĂŒhrt zu einer Reduzierung der Anzahl der Spieler der betroffenen Mannschaft auf der SpielflĂ€che fĂŒr zwei Minuten.

Des Weiteren werden in folgenden Situationen sofort Hinausstellungen ausgesprochen, wenn ein Spieler die GefÀhrdung eines Gegenspielers in Kauf nimmt:

  • Vergehen bei hoher Laufgeschwindigkeit oder mit hoher IntensitĂ€t
  • den Gegenspieler lĂ€ngere Zeit festhalten oder zu Boden ziehen
  • Vergehen gegen Kopf, Hals oder Nacken
  • starker Schlag gegen den Körper oder gegen den Wurfarm
  • der Versuch, den Gegenspieler aus der Körperkontrolle zu bringen
  • mit hoher Geschwindigkeit in den Gegenspieler hineinlaufen oder -springen

In folgenden Situationen wird ebenfalls eine Hinausstellung ausgesprochen:

  • bei einem Wechselfehler
  • nach einer Disqualifikation
  • bei unsportlichem Verhalten, wie
    • lautstarkem Protest, intensivem Gestikulieren und provokativem Verhalten
    • bei einer Entscheidung gegen die eigene Mannschaft den Ball nicht sofort niederlegen
    • beim Blockieren des Balls im Auswechselraum
    • Wurf des Balls gegen den Kopf des Torwarts in einer offenen Spielsituation (es darf kein Verteidiger zwischen Torwart und Werfer sein), dabei muss der Kopf zuerst Kontakt mit dem Ball haben. Prallt der Ball vom Körper gegen den Kopf, gibt es keine Strafe. (Am 1. Juli 2022 eingefĂŒhrt.)

Eine Hinausstellung wird dem Spieler oder Offiziellen und dem Zeitnehmer/SekretÀr durch Hochhalten des gestreckten Armes mit zwei erhobenen Fingern angezeigt.

Wird ein Spieler zum dritten Mal hinausgestellt, wird gegen den betreffenden Spieler zusÀtzlich eine Disqualifikation ohne Bericht durch zusÀtzliches Zeigen der roten Karte ausgesprochen.

Gegen die Offiziellen einer Mannschaft darf nur einmal auf Hinausstellung erkannt werden. Dabei muss die Mannschaft um einen Spieler fĂŒr die Zeit von 2 Minuten reduziert werden. Der bestrafte Offizielle ist trotz Hinausstellung teilnahmeberechtigt und darf seiner TĂ€tigkeit weiter nachgehen.

Disqualifikation

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Die Disqualifikation wird mit der Roten Karte angezeigt

Seit der RegelÀnderung 2016 gibt es drei Arten der Disqualifikation:

  • Disqualifikation ohne schriftlichen Bericht
  • Disqualifikation mit schriftlichem Bericht
  • Disqualifikation und Siebenmeter (in den meisten FĂ€llen ohne Bericht, jedoch auch mit Bericht möglich)

Eine Disqualifikation wird dem Kampfgericht und dem fehlbaren Spieler/Offiziellen durch eine rote Karte angezeigt. Entscheidet der Schiedsrichter auf Disqualifikation mit Bericht, wird dies seit dem 1. Juli 2016 nach dem Zeigen der Roten Karte mit der Blauen Karte angezeigt und muss nicht mehr wie frĂŒher mĂŒndlich deklariert werden.[11] Die Disqualifikation gilt fĂŒr den Rest der Spielzeit. Der Spieler/Offizielle muss sofort die SpielflĂ€che und den Auswechselraum verlassen. Er darf in keiner Form mehr Kontakt zur Mannschaft haben. Die Mannschaft wird um einen Spieler auf der SpielflĂ€che reduziert, darf aber nach zwei Minuten wieder mit einem Spieler auffĂŒllen. Eine Disqualifikation ohne schriftlichen Bericht hat keine weiteren Folgen.

Eine Disqualifikation ohne schriftlichen Bericht wird gegeben bei:

  • gesundheitsgefĂ€hrdenden Angriffen:
    • eine Aktion gegen den Gegner, die dessen Verlust der Körperkontrolle im Lauf, Sprung oder wĂ€hrend der WurfausfĂŒhrung verursacht
    • eine aggressive Aktion gegen ein Körperteil des Gegners, insbesondere Gesicht, Hals, Nacken
    • rĂŒcksichtsloses Verhalten beim Vergehen
  • grob unsportlichem Verhalten:
    • demonstratives Wegwerfen oder -schlagen des Balls nach einer Schiedsrichterentscheidung
    • demonstratives Verweigern des Torwarts, einen Siebenmeter zu halten
    • den Ball wĂ€hrend einer Spielunterbrechung absichtlich auf einen Gegner werfen (kann auch als besonders grob unsportlich gewertet werden)
    • das Treffen des Kopfes des Torwartes beim Siebenmeter, wenn der den Kopf nicht Richtung Ball bewegte
    • das Treffen eines Abwehrspielers am Kopf beim Freiwurf, wenn dieser den Kopf nicht Richtung Ball bewegte

Seit der RegelĂ€nderung 2010 wird auch ein Torwart disqualifiziert, der bei einem Gegenstoß den Ball abfangen möchte und einen Zusammenprall zwischen sich und dem Angriffsspieler bewirkt. StĂŒrmerfoul gibt es in dieser Situation nicht, außer der Schiedsrichter erkennt klar, dass der Angreifer mit diesen Zusammenstoß eine Disqualifikation provozierte.

Eine Disqualifikation mit schriftlichem Bericht wird gegeben bei:

  • besonders rĂŒcksichtslosem oder besonders gefĂ€hrlichem Vergehen
  • vorsĂ€tzlicher oder arglistiger Aktion ohne jeden Bezug zur Spielhandlung
  • besonders grob unsportlichem Verhalten, darunter fĂ€llt beispielsweise:
    • verbale oder nonverbale Beleidigung oder Bedrohung einer anderen Person (Spieler, Offizielle, Schiedsrichter, Zeitnehmer, SekretĂ€r, Zuschauer etc.)
    • das Eingreifen eines Offiziellen ins Spielgeschehen
    • das Vereiteln einer klaren Torgelegenheit durch einen Spieler, der unerlaubt das Spielfeld betritt

Die GrĂŒnde fĂŒr eine Disqualifikation werden im Spielprotokoll dargelegt.

Eine Disqualifikation mit Siebenmeter wird gegeben, wenn:

  • die letzten 30 Sekunden der zweiten Halbzeit (und/oder in der VerlĂ€ngerungsphase der zweiten Halbzeit) laufen und
  • wenn die Spielzeit nicht unterbrochen wurde und
  • die abwehrende Mannschaft ein Vergehen begeht, welches auch in der restlichen Spielzeit direkt zur Disqualifikation (Foul oder Unsportlichkeit) gefĂŒhrt hĂ€tte oder
  • die abwehrende Mannschaft, falls der Ball nicht im Spiel ist, durch ein unsportliches Vergehen, welches in der restlichen Spielzeit zur Hinausstellung fĂŒhrt, eine WurfausfĂŒhrung verhindert.

Die Strafe kann mit den normalen Bestimmungen mit einem schriftlichen Bericht kombiniert werden. Falls vor dem Pfiff des Schiedsrichters schon ein Tor erzielt wurde, entfÀllt der Siebenmeter.

AusfĂŒhrung von WĂŒrfen

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Alle WĂŒrfe, die nach einer Spielunterbrechung auszufĂŒhren sind, haben folgendes gemeinsam:

  • Der Wurf muss von der richtigen Stelle ausgefĂŒhrt werden, dabei gibt es aber je nach Entfernung zum Tor bis zu drei Meter Toleranz (am eigenen Torraum).
  • Der Ball muss sich in der Hand des Werfers befinden.
  • Ein Fuß muss permanent den Boden berĂŒhren (außer beim Abwurf).
  • Sobald der Ball die Hand verlassen hat, ist der Wurf ausgefĂŒhrt (außer beim Abwurf).
  • Jeder Wurf kann zu einem Tor fĂŒhren (Der Abwurf kann aber zu keinem Eigentor fĂŒhren.)
  • Andere Spieler mĂŒssen ihre korrekte Position behalten, bis der Wurf ausgefĂŒhrt ist (außer Anwurf).
  • Der Wurf muss angepfiffen werden, wenn
    • Stellungen von Spielern korrigiert wurden
    • eine Strafe oder Ermahnung ausgesprochen wurde
    • die Zeit angehalten wurde
    • immer bei Anwurf und 7-Meter-Wurf
  • Nach einem Anpfiff werden Fehler nicht mehr korrigiert, sondern fĂŒhren zu
    • einem Freiwurf, wenn die ballbesitzende Mannschaft einen Fehler begeht
    • einem Freiwurf, wenn die nicht-ballbesitzende Mannschaft einen Fehler begeht und der ballbesitzenden ein Nachteil entsteht

Zu Beginn jeder Halbzeit und nach Torgewinn ist ein Anwurf auszufĂŒhren. DafĂŒr mĂŒssen sich Ball und ausfĂŒhrender Spieler in der Anwurfzone befinden. Er muss aber einen Fuß in der Anwurfzone haben und darf nicht mit irgendeinem Körperteil die Anwurfzonenlinie ĂŒberschreiten, bis der Anwurf ausgefĂŒhrt ist. Auch seine Mitspieler dĂŒrfen sich frei in der Anwurfzone bewegen, auch in der gegnerischen HĂ€lfte. Gegenspieler dĂŒrfen sich außerhalb der Anwurfzone aufhalten. Allerdings darf nicht die Begrenzung der Anwurfzone, der Ball oder der ausfĂŒhrende Spieler berĂŒhrt werden. Die Mitspieler dĂŒrfen unmittelbar nach Anpfiff in die gegnerische HĂ€lfte laufen; der Anwerfende hat nach dem Pfiff drei Sekunden Zeit, um den Anwurf auszufĂŒhren. Bis zur AusfĂŒhrung darf er beliebig viele Schritte mit dem Ball in der Hand machen.

Auf Einwurf wird entschieden, wenn der Ball die Seitenlinie vollstĂ€ndig ĂŒberquert hat oder wenn ein Feldspieler der abwehrenden Mannschaft den Ball zuletzt berĂŒhrt hat, bevor dieser die Torauslinie seiner Mannschaft ĂŒberquert hat. FĂ€lschlicherweise wird dies auch oft als „Ecke“ bezeichnet. Das Regelwerk definiert aber beide FĂ€lle als Einwurf; den Wurf Ecke gibt es beim Handball nicht. Hat der sich in seinem Torraum befindliche Torwart den Ball zuletzt berĂŒhrt, bevor er die Torauslinie ĂŒberquert, dann ist auf Abwurf zu entscheiden. Wenn der Ball die Decke oder ĂŒber der SpielflĂ€che befestigte Vorrichtungen berĂŒhrt, ist ebenfalls auf Einwurf zu entscheiden. Beim Einwurf muss ein Fuß auf der Linie sein, der andere darf inner- oder außerhalb des Feldes gesetzt werden. Hier gilt ein Abstand von drei Metern, außer die Gegenspieler stehen an ihrer Torraumlinie, die Mitspieler des Werfers dĂŒrfen sich auf dem ganzen Feld aufhalten.

Beim Abwurf kann kein Eigentor erzielt werden und er gilt erst als ausgefĂŒhrt, wenn der Ball die Torraumlinie ĂŒberschritten hat, die Gegenspieler mĂŒssen den obligatorischen 3-Meter-Abstand nicht einhalten.

Eine Regelwidrigkeit, die nĂ€her als neun Meter vom gegnerischen Tor zum Freiwurf fĂŒhrt, wird an der gestrichelten 9-Meter-Linie ausgefĂŒhrt, ansonsten am Ort des Vergehens. WĂ€hrend der AusfĂŒhrung mĂŒssen Werfer und alle seine Mitspieler außerhalb des 9-Meter-Raumes stehen und auch dort bleiben, bis der Ball die Hand des Werfers verlassen hat.

Eine Besonderheit ist ein Freiwurf, der nach dem Schluss- oder Halbzeitsignal ausgefĂŒhrt wird (Regelwidrigkeit kurz vor Spielende/Halbzeit). Die abwehrende Mannschaft darf nicht mehr wechseln, die Angreifer genau einen Spieler. Beim AusfĂŒhren darf nur der Werfer am Wurfort stehen, seine Mitspieler mĂŒssen drei Meter Abstand von ihm halten.

Ein Siebenmeterwurf

Dieser Wurf stellt eine regelwidrig genommene klare Torgelegenheit wieder her: Wenn der Werfer ungehindert zum Wurf kam und durch ein Foul oder Betreten des Torraums an einem Erfolg gehindert wurde, mĂŒssen die Schiedsrichter wieder Chancengleichheit herstellen. Dabei stellt sich der Werfer vor die 7-Meter-Markierung (er darf dabei bis zu einem Meter davor stehen) und fĂŒhrt den Wurf nach Anpfiff aus. Der Torwart darf bis zur 4-Meter-Markierung gehen und Gliedmaßen in der Luft auch darĂŒber halten. Alle anderen Spieler positionieren sich außerhalb der 9-Meter-Linie, mit mindestens 3 Meter Abstand zum SchĂŒtzen und dĂŒrfen diesen Raum erst betreten, nachdem der Ball die Hand des SchĂŒtzen verlassen hat. VerstĂ¶ĂŸt ein Spieler gegen diese Regel, gibt es mehrere Möglichkeiten:

Angreifer, Ball vorbei oder gehalten
Spiel wird mit Abwurf fortgesetzt
Angreifer, Ball geht ins Tor
Freiwurf fĂŒr die abwehrende Mannschaft
Verteidiger, Ball vorbei oder gehalten
Wiederholung des 7-Meter-Wurfs
Verteidiger, Ball geht ins Tor
Tor zÀhlt, Spiel wird mit Anwurf fortgesetzt

IHF-Handzeichen

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Im Handball existieren 17 offizielle Handzeichen. Der Schiedsrichter zeigt bei einem Pfiff unterstĂŒtzend mit den HĂ€nden, welcher Verstoß gerade geahndet bzw. welche Regel angewendet wurde. Man unterscheidet zwischen folgenden Handzeichen:

(1) Betreten des Torraums – Linke Hand zeigt auf Torlinie.
(2) Fang-, Prell- oder Tippfehler – Beide HĂ€nde bewegen sich gegengleich auf und ab.
(3) Schritt- oder Zeitfehler – Beide HĂ€nde umkreisen einander.
(4) Umklammern, Festhalten oder Stoßen – FĂ€uste berĂŒhren sich.
(5) Schlagen – Rechte Hand schlĂ€gt auf ausgestreckte linke.
(6) StĂŒrmerfoul – Faust der rechten Hand schlĂ€gt in linke.
(7) Einwurf – Richtung – Beide Arme zeigen ausgestreckt in Richtung des Einwurfs.
(8) Abwurf – Rechter Arm ist ausgestreckt; rechte Hand zeigt zum Boden.
(9) Freiwurf – Richtung – Ein Arm zeigt ausgestreckt in Richtung des Freiwurfs.
(10) Nichtbeachten des 3-Meter-Abstandes – Beide Arme sind ausgestreckt, beide HĂ€nde zeigen nach oben.
(11) Passives Spiel – Rechter Arm ist ausgestreckt, linke Hand greift rechten Arm.
(12) Torgewinn – Linker Arm zeigt ausgestreckt nach oben.
(13) Verwarnung (gelb) – Disqualifikation (rot) – Information schriftlicher Bericht (blau) – Rechte Hand erhebt gelbe, rote bzw. blaue Karte, linke zeigt auf betreffenden Spieler/Offiziellen.
(14) Hinausstellung – Zwei Finger der rechten Hand zeigen nach oben, linke zeigt auf betreffenden Spieler/Offiziellen.
(15) Time-out – HĂ€nde bilden T
(16) Erlaubnis fĂŒr zwei teilnahmeberechtigte Personen zum Betreten der SpielflĂ€che bei Time-out
(17) Warnzeichen fĂŒr passives Spiel – Linker Arm ist erhoben.

(Bilder der Handzeichen: siehe unter Weblinks, PDF-Dokument des offiziellen Regeltextes.)

Im Regelwerk werden den Schiedsrichtern keine verbindlichen Pfiffsignale vorgeschrieben. Allgemein ĂŒblich sind folgende:

Einfacher Pfiff: Anpfiff und Spielunterbrechung

Doppelter Pfiff: Torgewinn

Dreifacher Pfiff: Time-out und falls kein Schlusshorn erklingt bei Halbzeit- und Spielende.

  • Christer Ahl, Dietrich SpĂ€te, Manfred Prause: Der Handball-Schiedsrichter. Philippka-Sportverlag, MĂŒnster 2005, ISBN 3-89417-144-8.
  • Philippka-Sportverlag (Hrsg.): Der Handball-Schiedsrichter. vierteljĂ€hrlich erscheinende Zeitschrift

Einzelnachweise

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  1. ↑ www.ihf.info, Spielregeln Hallenhandball, 1. MĂ€rz 2025, abgerufen am 15. April 2025
  2. ↑ Frage 58 des Regelfragenkatalogs der IHF i.d.F. vom August 2005 (PDF; 717 kB)
  3. ↑ Richtlinien fĂŒr SpielflĂ€chen und Tore. Abgerufen am 30. April 2010
  4. 1 2 Anwurfzonen und BÀlle. In: Deutscher Handballbund (DHB). 18. Mai 2022, abgerufen am 25. Juni 2022.
  5. 1 2 Spielregeln (Hallenhandball). In: IHF. 1. MÀrz 2022, abgerufen am 25. Juni 2022.
  6. ↑ handball-world: Anwurfzone, Kopftreffer, passives Spiel: Kay Holm beantwortet Fragen der Leser:innen zu den RegelĂ€nderungen. Abgerufen am 25. Juni 2022.
  7. ↑ www.handballregeln.de: ErlĂ€uterungen zum Team-Time-Out. Abgerufen am 29. Dezember 2007
  8. ↑ HBL: Disziplinarkommission und 3. Auszeit, aber weiter mit 14 Spielern (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2025. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prĂŒfe den Link gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) handball-world.com, 8. Juli 2012, abgerufen am 16. April 2014.
  9. ↑ Richtlinien fĂŒr Zeitnehmer / SekretĂ€r JBLH Spielsaison 2016/2017 (PDF; 344 kB)
  10. ↑ Internationale Handball-Regeln 2016 mit den DHB Zusatzbestimmungen: Regel 16 Die Strafen, Abschnitt 1 Verwarnung, Kommentar. (Seite 39.) Online: PDF, 2 MB, Seite 42.
  11. ↑ Information Schweizerischer Handballverband (Memento vom 9. MĂ€rz 2016 im Internet Archive): „Die neuen Handball-Regeln ab dem 1. Juli 2016“ Veröffentlicht am 8. MĂ€rz 2016, abgerufen am 9. MĂ€rz 2016