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Helene Ramsauer

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Helene Ramsauer (* 26. August 1905 in Rodenkirchen (Stadland); † 30. Januar 2001 in Oldenburg (Oldb)) war eine deutsche evangelische Theologin.

Ramsauer wuchs im Pfarrhaus von Rodenkirchen in der Wesermarsch auf. Nach ihrem Examen fĂŒr Volks- und Mittelschulen 1925 in Oldenburg, einem Studium der FĂ€cher Religion, Geschichte und Englisch fĂŒr das Höhere Lehramt in Heidelberg, Wien und Marburg (u. a. bei Dibelius, von Soden, Bultmann) mit Promotion in Geschichte 1929 trat sie nach dem Referendariat in den Schuldienst in der Mittelschule Hoya von 1933 bis 1939. Zum 1. August 1935 trat Ramsauer der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 3.696.447).[1] Sie verließ Hoya, als ihr verboten wurde, christliche Weihnachtslieder im Unterricht zu singen. Nach einer kurzen Episode in Kassel unterrichtete sie bis 1945 an einer MĂ€dchenschule in Eger als Oberin der Hauswirtschaftlichen Abteilung und stellvertretende Direktorin. 1945 floh sie zu Fuß und mit dem Fahrrad aus Eger nach Oldenburg.

Sie gehörte darauf ab 1. Oktober 1945 zu den Dozenten der PĂ€dagogischen Akademie Oldenburg. 1956 wurde sie eine der ersten Professorinnen in der Bundesrepublik Deutschland: fĂŒr Evangelische Theologie und ReligionspĂ€dagogik. Sie folgte dem eher traditionellen Ansatz der Evangelischen Unterweisung von Helmuth Kittel, der auf dem Zusammenhang von VerkĂŒndigung und Unterricht bestand. In der Auseinandersetzung mit dem Reformer Martin Stallmann ging sie auf diesen zu. 1973 wurde sie emeritiert.

Ramsauer fĂŒhrte Ergebnisse der historisch-kritischen Theologie in das Studium der ReligionspĂ€dagogik ein. Über den universitĂ€ren Bereich hinaus arbeitete sie lange Jahre in der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg mit und war als einzige Frau Mitglied in der Kirchenleitung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (1970–73). Sie befĂŒrwortete das Pastorinnengesetz 1966, das verheirateten Frauen den gleichberechtigten Zugang zum Pfarramt öffnete.

Ihre Cousine und Vorbild war die VolkshochschulpĂ€dagogin Bertha Ramsauer (1884–1947).

Ihre Publikationen beschrÀnkten sich aus Zeitnot auf Artikel in Zeitschriften.

  • Klaus Wegenast, Heinz Grosch (Hrsg.): Religionsunterricht unterwegs. Helene Ramsauer zum 65. Geburtstag. Hamburg 1970.
  • Christine Reents: Helene Ramsauer (* 1905). Mit Herz und Seele Lehrerin in Schule und Hochschule. In: Annabelle Pithan (Hrsg.): ReligionspĂ€dagoginnen des 20. Jahrhunderts. Göttingen 1997, ISBN 3-525-61175-7, S. 100–116. (google online)
  • Sabine Schicke: Dr. Helene Ramsauer. In: Ursula Bernhold (Hrsg.): Frauen Lexikon Wesermarsch. Geschichte und Geschichten. Isensee Verlag, Oldenburg 2023, ISBN 978-3-7308-1768-1, S. 318–325.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/33701380