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Hermann Berghaus

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Hermann Berghaus

Hermann Berghaus (* 16. November 1828 in Herford; † 3. Dezember 1890 in Gotha) war ein bedeutender deutscher Kartograf des 19. Jahrhunderts.

Leben und Wirken

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Polare Azimutalprojektion
Geographische Mitteilungen: Titelblatt der ersten Ausgabe, 1855

Hermann Berghaus wurde am 16. November 1828 als Sohn eines Pfarrers in Herford geboren. Er besuchte die Gymnasien in Herford sowie Halle und in seiner Freizeit beschĂ€ftigte er sich vorwiegend mit seiner besonderen Begabung, dem Zeichnen. Sein Onkel Heinrich Berghaus hatte in Potsdam eine Kunstschule gegrĂŒndet, in der er seinen Neffen von 1842 bis 1845 zum Kartografen ausbildete.[1] Hier erlernte er außer der Technik des Kartografierens auch die verschiedenen Projektionsmethoden. Nach seiner Lehrzeit wurde Berghaus Mitarbeiter in der kartografischen Anstalt des VerlagsbuchhĂ€ndlers Wilhelm Perthes in Gotha, die damals Weltruf hatte.

Seine Aufgabe bestand hauptsĂ€chlich darin, große Kartenwerke mit zusĂ€tzlichen BlĂ€ttern zu modernisieren und mit aktuellen Daten zu versehen. Seit BegrĂŒndung von Petermanns Geographischen Mitteilungen (PGM), mit denen die aktuellen geographischen Entdeckungen publiziert wurden, fertigte Berghaus die dazugehörenden Landkarten, die sich durch genaue und plastische wirkende Wiedergabe des Bodenreliefs auszeichneten. Der hervorragenden QualitĂ€t seiner Arbeiten verdankte die Perthesche Anstalt ihren wachsenden Weltruf und bekam aus vielen auslĂ€ndischen Staaten AuftrĂ€ge zur Lieferung von Schulkarten und Schulatlanten. Die von ihm gezeichneten Wandkarten hingen in vielen Klassenzimmern dieser Zeit. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören Chart of the world[2] (die zwischen 1863 und 1924 mindestens 12 Auflagen erlebte) und die Neubearbeitung des veralteten physikalischen Handatlasses. 1886 waren nach langer Vorbereitung die ersten BlĂ€tter gezeichnet. Berghaus konnte die Vollendung seines Werks aber nicht mehr erleben[3][4]. Nachdem er 1888 erblindet war, starb er am 3. Dezember 1890.

In Anerkennung seiner Verdienste um die Kartografie wurde ihm schon 1868 die WĂŒrde eines Ehrendoktors der philosophischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Königsberg verliehen. 1881 bekam er vom Kartographenkongress in Venedig die Goldmedaille fĂŒr besondere Leistungen und 1885 ernannte ihn Herzog Ernst von Gotha zum Professor.[5] Im Jahr 1883 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewĂ€hlt.[6]

Er zeichnete außer vielen BlĂ€ttern fĂŒr die Stielerschen und Sydowschen Atlanten die

  • Karte des Ötztaler Gletschergebiets (Gotha 1861)
  • Allgemeine Weltkarte in Mercators Projektion (2. Aufl., Gotha 1869, 4 Blatt)
  • Chart of the world (10. Aufl., Gotha 1882, 8 Bl.)
  • Physikalische Karte der Erde (Gotha 1874, 8 Bl.)
  • Physikalische Wandkarte von Europa (Gotha 1875, 9 Bl.)
  • Karte der Alpen (Gotha 1878, 8 Bl.)
  • Physikalische Wandkarte von Afrika (Gotha. 1881, 6 Bl.)

Einzelnachweise

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  1. ↑ Geographie Infothek: Gothaer Geowissenschaftler, abgerufen am 23. Dezember 2012
  2. ↑ Hermann Berghaus & Fr. von StĂŒlpnagel (1863) Chart of the world on Mercators projection. Gotha, Justus Perthes. 91.5 x 149.5 cm.
  3. ↑ Herm. Berghaus (1892) Physikalischer Atlas. Dritte Ausgabe. Gotha, Justus Perthes
  4. ↑ Eine Beurteilung durch M. Friederichsen von Meyers Physikalischen Handatlas (PGM, 63. Jahrgang 1917, p. 31) stellte Folgendes fest: Da dem Atlas ein text und ein genaueren wissenschaftlicher Quellennachweis fehlt, und auch die Karten nur im Steindruck hergestellt sind, so ersetzt er freilich keinesfall den Berghaus mit seinen schönen Kupferdruckkarten. Eine Neuauflage des letsteren bleibt nach wie vor ein dringender Wunsch der Fachwelt.
  5. ↑ Viktor Hantzsch: Berghaus, Hermann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 46, Duncker & Humblot, Leipzig 1902, S. 379–381.
  6. ↑ Mitgliedseintrag von Hermann Carl Friedrich Berghaus bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 23. Mai 2016.