Hilmar Reksten

Hilmar August Reksten (* 29. Oktober 1897 in Bergen; â 1. Juli 1980 ebenda) war ein norwegischer Reeder und Unternehmer.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Reksten wurde 1897 im Bergener Stadtteil Nordnes als Ă€ltester von drei Geschwistern des Heizers (und spĂ€teren Schiffsingenieurs) Erik Reksten und seiner Frau Helene Monsen SĂžndervĂ„g geboren. Von 1917 bis 1919 arbeitete er, zunĂ€chst auf freiwilliger Basis, in einer lokalen Reederei. Danach begann er ein Wirtschaftsstudium in Köln, das von der Reederei Hans Westfal-Larsen finanziell unterstĂŒtzt wurde. Nach dem Abschluss im Jahr 1924 kehrte er nach Norwegen zurĂŒck. 1929 grĂŒndete Reksten seine Reederei Skibs A/S Trajan, dessen erstes Schiff, ein 1915 in Ecorse gebauter 1347-Tonnen-Frachtdampfer, ebenfalls den Namen Trajan erhielt.[1] Sein Vater, der zwischenzeitlich (im Zuge der Weltwirtschaftskrise) ĂŒber ein Jahr arbeitslos gewesen war, arbeitete als Ingenieur auf dem Schiff. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs war die Reedereiflotte auf sechs Schiffe gewachsen. WĂ€hrend des Krieges engagierte sich Reksten in der norwegischen Reedervereinigung Nortraship, war dort aber nicht unumstritten.

In den Nachkriegsjahren baute Reksten seine durch den Krieg dezimierte Flotte zunĂ€chst wieder auf und erweiterte sein Unternehmen bis zu den 1970er Jahren zur drittgröĂten norwegischen Reederei â besonderen Anteil hatte dabei die Tankschifffahrt. Durch seine flexible auf den Spotmarkt und kurzlaufende Chartern ausgerichtete Unternehmenspolitik gelang es Reksten hĂ€ufig, verhĂ€ltnismĂ€Ăig viele Schiffe kurzfristig zu sehr hohen Charterraten vermieten zu können und entsprechend groĂe Gewinne einzustreichen.[2] Andererseits geriet sein Schiffahrtsimperium in Zeiten schlechter Schiffahrtskonjuktur auch mehrfach an den Rand des Bankrotts.
Im Jahr 1973 war Rekstens Reederei auf der Höhe des Flottenwachstums und er selber galt als reichster Norweger, als die Ălkrise den Tankermarkt zusammenbrechen lieĂ. 1973 konnte Reksten sich zunĂ€chst mit eigenen Mitteln und dank zwischenzeitlich ansteigender Tankerraten ĂŒber die Zeit retten, 1976 lieĂ sich ein Konkurs nur noch mit Staatshilfe abwenden und auch 1979 wurde er (inzwischen an Krebs erkrankt) in einem Verfahren wegen Steuerhinterziehung nur in einem von acht Anklagepunkten fĂŒr schuldig befunden. Nach seinem Tod im Jahr 1980 wurde Reksten aber post mortem fĂŒr bankrott erklĂ€rt; ein ĂŒber zehnjĂ€hriges juristisches Tauziehen um Teile des verschwundenen Privatvermögens schloss sich an.
Reksten war (bis zu ihrem Tod im August 1939) in erster Ehe mit BjĂžrg Elisabeth verheiratet, mit der er fĂŒnf Kinder hatte. Von 1952 bis zu seinem Tod war er mit Carol Montgomery verheiratet, sie hatten zusammen eine Tochter, Grace Reksten, die spĂ€ter Alleinerbe wurde.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Lloydâs Register 1931/32
- â Wie ein Irrlicht in Der Spiegel Nr. 7/1986 vom 10. Februar 1986
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Reksten, Hilmar |
| ALTERNATIVNAMEN | Reksten, Hilmar August (vollstÀndiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | norwegischer Reeder |
| GEBURTSDATUM | 29. Oktober 1897 |
| GEBURTSORT | Bergen |
| STERBEDATUM | 1. Juli 1980 |
| STERBEORT | Bergen |