Zum Inhalt springen

Horst Kudritzki

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Horst Kudritzki, 1946

Horst Kudritzki (* 30. Januar 1911 in Königsberg (Preußen); † 2. Juli 1970 in Berlin) war ein deutscher Pianist, Arrangeur, Komponist und Bandleader der Jazz- und Unterhaltungsmusik.

Leben und Wirken

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kudritzki studierte nach dem Abschluss des Realgymnasiums in Berlin von 1928 bis 1932 am Stern’schen Konservatorium bei Alexander von Fielitz und Paul Graener (Dirigieren, Komposition, Instrumentation und Musikgeschichte); anschließend besuchte er die Musikhochschule bis zum Abschluss. Er arbeitete zunĂ€chst als Bearbeiter, Arrangeur und Pianist bei den Schallplattenfirmen Elektrola, Telefunken und Odeon. Ab 1936 war er freier Mitarbeiter als Kapellmeister, Komponist, Arrangeur und Pianist beim Reichsrundfunk tĂ€tig. Zwischen 1938 und 1944 wirkte er als Komponist und Arrangeur der Berliner Scala; er erwies sich dabei „als Swingexperte, obgleich seine â€șkommerzielle Reputationâ€č im Vordergrund stand“.[1] Daneben arrangierte er ab 1941 fĂŒr das Deutsche Tanz- und Unterhaltungsorchester swingorientierte Schlagermusik.[2] Kudritzki stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums fĂŒr VolksaufklĂ€rung und Propaganda.[3]

Zwischen 1945 und 1950 war er als Kapellmeister und Arrangeur des RBT-Orchesters tĂ€tig, das er nach der Demission von Michael Jary gemeinsam mit Erwin Lehn leitete. Nach der Auflösung des Orchesters war er seit 1950 musikalischer Lektor des BohĂšme Verlages, Wien, tĂ€tig und heiratete die SĂ€ngerin Gloria Astor[4]. Daneben arbeitete er als Dirigent, Komponist und Arrangeur fĂŒr die Orchester von FFB, SFB, NDR, WDR und die Schallplattenfirmen Elektrola, Telefunken sowie Bertelsmann. Seit 1956 war er auch als Gast-Dirigent des Ostberliner Deutschlandsenders tĂ€tig. Weiterhin schrieb er Filmmusiken (So toll wie anno dazumal, 1962) und Schlager (Deinetwegen, MĂ€rchen aus 1001 Nacht, Von acht bis um acht). Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Grunewald-Forst. Ehefrau Gloria Astor, eine bekannte SĂ€ngerin, starb nur ein halbes Jahr spĂ€ter und wurde dortselbst bestattet.

Lexikalische EintrÀge

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Michael H. Kater Gewagtes Spiel. Jazz im Nationalsozialismus. Köln 1995, S. 178
  2. ↑ Kater, Gewagtes Spiel, S. 243ff.
  3. ↑ Kudritzki, Horst. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten : Hitlers Liste unersetzbarer KĂŒnstler. Kiel: Arndt, 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 439f.
  4. ↑ https://www.discogs.com/de/artist/712963-Gloria-Astor/images