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Horta-Museum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Horta-Museum
Musée Horta
Hortamuseum

Hauptfassade des Horta-Museums
Daten
Ort Saint-Gilles/Sint-Gillis, Bezirk Brüssel-Hauptstadt, Belgien Welt-IconKoordinaten: 50° 49′ 27,2″ N, 4° 21′ 19,8″ O
Art
Architekt Victor Horta
Eröffnung 29. März 1969
Leitung
Benjamin Zurstrassen[1]
Website

Das Horta-Museum (Musée Horta bzw. Hortamuseum) ist ein Museum in der Hauptstadtstadtregion Brüssel, Belgien, das dem Leben und Werk des Architekten Victor Horta und seiner Zeit gewidmet ist. Das Museum befindet sich in Victor Hortas ehemaligem Wohnhaus mit Werkstatt (Maison et Atelier Horta bzw. Woning en Atelier Horta), erbaut zwischen 1898 und 1901 im Jugendstil. Die Adresse lautet Rue Américaine bzw. Amerikaansestraat 23–25 in der Gemeinde Saint-Gilles. 1963 erwarb die Gemeinde das Grundstück mit dem Ziel, ein Museum einzurichten.[1]

Zusammen mit drei weiteren Stadthäusern von Victor Horta wurde es im Jahr 2000 als Kern der epocheprägenden Jugendstilhäuser, die Horta vor 1900 entworfen hatte, in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.[2]

Das Stadthaus wurde von Victor Horta entworfen und diente ihm als Werkstatt und Wohnraum. Horta war bekannt für seine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des Jugendstils. Seine Stadthausentwürfe waren eine durchdacht arrangierte, dichte Abfolge von Räumen, die speziell auf seine Auftraggeber aus der Oberschicht zugeschnitten waren.[3]

Die Außenfassade des Horta-Museums ist eine asymmetrische Anordnung aus feingliedrigem Eisenwerk und von Vor- und Rücksprüngen entsprechend der dahinterliegenden Räume. Es sind verschiedene Fenstertypen frei angeordnet. Durch diese Merkmale konnte Horta eine besonders individuelle und ausdrucksstarke Fassade entwerfen.

In den Jugendstilräumen im Inneren befindet sich eine ständige Ausstellung von Möbeln, Utensilien und Kunstobjekten, die von Horta und seinen Zeitgenossen entworfen wurden, sowie Dokumente zu seinem Leben und seiner Zeit. Das Museum organisiert Wechselausstellungen zu Themen, die mit Horta und seiner Kunst zu tun haben. Das Innere enthält außerdem Zubehör wie Leuchten, Türgriffe und Garderobenhaken, die jeweils speziell für das Objekt im Jugendstil gestaltet wurden.[4]

Für die Inneneinrichtung wurden viele verschiedene Materialien und Techniken verwendet. Horta ließ die bauliche Konstruktion in Teilen des Hauses frei, was eine bewusste Entscheidung war, da Eisen damals in privaten Wohnhäusern kaum als Baumaterial verwendet wurde. Das Treppenhaus ist mit Eisengeländern gesäumt und führt auf ein gewölbtes Fenster aus Buntglas an seinem oberen Ende zu. Bleiglas wurde für das Oberlicht und die Türpaneele an der Haustür verwendet. Auf den Wänden entlang der Treppe befindet sich eines der größten Sgraffiti Europas. In anderen Teilen des Hauses wurden für die Dekoration Mosaikfliesen, Fresken und Tapeten verwendet. Die Holzelemente im Inneren beinhalten zurückhaltendes Schnitzwerk in einem natürlich wirkenden Stil, der die Qualität des Holzes wirken lässt.[4]

UNESCO-Weltkulturerbe

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Jugendstilbauten von Victor Horta in Brüssel
UNESCO-Welterbe

Nahaufnahme der Fensterfläche, auf die die Treppe an ihrem oberen Ende zuführt
Vertragsstaat(en): Belgien Belgien
Typ: Kultur
Kriterien: (i), (ii), (iv)
Referenz-Nr.: 1005
UNESCO-Region: Europa und Nordamerika
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 2000  (Sitzung 24)

Die UNESCO-Kommission erkannte das Haus, in dem sich das Horta-Museum befindet, im Jahr 2000 als Teil von "Jugendstilbauten von Victor Horta in Brüssel" als UNESCO-Weltkulturerbe an. Unter diesem Titel werden die vier großen Stadthäuser – Hôtel Tassel, Hôtel Solvay, Hôtel van Eetvelde und das Hortawohnhaus mit Werkstatt (das Horta-Museum) – zusammengefasst, die in Brüssel liegen und von Victor Horta, einem der frühesten Initiatoren des Jugendstils, entworfen wurden.

„Sie gehören zu den bemerkenswertesten Pionierwerken der Architektur des späten 19. Jahrhunderts. Der Jugendstil, den diese Werke repräsentieren, zeichnet sich durch offenen Grundriss, Lichtdiffusion und brillante Verbindung der geschwungenen Dekorationslinien mit der Struktur der Gebäude aus.“

– Aus der Begründung der UNESCO, 2000[2]

Ein umfangreiches Restaurierungsprojekt wurde 2013 abgeschlossen. Die Restaurierung wurde 2014 mit dem Europa-Nostra-Preis ausgezeichnet.[5] Ab Ende 2026 ist eine weitere umfassende Restaurierung angekündigt, bei der das Museum geöffnet bleibt.[6]

Commons: Horta-Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Leendert de Vos: Architecture. Arcs de Triomphe. In: worldofinteriors.com. 29. Dezember 2025, abgerufen am 17. Juli 2026 (englisch).
  2. 1 2 Major Townhouses of the Architect Victor Horta (Brussels). In: UNESCO. Abgerufen am 17. Juli 2026 (englisch).
  3. ↑ William j. r. Curtis: Modern Architecture since 1900. 3. Auflage. Prentice-Hall, Inc., Upper Saddle River, NJ 1996, ISBN 0-13-232273-0, S. 54–57 (englisch).
  4. 1 2 Antony Mason: Musée Horta, Brussels. Dorling Kindersley Ltd., 2012, S. 18–19 (englisch).
  5. ↑ Preis der Europäischen Union für das Kulturerbe/Europa-Nostra-Preis: Horta-Museum ausgezeichnet. In: ec.europa.eu. 9. Oktober 2014, abgerufen am 17. Juli 2026.
  6. ↑ Andreas Kockartz: Im Horta-Museum in Brüssel beginnt eine umfassende Renovierung – Dabei bleibt das Museum geöffnet. In: vrt.be. 14. Februar 2026, abgerufen am 17. Juli 2026.