Inselkirche Hiddensee
| Ev. Kirche Kloster/Hiddensee Inselkirche | |
|---|---|
| Adresse | Kloster/Hiddensee, Kirchweg |
| Konfession | evangelisch |
| Gemeinde | Evangelische Gemeinde Hiddensee |
| Aktuelle Nutzung | Gemeindekirche; Kulturort |
| Webseite: | kirche-hiddensee.de |
| GebÀude | |
| Baubeginn | um 1300 |
| Erneuerungen und Umbauten | um 1700 Neubau; um 1790 Umbau; ab 1999 restauriert |
Die Inselkirche Hiddensee ist der letzte Ăberrest des ehemaligen Klosters der Zisterzienser in der Ortschaft Kloster auf der Insel Hiddensee. Das heutige KirchengebĂ€ude ist das zweite Gotteshaus an dieser Stelle und wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts auf den Grundmauern der ersten Kirche erbaut.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Kirche wurde im Jahr 1332 geweiht und diente jahrhundertelang als Pfarrkirche fĂŒr die Bewohner der Insel. Sie steht leicht erhöht und wird vom Kirchfriedhof umgeben. Der ursprĂŒnglich auf der Westseite befindliche Eingang wurde um 1700 auf die SĂŒdseite verlegt. AuĂerdem wurde das eingeschossige Vorzeichen errichtet. Zwischen 1781 und 1782 wurde die Inselkirche umgebaut, wobei auch die Fenster vergröĂert wurden. Ebenso entstand dabei das Tonnengewölbe aus Holz.[1]
Im 21. Jahrhundert ist die Inselkirche Sitz der evangelischen Kirchengemeinde Hiddensee und gehört seit 2012 zur Propstei Stralsund im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Vorher gehörte sie zum Kirchenkreis Stralsund der Pommerschen Evangelischen Kirche. Im Hiddenseer Gemeindeteil Neuendorf steht ein Kirchengemeinde-Haus als Filiale der Inselkirche. Sie ist auch mit einer kleinen Orgel ausgestattet.
Ausstattung
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Im Kirchenraum fallen zwei Schiffsmodelle (Votivschiffe) auf, die darauf verweisen, dass hier frĂŒher hauptsĂ€chlich Fischerfamilien die Gottesdienste besuchten und um Trost und Beistand beteten.
Um 1780 wurde die Kirche neu eingerichtet. Dabei kamen der barocke Kanzelaltar, der TaufstÀnder und der Taufengel in die Kirche. Auch das Tonnengewölbe stammt aus dieser Zeit. Die Taufschale aus Messing wurde von dem Einheimischen Peter Gau im Jahr 1694 der Kirchengemeinde gestiftet, wie eine Gravur auf dem Boden der Schale zeigt.[2]
Die Innenraumgestaltung der Kirche entstammt gröĂtenteils dem 20. Jahrhundert. Die Ausmalung der Tonnendecke mit Rosen erfolgte 1921/1922 durch den Berliner Maler Nikolaus Niemeier. Das groĂe GemĂ€lde Rettung an der Empore stammt von Christoph Rosenow (1984), es wurde im Jahr 2005 von Burkhard Kunkel restauriert.
Im Jahr 2020 wurde die Kirche umfassend restauriert und die TĂŒr auf der Westseite wieder geöffnet, sie dient als zusĂ€tzlicher Ausgang.
Glocken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Glockenstuhl wurde um 1700 in einem vorgezogenen Anbau errichtet. Darin befinden sich ein dreistimmiges GelĂ€ut aus Bronze. Die kleine Glocke stammt aus dem Jahr 1702, die beiden gröĂeren wurden 2014 neu gegossen. Die groĂe Bronzeglocke aus dem Jahr 1993 hĂ€ngt nun vor dem Gemeindehaus in Neuendorf. Deren VorgĂ€nger, eine groĂe Gussstahl-Glocke, laut Inschrift 1953 gegossen, ist neben dem Eingang ebenerdig auf der Wiese abgestellt. Das Material und die Jahreszahl lassen nur den Schluss zu, dass die frĂŒhere Bronzeglocke als Metallspende des deutschen Volkes wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs abgeliefert werden musste, und kurze Zeit nach Kriegsende eine Ersatzglocke aus billigerem Material installiert wurde.
| Glocke | Gussjahr | GieĂer | Durchmesser | Schlagton |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 2014 | Glocken- und KunstgieĂerei Rincker, Sinn | 700 mm | dâł-1 |
| 2 | 2014 | Glocken- und KunstgieĂerei Rincker, Sinn | 600 mm | fâł+4 |
| 3 | 1702 | Paul Roth, Stralsund | 530 mm | gâł-1 |
Orgel
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Die Orgel stammt aus der Firma Alexander Schuke Potsdam und wurde dort 1943 fertiggestellt. Im Jahr 2012 wurde sie grĂŒndlich restauriert. Das rein mechanische Instrument hat acht Register auf zwei Manualen und Pedal. Sie weist folgende Disposition auf:[4]
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- Koppeln: II/I, I/P, II/P
Friedhof
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Zugangsbereich zum Kirchenportal stehen auf einer Wiese einige der ersten Grabsteine aus frĂŒheren Jahrhunderten. Sie sind stark verwittert und kaum noch lesbar. Neben Namen befinden sich auf den Kalksteinen auch Hausmarken der Verstorbenen. Ebenfalls im Zugangsbereich steht eine Grabanlage mit folgender Inschrift: âHier ruhen die Gebeine der Pastorin Hilde Katharina Maria Rohde, gebohren den 18. Juni 1754(?), gestorben den 31. Dezember 1808â.
Im hinteren Friedhofsbereich liegen die Grabstellen berĂŒhmter Insel-Besucher wie Walter Felsenstein, Gerhart Hauptmann, Gret Palucca, Robert Rompe oder Max Kruse, um nur einige zu nennen. Hier steht auch eine kleine Friedhofskapelle.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Die Inselkirche in Kloster. In: Inselkirche Hiddensee. Abgerufen am 27. Mai 2025.
- â Bild und Kommentar des Pfarrers bei einem Fernsehbericht im MDR aus der Reihe Sagenhaft, Sendung vom 9. April 2023.
- â Glockendatenbank createsoundscape.de: Evang. Inselkirche in Hiddensee - Kloster
- â Insel Hiddensee / Kloster â Inselkirche (ehem. Zisterzienserkloster) â Orgel Verzeichnis â Orgelarchiv Schmidt.
Koordinaten: 54° 35âČ 13,88âłÂ N, 13° 6âČ 32,4âłÂ O