Installable File System
Das Installable File System Framework, kurz IFS, ist eine Betriebssystem-Komponente, die es erlaubt, dass Anwendungsprogramme ĂŒber eine zentrale Schnittstelle nur ein Dateisystem sehen und damit umgehen mĂŒssen, auch wenn das Betriebssystem dabei ĂŒber verschiedene Treiber auf verschiedene Dateisysteme zugreifen muss.
Entwicklung und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von Microsoft bzw. IBM wurde bereits 1989 ein IFS-Konzept mit OS/2 1.2 eingefĂŒhrt, um das HPFS-Dateisystem anzubinden.[1]
Unter Windows 3.x ist sowohl obige DOS-Methodik möglich, als auch zwei Network Redirectors, wovon einer der âMicrosoft Windows Network Redirectorâ sein muss.
Erst mit Windows 95 wurden sĂ€mtliche Dateisystem-Zugriffe auch unter Windows zusammengefasst im Installable File System (IFS) Manager, der beliebig viele Treiber fĂŒr lokale Laufwerke/Dateisysteme und Netzwerk-Einblendungen verwalten kann.
Situation in DOS vor IFS
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In MS-DOS gibt es kein solches Framework. Anwendungsprogramme verwenden den Betriebssystem-Aufruf INT 21H, um das FAT-Dateisystem zu verwenden. Ein Treiber eines weiteren Dateisystems muss diesen Aufruf auf sich umleiten, dann prĂŒfen, ob er fĂŒr das Bearbeiten zustĂ€ndig ist (also auf eine Datei zugegriffen wird, die in seinem Dateisystem liegt), und den Aufruf abarbeiten â oder (bei nicht-zustĂ€ndig) den Aufruf an die ursprĂŒngliche Bearbeitungs-Routine weiterreichen. Wenn mehrere solche Treiber geladen werden sollen, kann es zu Schwierigkeiten kommen:
- HĂ€lt sich ein Treiber A fĂŒr einen Aufruf fĂŒr âzustĂ€ndigâ, ohne es zu sein, so schlĂ€gt der Aufruf meist fehl, und der eigentlich zustĂ€ndige Treiber B erhĂ€lt keine Chance â der fehlerhafte Treiber A weiter vorne in der âKetteâ reicht den Aufruf nicht weiter.
- Klinkt sich ein Treiber an den Beginn der Kette ein, leitet aber (bei nicht-zustÀndig) gar nicht oder nicht korrekt an nachfolgende Treiber weiter, so sind diese abgeschnitten.
- Hardware-nahe Programme setzen teilweise voraus, dass ein Datei-Zugriff ein FAT-Zugriff bedeutet, und schlagen fehl, wenn ein anderer Treiber einspringt.
HĂ€ufige Treiber fĂŒr diese Dateisystem-Treiberkette sind Treiber fĂŒr CD-ROM-Dateisysteme (auch DVD u. À.) sowie âNetwork Redirectorâ-Treiber, welche Netzwerk-Ressourcen als lokale Laufwerke einblenden.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- microsoft.com: Windows 95 Architecture Components, Abschnitt âInstallable File Systemsâ und folgende
- microsoft.com: Windows 95 Network Architecture Overview
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â High Performance File System. In: OS/2-Museum. (os2museum.com [abgerufen am 6. Oktober 2025]).