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Karl HĂ€nny

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Karl HĂ€nny (* 13. Juni 1879 in Twann; † 12. April 1972 in Bipschal bei Ligerz[1]) war ein Schweizer Bildhauer, Kunstmaler, Medailleur und Grafiker.

HĂ€nny besuchte von 1895 bis 1899 fĂŒr viereinhalb Jahre die Abteilung fĂŒr Kunstgewerbe am Technikum Biel, wo er eine Ausbildung als Stahlgraveur, Medailleur und Ziseleur abschloss. Als solcher lebte er in der Folge wĂ€hrend zweieinhalb Jahren in Ulm, Wien und MĂŒnchen, bevor er in die Schweiz zurĂŒckkehrte und in Bern an der Kunstgewerbeschule (heute die Schule fĂŒr Gestaltung Bern und Biel) studierte. Im Winter 1903 besuchte er Auguste Rodin in Paris. Nach Abschluss seines Studiums war er 1905–1906 fĂŒr anderthalb Jahre beim Karlsruher Bildhauer Wilhelm Sauer tĂ€tig, wo er selbstĂ€ndig diverse Bauplastiken ausfĂŒhrte, unter anderem am Schloss der Grafen Douglas in Gondelsheim. 1907 liess er sich in Bern nieder. Seit 1903 nahm er an wichtigen Kunstausstellungen in der Schweiz und in Deutschland teil, so in Bern, Lausanne, St. Gallen und ZĂŒrich, aber auch an der Berliner Secession und an der Schwarz-Weiss-Ausstellung (Berlin 1903) sowie im MĂŒnchner Glaspalast (1909, 1913). 1917 organisierte HĂ€nny eine Kollektivausstellung im Kunsthaus ZĂŒrich.[2] HĂ€nny war einer der GrĂŒnder der Volkshochschule Bern, als deren erster PrĂ€sident er ab dem 16. Dezember 1920 amtete.[3] In den 1950er Jahren siedelte er nach Ligerz um, wo er 1972 verstarb.

Baudekoration von Karl HĂ€nny am Hauptsitz der Bernischen Kraftwerke am Viktoriaplatz in Bern.

HĂ€nny war zeitlebens sowohl als grafischer KĂŒnstler wie auch als Bildhauer tĂ€tig. Als Maler bevorzugte er die Aquarelltechnik, schuf jedoch auch Öl- und Tempera-GemĂ€lde und auch einige Glasmalereien. Als Grafiker produzierte er viele Holzschnitte und Radierungen, sowohl als eigenstĂ€ndige Werke als auch als Buchillustrationen, sowie etwa fĂŒnfzig Exlibri, wobei er auch die Lithografie und Stempelschnitte anwendete. Stilistisch ist sein Werk in diesen Bereichen dem Jugendstil und FrĂŒhexpressionismus zuzuordnen.

Als Bildhauer schuf HĂ€nny zahlreiche Baudekorationen in der Schweiz, meist aus Kunststein. Beispiele sind das Haus zum Rösslitor in St. Gallen, das VerwaltungsgebĂ€ude der Bernischen Kraftwerke am Viktoriaplatz in Bern, und die Hauptpost und das GebĂ€ude der Volksbank in Biel. Die meisten seiner Bauplastiken sind im Berner Raum zu finden. Daneben ist HĂ€nny Schöpfer einer grossen Zahl von Einzelwerken (DenkmĂ€ler und Statuen in Stein; BĂŒsten zumeist in Bronze) und auch von Kleinplastiken (meist Tierfiguren und eine Reihe Akte). Die meisten dieser Werke werden stilistisch der französischen SpĂ€tromantik und der realistischen Plastik zugeordnet.

Als Medailleur schuf HĂ€nny ĂŒber 400 Plaketten, ĂŒberwiegend Portraits.

Flora (1930) an der Schwarztorstrasse 62, Bern.

Skulpturen: div. Brunnen, Brunnenfiguren, Statuen, BĂŒsten, und Reliefs, darunter:

Grafiken:[13]

  • Elfenau, Radierung (1907)
  • Sirene, Holzschnitt (1911)
  • Dunkle Vision, Holzschnitt (1911)
  • Am See, Radierung (1912)
  • Der Treuherzige, Holzschnitt (1913)
  • Berghexe, radierung (1913)
  • Gleichklang, Radierung (1913)
  • Ruedi und Willi, Radierung (1914)
  • Inferno, Holzschnitt (1913–1916)
  • Prometheus, Holzschnitt (1916)
  • Friedenssehnsucht, Holzschnitt (1923)
  • Bundesrat Karl Scheurer, Radierung (1930)
  • Entwurf fĂŒr die Chorfenster des Basler MĂŒnsters (1949)
Commons: Karl HĂ€nny – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ HĂ€nny, Karl. In: Sikart, zugegriffen am 29. April 2008.
  2. ↑ HĂ€nny, Karl. In: Ulrich Thieme, Fred. C. Willis (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden KĂŒnstler von der Antike bis zur Gegenwart. BegrĂŒndet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 15: Gresse–Hanselmann. E. A. Seemann, Leipzig 1922, S. 437 (Textarchiv – Internet Archive).
  3. ↑ Ch. Reichenau: Jahresbericht 1999 der Volkshochschule Bern. (Memento des Originals vom 25. Oktober 2004 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF) URL zugegriffen am 30. April 2008.
  4. 1 2 3 Auskunft der Denkmalpflege der Stadt Bern, 2008.
  5. ↑ 1912 Bronze BĂŒste
  6. 1 2 3 4 E. PlĂŒss, H.-C. von Tavel: HĂ€nny, Karl. S. 407.
  7. ↑ B. Weber: Historisch-topographisches Lexikon der Stadt Bern (Memento des Originals vom 12. November 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. StĂ€mpfli Verlag, Bern 1976. URL zugegriffen am 29. April 2008.
  8. ↑ Ein Berner Schulhaus. In: Die Berner Woche in Wort und Bild. Ein Blatt fĂŒr heimatliche Art und Kunst. Jules Werder, Buchdruckerei, Bern, 23. Juni 1923, S. 3, abgerufen am 11. April 2019 (HĂ€nny wird am Artikelende erwĂ€hnt): «Die Skulpturen an der Fassade stammen vom Bildhauer Karl HĂ€nny».
  9. ↑ Lo+Ma, A.-M.B. 1986 / ste 2016: Munzingerstrasse 11, 11A. (PDF; 1,4 MB) In: Bauinventar. Stadt Bern, 2016, S. 1, abgerufen am 11. April 2019: „Baujahr: 1917-1918“
  10. ↑ A. Moser: Twann (Memento des Originals vom 30. Mai 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 6,2 MB), Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Bern, Land. Band 3: Der Amtsbezirk Nidau (= Die KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. Band 106). ISBN 3-906131-80-7, S. 263–340. URL zugegriffen am 19. April 2008.
  11. ↑ A. Moser: Ligerz (Memento des Originals vom 30. Mai 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 5,8 MB), Die KunstdenkmĂ€ler des Kantons Bern, Land. Band 3: Der Amtsbezirk Nidau (= Die KunstdenkmĂ€ler der Schweiz. 106). ISBN 3-906131-80-7, S. 341–408. URL zugegriffen am 19. April 2008.
  12. ↑ Hans Bessler: Der neue Zwinglibrunnen zu Wildhaus. In: Zwingliana. 9/10, Heft Nr. 2, 1953.
  13. ↑ E. PlĂŒss, H.-C. von Tavel: HĂ€nny, Karl. S. 408.