Kriegbaum
| Emil Kriegbaum KG | |
|---|---|
| Rechtsform | KG |
| GrĂŒndung | 1919 |
| Auflösung | 1998 |
| Auflösungsgrund | Verkauf an Metro |
| Sitz | Böblingen, Deutschland |
| Leitung | Richard Kriegbaum |
| Mitarbeiterzahl | 5650 (1998) |
| Umsatz | 2,86 Mrd. DM (1997) |
| Branche | Lebensmitteleinzelhandel |
Die Emil Kriegbaum KG, auch Kriegbaum Unternehmensgruppe, war ein national tĂ€tiges, mittelstĂ€ndisches Handelsunternehmen in Familienbesitz aus Böblingen, der Kreisstadt des Landkreises Böblingen in Baden-WĂŒrttemberg. Es wurde 1919 gegrĂŒndet und 1998 an den Metro-Konzern verkauft.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 25. September 1919 grĂŒndete der Kaufmann Emil Kriegbaum in Böblingen eine GroĂhandelsfirma fĂŒr Lebensmittel und Kohlen. Nach seinem Tod im Jahr 1953 ĂŒbernahm sein 27-jĂ€hriger Sohn Johannes die Unternehmensleitung. 1954 trat die Firma der freien Handelskette Fachring bei. 1959 ging in Böblingen ein neues und modernes GroĂhandelslager in Betrieb. Anfang der 1960er-Jahre setzte Johannes Kriegbaum mit dem ersten C&C-Markt schwedische und amerikanische EinflĂŒsse erfolgreich um.[1] Mit dem Böblinger multi-markt eröffnete Kriegbaum 1972 den ersten Verbrauchermarkt des Unternehmens, 1978 das Multi-Center in Böblingen auf der Hulb. Ende der 1970er Jahre und mehr noch in den 1980er-Jahren ĂŒbernahm Kriegbaum Firmen (Broma, Hieber Gerlingen und Kolossa) Ă€hnlicher Struktur. Im Zuge dieser Expansion stieg die Belegschaft bis 1988 auf 4.500 Mitarbeiter.[1]
Die Söhne Richard und Siegfried traten 1989 bzw. 1993 in das Unternehmen ein. 1990 wurde die Schempp-Gruppe (topkauf und topkauf Bau Center) ĂŒbernommen. Das erste Multi City-Innenstadt-Center in Balingen wurde 1993 eröffnet. In den Jahren 1993 und 1994 ĂŒbernahm Kriegbaum insgesamt 22 BaumĂ€rkte von Massa und Praktiker. 1994 wurde ein neues Design entwickelt und umgesetzt.[1] 1996 wurde in Leipzig das erste Multi-Center in den neuen BundeslĂ€ndern eröffnet. Ihm folgte im Herbst 1996 das Center in Potsdam, im September 1997 das Multi-Center in Berlin-Wedding. Im FrĂŒhjahr 1997 wurde mit dem RemsPark in Waiblingen das erste klassische Shopping-Center der Unternehmensgruppe in völlig neuer Konzeption eröffnet. Der Bau des Logistikzentrums Multi Express in Bondorf wurde zum Jahreswechsel 1997/1998 abgeschlossen.[1] 1998 war Kriegbaum an 79 Standorten mit 100 Verkaufsstellen, fĂŒnf Auslieferungslagern, 17 Restaurants, 20 Tankstellen sowie dem Fleisch- und Wurst-Produktionsbetrieb Meister vertreten.
Zuletzt wurden 27 SB-WarenhĂ€user, 16 Verbraucher- und 35 Bau-, vier GroĂ- und 14 NahversorgungsmĂ€rkte betrieben, die unter Kriegbaum Cash & Carry (vormals auch SB-K; GroĂhandel), Multi-Center (vormals auch Broma, Kolossa bzw. topkauf; SB-WarenhĂ€user), multi-markt (vormals auch Hieber; VerbrauchermĂ€rkte), Multi City (Einkaufszentren), Vorteilkauf (vormals auch topkauf; NahversorgermĂ€rkte), Topbau Center (zuvor auch topkauf Bau Center bzw. multi-bau; BaumĂ€rkte), City Company[2] (ModemĂ€rkte; 1996 aufgegeben) und EKZ (Non-Food-Bereiche von heutigen SB-WarenhĂ€usern der Edeka SĂŒdwest) firmierten. AuĂerdem baute und managte man Shopping-Center wie u. a. den RemsPark in Waiblingen, das Stern Center in Sindelfingen und das Park-Center in Berlin-Treptow. ZustĂ€ndig hierfĂŒr war die Kriegbaum-Tochtergesellschaft Center Plan Management.[3] Die Kriegbaum-Gruppe beschĂ€ftigte 9.000 Mitarbeiter, davon 5.650 in Vollzeit.[4]
Verkauf
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]RĂŒckwirkend zum 1. MĂ€rz 1998 verkaufte Richard Kriegbaum, Emil Kriegbaums Enkel, das Unternehmen fĂŒr geschĂ€tzte 1,2 Milliarden Mark (â 613 Millionen Euro) an die Metro AG, die Zustimmung des Bundeskartellamts erfolgte am 10. September 1998. Die Böblinger Firmenzentrale wurde 1999 aufgelöst, die SB-WarenhĂ€user und VerbrauchermĂ€rkte ab einer FlĂ€che von ca. 4000 Quadratmetern in real und die reinen LebensmittelmĂ€rkte unter dem Namen multi-markt mit einer FlĂ€che von 1500 bis ca. 4000 Quadratmetern in extra umgeflaggt. Die an Real weitergereichten MĂ€rkte sollten dabei bis Mai 1999 auf das Erscheinungsbild von Real umgestellt werden, allerdings dauerte dieser Vorgang lĂ€nger als geplant.[5][6] Die BaumĂ€rkte, von denen manche noch eine Zeit lang Topbau Center hieĂen, andere in extra Bau + Hobby umbenannt wurden, gehörten dann bis zu dessen Auflösung zum Baumarktkonzern Praktiker. Die Sparte Vorteilkauf samt ihren MĂ€rkten mit einem Gesamtumsatz von ca. 100 Millionen Mark und der ZustellgroĂhandel gingen an die Edeka Handelsgesellschaft Baden-WĂŒrttemberg, einem Teil der heutigen Edeka SĂŒdwest.[7][8]
Tochtergesellschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Meister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit Meister betrieb die Kriegbaum-Gruppe einen eigenen Herstellungsbetrieb von Wurst- und Fleischwaren. Dazu wurde 1988 mit den Planungen und dem Bau eines Fleischwerks in GĂ€ufelden begonnen, das 1991 fertiggestellt und in Betrieb genommen wurde. Nach der Ăbernahme durch die Metro AG waren Waren der Marke Meister sowohl bei der Metro selbst, als auch bei den Töchtern Extra und Real zu finden. Mit der Zerschlagung Reals wurde auch das Fleischwerk weiterverĂ€uĂert. Es wurde 2021 von der Rewe Group ĂŒbernommen und in die Sparte Wilhelm Brandenburg integriert.[9]
Multi-Express
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Mit Multi-Express sollte 1998 die Kriegbaum-Gruppe am Standort Bondorf auf einem Gesamtareal von 17 ha ein Logistikzentrum unterhalten, mit dem Verkauf an die Metro AG wurde das Areal direkt nach Fertigstellung des Logistikzentrums weiterverĂ€uĂert.[10] Das Logistikzentrum direkt an der Autobahn wird seither von verschiedenen Paketdiensten und Speditionen genutzt.
Eigenmarken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kriegbaum fĂŒhrte sowohl im Non-Food- als auch im Food-Bereich verschiedene Handelsmarken, u. a.:
- Kliffreiter / Lilienthal: Lebensmittel & Non-Food
- Naturzeit: Bio-Lebensmittel; in Kooperation mit dem Bioland-Landesverband Baden-WĂŒrttemberg[2]
- MĂŒhlenbĂ€cker â Frisch und Lecker: Backwaren[2]
- Schönbuch Landnudeln: Regionale Teigwaren[2]
- Mönchsgold / GÀufelder: Fleisch und Wurst von Meister, KÀse[2]
- Youkon: Bekleidung und Schuhe[2]
- Multi-Mini: Lebensmittel (Tiefpreisprogramm); wurde bei Angleichung auf das real-Sortiment durch die Marke TiP ersetzt[11]
Logos
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Logo der Multi Center
- Logo der Multi-MĂ€rkte
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Familie Kriegbaum â Die beugsamen Schwaben. In: manager-magazin.de vom 13. Januar 2004
- Johannes Kriegbaum verstorben
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 Kriegbaum Geschichte. Abgerufen am 29. Mai 2023 (deutsch).
- 1 2 3 4 5 6 Kurzy.cz: Emil Kriegbaum GmbH & Co. KG - Trademark owner | Kurzy.cz. Abgerufen am 6. Juli 2022 (englisch).
- â Vom Multi-Center zum Remspark. Abgerufen am 29. Mai 2023 (deutsch).
- â METRO AG erwirbt Kriegbaum. In: metro.de. METRO AG, 9. September 1999, archiviert vom am 9. September 1999; abgerufen am 5. Juni 2022.
- â www.real.de - riesig einkaufen - wir sind real,- - Presse - Pressemitteilungen - Marken zu Tiefpreisen. In: real.de. real,- SB-Warenhaus GmbH, Mai 1999, archiviert vom am 27. November 2001; abgerufen am 8. Juni 2022.
- â www.real.de - riesig einkaufen - wir sind real,- - Presse - Pressemitteilungen - real,- optimiert Standortnetz. In: real.de. real,- SB-Warenhaus GmbH, Juni 2000, archiviert vom am 27. November 2001; abgerufen am 8. Juni 2022.
- â Wichtige Entscheidungen fĂŒr Kriegbaum. In: metro.de. Metro AG, 9. September 1999, archiviert vom am 9. September 1999; abgerufen am 5. Juni 2022.
- â Bericht des Bundeskartellamts ĂŒber seine TĂ€tigkeit in den Jahren 1997/98 sowie ĂŒber die Lage und Entwicklung auf seinem Aufgabengebiet. Drucksache 14/1139. In: bundeskartellamt.de. Deutscher Bundestag â 14. Wahlperiode, S. 138, abgerufen am 12. Juni 2022.
- â HISTORIE â Meister â QualitĂ€t aus Tradition. Abgerufen am 5. Juni 2022 (deutsch).
- â Gemeinde Bondorf (Druckversion) | Geschichtliches |. Abgerufen am 5. Juni 2022.
- â www.real.de - riesig einkaufen - wir sind real,- - Presse - Pressemitteilungen - schwĂ€bische MentalitĂ€t unterschĂ€tzt. In: real.de. real,- SB-Warenhaus GmbH, April 1999, archiviert vom am 11. MĂ€rz 2002; abgerufen am 8. Juni 2022.
