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Kriegskollegium

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Das Kriegskollegium war vom 17. bis ins 19. Jahrhundert ein Kollegium von KriegsrĂ€ten, das bei den GroßmĂ€chten meist „Oberkriegskollegium“ genannt wurde. Teilweise war es auch eine Abteilung des Kriegsministeriums.[1]

Das Kriegskollegium war die oberste Verwaltungsbehörde vieler Armeen.

Habsburgermonarchie

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AnlĂ€sslich der Ersten Wiener TĂŒrkenbelagerung wurde ein Kriegskollegium zur Kriegsleitung eingesetztes und nach Beendigung des Kampfes wieder aufgelöst.

Die Leitung der Kaiserlichen Armee lag ab 1566 beim Hofkriegsrat.

Im KurfĂŒrstentum Hessen war es zustĂ€ndig fĂŒr die MilitĂ€rjustizverwaltung, die Soldatenwerbung, die Invalidenversorgung und vor allem fĂŒr die Verpflegung und AusrĂŒstung der Truppen.[2]

Ähnlich zu denen in Kurhessen waren die Aufgaben des Kriegskollegium im Russischen Reich. In Russland zur Zeit Katharinas der Großen fungierte das „Große Kriegskollegium“ als eine Art eigener „Hofstaat“, in dem der Zarenhof nachgeahmt wurde.[3]

Im Königreich Preußen ging das „Ober-Kriegskollegium“ Mitte des 18. Jahrhunderts gemeinsam mit den Fachministerien aus dem „Generaldirektorium“ hervor.[4]

Das preußische Oberkriegskollegium ist am 25. Juni 1787 gegrĂŒndet worden. Es war fĂŒr die Verwaltung der Armee zustĂ€ndig und hat nur in wichtigen FĂ€llen dem König Bericht erstattet. Es wurde in sieben Departements aufgeteilt und von einem OberprĂ€sidenten gefĂŒhrt. Diesem OberprĂ€sidenten stand ein Vize-OberprĂ€sident zur Seite. Zum PrĂ€sidium gehörten weiter der (Kriegs-)PrĂ€sident und oberste Kriegsminister und sein Vize. Danach kamen die Direktoren der Departements:[5]

  1. Infanterie
  2. Kavallerie
  3. Artillerie
  4. Corps de Genie und Festung (Ingenieurswesen)
  5. Verpflegungswesen
  6. Armatur, Montierungswesen und FeldgerĂ€te (Waffen, Bekleidung und FeldausrĂŒstung)
  7. Invaliden-Versorgung und Erziehung der Soldatenkinder

Am 25. Dezember 1808 wurde es durch das preußische Kriegsministerium ersetzt.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Kriegskollegium. In: Vormalige Akademie der Wissenschaften der DDR, Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Deutsches Rechtswörterbuch. Band 7, Heft 10 (bearbeitet von GĂŒnther Dickel, Heino Speer, unter Mitarbeit von Renate Ahlheim, Richard Schröder, Christina Kimmel, Hans Blesken). Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1983, OCLC 832567164 (adw.uni-heidelberg.de).
  2. ↑ Hans-Bernd Harder, u. a.: Die BrĂŒder Grimm in ihrer amtlichen und politischen TĂ€tigkeit Ausstellungskatalog. Verlag Weber & Weidemeyer, Kassel 1985, ISBN 3-925272-01-1, S. 29.
  3. ↑ Heinz-Dietrich Löwe: VolksaufstĂ€nde in Russland. Von der Zeit der Wirren bis zur „GrĂŒnen Revolution“ gegen die Sowjetherrschaft. Verlag Harrassowitz, Wiesbaden 2006, ISBN 3-447-05292-9, S. 369 und 385.
  4. ↑ Otto BĂŒsch, Wolfgang Neugebauer: Moderne preussische Geschichte, 1648–1947. Eine Anthologie. Verlag de Gruyter, Berlin 1981, ISBN 3-11-008324-8, Band 1: S. 755.
  5. ↑ EuropĂ€isches genealogisches Handbuch. 1788, S. 141 (Textarchiv – Internet Archive).