MatthĂ€us SchlĂŒter
MatthĂ€us SchlĂŒter (* 15. August 1648 in Hamburg; â 19. November 1719 ebenda) war ein deutscher Jurist des 17. und 18. Jahrhunderts und Ratsherr der Hansestadt Hamburg.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]SchlĂŒter war Mitglied der aus Westfalen stammenden Hamburger Ratsfamilie SlĂŒter und Sohn des Hamburger BĂŒrgermeisters Johann SlĂŒter. Er wuchs in der an Schweden gefallenen Hansestadt Wismar und in der mecklenburgischen Residenzstadt GĂŒstrow auf, wo sein Vater zu dieser Zeit in Justiz und Staatsverwaltung beruflich tĂ€tig war. Nach dem Schulbesuch studierte er an verschiedenen UniversitĂ€ten Rechtswissenschaften, aber auch Theologie. 1672 beteiligte er sich mit einem deutschen Trauergedicht an der GedĂ€chtnisschrift zum Tode der Prinzessin Eleonore von Mecklenburg-GĂŒstrow (1657â1672).[1] Nachdem er mehrere Dissertationen angefertigt hatte, wurde er 1673 an der UniversitĂ€t Rostock zum Dr. jur. promoviert.[2] Danach brachten akademische Bildungsreisen ihn in Kontakt mit herausragenden Persönlichkeiten seines Fachs. Kurz vor der RĂŒckkehr seines Vaters als Erster Syndikus des Rates nach Hamburg nahm MatthĂ€us SchlĂŒter ab 1675 seine TĂ€tigkeit als Advokat in Hamburg auf. Als Mitglied der BĂŒrgerschaft gehörte er ab 1685 dem DreiĂiger Ausschuss an, nahm dort aber wohl eine distanzierte Haltung zur Vorgehensweise dieses Gremiums ein. Jedenfalls wurde er im Gegensatz zu seinen Berufskollegen in diesem Gremium nicht exiliert und mit zeitlichem Abstand zum Tod des Vaters 1703 auch Ratsherr der Hansestadt. In der Zeit von 1695 bis 1703 entfaltete er ein ausgesprochenes Interesse an der Meteorologie und veröffentlichte auch zu diesem Themenkreis.
Bedeutung
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Eine Statue ĂŒber dem Eingang des Hamburger ZiviljustizgebĂ€udes gefertigt von dem Berliner Bildhauer Eduard Albrecht nach der einzigen Vorlage des bekannten Kupferstiches mit der AllongeperĂŒcke erinnert an ihn. Der Hamburgische Richterverein fasst die Bedeutung des Rechtspraktikers SchlĂŒter fĂŒr die Hamburger Justiz heute noch wie folgt zusammen:[3] Seinen Ruhm begrĂŒndeten zivilrechtliche Abhandlungen, die das Hamburger Privatrecht nachhaltig prĂ€gten: Sein berĂŒhmtestes Werk ist das "Tractat von denen Erben in Hamburg", dessen erste Auflage 1698 erschien. Beneke charakterisierte dieses Buch als Muster gelehrter Detailmalerei. Es behandelt die RechtsverhĂ€ltnisse des Grundeigentums. 1703 kam das "Tractat von dem Verlassungsrecht" heraus, das sich mit der Auflassung von GrundstĂŒcken befaĂt. In seinem 1856 erschienenen Buch zum Hamburger Privatrecht weist Baumeister darauf hin, daĂ SchlĂŒters Werke "noch jetzt von erheblichem Werthe" seien.
Schriften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tractat von denen Erben in Hamburg, 1698
- Tractat von dem Verlassungsrecht, 1703
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Otto Beneke: MatthĂ€us SchlĂŒter. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 31, Duncker & Humblot, Leipzig 1890, S. 615 f.
- Johann August Ritter von Eisenhart: SlĂŒter. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 34, Duncker & Humblot, Leipzig 1892, S. 473 f.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Leich-BestĂ€tigung/ Der Durchleuchtigen FĂŒrstinn Princessin Eleonora/ Hertzogin zu Mecklenburg. Auff FĂŒrstliche gnĂ€digste Verordnung im Druck ausgefertiget von Christian Scheippeln/ Hoff-Buchdrucker 1672, nach LBMV ( des vom 12. Juni 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- â Siehe dazu die EintrĂ€ge von MatthĂ€us SchlĂŒter im Rostocker Matrikelportal
- â Statue Abb. 18
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | SchlĂŒter, MatthĂ€us |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist |
| GEBURTSDATUM | 15. August 1648 |
| GEBURTSORT | Hamburg |
| STERBEDATUM | 19. November 1719 |
| STERBEORT | Hamburg |