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Messopfer

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Das Messopfer (auch heiliges Messopfer) ist eine in der römisch-katholischen Kirche gebrĂ€uchliche Bezeichnung fĂŒr die heilige Messe. Es wird von Bischöfen und Priestern dargebracht. Die Bezeichnung ist aus der Lehre der katholischen Kirche ĂŒber das Sakrament der Eucharistie entstanden, nach dem diese „das GedĂ€chtnis des Pascha Christi, die sakramentale VergegenwĂ€rtigung und Darbringung des einzigen Opfers in der Liturgie seines Leibes, der Kirche“[1] ist.

FrĂŒhchristliche Schriften, die meist von den KirchenvĂ€tern stammen, bezeugen bereits eindeutig ein OpferverstĂ€ndnis der Eucharistie:

  • Didache (verfasst um 100):
    „Am Tage des Herrn versammelt euch, brechet das Brot und saget Dank, nachdem ihr zuvor eure SĂŒnden bekannt habet, damit euer Opfer rein sei. Jeder aber, der mit seinem Freunde einen Streit hat, soll sich nicht bei euch einfinden, bis sie versöhnt sind, damit euer Opfer nicht entweiht werde. Denn so lautet der Ausspruch des Herrn: ‚An jedem Ort und zu jeder Zeit soll man mir darbringen ein reines Opfer, weil ich ein großer König bin‘, spricht der Herr, ‚und mein Name wunderbar ist bei den Völkern.‘“
  • Ignatius von Antiochien († ca. 107–110):
    • „Keiner lasse sich irrefĂŒhren: Wer nĂ€mlich nicht innerhalb der OpferstĂ€tte ist, der kommt um das Brot Gottes. Wenn nĂ€mlich das Gebet eines einzigen oder zweier (Menschen) eine solche Kraft hat, um wieviel mehr das Gebet des Bischofs und der ganzen Gemeinde?“ (Brief an die Epheser 5, 2)
    • „Wer sich innerhalb der OpferstĂ€tte befindet, ist rein; wer aber außerhalb steht, ist nicht rein. Das heißt: Wer ohne Bischof, ohne Presbyterium und Diakon etwas tut, der ist nicht rein in seinem Gewissen.“ (Brief an die Trallianer 7, 2)
  • Justin der MĂ€rtyrer (um 100–165):
    • „Das Opfer des Weizenmehles, welches nach der Überlieferung fĂŒr die vom Aussatz Gereinigten dargebracht wurde, war ein Vorbild des Brotes der Eucharistie, deren Feier Jesus Christus, unser Herr, angeordnet hat zur Erinnerung an das Leiden, das er erduldete fĂŒr die, welche sich von jeder SĂŒnde gereinigt haben.“ (Dialog mit dem Juden Trypho 41, 1)
  • IrenĂ€us von Lyon (ca. 135–202):
    • „Wie aber können sie wiederum sagen, das Fleisch verwese und habe keinen Anteil am Leben, wenn es mit dem Leibe und Blute des Herrn ernĂ€hrt wird? Also mögen sie diese Lehre abĂ€ndern oder nicht mehr die genannten Gaben darbringen! Unsere Lehre aber stimmt mit der Eucharistie ĂŒberein, und die Eucharistie wiederum bestĂ€tigt unsere Lehre. Von dem Seinigen nĂ€mlich opfern wir ihm, indem wir geziemenderweise die unauflösliche Einheit von Fleisch und Geist verkĂŒnden. Denn wie das von der Erde stammende Brot, wenn es die Anrufung Gottes empfĂ€ngt, nicht mehr gewöhnliches Brot ist, sondern die Eucharistie, die aus zwei Elementen, einem irdischen und einem himmlischen besteht, so gehören auch unsere Körper, wenn sie die Eucharistie empfangen, nicht mehr der Verweslichkeit an, sondern haben die Hoffnung auf Auferstehung.“ (Gegen die HĂ€resien, 4. Buch, Kapitel 18, 4)
  • Tertullian (um 150–230)
    • „Wenn du den Leib des Herrn empfĂ€ngst und noch aufbewahrst, so besteht beides unbeeintrĂ€chtigt miteinander, die Teilnahme am Opfer sowie die AusĂŒbung der Leistung“ (Über das Gebet, Kapitel 19)
  • Cyprian von Karthago (ca. 200–258):
    • „Das alte Opfer wird abgelegt und ein neues gefeiert.“ (An Quirinus: Drei BĂŒcher Schriftbeweise, 1. Buch, 16)
    • „Auch wenn wir gemeinsam mit unseren BrĂŒdern zusammenkommen und das göttliche Opfer mit dem Priester Gottes feiern, mĂŒssen wir der Ehrerbietung und Zucht gedenken und dĂŒrfen nicht so ohne weiteres unsere Bitten in nachlĂ€ssigen Worten hinwerfen oder unser Anliegen, das wir in aller Bescheidenheit Gott anheimzustellen haben, in gerĂ€uschvoller GeschwĂ€tzigkeit heraussprudeln.“ (Über das Gebet des Herrn, 1. Hauptteil, Kapitel 4)
  • Kyrill von Alexandria (um 375/80–444)
    • „Wir können jedoch nicht umhin, auch Folgendes beizufĂŒgen. Wenn wir den Tod des eingeborenen Sohnes Gottes, das heißt Jesu Christi, dem Fleische nach verkĂŒnden und das Wiederaufleben von den Toten und die Aufnahme in die Himmel bekennen, so bringen wir in den Kirchen das unblutige Opfer dar, und dann treten wir zu den geheimnisvollen Opfergaben hinzu und werden geheiligt, indem wir teilhaft werden des heiligen Fleisches und des kostbaren Blutes Christi, des Heilandes unser aller.“ (Drei ökumenische Briefe, II. Der dritte Brief an Nestorius)

Konzil von Trient

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Nach der Lehre des Konzils von Trient (1545–1563) sind Messopfer und Kreuzesopfer hinsichtlich der Opfergabe und des Opferpriesters identisch, die Art und Weise der Darbringung ist allerdings verschieden. Die Opfergabe ist ein und dieselbe; derselbe, der sich damals am Kreuze opferte, opfert jetzt durch den Dienst der Priester; allein die Weise des Opfers ist verschieden. (DH 1743) Das genaue VerhĂ€ltnis von Mess- und Kreuzesopfer wird vom Konzil von Trient mit den Worten: repraesentatio („VergegenwĂ€rtigung“), memoria („GedĂ€chtnis“) und applicatio („Zuwendung“) genauer bestimmt. Der römische Katechismus (II, 4, 70) fĂŒgt noch die instauratio („Erneuerung“) hinzu. Die Messe ist die lebendige, objektive VergegenwĂ€rtigung des Kreuzesopfers, eine sakramentale Darstellung desselben. Damit ist gleichzeitig ein objektives GedĂ€chtnis verbunden, in Anlehnung an die Worte Jesu Christi: „Tut dies zu meinem GedĂ€chtnis.“ Durch die Messe werden sodann die am Kreuz von Christus verdienten Gnaden den Menschen zugewendet. Wenn das Konzil von Trient die Messe ein GedĂ€chtnis des Kreuzesopfers nennt, so bedeutet dies nicht, dass sie eine bloße Erinnerungsfeier an das Kreuzesopfer ist: „Wer sagt, in der Messe werde Gott nicht ein wirkliches und eigentliches Opfer dargebracht, oder die Opferhandlung bestehe in nichts anderem, als dass uns Christus zur Speise gereicht werde, der sei (aus der Kirche) ausgeschlossen.“ (DH 1751)

Katechismus der Katholischen Kirche

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Der Katechismus fĂŒhrt die bisherige Lehre ĂŒber das heilige Messopfer weiter und betont, dass das GedĂ€chtnis nicht nur als bloße Erinnerung zu verstehen sei, sondern als VerkĂŒndigung und VergegenwĂ€rtigung.

„Im Sinn der Heiligen Schrift ist das GedĂ€chtnis nicht nur ein Sich-Erinnern an Ereignisse der Vergangenheit, sondern die VerkĂŒndigung der großen Taten, die Gott fĂŒr die Menschen getan hat. In der liturgischen Feier dieser Ereignisse werden sie gegenwĂ€rtig und wieder lebendig. Auf diese Weise versteht das Volk Israel seine Befreiung aus Ägypten: Jedesmal, wenn das Pascha gefeiert wird, werden die Ereignisse des Auszugs dem GedĂ€chtnis der GlĂ€ubigen wieder gegenwĂ€rtig gemacht, damit diese ihr Leben diesen Ereignissen entsprechend gestalten.“[2]

Laut Definition des Katechismus bleibt das einmalige Opfer Christi im OpfergedĂ€chtnis der Eucharistie stets wirksam (vgl. Hebr 7,25–27 EU) [vgl. 1364].

Altkatholische Kirche

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In der Utrechter ErklĂ€rung der altkatholischen Kirchen heißt es unter Nr. 6:

„Die eucharistische Feier in der Kirche ist nicht eine fortwĂ€hrende Wiederholung oder Erneuerung des SĂŒhnopfers, welches Christus ein fĂŒr allemal am Kreuze dargebracht hat; aber ihr Opfercharakter besteht darin, dass sie das bleibende GedĂ€chtnis desselben ist und eine auf Erden stattfindende reale VergegenwĂ€rtigung jener Einen Darbringung Christi fĂŒr das Heil der erlösten Menschheit [
] Indem dies der Charakter der Eucharistie bezĂŒglich des Opfers Christi ist, ist sie zugleich ein geheiligtes Opfermahl, in welchem die den Leib und das Blut des Herrn empfangenden GlĂ€ubigen Gemeinschaft miteinander haben.“

– Utrechter ErklĂ€rung vom 24. September 1889[3]

Nach altkatholischer Auffassung ist daher das Messopfer eine VergegenwĂ€rtigung des einmaligen Opfers Jesu Christi (Hebr 9,11f EU, 9,24 EU), ohne dieses zu wiederholen oder zu erneuern.[4] Zugleich ist die Kommunion dann die Teilnahme an einem Opfermahl (1 Kor 10,17 EU), das eine universale, Zeit und Raum ĂŒberschreitende Gemeinschaft der Teilnehmenden begrĂŒndet.[5]

  • Arnold Angenendt: Offertorium. Das mittelalterliche Meßopfer. Aschendorff Verlag, MĂŒnster 2013 (Liturgiewissenschaftliche Quellen und Forschungen, Bd. 101).

Einzelnachweise

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  1. ↑ Katechismus der Katholischen Kirche, 1362
  2. ↑ KKK 1363
  3. ↑ Utrechter ErklĂ€rung (Memento vom 16. Juli 2011 im Internet Archive) auf der Seite www.alt-katholisch.de, aufgerufen am 29. Juni 2011.
  4. ↑ vgl. Joachim Vobbe: Brot aus dem Steinteil. Bischofsbriefe. Bonn 2005, ISBN 3-934610-63-3, S. 141.
  5. ↑ Vgl. Joachim Vobbe: Brot aus dem Steinteil. S. 143, S. 147f.
Wiktionary: Messopfer – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen