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Nachen

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Fischer-Nachen am Main
Dreibordnachen auf den Netteseen, 1979

Ein Nachen (althochdeutsch nahho, urgermanisch *nakwĂŽ, urindogermanisch *naguÌŻo-, *noguÌŻo-) bezeichnet ursprĂŒnglich einen Einbaum, ein kompaktes, flaches Boot bzw. einen Kahn fĂŒr die Binnenschifffahrt.

In den Fluss- und Auenlandschaften SĂŒddeutschlands wird der traditionell aus Eiche gefertigte Fischer- und FĂ€hrkahn auch als Nachen oder Nache bezeichnet. Es ist ein kleiner Kahn ohne Aufbauten, der durch Muskelkraft (Rudern oder Stochern) angetrieben wird und der dem Weidling sehr Ă€hnlich ist. Alternative Bezeichnungen fĂŒr diese sĂŒddeutschen kleinen KĂ€hne sind auch Dreibord oder Stocherkahn. Als Angelnachen fĂŒr den Hobbyangler oder bei den beliebten Nachenfahrten auf dem Altrhein können auch offene Bootstypen aus anderen Materialien oder mit anderem Antrieb zum Einsatz kommen. Noch bis vor wenigen Jahrzehnten gab es auf den Nette-Seen den nur dort vorkommenden Dreibordnachen.

Außerhalb der Fluss- und Auenlandschaften SĂŒddeutschlands ist das Wort Nachen hĂ€ufig nur noch aus der Literatur, insbesondere aus Poesie, Mythologie und aus den GemĂ€ldesammlungen der Kunstmuseen bekannt. Richard Wagners Lohengrin, der Reiter vom Bodensee, der FĂ€hrmann zur Toteninsel und der bayerische König Ludwig und viele MĂ€rchengestalten benutzten Nachen statt profaner Schiffe, Boote oder KĂ€hne.

Traditionell wurde und wird östlich der Elbe, besonders im Havelland und im frĂŒheren Ostpreußen fĂŒr einen kleinen Kahn Ă€hnlich der Verwendung des Nachens der Begriff Handkahn verwendet. Der Maler Max Pechstein bezeichnete eines seiner Bilder Handkahn.[1]

Andere Boote (regional unterschiedliche Benennung):

  • Kahn – flaches, grĂ¶ĂŸeres Arbeitsboot, Lastschiff, Schleppschiff
  • Schelch – einst auf Main und Werra ĂŒblicher Schiffstyp mit ungedecktem Laderaum
  • Ponton – Arbeits-, Bau- oder Armeeboot, bzw. Floß
  • Weidling – hauptsĂ€chlich Fischerboot (aus Weidenholz)
  • Barke – poetisch, besonders im Mittelmeerraum
  • Zille – flaches Arbeitsboot, auch als FĂ€hre verwendet
  • Ledischiff oder Nauen – schweizerische Bezeichnung fĂŒr ein Lastschiff
  • Schaluppe – ein Beiboot fĂŒr grĂ¶ĂŸere Schiffe, Hafenboot
  • NĂ€he – vor allem im 15. Jahrhundert wurden in Deutschland große, flachgebaute FĂ€hren mit geringem Tiefgang so bezeichnet. Die zum Übersetzen von Tieren und Personen verwendeten hölzernen Fahrzeuge wurden vor allem auf dem Rhein und dem Neckar eingesetzt.

Beispiele aus der Literatur

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Wiktionary: Nachen – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. ↑ Bild Handkahn von Max Pechstein bei artnet.de; abgerufen am 1. Januar 2016