Substratlaicher

Als Substratlaicher oder Haftlaicher bezeichnet man Fische, die ihre Eier an einen festen Untergrund, also an ein Laichsubstrat wie Steine, Holz oder PflanzenblĂ€tter heften. Arten, die ihre Eier nicht an ein Substrat anheften, sondern aktiv in das Kiessediment (Hyporheisches Interstitial) einbringen, werden als Interstitiallaicher bezeichnet.[1] Nach dem bevorzugten Untergrund werden Kieslaicher und Krautlaicher unterschieden.[2] Weiterhin können Arten unterschieden werden, die ihre Eier nur auf dem Substrat ablegen und solche, die danach Brutpflege betreiben. Letzterer Typ von Substratlaichern findet sich z. B. unter den Buntbarschen (Cichlidae), den Riffbarschen (Pomacentridae) und Harnischwelsen (Loricariidae). Bei Substratlaichern ist die Anzahl der Eier meist viel geringer als bei den Freilaichern, da sie an geschĂŒtzten Orten abgesetzt und eventuell von den Eltern beschĂŒtzt werden.
OffenbrĂŒter und Verstecklaicher
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Substratlaicher, Haftlaicher[3] oder SubstratbrĂŒter[4] werden in zwei groĂe Gruppen eingeteilt: OffenbrĂŒter und Verstecklaicher:[5]
- Die OffenbrĂŒter[6] legen ihre Eier offen auf einer meist zuvor grĂŒndlich gereinigten Stelle ab. Sie haben in der Regel transparenten Laich.[5] Die Ablagestelle ist eine Mulde oder eine senkrechte oder eine schrĂ€ge FlĂ€che (Stein, Wurzeln, Pflanzen).[7]
- Verstecklaicher (VersteckbrĂŒter oder auch HöhlenbrĂŒter genannt) bevorzugen Höhlen oder Wurzeln und legen ihre Eier vor feindlichen Blicken geschĂŒtzt ab.[8] Die Eier der HöhlenbrĂŒter sind farblich oft auffĂ€llig.[5]
Laichsubstrate
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]WĂ€hrend Arten wie zum Beispiel Rotaugen und Brachsen kein spezielles Laichsubstrat benötigen, bringen phytophile Arten ihre Eier an pflanzlichem und lithophile Arten ihre Eier an grobem, kiesigem Laichsubstrat an.[9] In der Aquaristik werden auch kĂŒnstliche Laichsubstrate wie beispielsweise ein Wollmob[10] eingesetzt.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Christoph Hauer, Wolfgang Obruca, Beatrice Wagner, Helmut Habersack: Ăkologische Bedeutung von Feststoffen und gewĂ€ssermorphologischen Strukturen im Nahbereich von Kleinwasserkraftwerken. In: Ăsterreichische Wasser- und Abfallwirtschaft. Vol. 68, Nr. 11, 2016, S. 545â553.
- â Die Restaurierung von KieslaichplĂ€tzen. Landesfischereiverband Bayern e. V., September 2007. (download)
- â David Alderton: Fische fĂŒr Aquarium und Teich. Doling Kindersley Verlag, ISBN 3-8310-0669-5.
- â H. M. Peters, Sylvia Berns: Die Maulbrutpflege der Cichliden: Untersuchungen zur Evolution eines Verhaltensmusters. In: Journal of Zoological Systematics and Evolutionary Research. Band 20, Nr. 1, 1983, S. 18â52, doi:10.1111/j.1439-0469.1983.tb00548.x.
- 1 2 3 Jörg Vierke: Brutpflegeformen bei Fischen ( vom 7. August 2011 im Internet Archive). In: Fischreisen. Abgerufen im Mai 2011.
- â OffenbrĂŒter. ( vom 27. Januar 2014 im Webarchiv archive.today)
- â https://www.aquarium-guide.de/lexikon_o.htm Abgerufen im Mai 2011.
- â https://www.aquarium-guide.de/lexikon_v.htm Abgerufen im Mai 2011.
- â A. Lelek, G. Buhse: Fische des Rheins: â frĂŒher und heute. Springer, 1992, ISBN 3-540-53814-3, S. 31.
- â Hans Herbert Boeck: Blauaugen: Schmetterlinge im Aquarium. Natur und Tier, 2012, ISBN 978-3-86659-166-0.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- GĂŒnther Sterba (Hrsg.), Gert BrĂŒckner: EnzyklopĂ€die der Aquaristik und speziellen Ichthyologie. Neumann-Neudamm, Melsungen u. a. 1978, ISBN 3-7888-0252-9.