Oi Polloi
| Oi Polloi | |
|---|---|
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | Edinburgh, Schottland |
| Genre(s) | Anarcho-Punk, Oi!, Hardcore Punk |
| GrĂŒndung | 1981 |
| GrĂŒndungsmitglieder | |
| Ruairidh | |
| David âRatâ Connolly | |
| Stu âDoccyâ Dunn | |
| Aktuelle Besetzung | |
| Ruairidh | |
| Ehemalige Mitglieder | |
| Muz | |
| Chris Low | |
| Brian Tipa | |
| Riley Briggs | |
| Murray Briggs | |
| Calum McKenzie (1992â1999) | |
Oi Polloi ist eine britische Anarcho-Punk-Band aus Edinburgh, die 1981 gegrĂŒndet wurde. Sie gilt als eine der wichtigsten Bands dieser Richtung.
Der Name ist ein Wortspiel auf die aus dem Griechischen entliehene englische Wendung hoi polloi (wörtlich: âDie Vielenâ, aber auch âDie Masseâ, âDas gemeine Volkâ). âOi!â ist eine Punk-Rock-Spielart, die in GroĂbritannien Ende der 1970er Jahre in der Jugend der Arbeiterklasse entstand. Oi Polloi spielten am Anfang ihrer Laufbahn hymnenhaften Oi!-Punk, entwickelten sich jedoch spĂ€ter in eine Anarcho-Hardcore-Punk-Richtung. Es tauchen immer wieder auch reine Streetpunk-StĂŒcke und sogar Folk-Punk-EinflĂŒsse in ihrem Repertoire auf.
Geschichte
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Aufgrund des Bandnamens wird in Oi Polloi immer wieder eine âunpolitische Skinhead-Bandâ vermutet, tatsĂ€chlich waren sie in ihrer FrĂŒhphase stark von Gruppen wie den Cockney Rejects und Sham 69 beeinflusst, wandten sich aber spĂ€ter als groĂe Verehrer von anarchistischen Punkbands wie Crass oder Antisect inhaltlich anspruchsvolleren politischen Themengebieten und reduzierterem Hardcore-Punk zu[1].
Als die Band gegrĂŒndet wurde, gingen die Bandmitglieder noch zur Schule. Ende 1981 gaben sie ihr erstes Konzert im Stewarts Melville College in Edinburgh[2].
Nach weiteren Auftritten im Raum Edinburgh nahmen sie ihr erstes Demo Last of the Mohicans auf und veröffentlichten 1984 ihr erstes Studiodemo Destroi the System. Nach einer positiven Besprechung in der Zeitschrift Sounds erhöhte sich die Nachfrage nach Konzerten auch aus der weiteren Umgebung. Es folgten ein weiteres Studiodemo, Green Anarchoi, und danach die erste Schallplatte Resist the Atomic Menace.
Ab 1988 tourten sie auch auf dem europÀischen Festland (vor allem Westeuropa) sowie den USA und Kanada[3].
2003 erschien ihre erste Single (Carson?) auf Schottisch-GĂ€lisch. Seit damals singen sie auch in dieser Sprache und verwenden diese fĂŒr die tĂ€gliche Unterhaltung, da sie das als wichtig fĂŒr den Erhalt dieser (und anderer) gefĂ€hrdeter Sprachen erachten. Der SĂ€nger ist auch beim gĂ€lischen Fernsehen involviert.
Die Band hatte seit ihrer GrĂŒndung in mehreren Inkarnationen ĂŒber fĂŒnfzig verschiedene Mitglieder.
Stil und Ideologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Oi Polloi vertreten eine radikale Umweltschutzpolitik mit dem Motto âNo compromise in defence of our earthâ (deutsch: Keine Kompromisse bei der Verteidigung unserer Erde). Sie unterstĂŒtzen Aktionen zur Verteidigung von Tierrechten (einige Bandmitglieder sind Veganer, andere Vegetarier) und rufen in ihren Texten zum Widerstand gegen Rassismus (âApartheid stinxâ), Homophobie (âWhen two men kissâ), Neonazismus (âNazi scumâ) und Imperialismus (âAmericans outâ) auf. In einigen Liedern thematisieren sie Neopaganismus (âFree the Hengeâ, âClachan Chalanaisâ). Auch der Humor kommt nicht zu kurz, wie sich an einem vertonten Kochrezept zur Zubereitung eines veganen Essens (âAnarcho-Pieâ) zeigt. Als Gegner des Kapitalismus vertreten Oi Polloi die DIY-Philosophie und vertreiben ihre Produkte selbst oder ĂŒber befreundete kleine Independent-Labels.
In der Vergangenheit wurde der Band vorgeworfen, Antisemiten zu sein, da sie bei ihren Konzerten angeblich Israel-Flaggen verbrannten[4], und dem gĂ€lischen Nationalismus nahezustehen.[5] Die Band bestreitet beides jedoch vehement und besteht darauf, mit ihrem Engagement fĂŒr die schottische Kultur lediglich gegen einen englischen Kulturimperialismus anzukĂ€mpfen.[6]
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die schwedische Band Rednex wurde im Jahr 2011 am Flughafen Tegel mit Oi Polloi verwechselt, sodass die Rednex-Mitglieder versehentlich von einem Fahrer zum Resist-to-Exist-Festival gebracht wurden.[7]
Diskografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Demotapes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Last of the Mohicans (1984)
- Destroi the System (1985)
- Green Anarchoi (1986)
- 87 Demo (1987)
7"-EPs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Resist The Atomic Menace 1986 (1994 wiederveröffentlicht)
- Outrage 1988
- Omnicide 1991 (Words of Warning Records)
- Guilty 1993
- Oi Polloi / Blownapart Bastards (Split) 1994
- Oi Polloi - s/t (Nikt Nic Nie Wie)
- Bare Faced Hypocrisy Sells Records The Anti-Chumawamba EP. Gemeinsam mit Riot/Clone, The Bus Station Loonies, Anxiety Society, The Chineapple Punks, Love Chips and Peas und Wat Tyler (Ruptured Ambitions Records) 1998
- THC (Campary Rec.) 1998
- Let The Boots Do The Talking (Ruptured Ambitions) 1999
- Carson? (Nikt Nic Nie Wie) 2003
- CeĂČl GĂ idhlig mar Sgian nad Amhaich. (Mit Mill a h-uile rud, Atomgevitter und Nad Aislingean) (Problem Records) 2005
12"-LPs
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Skins 'N' Punks Volume Two (Split mit Betrayed) 1986
- Unlimited Genocide (Split mit A.O.A.) 1986
- Mad As... (Split mit Toxic Ephex) 1987
- Unite And Win (Oi! Records) 1987
- In Defence Of Our Earth (Words Of Warning Records) 1990
- Fight Back! (Re-Release von alten Split Material)
- Total Anarchoi (Live/Studio Collection â CD/LP) 1996
- Fuaim Catha (Skuld Records) 1999
- Outraged By The System (Step-1 Music) 2002
- Ar CĂ nan, Ar CeĂČl, Ar-a-mach (Self-Released CD) 2006
- Gaidhlig na Lasair (Compilation von Underground Gaelic Punk und Techno)(Problem? Records) 2006
- SS Politician (Chaosrurale Records) 2010
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â http://www.punkoiuk.co.uk/interviews/oipolloi.htm Interview mit Oi Polloi (englisch)
- â http://www.punkoiuk.co.uk/interviews/oipolloi.htm Interview mit Oi Polloi (englisch)
- â http://www.punkoiuk.co.uk/interviews/oipolloi.htm Interview mit Oi Polloi (englisch)
- â http://www.kink-records.de/OiPolloiI.html
- â http://tschillibloeg.blogsport.de/2007/12/28/punkrock-jihad-oder-oi-polloi-sind-einfach-nicht-cool/
- â http://www.kink-records.de/OiPolloiI.html
- â OI POLLOI + REDNEX: Lustige Verwechslung am Flughafen. In Plastic Bomb Nr. 77 (Winter 2011), S. 71