Zum Inhalt springen

Osttexas

Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel.
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Regionale Untergliederung von Osttexas

Osttexas (mögliche Alternativschreibweise: Ost-Texas, im Englischen: East Texas) ist eine geografische, kulturelle und verwaltungspolitische Region innerhalb des US-Bundesstaats Texas. Gemeinhin wird ihr der westlich der Grenze zu Louisiana sowie Arkansas gelegene Teil des Bundesstaats zugerechnet. Ihr Umfang ist nicht einheitlich festgelegt: Während in einem engen Sinn lediglich die den drei Regionalzusammenschlüssen Ark-Tex, East Texas und Deep East Texas angehörenden Countys hinzugezählt werden, beziehen großzügigere Zuordnungen Teile der nördlichen Golfküste sowie der östlichen Präriegebiet-Ausläufer mit ein. Dominierende Ökoregion sind die von starkem Wald-, vor allem Nadelwaldbewuchs bestimmten Piney Woods. Sowohl die Landschaft als auch die regionale Kultur ähneln stark derjenigen des Tiefen Südens – ein Merkmal, das die Region vom restlichen Texas unterscheidet.

Neben dem Waldreichtum, der schon einen Kontrast bildet zu den offeneren, savannenartigen Landschaften im zentralen, westlichen und südlichen Teil von Texas, unterscheidet sich Osttexas auch durch seine Geschichte stark vom Rest des Bundesstaats. Nicht umsonst gilt die Region als Geburtsstätte des 1836 in einem Krieg unabhängig gewordenen und erst 1845 den USA beigetretenen Staates Texas. Auch wirtschaftlich hat die Region stets eigene Akzente gesetzt, von den Farmen der Pionierära über die Holzabbau-Industrie bis hin zu den reichen Erdölvorkommen, die seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts erschlossen wurden. Trotzdem machen sich in der Region zwischenzeitlich unterschiedliche Struktur­anpassungs­probleme bemerkbar. Ein Charakteristikum ist nach wie vor die vergleichsweise dünne, ländlich geprägte Besiedlung und ebenso die Tatsache, dass die Region etwas abseits in der weiteren Peripherie der großen texanischen Ballungsräume liegt.

Binnenaufgliederung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Erstreckt sich über zwei Bundesstaaten: Texarkana
Orleans Building in Beaumont

In der Regel versteht man unter Osttexas den zwischen Trinity River im Westen und Sabine River im Osten gelegenen Teil von Texas. Die Grenzen im Osten und Norden werden von den drei Bundesstaaten Louisiana, Arkansas und Oklahoma vorgegeben. Die Grenze zu Louisiana markiert zu zwei Dritteln der Verlauf des Sabine River, die zu Oklahoma im Norden durchgehend der Red River. Als Grenze zwischen Osttexas und dem Rest des Bundesstaats gilt gemeinhin eine Linie westlich der Countys Lamar, Hopkins, Van Zandt und Henderson bis zum Trinity River, anschließend dessen Verlauf entlang bis zu seiner Einmündung in den Golf von Mexiko.[1]

Auf Landkreisebene werden der Region Osttexas 41 Countys zugerechnet. 38 davon haben sich in den vier Regionalkoordinationen Ark-Tex, East Texas, Deep East Texas und South East Texas zusammengeschlossen.[2] Die vier Regional Councils of Government nehmen planende Funktionen für die jeweilige Region wahr. In Nord-Süd-Länge beträgt ihre Ausdehnung rund 430 Kilometer; die West-Ost-Entfernung an der breitesten Stelle beträgt knapp 200 Kilometer. Die Binnen-Aufgliederung im Detail:

Landschaftlich-geografische sowie touristische Definitionen der Region weichen von der politischen in einigen Details ab. In ersteren wird Osttexas oft gleichgesetzt mit dem landschaftlich dominierenden Teil, der Pineywoods-Waldregion. Die drei an der Küste liegenden Countys des South East Texas Councils firmieren bei dieser Definition meist als Teil der Golfküstenregion. Die westliche Abgrenzung zum restlichen Texas ist ebenfalls uneinheitlich. So werden Teile der Ark-Tex-Subregion oftmals dem Gebiet der Blackland Prairie zugeschlagen, einem landwirtschaftlich besonders ergiebigen Präriestreifen mit der Metropolregion Dallas-Fort Worth im Zentrum. Besonders uneinheitlich wird die Zuordnung der drei in Golfküstennähe gelegenen Countys gehandhabt. Wahlweise werden sie entweder Osttexas oder aber dem texanischen Teil der Golfküstenregion zugerechnet.[5]

Die Landfläche der Region beläuft sich auf 71.422 km². Zusammen rund 50.000 davon entfallen auf die beiden Subregionen East Texas und Deep East Texas, rund 15.000 auf Ark-Tex und rund 5.500 km² auf South East Texas. Vom gesamten Bundesstaat nimmt die Fläche von Osttexas gut ein Zehntel ein. Die Grenzen der in den vier Regionalcouncils zusammengeschlossenen Countys erfuhren letztmals 1875 Feinkorrekturen. Einige kleinere Gebiete avancierten dabei zu eigenständigen Bezirken: Camp wurde von Upshur abgetrennt, Franklin und Morris von Titus.[6] Kleinstes County in der Region ist Camp (Region East Texas; 513 km²), das größte das am westlichen Rand gelegene Houston (Region East Texas; 3.188 km²).[7]

Landschaftliche Merkmale

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Landschaftszonen in Osttexas
Piney-Wood-Landschaft am Caddo Lake
Bayou-Landschaft im Big Thicket

Vorherrschende Landschaft sind die Piney Woods oder auch East Texas Timberlands: eine flache bis leicht hügelige, waldreiche Region, die von einer kleinteiligen Flusslandschaft sowie zahlreichen natürlichen sowie künstlich geschaffenen Seen bestimmt wird. Landschaftsgeografisch bilden die Piney Woods das westliche Ende der Südstaaten-Waldlandschaft.[8] Die Gesamtfläche der Piney Woods beträgt 141.000 km²; der texanische Anteil daran beläuft sich auf über 61.000 km².[9] Kern des südlichen Teils dieser Großlandschaft ist der sogenannte Big Thicket – eine verdichtete Waldzone, die sich historisch bis zum Brazos River zog und stark von den dort präsenten Stehgewässern und Bayous bestimmt wurde. Durch extensiven Holzschlag wurde der „dichte Vorhang“ allerdings stark in seiner Ausdehnung reduziert. Die Merkmale dieser speziellen Ökoregion sind heute nur noch in einigen südlichen Countys der Subregion Deep East Texas zu finden.[10]

Im unmittelbaren Küstenbereich ist die Coastal Prärie oder Küstenprärie das bestimmende Landschaftsmerkmal – im Golfgebiet des Sabine River auch durchsetzt mit sumpfigem Marschland. Im Westen geht die Landschaft der Region über in die Blackland Prairie sowie die Post Oak Area – weitgehend offene Prärie- und Savannengebiete, die günstige Bedingungen für Ackerbau und Viehzucht liefern.[1] Teil dieser westlichen Übergangszone sind die Countys Lamar, Delta, Hopkins, Van Zandt, Henderson und Anderson.[11] Die Pineywoods-Region wiederum – der dominierende, circa 80 % der Fläche umfassende Kern von Osttexas – setzt sich in den östlich gelegenen Bundesstaaten Louisiana und Arkansas fort.

Kleinlandschaftlich wird Osttexas durch den Verlauf mehrerer Flüsse strukturiert. Neben Trinity und Sabine, deren Verlauf die Region begrenzt, sind dies der Neches River, der Angelina River, der Big Cypress und der Sulphur River. Neches und Angelina River gehören zum Flussnetz des Sabine River. Der Angelina River mündet in den Neches River, dieser wiederum in den Sabine River, der nach Durchqueren von Sabine Lake und Sabine Pass in den Golf von Mexiko einmündet. Big Cypress und Sulphur wiederum gehören zum Flussnetz des Red River, der in Louisiana in den Mississippi einmündet. Bezeichnend für die osttexanische Landschaft sind die vielen Stehgewässer (auch Bayous genannt) sowie Süßwasser-Seen.[12] Bedeutende Stauseen sind das Sam Rayburn Reservoir und das Toledo Bend Reservoir. Sie regulieren die Wasserzufuhr der beiden Flüsse Angelina River und Sabine River und sind sowohl für die Wasserversorgung als auch die Energiegewinnung wichtige Faktoren.

Die Landschaft innerhalb der Großregion ist weitgehend flach. Die durchschnittliche Höhe über dem Meeresspiegel bewegt sich von wenigen Metern bis circa 150 Meter. Die Böden in Flussnähe sind von sandig-lehmiger Konsistenz; die Böden in den höheren Lagen wiederum sind besonders gut für Ackerbau geeignet. Natürliche Reichtümer der Region sind zum einen ihr