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Ralf Ptak

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Ralf Ptak (* 16. Juli 1960 in Kiel) ist ein Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler (Diplom-Volkswirt und Diplom-Sozialökonom) und außerplanmĂ€ĂŸiger Professor fĂŒr Ökonomische Bildung an der UniversitĂ€t zu Köln. Er ist Mitglied der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (Memorandum-Gruppe), des Netzwerks Plurale Ökonomik und war bis zu seiner Auflösung Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von attac.[1][2] Ptak ist zudem Gutachter verschiedener Fachzeitschriften und Mitglied der IG Metall. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Ökonomische Theoriegeschichte, MĂ€rkte und Daseinsvorsorge sowie Wirtschafts- und Sozialpolitik, letztere vor allem mit Blick auf Rechtsextremismus.

Ptak wuchs in Kiel auf und absolvierte eine Lehre als Maschinenschlosser im industriellen Werkzeugmaschinenbau. Nach TĂ€tigkeiten als Facharbeiter und Betriebsrat nahm er Anfang der 1990er Jahre ein Studium der Wirtschaftswissenschaft an der Hamburger UniversitĂ€t fĂŒr Wirtschaft und Politik auf und schloss dieses 1996 als Diplom-Sozialökonom ab.[3] Er schrieb seine Dissertation bei dem Volkswirt Herbert Schui und dem Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser zum Thema Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft. Stationen des Neoliberalismus in Deutschland[4] und wurde 2003 zum Dr. rer. pol. promoviert.

Von 2003 bis 2012 war Ptak Akademischer Rat fĂŒr Allgemeine Volkswirtschaftslehre an der UniversitĂ€t Köln, die letzten drei Jahre als Vertretungsprofessur fĂŒr Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik. Nachdem 2011 die Habilitation unter dem Titel Selbstregulierung als Dogma. BeitrĂ€ge zur politischen Ökonomie von Markt, Staat und Gesellschaft abgeschlossen war, wurde Ptak zum Privatdozenten fĂŒr Ökonomische Bildung ernannt. Nach weiteren wissenschaftlichen Arbeiten erfolgte 2017 die Ernennung zum außerplanmĂ€ĂŸigen Professor fĂŒr Ökonomische Bildung an der UniversitĂ€t Köln. Von 2012 bis 2019 arbeitete Ptak als volkswirtschaftlicher Referent fĂŒr den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Nordkirche an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und politisch-ökonomischer Bildung in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Von 2019 bis 2023 lehrte und forschte Ptak erneut als Hochschullehrer im Bereich Ökonomischer Bildung an der UniversitĂ€t zu Köln.

Wissenschaftliches Profil

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Neben der kritischen Auseinandersetzung mit den ökonomischen Positionen der extremen Rechten und der Wirtschaftspolitik des Faschismus arbeitet Ptak insbesondere zur ökonomischen Theorie- und Wirtschaftsgeschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. Im Feld der ökonomischen Theoriegeschichte ist er auf den wissenschaftlichen Neoliberalismus und hier vor allem auf die Auseinandersetzung mit seiner deutschen Variante, dem Ordoliberalismus sowie dem Vergleich zwischen deutschem und angelsÀchsischem Neoliberalismus spezialisiert. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Sozialen Marktwirtschaft als wirtschafts- und gesellschaftspolitische Konzeption, deren theoretische Grundlagen seit den 1930er Jahren vom Ordoliberalismus gelegt wurden.[5]

In seinen Arbeiten zur Wirtschaftspolitik der extremen Rechten liegt ein Fokus auf der Analyse der programmatischen AnnĂ€herung zwischen der extremen Rechten und einem autoritĂ€ren Neoliberalismus, die seit den 1990er-Jahren zu beobachten ist. Auch geht es um die Frage, wie die neoliberale Agenda und ihre politische Umsetzung dazu beigetragen haben, der extremen Rechten direkt oder indirekt einen Boden zu bereiten. Hier hat Ptak insbesondere in den Feldern Sozialstaat, Bildungswesen und öffentliche Daseinsvorsorge untersucht, welche ökonomischen und politischen Folgen die Ausdehnung des Marktprinzips auf diese ursprĂŒnglich öffentlichen Bereiche hat.

Publikationen (Auswahl)

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  • Mehr und bessere Bildung durch Markt und Wettbewerb? Thesen zur politischen Ökonomie der aktuellen Bildungsdebatte. In: I. Lohmann/S. Mielich/F. Muhl/K.-J. Pazzini/L. Rieger/E. Wilhelm (Hrsg.): Schöne neue Bildung? Zur Kritik der UniversitĂ€t der Gegenwart. transcript, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-8376-1751-1, S. 105–120.
  • mit Christoph Butterwegge und Bettina Lösch (Hrsg.): Neoliberalismus. Analysen und Alternativen. VS-Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15186-1.
  • mit Christoph Butterwegge und Bettina Lösch: Kritik des Neoliberalismus. 2., verbesserte Auflage, VS-Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15809-9 (3. aktualisierte Auflage, Springer VS, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-531-20005-7).
  • Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft. Stationen des Neoliberalismus in Deutschland. Leske + Budrich, Opladen 2004, ISBN 3-8100-4111-4.
  • mit Herbert Schui, Stephanie Blankenburg, GĂŒnter Bachmann und Dirk Kotzur: Wollt ihr den totalen Markt? Der Neoliberalismus und die extreme Rechte. Knaur, MĂŒnchen 1997, ISBN 3-426-80083-7.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates. In: Attac. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 31. MĂ€rz 2019; abgerufen am 13. Juli 2018.
  2. ↑ Was ist der Wissenschaftliche Beirat? Abgerufen am 16. Juli 2022.
  3. ↑ Macht euch doch bloß nicht so verrĂŒckt Interview mit dem fluter, Jugendmagazin der bpb vom 20. Juni 2012, abgerufen am 12. Juli 2025
  4. ↑ Ralf Ptak, Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft. Stationen des Neoliberalismus in Deutschland, Leske & Budrich, Opladen 2003
  5. ↑ Ralf Ptak: Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft: Stationen des Neoliberalismus in Deutschland. VS Verlag fĂŒr Sozialwissenschaften, 2004, ISBN 3-8100-4111-4, S. 280 ff.