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Seebuch

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Ein Seebuch ist eine Publikation mit Informationen, die fĂŒr die Navigation zur See (Nautik) und die Seeschifffahrt benötigt werden. Dazu zĂ€hlen unter anderem SeehandbĂŒcher, HafenhandbĂŒcher, Segeltörn-FĂŒhrer, nautische ReisefĂŒhrer, Gezeitentafeln und Leuchtfeuerverzeichnisse.[1] SeebĂŒcher ergĂ€nzen die Angaben in Seekarten. Sie werden von den zustĂ€ndigen Behörden oder von privaten Verlagen herausgegeben.[1]

Der Hafen von Marseilles im Kitab-ı Bahriye. Piri Reis verfasste dieses Seebuch zwischen 1511 und 1521.

In der Antike wurden Beschreibungen von Seerouten verfasst, die als VorlĂ€ufer der SeebĂŒcher gelten können (siehe Periplus).

SeebĂŒcher enthalten mehr Angaben als die antiken Seewegbeschreibungen. Die ersten SeebĂŒcher waren die Portolane des Mittelmeerraums. Der Ă€lteste erhaltene Portolan ist der italienische Compasso da navigare aus dem Jahr 1296, dessen Abfassung anhand textimmanenter Kriterien jedoch rund zwei Generationen frĂŒher angesetzt werden kann.[2]

Die Niederschrift der Ă€ltesten erhaltenen nordwesteuropĂ€ischen Segelanweisung, des sog. niederdeutschen Seebuches, lĂ€sst sich auf das Jahr 1470 datieren. Es handelt sich um eine Kompilation von Texten verschiedener Provenienz und Datierung, deren frĂŒheste sich aufgrund interner Indizien auf bis zu eineinhalb Jahrhunderte frĂŒher datieren lassen, mithin auf die erste HĂ€lfte des 14. Jahrhunderts.

Zwischen 1502/1510 erschien in Rouen das erste nordeuropĂ€ische gedruckte derartige Werk, der Routier de la mer, der von erheblichem Einfluss auf den von 1520 bis 1643 in zahlreichen Auflagen verbreiteten Grand routier et pilotage des Pierre Garcie war. Der Routier de la mer erschien 1528 als Rutter of the Sea auch in englischer Übersetzung durch Robert Copland. 1541 gab Richard Proude im Inselreich den New Rutter of the Sea for the North Partes heraus.

Im NiederlĂ€ndischen werden die Werke, deren Titel meist mit der Eingangsformel „Dit is de Kaerte van 
“ beginnen, als leeskaert und spĂ€ter nach der EinfĂŒhrung von Seekarten als paskaert bezeichnet. Die erste Kaert vander Zee erschien 1532 im Druck.

Im 16. Jahrhundert kamen Abbildungen einfacher Art hinzu, die sogenannten Vertonungen.

Der Bukanier Bartolomew Sharp erbeutete bei einer Kaperfahrt 1680/81 im SĂŒdpazifik das Schiff Rosario samt einem spanischen Seebuch, das die KĂŒstenlinie in ihrer natĂŒrlichen Farbgebung zeigt. Das Werk befindet sich heute in der Naval Library des britischen Verteidigungsministeriums.

Offizielle SeebĂŒcher in Deutschland

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In Deutschland gibt das Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) als zustĂ€ndige Behörde diverse SeebĂŒcher heraus. Dazu zĂ€hlen beispielsweise folgende Publikationen:[3]

Einzelne Angaben in SeebĂŒchern können schnell veralten, sowohl aufgrund natĂŒrlicher EinflĂŒsse als auch durch AktivitĂ€ten des Menschen (z. B. neue Vorschriften). SeebĂŒcher mĂŒssen deshalb ebenso wie Seekarten laufend aktualisiert werden. Das BSH publiziert wöchentlich die Nachrichten fĂŒr Seefahrer mit Berichtigungen zu den eigenen Seekarten und SeebĂŒchern.[4]

  • Peter Assion: ‘Das Seebuch’. In: Verfasserlexikon. 2. Auflage. Band 8, 1992, Sp. 1013–1017.
  • Albrecht Sauer: Das â€șSeebuchâ€č. Das Ă€lteste erhaltene Seehandbuch und die spĂ€tmittelalterliche Navigation in Nordwesteuropa. Kabel Verlag, Hamburg 1997, ISBN 3-8225-0395-9.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 SeebĂŒcher im Segellexion auf segeln-lernen.de.
  2. ↑ Francesco Attanasio: Nel 1250, ‘lo Compasso de navigare’, il piĂč antico portolano conosciuto (online), 2017.
  3. ↑ Nautischer Produktkatalog des BSH. Beim Klick auf das Feld SeebĂŒcher werden diese angezeigt.
  4. ↑ Nachrichten fĂŒr Seefahrer (NfS) auf der Website des BSH.