Signet

Das Signet [], auch [][1] (lateinisch signum âZeichenâ) ist ein visuelles Zeichen. Die Anforderungen an Signete sind abhĂ€ngig von der Funktion, der Zielgruppe, aber auch von epochalen StilprĂ€gungen. Moderne Signete oder Signets sind meist aus geometrischen Grundformen aufgebaut, die schnell erfassbar sind. Der Wiedererkennungswert und die Sympathie sind weitere Kriterien fĂŒr die Signetgestaltung. Signetentwicklung ist ein Spezialgebiet des Grafikdesigns. Eine der historischen Wurzeln des Signets ist die Heraldik. Viele moderne Wappenzeichen werden als Signet gestaltet.
Man spricht im Kunsthandel und in der Kunstwissenschaft noch immer vom âSignetâ eines Malers, Bildes oder einer Skulptur in Bezug auf die â piktographische oder schriftliche â Signatur des Urhebers.
Geschichte
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Signet war ursprĂŒnglich die Bezeichnung fĂŒr Drucker- und Verlegerzeichen, welche am Ende des Buches â spĂ€ter auf dessen Titel â angebracht waren und die QualitĂ€t seines Produktes garantieren sollten. Der NĂŒrnberger Maler und Bildhauer Albrecht DĂŒrer entwickelte sein AD Monogramm im Jahre 1498 und kennzeichnete seine Werke mit dem weltberĂŒhmten Logo. Auch mittelalterliche Notare verwendeten seit dem 11. Jahrhundert ein eigenes, persönliches Notariatssignet. Diese VorlĂ€ufer haben mit unseren heutigen Firmenmarken oder Signets gemeinsam, dass sie in einer vereinfachten, reduzierten Form eine sehr komplexe Aussage darstellen:
- die Identifikation oder Kennzeichnung des Herstellers bzw. Dienstleisters,
- die Funktion der rechtlichen Beglaubigung,
- die gleich bleibende QualitÀt des Produktes, und
- die Abgrenzung von der Konkurrenz.
Signet (Markenzeichen)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als sich der Handel im Mittelmeerraum ausbreitete (ab etwa 800 v. Chr.), entwickelte sich zunehmend die Verwendung von Identifikationszeichen wie Töpfer-, Steinmetz- und Goldschmiedemarken. Andere VorlĂ€ufer von Markenzeichen waren die Brandmarken auf Nutztieren, die die IdentitĂ€t ihrer Besitzer garantierte und dadurch auch die Unverwechselbarkeit der Tiere auf dem Markt gewĂ€hrleisteten. Solche Identifikations- oder Besitzzeichen hatten die pragmatische Funktion, die Ware, den Besitzer oder den Hersteller zu identifizieren. DarĂŒber hinaus konnten diese Zeichen auch den QualitĂ€tswert der Produkte eines bestimmten ZĂŒchters oder Handwerkers darstellen. Die verwendeten Zeichen haben sich eher als Bildzeichen denn als Wortzeichen etabliert, um auch ĂŒber LĂ€ndergrenzen hinaus verstanden zu werden. Markenzeichen werden heute auch Signete genannt.[1]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Annemarie Meiner: Das deutsche Signet. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte. Deutscher Verein fĂŒr Buchkunde und Schrifttum, Leipzig 1922 (zugleich: Leipzig, UniversitĂ€t, Dissertation, vom 17. Januar 1922).
- Angela Nuovo: The book trade in the Italian Renaissance (= Library of the Written Word. Bd. 30), Leiden/Boston 2013.
- Henning Wendland: Druckermarke. In: Severin Corsten (Hrsg.): Lexikon des gesamten Buchwesens. LGB 2. Band 2: Buck â Foster. 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Hiersemann, Stuttgart 1989, ISBN 3-7772-8911-6, S. 367.
- Henning Wendland: Signete. Deutsche Drucker- und Verlegerzeichen 1457â1600. SchlĂŒter, Hannover 1984, ISBN 3-87706-189-3.
- Anja Wolkenhauer: Zu schwer fĂŒr Apoll. Die Antike in humanistischen Druckerzeichen des 16. Jahrhunderts (= WolfenbĂŒtteler Schriften zur Geschichte des Buchwesens. Bd. 35). Harrassowitz, Wiesbaden 2002, ISBN 3-447-04717-8 (zugleich: Hamburg, UniversitĂ€t, Dissertation, 2000).
- Anja Wolkenhauer: Rassegna delle fonti per lo studio delle marche tipografiche nei libri antichi (â400-â600). Forschungsbericht in: Paratesto. Rivista internazionale 3 (2006), S. 61â69.
- Reinhard WĂŒrffel: Lexikon deutscher Verlage von AâZ. 1071 Verlage und 2800 Verlagssignete vom Anfang der Buchdruckerkunst bis 1945. Adressen, Daten, Fakten, Namen. Verlag Grotesk, Berlin 2000, ISBN 3-9803147-1-5.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Eintrag âSignetâ im Duden.