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Sinus versus und Kosinus versus

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Sinus versus (auch Sinusversus, Quersinus, Versinus oder Versus, in Formeln abgekürzt vers) und der Kosinus versus (auch Koversinus oder Querkosinus, in Formeln abgekürzt covers) sind in der Trigonometrie heute selten verwendete trigonometrische Funktionen. Semiversus (englisch haversine, in Formeln abgekürzt sem) ist der halbe Sinus versus.

Veranschaulichung am Einheitskreis:
Der Sinus versus CD bildet zusammen mit dem Kosinus einen Radius 1 (OD),
der Kosinus versus GF zusammen mit dem Sinus einen Radius 1 (OF).

Der Sinus versus wird mit Hilfe der Kosinus- oder Sinusfunktion definiert als[1]

vers⁡θ=1−cos⁡θ=2sin2θ2.

Er ist die Differenz des Kosinus zu +1 (in nebenstehender Abbildung in der Farbe Grün eingezeichnet).

Der Sinus versus kann auf die ganze komplexe Zahlenebene ausgeweitet werden.

Der Semiversus ist die Hälfte des Sinus versus:[2]

sem⁡θ=vers⁡θ2=sin2θ2

Der Kosinus versus ist in nebenstehender Abbildung in der Farbe Cyan und als cvs eingezeichnet.

covers⁡θ=1−sin⁡θ=vers⁡(π2−θ).

Er ist die Differenz des Sinus zu +1 und auch der Sinus versus des Gegenarguments (π/2 − θ).[3]

Verwandte Funktionen

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Manchmal wird analog zu versin⁡θ=2sin2(θ/2) und coversin⁡θ=versin⁡(π/2−θ) unter vercos etwas anderes verstanden als unter coversin und unter covercos etwas anderes als unter versin. In folgender Tabelle sind die Funktionen zusammen mit einigen verwandten trigonometrischen Funktionen und dem grafischen Funktionsverlauf zusammengefasst:

versin⁡θ=1−cos⁡θ=2sin2θ2
haversin⁡θ=versin⁡θ2=1−cos⁡θ2
vercos⁡θ=1+cos⁡θ=2cos2θ2
havercos⁡θ=vercos⁡θ2=1+cos⁡θ2
coversin⁡θ=1−sin⁡θ=versin⁡(π2−θ)
hacoversin⁡θ=coversin⁡θ2=1−sin⁡θ2
covercos⁡θ=1+sin⁡θ=vercos⁡(π2−θ)
hacovercos⁡θ=covercos⁡θ2=1+sin⁡θ2

Die Ableitungen und die Stammfunktionen sind:

ddxversin⁡x=sin⁡x ∫versin(x)dx=x−sin⁡x+C
ddxvercos⁡x=−sin⁡x ∫vercos(x)dx=x+sin⁡x+C
ddxcoversin⁡x=−cos⁡x ∫coversin(x)dx=x+cos⁡x+C
ddxcovercos⁡x=cos⁡x ∫covercos(x)dx=x−cos⁡x+C
ddxhaversin⁡x=sin⁡x2 ∫haversin(x)dx=x−sin⁡x2+C
ddxhavercos⁡x=−sin⁡x2 ∫havercos(x)dx=x+sin⁡x2+C
ddxhacoversin⁡x=−cos⁡x2 ∫hacoversin(x)dx=x+cos⁡x2+C
ddxhacovercos⁡x=cos⁡x2 ∫hacovercos(x)dx=x−cos⁡x2+C

Geschichte und Verwendung

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Der Seiten-Kosinussatz der sphärischen Trigonometrie spielte für die nautische Navigation nach den Sternen in früherer Zeit eine wichtige Rolle.[4] Um die dabei erforderlichen Multiplikationen trigonometrischer Funktionen durch das Nachschlagen von Tabellenwerten[5] zu vereinfachen, wurde der Semiversus eingeführt.

Es ergibt sich daraus unter anderem damit der Seiten-Kosinussatz zu:

sem(a)=sem(b−c)+sin⁡(b)⋅sin⁡(c)⋅sem(α)

Einzelnachweise

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  1. ↑ Eric W. Weisstein: Versine. In: MathWorld (englisch).
  2. ↑ Eric W. Weisstein: Haversine. In: MathWorld (englisch).
  3. ↑ Eric W. Weisstein: Coversine. In: MathWorld (englisch).
  4. ↑ Bobby Schenk: Astronavigation: ohne Formeln – praxisnah. 2. Auflage. Delius Klasing & Co., Bielefeld 1978.
  5. ↑ Otto Fulst: Nautische Tafeln. Hrsg.: Johannes Lütjen, Walter Stein, Gerhard Zwiebler. 24. Auflage. Arthur Geist Verlag, Bremen 1972, 17–18.