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St. Ingbert

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Wappen Deutschlandkarte
St. Ingbert
Deutschlandkarte, Position der Stadt St. Ingbert hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 17′ N, 7° 7′ OKoordinaten: 49° 17′ N, 7° 7′ O
Bundesland:Saarland
Landkreis: Saarpfalz-Kreis
Höhe: 229 m ü. NHN
Fläche: 49,95 km²
Einwohner: 35.209 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 705 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66386
Vorwahl: 06894
Kfz-Kennzeichen: IGB
Gemeindeschlüssel: 10 0 45 117
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 12
66386 St. Ingbert
Website: www.st-ingbert.de
Oberbürgermeister: Ulli Meyer (CDU)
Lage der Stadt St. Ingbert im Saarpfalz-Kreis
KarteBexbachHomburgKirkelSt. IngbertBlieskastelMandelbachtalGersheimFrankreichFrankreichRheinland-PfalzLandkreis NeunkirchenRegionalverband Saarbrücken
Karte
Der Spellenstein, ein Menhir aufgestellt in der Jungsteinzeit um 1800 v. Chr.
Ein Wahrzeichen der Stadt ist der Stiefel, ein Produkt der Verwitterung des in St. Ingbert aufgeschlossenen Buntsandsteins, ein vor ca. 250 Mio. Jahren entstandenes Sedimentgestein.
Die neogotische Kirche St. Josef, gebaut 1890–1893

St. Ingbert (anhörenⓘ/?, im örtlichen Dialekt Dengmert; anhörenⓘ/?) ist eine Mittelstadt und die sechstgrößte Stadt im Saarland.[2]

Flächenverteilung nach Stadtteilen
Flächenverteilung nach Nutzung

Das Stadtgebiet besteht aus den Stadtteilen St. Ingbert-Mitte (mit Sengscheid und Schüren), Rohrbach, Hassel, Oberwürzbach (mit Reichenbrunn und Rittersmühle) und Rentrisch. Die gesamte Stadt umfasst eine Fläche von zirka 50 Quadratkilometern. Auf die Stadtteile – aufgelistet nach der Bevölkerungsgröße – entfallen somit folgende Flächen:

  • St. Ingbert-Mitte: 2473 ha
  • Rohrbach: 745 ha
  • Hassel: 926 ha
  • Oberwürzbach: 552 ha
  • Rentrisch: 208 ha

Nach der Nutzung gesehen, verteilen sich die 50 km² Gesamtfläche der Stadt folgendermaßen:

  • 22 % Gebäude- und Freiflächen
  • 8,2 % Verkehrsfläche
  • 14,2 % landwirtschaftliche Flächen
  • 52,3 % Waldfläche

Natürliche Grundlagen

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St. Ingbert liegt an den westlichen Ausläufern des Pfälzerwaldes. Der größte Teil des Stadtgebietes ist von naturnahem Buchenwald (etwas mehr als die Hälfte der Fläche, siehe Schaubild) und sanften Hügeln geprägt. Die Kernstadt sowie die Stadtteile Rohrbach und Rentrisch werden vom Rohrbach durchflossen, der in die Saar entwässert. Die Bäche, die die Stadtteile Reichenbrunn, Oberwürzbach und Hassel durchfließen, entwässern in die Blies.

Geologisch liegt die Stadt im Bereich der Pfälzer Mulde,[3] die vom Buntsandstein gebildet wird. Die wenig fruchtbaren Böden sind hauptsächlich von Wald bestanden. Als natürliche Vegetation wäre auf den meisten Standorten ein relativ artenarmer, bodensaurer Buchenwald[4] zu erwarten, ein Waldbild, das durch die naturnahe Waldbewirtschaftung der letzten Jahrzehnte auch an vielen Standorten erreicht ist. Nur in den bachbegleitenden Feuchtzonen sollte ein Erlenbruchwald vorkommen, wie er im Bereich des Naturschutzgebietes Im Glashüttental zu sehen ist. Die Naturschutzgebiete im Bereich der Stadt St. Ingbert (Im Glashüttental/Rohrbachtal, Frohnsbachtal-Geißbachtal, Ritterstal) stellen solche Feuchtgebiete unter Schutz.[5] Südlich von St. Ingbert beginnt mit dem Bliesgau das Pfälzisch-Saarländische Muschelkalkgebiet, das durch seine lehm- und tonhaltigen Böden und durch eine überwiegend landwirtschaftliche Nutzung gekennzeichnet ist. Nordwestlich von St. Ingbert fängt mit dem Saarbrücker Sattel das Karbon (Westfalium)[6] an, das von der St. Ingberter Grube genutzt wurde.

Nach der naturräumlichen Gliederung liegt St. Ingbert (Kernstadt und Rohrbach) im Bereich der St. Ingberter Senke, die den westlichen Abschluss der St. Ingbert-Kaiserslauterer Senke bildet.[7] Die Ortschaften Hassel, Oberwürzbach, Reichenbrunn und Sengscheid gehören zum Sankt Ingbert-Kirkeler Waldgebiet. Dieses endet mit dem Höhenzug Kahlenberg – Betzentaler Berg (Rotenkopf) – Stiefel, der gegen die Senke hin steil abbricht.

Blick über St. Ingbert

St. Ingbert liegt an der Achse Saarbrücken – Homburg, die für das Saarland von zentraler Bedeutung ist, da sie die meiste Wirtschaftskraft des Landes bündelt. International gesehen liegt St. Ingbert an der Linie, die das Pariser Becken mit dem Rhein-Main-Gebiet um Frankfurt am Main verbindet. Bemessen nach dem Gradnetz der Erde liegt St. Ingbert (Messpunkt Engelbertskirche in der Stadtmitte) bei 7° 6' 45" östlicher Länge sowie 49° 16' 47" nördlicher Breite.

St. Ingbert hat sieben Nachbarkommunen. Im Uhrzeigersinn sind das nördlich Spiesen-Elversberg und Neunkirchen (Saar) (Landkreis Neunkirchen), östlich Kirkel, Blieskastel und südlich Mandelbachtal (Saarpfalz-Kreis), sowie südwestlich Sulzbach/Saar und südlich Saarbrücken (Regionalverband Saarbrücken).

Vom ersten nachchristlichen Jahrhundert an sind römische Siedlungen auf dem Stadtgebiet belegt. Die zeitliche Einordnung der archäologischen Funde vom Eichertsfels ist unsicher. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes befindet sich vom 28. Juni 888 in einer Schenkungsurkunde König Arnulfs, damals noch als „Lendelfingen“.[8] Um 580 weilte der heilige Ingobertus auf dem Gebiet des heutigen St. Ingbert.

Der Name der Stadt geht auf den heiligen Ingobertus zurück. Alles, was über ihn bekannt ist, stammt aus der Lebensbeschreibung des Bischofs Magnerich von Trier, die in der 1. Hälfte des 11. Jahrhunderts verfasst wurde. Sie zählt Männer auf, die zu Magnerichs Zeit (Ende 6. Jahrhundert) im „Vosagus“ als Diener Gottes gewirkt hätten: Paulus, Ingobertus, Disibodus, Wandelinus. Die Gesta Treverorum griffen diese Mitteilung auf und erklärten alle zu Einsiedlern. Später machte eine Wendelin-Legende Disibod, Paulus und Johannes zu Wendelins Gefährten. Nach Vermutungen könnte Ingobertus' Wirkungsstätte der Bereich um den Heiligenbrunnen am Alten Friedhof gewesen sein. Materielle Hinterlassenschaften wie zum Beispiel Reliquien oder ein Grab sind nicht vorhanden.

Später benannte man vermutlich eine Kapelle nach dem Heiligen, der erst Jahrhunderte später dem ganzen Ort seinen Namen geliehen hat. Da Ingobertus kein offiziell anerkannter Heiliger der katholischen Kirche ist, wird er bei Kirchweihen und kirchlichen Festen durch den heiligen Engelbertus vertreten.

888 wurde St. Ingbert erstmals als Lendelfingen urkundlich erwähnt – 300 Jahre, bevor der Name St. Ingbert auftauchte. 1174 wurde zum ersten Mal der heutige Ortsname als „St. Ingebrehtum“ wiedergegeben. 6 Jahre später wurde St. Ingbert als „St. Engilbertum“ urkundlich erwähnt. Lendelfingen („Lantolvinga“) war nach der Urkunde von 888 ein Königsgut; im Ortsnamen steckt der Männername Lantolf mit der Erweiterung -ingen. Der ältere Name Lendelfingen wurde neben dem neuen Namen St. Ingbert noch lange Zeit weiterverwendet. Erst mit dem Dreißigjährigen Krieg geriet der Name Lendelfingen in Vergessenheit.

Politische Zugehörigkeit und Besitzverhältnisse

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Im Jahre 960 fiel St. Ingbert zusammen mit dem Bliesgau an das Bistum Metz.

Am 15. Juli 1339 kam St. Ingbert mit Blieskastel zum Erzstift Trier. Kirchlich blieben beide jedoch beim Bistum Metz.

1475 wurde der St. Ingberter Bann (Herrschaftsgebiet) zum ersten Mal bestimmt.

Im Jahr 1487 kam Johann von der Leyen durch Heirat in den Besitz von einigen Rechten bezüglich St. Ingberts.

Während der Pest-Zeit im 16. Jahrhundert gehörte der Ort zu Kurtrier. In den folgenden Jahrzehnten bis 1634 gehörte er als Pfandbesitz zu Nassau-Saarbrücken.

1634 wurde St. Ingbert zusammen mit Blieskastel wieder aus nassau-saarbrückischer Herrschaft durch Kurtrier eingelöst.

1793 kam es zum Ende der Herrschaft der Grafen von der Leyen. Die Gräfin Marianne floh aus Blieskastel. Die Gemeinde erhielt daraufhin die Rechte, die vorher den Grafen gehörten. Am 22. September 1797 wurde die Freie Republik St. Ingbert ausgerufen, die einen Bestand von acht Tagen haben sollte. Schließlich wurde St. Ingbert 1798 dem Saardepartement zugeteilt.

Zwischen 1814 und 1816 kam St. Ingbert zusammen mit Blieskastel unter bayerisch-österreichische Verwaltung. 1816 wurde St. Ingbert dem bayerischen Rheinkreis zugeschlagen und gehörte damit zum Königreich Bayern. Ab 1902 war St. Ingbert Sitz des Bezirksamt St. Ingbert.

Durch den Versailler Vertrag 1919 wurden St. Ingbert sowie Homburg von der Pfalz an das neu geschaffene Saargebiet abgetreten. Dieses stand unter der Verwaltung des Völkerbundes, war jedoch wirtschaftlich an Frankreich angeschlossen.

Bei der Saarabstimmung vom 13. Januar 1935 standen die Beibehaltung des Status quo (Völkerbundsmandat) sowie die Eingliederung des Saarlandes nach Frankreich oder nach Deutschland zur Wahl. 91,4 % der St. Ingberter waren für eine Rückgliederung ins Deutsche Reich.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Saarland politisch teilautonom. Erst nach einer erneuten Volksabstimmung 1955 erfolgte 1957 die Eingliederung in die Bundesrepublik Deutschland.

Wirtschaftliche Entwicklung

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1662 wurden die Kohlegruben wieder in Betrieb genommen, die während des Dreißigjährigen Krieges zerfallen waren. Außerdem wurden in den folgenden Jahrzehnten Eisenerze aus St. Ingbert verhüttet und Holz aus dem St. Ingberter Wald vermarktet.

Im 18. Jahrhundert begann in St. Ingbert langsam die industrielle Entwicklung. So kam es im Jahr 1700 zu ersten Überlegungen bezüglich des Baus eines Alaunwerkes und einer Vitriolfabrik. Außerdem wurden in den nächsten Jahren Eisenerze und der Wald über die Grenzen des Ortes hinaus vermarktet, d. h. bis zum Niederrhein und nach Holland. Es entstand 1725 eine Mühle. 1732 wurde ein Pachtvertrag zwischen dem Consortium Lehnen-Gottbill-Loth und Graf Caspar von der Leyen bezüglich der Errichtung eines Eisenwerkes abgeschlossen. Im Frühsommer 1733 war es schließlich so weit, und eine Hütte mit Schmelze und Hammerwerk konnte ihren Betrieb aufnehmen.

In den 70er-Jahren des 18. Jahrhunderts wurde die Kohleförderung nach und nach erschlossen. Außerdem gab es in diesem Zeitraum die erste amtliche Untersuchung über den Bergbau in St. Ingbert. Man rang mit der Idee, die vielen Privatgruben zu verstaatlichen. Dies sollte 1777 Realität werden, als Gräfin Marianne von der Leyen dem Unternehmer Johann Wolfgang Falck den St. Ingberter Bergbau übergab und alle St. Ingberter Gruben entschädigungslos eingezogen wurden. Die Kohle wurde mit Schiffen bis nach Koblenz und Mainz transportiert.

Im gleichen Jahr wurde durch die Eröffnung einer Rußhütte auch Koks hergestellt. Zwei Jahre später wurde der Versuch unternommen, die „Praschenfeuerung“ wieder einzuführen, die schon 1773 versucht worden war. Im gleichen Jahr zeichnete sich auch der Ruin des Eisenwerkes ab, das jedoch von der gräflichen Rentkammer (Finanzverwaltung) übernommen wurde.

1784 wurde in St. Ingbert die Mariannentaler Glashütte durch Marianne von der Leyen gegründet. Diese Glashütte erhielt das Recht, eigene Kohlegruben zu betreiben. 1786 wurde per Vertrag die Gründung einer neuen Alaunhütte beschlossen.

Am 12. März 1788 erließ Gräfin Marianne von der Leyen einen Erlass, wonach auch die Verwendung der Steinkohle in den Wohnhäusern möglich wurde. Hintergrund der Entscheidung war die abnehmende Verfügbarkeit des St. Ingberter Holzes. Im gleichen Jahr noch übernahm der Protestant Philipp H. Krämer Teile des Hüttenwerks sowie die Gesamtleitung der Schmelze. Zu dieser Zeit gab es 18 Schmelzarbeiter und 13 Erzgräber und Kohlebrenner.

1804 kaufte die Witwe von Philipp Heinrich Krämer, Sofie Krämer, das Eisenwerk.

1846 wurde die Maschinenfabrik Otto Kaiser in St. Ingbert gegründet. In ihr wurden Maschinen und Eisenkonstruktionen aller Art produziert. Vor allem aber war sie für ihren Kranbau bekannt, welcher 1994 eingestellt wurde.

In den 1950er-Jahren kam der Steinkohleabbau in St. Ingbert langsam zum Erliegen; die Grube wurde geschlossen. In den 1970er-Jahren wurde auch die Glashütte stillgelegt. Das machte in St. Ingbert einen starken Strukturwandel hin zum Dienstleistungssektor erforderlich.

Kriegsereignisse und andere Katastrophen

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In der Mitte des 16. Jahrhunderts (1553) wütete in St. Ingbert die Pest. 1573 und 1574 wurde die Gegend erneut von der Pest heimgesucht. 1637 wurde St. Ingbert – vermutlich bis auf die Kirche – durch einen Brand vollständig zerstört.

Während des Ersten Weltkrieges wurde St. Ingbert 1915 mehrmals von feindlichen Flugzeugen angegriffen. Einige Einwohner kamen dabei ums Leben. Ein 1932 errichtetes Denkmal erinnert an die 547 Sankt Ingberter, die im Ersten Weltkrieg umkamen.

1940 fand der erste britische Luftangriff auf St. Ingbert statt; schon 1941 gab es den 100. Fliegeralarm. Ein Jahr später wurden die Glocken der Kirchen zu Kriegszwecken abgenommen. Am 11. Mai, 29. Juni, 16. Juli und 18. September 1944 erfolgten Bombenangriffe auf die Stadt, bei denen 21 Menschen ihr Leben verloren und 35 Wohnungen zerstört wurden. Zwischen dem 8. und 17. Dezember 1944 lag die Stadt unter amerikanischem Artilleriefeuer.

Am 1. und 14. Januar sowie am 13. und 15. Februar 1945 gab es weitere Bombenangriffe auf die Stadt. Vom 5. bis 7. März kam es zu Artilleriebeschuss.

Am 20. März 1945 marschierten Truppen der 3. US-Armee von Ensheim her ein, fünf Tage später wurden die Amerikaner von den Franzosen abgelöst, die auch die Verwaltung über St. Ingbert übernahmen. Im Zweiten Weltkrieg fielen 1052 Einwohner von St. Ingbert.

Am 17. Juli 2007 brannten der Turmhelm und das Dach des Kirchenschiffs der Kirche St. Josef ab. Der Wiederaufbau dauerte bis ins Jahr 2011.

Entwicklung der Einwohnerzahl

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Ab dem Jahr 1329 wurden die ersten Einwohner namentlich genannt. Zwei Jahre später erschien das erste richtige Einwohnerverzeichnis, das 25 Haushalte umfasste.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts (1698) zählte St. Ingbert 21 Haushalte mit 88 Einwohnern, gegen Ende des 19. Jahrhunderts zählte die Stadt etwa 10.000 Einwohner.

Bis zum Jahr 1923 wuchs die Bevölkerung aufgrund der rasch zunehmenden Kohleförderung, Eisenverarbeitung und Glasindustrie stark an. In 1939 stieg die Einwohnerzahl durch Rückwanderer auf 28.000. Infolge der Kriegsereignisse des Zweiten Weltkrieges lebten zeitweise bis zu 40.000 Menschen in der Stadt.

Seit wenigen Jahren verzeichnet St. Ingbert eine rückläufige Bevölkerungsentwicklung, die Einwohnerzahl sank von 41.000 auf rund 37.000. Der Status einer Mittelstadt ist dadurch noch nicht gefährdet, nachdem der Landtag des Saarlandes die diesbezügliche Grenze schon vor Jahren von 40.000 auf 30.000 Einwohner herabgesetzt hatte.

St. Ingbert: Einwohnerzahlen von 1970 bis 2024
Jahr  Einwohner
1970
  
29.295
1980
  
41.844
1990
  
40.931
2000
  
39.971
2010
  
37.195
2020
  
35.213
2024
  
35.453
Quelle(n): Fortschreibung des Statistischen Amtes des Saarlandes

Kulturelle und sonstige Ereignisse

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Vorbayerische Zeit

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Während der Zeit um 1561 gab es immer wieder Streitigkeiten über das Geleitrecht und um den St. Ingberter Wald – oftmals zwischen den Kurfürsten von Trier, den Herzögen von Pfalz-Zweibrücken und Nassau-Saarbrücken.

Um das Jahr 1564 wurden die Grenzen des Bannes St. Ingbert detailliert festgelegt. Mit einer Karte beschrieb Tilemann Stella die Grenzen – gerade im Hinblick auf die Nachbardörfer Hassel und Rohrbach.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es gehäuft zu Weidestreitigkeiten zwischen St. Ingbert und Rohrbach.

In den 1730er-, 1740er- und 1750er-Jahren gab es Waldprozesse in St. Ingbert zwischen dem gräflichen Fiskus und der Gemeinde St. Ingbert. In der ersten Instanz verlor die Gemeinde die vermeintlichen Nutzungsrechte. Auch in der zweiten Instanz wurde dieses Urteil bestätigt. Um am Reichskammergericht Wetzlar durchzukommen, ließ die Gemeinde Urkunden fälschen. Im Juli 1775 griffen die Kurfürsten von Trier in den Prozess ein und schlugen sich auf die Seite der Gemeinde. Nach einem Gutachten eines kurtrierischen Oberförsters endete der Waldprozess mit einem Vergleich. Die Folge war ein Interventionsschritt Kurtriers im Prozess zugunsten der Landesherrschaft.

1739 wurde eine kaiserliche Poststation in St. Ingbert errichtet.

1755 wurde die katholische St. Engelbertskirche vollendet. Damit bekam der mittlerweile 400 Einwohner starke Ort eine eigene Kirche. Vorher fanden die Messen nur in einer Kapelle statt. Ursprünglich sollte die Kirche Ingobertuskirche heißen. Weil aber damals schon die Existenz Ingobertus' nicht als gesichert angesehen werden konnte, einigte man sich auf den Kompromiss Engelbert.

Mit der industriellen Entwicklung kam es 1773 schließlich zur Einstellung der ersten fremden Bergleute. 1785 wanderten die ersten protestantischen Bergleute ins rein katholische St. Ingbert ein. Dem wurde mit dem Bau der Martin-Luther-Kirche 1858/59 Rechnung getragen.

Am 18. September 1789 gab es Aufstände einiger Gemeinden im Herrschaftsgebiet der Grafen von der Leyen. Am 9. Oktober wurden die Schmelz, die Kohlegruben und der Wald durch Bürger besetzt. Die Folge war die Neuwahl revolutionärer Gemeindevorsteher. Vom 6. Dezember 1789 bis zum Januar des Folgejahres wurde die Reichsexekution über den Ort verhängt. Infolgedessen wurde St. Ingbert durch kurpfälzische und kurmainzische Truppen besetzt.

1792 wurde nach heftigen Tumulten ein Freiheitsbaum vor das Portal der Engelsbertskirche gesetzt. 1793 kam es zum Ende der Herrschaft der Grafen von der Leyen. Die Gräfin Marianne floh aus Blieskastel. Die Gemeinde erhielt daraufhin die Rechte, die vorher den Grafen gehörten. Zwischen 1793 und 1795 waren die Kohlegruben abwechselnd in französischer und deutscher Hand.

Jugendherberge (l. mit Turm) und der neue Bahnhof St. Ingbert (1898)

1801 wurde St. Ingbert wegen des Konkordates zwischen Papst Pius VII. und Napoleon vom Bistum Metz getrennt und dem Bistum Trier zugeschlagen, bei dem es bis 1821 blieb. Zwischen 1806 und 1813 durchquerte Napoleon mit seinen Truppen den Ort sieben Mal.

Bayerische Zeit (1816–1919)

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Zwischen 1814 und 1816 kam St. Ingbert zusammen mit Blieskastel unter bayerisch-österreichische Verwaltung. Ab 1816 wurde St. Ingbert dem Königreich Bayern zugeschlagen. Ebenso ging das Bergwerk in bayerischen Staatsbesitz über.

1821 wurde die Pfarrei St. Ingbert infolge der bayerischen Herrschaft dem Bistum Speyer zugeschlagen, dem es bis heute angehört.

Kapelle am Alten Friedhof 1851 vor dem Umbau

Im Jahre 1829 bekam die Gemeinde St. Ingbert die Stadtrechte verliehen, was jedoch keine größeren Neuerungen mit sich brachte, da der Ort vorher schon Marktrechte hatte. Von 1816 bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts stand St. Ingbert unter der Verwaltung des Königreiches Bayern. Zeugnisse davon sind alte Grenzsteine, das Wappen von St. Ingbert (mit bayerischem Blau-Silber) sowie die Zugehörigkeit zum Bistum Speyer, das wiederum Suffraganbistum des Erzbistums Bamberg in Bayern ist.

1838 wurde in St. Ingbert die erste Straßenbeleuchtung eingeführt, damals noch mithilfe von Petroleum. 1849 wurde der Ort Rohrbach von St. Ingbert abgetrennt und wurde eine eigene Bürgermeisterei. Später, 1852, wurde auch Oberwürzbach abgetrennt und der Bürgermeisterei Ommersheim angegliedert.

Wegen des Bergbaus und der damit verbundenen Einwanderung vieler Protestanten in das katholische St. Ingbert wurde der Bau einer protestantischen Kirche notwendig.

1864 wurde die Freiwillige Feuerwehr St. Ingbert gegründet, ein Jahr später die erste Ortszeitung, und 1888 gründete Friedrich Dasbach die