St Andrews Links

Die St Andrews Links sind eine der gröĂten Golfanlagen weltweit und befinden sich in St Andrews, Schottland. Sie werden als die Heimat des Golfsports bezeichnet (âHome of Golfâ), wobei diese Bezeichnung auch fĂŒr die Stadt selbst gebrĂ€uchlich ist.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die erste ErwĂ€hnung der St Andrews Links datiert ins Jahr 1552 als Erzbischof John Hamilton der Bevölkerung in einem Dekret die freie Nutzung der Links, explizit auch fĂŒr Golf, garantierte und sich selbst gleichzeitig sĂ€mtliche Rechte am Kaninchenbestand sicherte. In der Folge wurde dieser Erlass mehrfach durch andere Erzbischöfe bestĂ€tigt und 1726 erhielt ein William Gibbs die Erlaubnis Kaninchen in den DĂŒnen zu zĂŒchten, sofern dadurch das GolfgelĂ€nde nicht beschĂ€digt wĂŒrde. Genau diese befĂŒrchteten SchĂ€den entstanden jedoch gegen Ende des Jahrhunderts, so dass in den sogenannten âRabbit Warsâ die Golfer, auch unterstĂŒtzt durch eine Gerichtsentscheidung von 1805, zur Selbsthilfe griffen. Kurz zuvor, im Jahr 1797 hatte die Stadt St Andrews aufgrund finanzieller Schwierigkeiten die Links an Privatpersonen verpfĂ€ndet, die ein kommerzielles Interesse an der Kaninchenzucht hatten. Nach einem weiteren Inhaberwechsel kaufte schlieĂlich der Golfer James Cheape die Links im Jahr 1821 und beendete so die Rabbit Wars. In den knapp zwei Jahrhunderten seitdem musste die Stadt mĂŒhsam Parzelle fĂŒr Parzelle von Cheapes Erben zurĂŒckkaufen, die sich sogar garantierte Startzeiten auf dem Old Course und kostenloses Golf auf allen anderen PlĂ€tzen fĂŒr sich und all ihre GĂ€ste gesichert hatten.
ZunĂ€chst gab es auf den Links nur einen Golfplatz, der dementsprechend den Namen St Andrews Links trug. Erst 1895, als der zweite Golfplatz eröffnet wurde, benannte man den alten Golfplatz um in Old Course und der neue erhielt folgerichtig den Namen New Course. Seither gilt der Name St Andrews Links fĂŒr die Gesamtheit aller Golfanlagen in St Andrews.
2005 wurde die Anlage in das Inventory of Gardens and Designed Landscapes in Scotland aufgenommen.[1] Eine im 17. oder 18. Jahrhundert errichtete einbogige BogenbrĂŒcke ĂŒber den Swilken Burn im SĂŒdosten der Anlage ist als Denkmal der Kategorie B klassifiziert.[2]
Heutige Situation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der gesamte Komplex der St Andrews Links wird seit 1974 betrieben vom St Andrews Links Trust und dem St Andrews Links Management Committee, zwei eigens zu diesem Zweck gegrĂŒndeten, nicht profitorientierten Organisationen. EigentĂŒmerin der Links ist die Stadt St Andrews, wobei unklar ist, ob dies auch fĂŒr seit 1974 gekauftes Land gilt, das der Links Trust auf eigene Rechnung erworben hat.
FĂŒr die Stadt St Andrews stellt der Golftourismus mittlerweile eine Haupteinnahmequelle dar. Zur Hochsaison arbeiten ĂŒber 250 Angestellte fĂŒr den Trust, davon alleine 70 Greenkeeper. Die etwa 150 Caddies in St Andrews arbeiten selbstĂ€ndig, mĂŒssen sich aber vom Trust lizenzieren lassen.
Insgesamt werden hier jÀhrlich etwa 210.000 Runden Golf gespielt, davon alleine 40.000 auf dem legendÀren Old Course. Der Rest verteilt sich auf die anderen GolfplÀtze:
- New Course (18 Loch, Eröffnung 1895, Architekt Old Tom Morris)
- Jubilee Course (18 Loch, Eröffnung 1897, Architekt John Angus Jr., Erweiterungen Donald Steel)
- Eden Course (18 Loch, Eröffnung 1914, Architekt Harry Colt)
- Strathtyrum Course (18 Loch, Eröffnung 1993, Architekt Donald Steel)
- Balgove Course (9 Loch, Eröffnung 1993, Architekt Donald Steel)
- Castle Course (18 Loch, Eröffnung 2008, Architekt David McLay Kidd)
Neben umfangreichen Ăbungsanlagen und einigen Golfshops gibt es mit dem Links Clubhouse und dem Eden Clubhouse auch zwei ClubhĂ€user, die fĂŒr die Ăffentlichkeit zugĂ€nglich sind. Auch der Castle Course, der auĂerhalb der Stadt liegt, verfĂŒgt ĂŒber entsprechende Einrichtungen. Das berĂŒhmte Clubhaus des Royal and Ancient Golf Club ist jedoch dessen Mitgliedern vorbehalten.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tom Jarrett, Peter Mason: St Andrews Links, Six Centuries of Golf. 2009, Mainstream Publishing, Edinburgh. ISBN 1845965019
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Garden and Designed Landscape â ST ANDREWS LINKS. In: Historic Environment Scotland. (englisch).
- â Listed Building â GOLFERSâ BRIDGE ACROSS THE SWILKEN BURN. In: Historic Environment Scotland. (englisch).
Koordinaten: 56° 21âČ 5âłÂ N, 2° 49âČ 5âłÂ W