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Tennis

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
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Aufschlag bei einem Tennismatch wÀhrend der Australian Open 2013, hier: Guillaume Rufin schlÀgt gegen Tomåƥ Berdych auf.
TennisschlÀger und BÀlle
Verschiedene SchlĂ€gerhaltungen bei der beidhĂ€ndigen RĂŒckhand.

Tennis ist ein RĂŒckschlagspiel, bei dem der Spielball von den Spielern mit speziellen SchlĂ€gern wechselseitig ĂŒber ein Netz in die gegnerische SpielfeldhĂ€lfte geschlagen wird. Dieser ursprĂŒnglich als eher elitĂ€r geltende Sport hat sich mit fortschreitender Zeit zum beliebten Breitensport entwickelt. Nach einer ersten Phase von 1896 bis 1924 ist Tennis seit 1988 wieder eine olympische Sportart.

Jeu de Paume

Der französische VorlĂ€ufer des heutigen Spiels, Jeu de Paume, wurde zunĂ€chst in Klosterhöfen, spĂ€ter in BallspielhĂ€usern auf einem rechteckigen Feld gespielt. Die Spieler machten ihre Angabe, indem sie den Ball ĂŒber das Netz gegen eine Wand schlugen, welche entlang des Feldes verlief. Die Zuschauer folgten dem Spiel im Sitzen an der Wand gegenĂŒber. Linien teilten das Feld in vier fĂŒnfzehn Zoll (knapp vierzig Zentimeter) breite, parallel verlaufende Streifen zu beiden Netzseiten.

In Paris wurden zwischen 1500 und 1600 zahlreiche kommerzielle Tennisanlagen erbaut, in denen die Besitzer das fĂŒr das Spiel nötige Equipment verliehen oder verkauften. Die Anlagen wurden durch die verschiedensten Bevölkerungsschichten als Freizeiteinrichtung genutzt.[1]

Der englische Major Walter Clopton Wingfield ließ sich 1874 seine Art von Tennis, das er SphairistikĂš (griechisches Wort fĂŒr Ballspiele) nannte, patentieren. Dabei wurden erstmals verbindliche Regeln definiert. Da es auf Rasen gespielt wurde, nannte man das Spiel auch Lawn Tennis (engl. fĂŒr Rasentennis). Das bis heute ĂŒbliche Tennis entstand mit neuen Regeln im Zuge der ersten Meisterschaften in Wimbledon (London) im Juli 1877.

Mit dem Aufkommen des Profitennis Mitte der 1920er Jahre[2] wurden zu vielen großen Turnieren nur noch Amateure zugelassen. 1925 wurde Tennis aus dem olympischen Programm gestrichen. 1968 wurde die BeschrĂ€nkung aufgehoben (siehe auch Open Era), wodurch große Turniere, wie zum Beispiel die US Open oder die French Open, erhebliche finanzielle Bedeutung erlangten. Seit 1988 ist Tennis wieder eine olympische Disziplin.

Der Ursprung des Wortes Tennis ist nicht bekannt. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche Herleitungen des Begriffs vorgeschlagen; so etwa unter anderem von einer untergegangenen Stadt namens Tennis im Nildelta,[3] den französischen StĂ€dten Tennois oder Sennois,[4] vom deutschen Begriff Tenne[5] oder von lateinisch taenia („Band“).[6] FĂŒr die wahrscheinlichste Etymologie hĂ€lt Anatoly Liberman die auch von Walter W. Skeat favorisierte Theorie, dass es auf einen französischen oder vielmehr anglonormannischen Ausruf *tenez! zurĂŒckgehe, also den Imperativ Plural von tenir („halten“) mit der Bedeutung „Nehmt, haltet (den Ball)!“, der jedoch in dieser Form und Bedeutung nicht bezeugt ist. FĂŒr diese Theorie spricht, dass das Spiel ein Zeitvertreib der vorwiegend anglonormannisch sprechenden Aristokratie war, sowie der Umstand, dass das Wort im Mittelenglischen noch auf der zweiten Silbe betont wurde. Zudem ist der frĂŒheste Nachweis ein um das Jahr 1440 datiertes Manuskript eines Gedichtes von John Gower mit der Schreibung "tenetz".[7]

Die Bezeichnung des Ballspiels ist eine Übernahme (Anfang 19. Jh.) von gleichbedeutend englisch: tennis, gekĂŒrzt aus englisch lawn tennis ‘Rasentennis’, Ă€lter field tennis ‘Feldtennis’.[8]

ErwĂ€hnung verdient außerdem die einfallsreiche Mutmaßung des Lexikographen Frank Chance, der enthauptete christliche MĂ€rtyrer Dionysius von Paris, französisch St. Denis, sei einst der Schutzpatron und Namenspate des Spiels gewesen: In der Ikonographie trĂ€gt er oftmals sein Haupt wie einen Ball in seinen HĂ€nden.[9]

Laut einer Untersuchung von World Tennis (WT, vormals International Tennis Federation, ITF), dem Tennisweltverband, gibt es 87 Millionen Tennisspieler weltweit (Stand 2019), davon sind 41 % weiblich. China (etwa 22 %) und die Vereinigten Staaten (27,3 %) machen zusammen knapp 50 % der weltweiten Tennisbevölkerung aus. Auch in Europa ist Tennis sehr beliebt (25,9 %). Weltweit hat die WT 115.000 Tennisclubs und 578.000 TennisplÀtze ermittelt. 2137 Spieler haben ein ATP-Ranking, 1482 Spielerinnen ein WTA-Ranking. Insgesamt waren 640 Profis im Jahre 2019 unter den Top 250. 173 waren zumindest einmal unter den Top 100. 3572 Junioren hatten ein Ranking in der ATP-Juniorenweltrangliste, 3703 Juniorinnen hatten ein solches in der WTA-Juniorinnenweltrangliste.[10]

WĂ€hrend auf Freizeitanlagen eine breite Schicht der Bevölkerung Zugang zu Tennisanlagen hat und frei von Bekleidungsvorschriften ist, gibt es parallel dazu Clubs, in denen Mitglieder gezielt ausgewĂ€hlt werden und hohe MitgliedsbeitrĂ€ge eine HĂŒrde fĂŒr Bevölkerungsschichten mit kleinerem Einkommen darstellen. Die AusprĂ€gung von Tennis als „reine“ Oberschichtensportart ist in LĂ€ndern mit niedrigerem Bruttonationaleinkommen und einer kleineren Mittelschicht stĂ€rker ausgeprĂ€gt oder aber als Sportart kaum vorhanden.

Abgesehen von den aktiven Tennisspielern zĂ€hlt die Tennis-Fangemeinde eine Milliarde Menschen weltweit und belegt damit Platz vier der beliebtesten Sportarten weltweit, hinter Fußball, Cricket und Feldhockey.[11]

Internationale Wettbewerbe

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2024 nahmen insgesamt 10.979 Spieler an 1.200 Turnieren der WT World Tennis Tour teil, gegenĂŒber 1.135 Events im Jahr 2023. 598 Herren- und 602 Damenturniere wurden in 72 verschiedenen GastgeberlĂ€ndern ausgetragen. FĂŒr Damen-Events wurde im Jahr 2024 ein Rekordpreisgeld von 17,9 Millionen US-Dollar ausgezahlt (gegenĂŒber 17,5 Millionen US-Dollar im Jahr 2023), wobei den Herren ein Rekordpreisgeld von 11,3 Millionen US-Dollar geboten wurde (gegenĂŒber 11,1 Millionen US-Dollar im Jahr 2022).[12]

Nationale Tennis-VerbÀnde

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Der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat 2024 8685 Tennisvereine mit 1,94 Millionen Vereinsmitgliedern in Deutschland gezĂ€hlt und ist damit der mitgliederstĂ€rkste Tennisverband weltweit. Hinzu kommen Freizeitspieler ohne Vereinszugehörigkeit. Sie spielen allesamt auf 44.897 Tennis-Courts in Deutschland.[13] Tennis ist mit ĂŒber fĂŒnf Millionen aktiven Spielern eine der beliebtesten Sportarten in Deutschland.

In Deutschland wird der Tennissport vom DTB organisiert, der sich in 17 LandesverbÀnde aufteilt. Er organisiert den Ligaspielbetrieb, die Turniere, das Nationalteam (Davis-Cup- bzw. Billie-Jean-King-Cup-Team) und auch Tennistrainerausbildung, wobei er die Ausbildung zum A-Trainer selber vornimmt.

Von den LandesverbĂ€nden bzw. von den ihnen untergeordneten Bezirken werden in allen Altersklassen MannschaftswettkĂ€mpfe, die sogenannten Medenspiele, organisiert. Dabei wird in Amateurligen von Kreisklassen fĂŒr Freizeitsportler bis hinauf zu Verbands- bzw. Regionalligen um Auf- und Abstieg gerungen. Den Oberbau mit Ausrichtung zum Profitennis (bei den aktiven Herren und Damen) bilden die 1. und 2. Bundesliga, die vom DTB organisiert werden. Daneben bilden die LandesverbĂ€nde B- und C-Trainer im Auftrag des DTB aus.[14]

In Österreich ist der ÖTV (Österreichischer Tennis Verband) als untergeordnete Organisation von WT gemeldet. Seit 2009 gibt es in Österreich eine Bundesliga. Ende 2023 hatten die Tennisvereine in Österreich rund 196.700 Mitglieder, die in 1700 Vereinen organisiert sind.[15] Mehr als 400.000 Menschen spielen in Österreich gelegentlich Tennis.

In der Schweiz fungiert Swiss Tennis als nationaler Dachverband. Dort entsprechen der Interclub der Nationalliga A (NLA) und der NLB den deutschen Bundesligen. Die Herrenliga wurde 1911, die Damenliga 1925 gegrĂŒndet.[16] Im Jahr 2023 verzeichnete der Verband Swiss Tennis 167.234 Mitglieder.[17] Im Jahr 2022 gab es in der Schweiz insgesamt 3601 TennisplĂ€tze; davon 650 in einer Halle. 620.000 Schweizerinnen und Schweizer ĂŒben die Sportart aus.

Weitere LĂ€nder

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Im Jahr 2023 erreichte die Zahl der Tennisspieler in den Vereinigten Staaten mit rund 23,84 Millionen eine neue Höchstzahl. Sie sind in der United States Tennis Association organisiert. Die Fédération française de tennis umfasst etwa 1,1 Millionen Mitglieder in 8300 Vereinen. In China spielen 19,92 Millionen Tennis. 50.000 Courts gibt es in China, aber nur 800 Clubs. In Italien wuchs die Anzahl der Tennisclubs 2021 auf 3433 mit insgesamt geschÀtzten zwei Millionen Spielern.

WettkampfmĂ€ĂŸig wird Tennis als Einzel, bei dem ein Spieler gegen einen anderen antritt, oder aber als Doppel, mit je zwei Spielern pro Team, gespielt. In den VerbĂ€nden haben sich dafĂŒr jeweils reine Herren- und Damen-Wettbewerbe sowie das Gemischte Doppel (Mixed) – mit je einem mĂ€nnlichen und weiblichen Spieler auf Seiten beider Gegner – etabliert. Daneben finden Rollstuhlwettbewerbe und folgende Sonderformate statt:

Im Fast4 Tennis werden Spiele im Einzel mit Best-of-Three (zwei GewinnsÀtzen) oder Best-of-Five (drei GewinnsÀtze), kurzen SÀtzen (auf vier gewonnene Spiele) mit einem kurzen Tie-Break beim Stand von 3:3 gespielt. Es gelten die No-Let-Regel und die No-Ad-Regel.

Ultimate Tennis Showdown

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Beim Ultimate Tennis Showdown wird ein modifiziertes Wertungsformat verwendet, bei dem das Match in vier Viertel unterteilt wird. Am Ende von acht Minuten reiner Spielzeit werden Entscheidungspunkte ausgespielt, wobei der FĂŒhrende einen Vorteil hat: Er muss nur noch einen Punkt gewinnen, um das Viertel zu gewinnen. Die Zeitregeln sind verkĂŒrzt.

Anzeige des Punktestands beim Tie Break Tens

Tie Break Tens wird nach den ĂŒblichen Tie-Break-Regeln gespielt. Spieler gewinnen, wenn sie 10 Punkte mit einem Vorsprung von zwei Punkten erreichen. Das Turnier erfolgt in einem Achterfeld nach dem K.-o.-System mit einem Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Das jeweilige Match dauert nur etwa zehn bis fĂŒnfzehn Minuten.

Die Regeln fĂŒr den Wettspielbetrieb werden international von WT vorgegeben. Diese sind damit auch bindend fĂŒr die angeschlossenen internationalen und nationalen VerbĂ€nde wie dem Deutschen Tennisbund (DTB) sowie der ATP und WTA. Die Regeln enthalten jedoch Öffnungsklauseln, die den jeweiligen Veranstaltern Wahlmöglichkeiten einrĂ€umen. Diese betreffen insbesondere die BĂ€lle (Anzahl, Wechsel, Ballmarken), Pausenzeiten, Einschlagdauer, Anzahl der GewinnsĂ€tze, ZĂ€hlweise, Coaching, Technik fĂŒr Spieleranalysen und Anwendung eines Verhaltenskodexes.[18]

Tennis-Spielfeld

Das Tennis-Spielfeld (Tenniscourt oder einfach Court) ist rechteckig und wird durch das Netz in zwei HĂ€lften geteilt. Die Maße des Spielfeldes wurden ursprĂŒnglich in englischen Fuß (1 ft = 0,3048 m) definiert. Es ist 78 ft (23,77 m) lang und fĂŒr das Einzelspiel 27 ft (8,23 m) breit, fĂŒr das Doppelspiel 36 ft (10,97 m) breit. Das Spielfeld wird durch Linien begrenzt, die sogenannten Grundlinien (Baselines) und Seitenlinien (Sidelines). Die Linien sind Bestandteil des Spielfeldes; d. h. fĂ€llt der Ball (auch nur teilweise) auf eine der Linien, so ist er weiterhin im Spiel.

Die Grundlinien verlaufen parallel zum Netz, die Seitenlinien rechtwinklig dazu. Parallel zum Netz liegen auf beiden Seiten im Abstand von 21 ft (6,40 m) die Aufschlaglinien. In der Mitte des Feldes fĂŒhrt vom Netz zur Aufschlaglinie die Aufschlagmittellinie. Die FlĂ€che zwischen Netz und Aufschlaglinien wird inoffiziell auch als T-Feld (Aufschlagmittellinie und Aufschlaglinie bilden den Buchstaben „T“) oder Halbfeld (Aufschlaglinie teilt die SpielhĂ€lfte in der Mitte) bezeichnet. Dementsprechend wird die Aufschlaglinie auch als T-Linie bezeichnet. Die zwei FlĂ€chen eines T-Feldes werden Aufschlagfelder genannt. Innerhalb dieser Aufschlagfelder wird insbesondere im Kinderbereich Kleinfeldtennis gespielt.

Das Regelwerk der WT lĂ€sst verschiedene Breiten der Linien zu. Die Markierungslinien sollen bei der Aufschlagmittellinie fĂŒnf Zentimeter und alle anderen Linien zwischen 2,5 und 5 cm breit sein, ausgenommen die Grundlinien, deren Breite bis zu 10 cm betragen darf. Auf SandplĂ€tzen sind Linien in einer Breite von vier oder fĂŒnf Zentimetern gĂ€ngig.

Das Netz ist in der Mitte 3 ft (0,914 m) und an den Seitenenden 3,5 ft (1,07 m) hoch. Die Mitte des Netzpfostens ragt 3 ft (0,914 m) ĂŒber das Spielfeld hinaus bei Doppelspielen. Dies gilt auch bei Einzelspielen, sofern Einzelnetzpfosten vorhanden sind, ansonsten sind dort 3,5 ft (1,07 m) hohe EinzelstĂŒtzen anzubringen.

Die Grundlinie und EinzÀunung sollen als Richtlinie einen Abstand von mindestens 18 ft (5,50 m) bei Freizeit- und VereinsplÀtzen und bis 21 ft (6,40 m) bei internationalen Wettbewerben haben, zwischen Seitenlinie und EinzÀunung 10 ft bis 12 ft (3,04 m bis 3,66 m). Der Center Court Philippe Chatrier von Roland Garros hat elf Meter Auslauf hinter der Grundlinie.

Die hÀufigsten BelÀge von TennisplÀtzen sind roter Sand (meist Ziegelmehl), Hartplatz, Teppichboden, Kunststoffgranulat, Rasen oder Kunstrasen. Vor allem in nordamerikanischen LÀndern ist der Hartplatz sehr verbreitet. Im Freien sind in Deutschland SandplÀtze vorherrschend, in der Halle wird meist auf einem Hart-, Granulat-, Teppichboden- oder Sandplatz gespielt. Die verschiedenen BelÀge prÀgen das jeweilige Spielgeschehen vornehmlich durch die Art und Weise, wie sich der Ball nach dem Aufprallen verhÀlt: Auf einem Rasenplatz springt der Ball flacher ab und bleibt schneller, auf einem Sandplatz dagegen höher und langsamer, was jeweils unterschiedliche Anforderungen an den Spielstil stellt.

Über die Seitenwahl und das Recht des ersten Aufschlagsspiels entscheidet vor Beginn des Spiels das Los. Zu Beginn eines Ballwechsels steht der Aufschlag. Beim Aufschlag muss der Ball in das diagonal gegenĂŒberliegende kleinere Feld der gegnerischen SpielfeldhĂ€lfte, das Aufschlagfeld, gespielt werden. Sofern dies nicht beim ersten Versuch gelingt, hat der aufschlagende Spieler einen zweiten Versuch. Misslingt auch dieser, so erhĂ€lt der Gegner einen Punkt; man spricht in diesem Fall von einem Doppelfehler. Falls der Ball beim Aufschlag das Netz berĂŒhrt und danach im Aufschlagfeld aufkommt, Let genannt, wird der Aufschlag wiederholt.

die WT-Regeln lassen alternativ das Spiel mit der No-Let-Regel zu, die gelegentlich, etwa beim Fast4 Tennis eingesetzt wird. Bei einem solchen Let (auch Netzaufschlag) wird dann das Spiel fortgesetzt und der Aufschlag nicht wiederholt. Der Veranstalter kann festlegen, dass im Doppel mit kurzen SĂ€tzen in Kombination mit der No-Ad-Regelung der Ball, der das Netz beim Aufschlag berĂŒhrt hat und im richtigen Feld landet, von beiden RĂŒckspielern zurĂŒckgespielt werden darf. Die No-Ad-Regelung bedeutet, dass beim Spielstand „Einstand“ (40:40) der nachfolgende Ballwechsel ĂŒber das Spiel entscheidet. Dabei darf der RĂŒckschlĂ€ger entscheiden, ob der AufschlĂ€ger von rechts oder von links aufschlagen muss.[19]

Der AufschlĂ€ger darf das Tennisfeld beziehungsweise die Grundlinie erst berĂŒhren, nachdem der Ball Kontakt mit dem SchlĂ€ger hat, sonst begeht er einen Fußfehler. Der Aufschlag muss aus dem Stand erfolgen. Ein Hochspringen aus dem Stand ist erlaubt, ein Anlauf, wie etwa beim Volleyball, ist jedoch unzulĂ€ssig.

Nach dem Aufschlag besteht das Ziel des Tennisspiels darin, den vom Gegner in die eigene SpielfeldhĂ€lfte gespielten Tennisball immer wieder regelgerecht ĂŒber das Netz in dessen SpielfeldhĂ€lfte zurĂŒckzuspielen. Regelgerecht bedeutet dabei, dass

  • der Spieler den Ball mit dem SchlĂ€ger ĂŒber das Netz spielt; der Ball darf dabei auch das Netz berĂŒhren; seitlich am Netz vorbei ist auch regelgerecht;
  • der SchlĂ€ger im Balltreffpunkt in der Hand gehalten wird;
  • der Ball mit dem SchlĂ€ger getroffen worden ist, egal, mit welchem Teil des SchlĂ€gers;
  • der Ball maximal einmal den Boden berĂŒhrt hat, bevor er gespielt wird, und danach nicht mehr in der eigenen SpielfeldhĂ€lfte aufkommt (Ausnahmen: Rollstuhltennis, bei dem der Ball zwei Mal in der eigenen SpielfeldhĂ€lfte aufspringen darf und Blindentennis, bei dem der Ball je nach SehstĂ€rke des Gegners ein- bis dreimal aufspringen darf);
  • der Ball in der gegnerischen SpielfeldhĂ€lfte den Boden berĂŒhrt, sofern ihn der Gegner nicht vorher spielt (Volley); dabei zĂ€hlen die Begrenzungslinien als Teil des Spielfelds;
  • der Spieler den Ball nicht mit einem Körperteil berĂŒhrt;
  • der Spieler das Netz nicht mit einem Körperteil oder dem SchlĂ€ger berĂŒhrt (im Einzel darf nur der Teil des Netzes zwischen den beiden Einzelpfosten nicht berĂŒhrt werden);
  • der Spieler den Ball nur einmal mit dem SchlĂ€ger schlĂ€gt.

Derjenige Spieler, der den Ball zuletzt regelkonform spielt, erhÀlt einen Punkt. Deshalb wird auch der Ballwechsel selbst als Punkt bezeichnet.

Verliert ein Spieler versehentlich einen Ball wÀhrend eines Ballwechsels (den er normalerweise in der Hosentasche deponiert hat), ist der Spielzug zu wiederholen. Wegen der Verletzungsgefahr darf kein Ball auf dem Platz liegen. Geschieht dies ein zweites Mal wÀhrend eines Matches, verliert der aufschlagende Spieler den Punkt. Verliert ein Balljunge oder ein BallmÀdchen den Ball wÀhrend eines Ballwechsels, ist der Spielzug ebenfalls zu wiederholen.

Anzeigetafel in Wimbledon

Ein Spiel besteht aus mehreren Ballwechseln, bei denen die Spieler Punkte erzielen mĂŒssen, wobei der erste Gewinn eines Ballwechsels eines Spielers als 15, der zweite als 30 und der dritte als 40 gezĂ€hlt wird (siehe Abschnitt Geschichte der ZĂ€hlweise). Ein vierter Gewinn eines Ballwechsels durch einen Spieler entscheidet das Spiel fĂŒr ihn, falls er dann einen Vorsprung von mindestens zwei gewonnenen Ballwechseln hat, also nach den SpielstĂ€nden 40:0, 40:15 und 40:30 (bzw. umgekehrt). Bei einem Spielstand von 40:40 spricht man vom Einstand (englisch deuce, Aussprache [djuːs]). Der darauf folgende gewonnene Ballwechsel wird als Vorteil bezeichnet. Gewinnt der Spieler, der den Vorteil erzielt hat, auch den nĂ€chsten Ballwechsel, dann geht das Spiel an ihn. Gelingt es aber seinem Gegner, den Ballwechsel fĂŒr sich zu entscheiden, so ist der Spielstand erneut „Einstand“. Es wird dann so lange gespielt, bis ein Spieler, der „Vorteil hat“, auch den darauf folgenden Ballwechsels gewinnt, d. h., nach einem Einstand muss ein Spieler zwei gewonnene Ballwechsel unmittelbar hintereinander erzielen.

ZĂ€hlweise im Tennis, wie ein Spielgewinn erzielt werden kann

Um eine Tennisbegegnung (auch Match oder Partie genannt) zu gewinnen, ist es nötig, eine vorher festgelegte Anzahl von SĂ€tzen fĂŒr sich zu entscheiden. Meist wird auf zwei GewinnsĂ€tze gespielt, im Herrentennis bei großen Turnieren (Grand Slam, Davis Cup sowie im Finale der Olympischen Sommerspiele bis 2016)[20][21] auch auf drei. Ein Satz unterteilt sich in einzelne Spiele. Ein Spieler gewinnt einen Satz, wenn er 6 Spiele gewonnen und einen Vorsprung von mindestens zwei gewonnenen Spielen hat, z. B. bei SpielstĂ€nden 6:4 oder 7:5. Haben beide Spieler 6 Spiele gewonnen, wird meistens ein Tie-Break gespielt, der den Satz entscheidet.

WĂ€hrend im Fußball oder anderen zeitbegrenzten Sportarten ein Spielstand ĂŒber die Zeit gerettet werden kann, ist dies im Tennis nicht möglich. Ein Match geht so lang, bis der letzte Punkt gespielt ist.

Das Recht auf den Aufschlag steht innerhalb eines Spieles nur einem Spieler zu; es wechselt im folgenden Spiel. Die Spielfeldseite, von der der Aufschlag auszufĂŒhren ist, wechselt nach jedem Ballwechsel, wobei der erste Aufschlag von der aus Sicht des AufschlĂ€gers rechten Seite ausgefĂŒhrt werden muss. Man bezeichnet die rechte Seite der SpielfeldhĂ€lfte auch als Einstandseite, die linke als Vorteilseite.

Die Spieler wechseln die Seite des Spielfelds, wenn die Summe der im Satz gespielten Spiele ungerade ist. Im Tie-Break werden alle sechs Punkte die Seiten gewechselt.

Das verlorene Spiel des Aufschlagenden wird Break genannt; der Aufschlagvorteil wurde „durchbrochen“. Ein Break stellt wegen der Bedeutung des Aufschlags einen besonderen Vorteil dar. Gewinnt der Spieler, der das Break hinnehmen musste, das folgende Aufschlagspiel seines Gegners, so wird dies als Rebreak bezeichnet. Entscheidende Punkte werden als Breakball (falls der Gewinn zu einem Break fĂŒhrt), Satzball oder Matchball bezeichnet. Ein zu Null gewonnener Satz wird englisch als Bagel bezeichnet, was auf die Form dieses GebĂ€cks verweist. Im Tennisjargon wird ein zu Null verlorener Satz auch als „Höchststrafe“ bezeichnet. Ein ohne Verlustpunkt gespielter Satz (6:0, jeweils nach Spielgewinnen zu 0, demnach 24 in Folge gewonnene Punkte) wird als Golden Set bezeichnet. Wer ein Match 0:6 0:6 verliert, hat im Tennis-Jargon eine Brille verpasst bekommen, oder englisch Double Bagel, drei solche SĂ€tze sind ein Triple Bagel. Ein Satz der 6:1 endet, wird englisch Breadstick genannt, wobei die „Eins“ an die gerade Form eines Grissino erinnern soll (in der italienischen KĂŒche als eine knapp fingerdicke, mĂŒrbe Brotstange aus Hefeteig bekannt). Breadstick (wörtlich: Brotstange) ist die englische Bezeichnung fĂŒr ein Grissino. Im Englischen wird die „Eins“ ohne AufwĂ€rtstrich, also „I“ statt „1“ geschrieben.

Varianten der ZĂ€hlweise

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Konform zu den WT Regeln:

  • In den VerbĂ€nden des DTB wird in Verbandsspielen (Damen und Herren), ebenso bei den Senioren und im Doppel hĂ€ufig kein dritter Satz, sondern ersatzweise ein sogenannter Match-Tie-Break auf zehn Punkte (alternativ: sieben Punkte) gespielt. Ein Match-Tie-Break wird auch bei den US Open und seit 2007 bei den Australian Open im dritten Satz des Mixed-Wettbewerbs gespielt.
  • Bei den French Open, dem Davis Cup und bei den Olympischen Spielen wird im entscheidenden Satz kein Tie-Break gespielt, sondern ein Match-Tie-Break.
  • No-Ad- (kurz fĂŒr „no advantage“) bzw. Deciding-Point-Regel: Sie kommt seit 2006 vor allem in Doppelkonkurrenzen zum Einsatz und dient der AbkĂŒrzung der Aufschlagspiele: Bei Erreichen des Spielstands 40:40 entscheidet der nĂ€chste Punkt, der Deciding Point, ĂŒber den Gewinn. Es ist dann also nicht wie sonst ĂŒblich ein Vorsprung von zwei Punkten zum Gewinn nötig. Eine weitere Besonderheit ist, dass die returnierende Partei beim Deciding Point die Wahl hat, von welcher Seite der AufschlĂ€ger serviert; vom Schiedsrichter wird dies auch mit „Deciding point, receiver’s choice“ angekĂŒndigt. Im Mixed gibt es kein „receiver’s choice“. Hier serviert immer Mann auf Mann und Frau auf Frau.[22]
  • Fast4 Tennis ist ein Format, das 2014 von Tennis Australia[23] initiiert wurde und von den traditionellen Tennisregeln abweichende Regeln zu kĂŒrzeren Tennisspielen fĂŒhren. Spiele im Einzel werden mit Best-of-Three (zwei GewinnsĂ€tze) oder Best-of-Five (drei GewinnsĂ€tze), kurzen SĂ€tzen (erste 4 gewonnene Spiele) mit einem kurzen Tie-Break bei 3:3 (erste 5 Punkte; sudden death, wenn beide 4 Punkte erreicht haben) gespielt.

Außerhalb der WT Regeln:

  • Der Ultimate Tennis Showdown (UTS) ist eine 2020 gegrĂŒndete internationale Einzel-Tennisliga. Sie verwendet ein modifiziertes Wertungsformat, bei dem das Match in vier Viertel unterteilt wird. Jedes Viertel dauert dabei acht Minuten, nach acht Minuten werden Entscheidungspunkte ausgespielt. Um zu gewinnen, muss ein Spieler drei der vier Viertel fĂŒr sich entscheiden.
  • Beim Tie Break Tens gibt es weder Spiele noch SĂ€tze, sondern nur ein Match-Tie-Break.

Geschichte der ZĂ€hlweise

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Zur Geschichte der ZĂ€hlweise gibt es zwei ErklĂ€rungen. Meist wird vermutet, dass die ZĂ€hlweise auf GeldeinsĂ€tze und Spielwetten im 14. Jahrhundert in Frankreich zurĂŒckgeht. So setzte man zum Beispiel einen gros denier, der wiederum einen Wert von 15 denier hatte. In einem Satz, der damals oft aus vier Spielen bestand, wurden also 4-mal 15 „deniers“ gesetzt: 15 – 30 – 45 – 60. Im 16. Jahrhundert wurde der kĂŒrzeren Aussprache wegen „45“ durch „40“ ersetzt.

Eine andere ErklĂ€rung bezieht sich auf die Linien auf dem Spielfeld. Jedes Mal, wenn ein Spieler beim jeu de paume einen Punkt machte, bewegte er sich einen Streifen weiter und kam so allmĂ€hlich der Mitte des Feldes nĂ€her. Das Spiel begann an der 0-Zoll-Linie. Gewann ein Spieler einen Punkt, rĂŒckte er zur 15-Zoll-Linie vor, dann zur 30-Zoll-Linie und schließlich zur 45-Zoll-Linie. Dann erst hatte er das Spiel gewonnen. Da man fand, dass diese Linie dem Netz zu nahe war, wurde die letzte Angabe auf eine 40-Zoll-Linie zurĂŒckversetzt.

Im Englischen wird der Spielstand „0“ mit dem Wort love (Liebe, Aussprache [lʌv]) bezeichnet. Ein Spiel, bei dem der Gegner null Punkte erzielt, heißt daher auch love game. Der Ausdruck love fĂŒr „keine Punkte“ ist ab 1742 nachweisbar.[24] Er ergab sich aus der bereits in den 1670er Jahren gebrĂ€uchlichen Redewendung playing for love (fĂŒr Liebe spielen, d. h. nicht fĂŒr Geld spielen).[24] Laut Duden wurde er aus der Redewendung to be love (umsonst sein) gekĂŒrzt.[25] Eine andere ErklĂ€rung basiert darauf, dass das Wort love aus dem französischen l’Ɠuf (das Ei, Aussprache [lƓf]) abgeleitet wurde, weil das Ei der „0“ (Null) Ă€hnelt.[26]

Schiedsrichter auf einem Hochstuhl (Wimbledon 2010)

Im professionellen und auch höherrangigen Tennis ist ein Stuhlschiedsrichter ĂŒblich, der auf einer Seite des Spielfelds auf einem Hochstuhl sitzt. Er wird von mehreren Linienrichtern unterstĂŒtzt, die ein „Aus“ des Balls durch einen lauten Ausruf und einen seitlich ausgestreckten Arm anzeigen. Falls der Ball knapp innerhalb des Feldes aufkommt, so zeigt der Linienrichter dies an, indem er mit langgestreckten Armen den Buchstaben „V“ auf Kniehöhe bildet. Der Schiedsrichter hat allerdings die alleinige Entscheidungsgewalt und kann die Entscheidung eines Linienrichters ĂŒberstimmen (englisch Overrule).

FrĂŒher wurden darĂŒber hinaus Netzrichter eingesetzt, die an beiden Enden des Netzes saßen und den Schiedsrichter auf eine NetzberĂŒhrung des Balls beim Aufschlag hinwiesen. Sie hielten hierfĂŒr ein Ohr an die Netzkante. Durch die EinfĂŒhrung technischer Hilfsmittel werden Netzrichter heute nicht mehr benötigt.

Es gibt darĂŒber hinaus einen Oberschiedsrichter, der sich nicht auf dem Platz befindet. Er kann von einem Spieler gerufen werden, wenn dieser der Meinung ist, dass eine Entscheidung des Schiedsrichters die Tennisregeln verletzt. Der Oberschiedsrichter darf nicht die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters ĂŒberstimmen (z. B. ob ein Ball „aus“ war oder nicht), sondern nur die sich daraus aus den Tennisregeln ergebende Konsequenz fĂŒr den weiteren Spielverlauf. DarĂŒber hinaus wird er bei VerstĂ¶ĂŸen gegen den Verhaltenskodex (Code Violation, s. u.) vom Schiedsrichter zu Rate gezogen, insbesondere, wenn diese eine Disqualifikation eines Spielers zur Folge haben.

Auf Vereinsebene wird meist ohne Stuhlschiedsrichter gespielt. Hier entscheidet jeder Spieler auf seiner Seite, was ein Fair Play voraussetzt.[27]

Verhaltenskodex

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Ein Schiedsrichter kann einen Spieler bestrafen, falls dieser gegen den Verhaltenskodex[28] (engl.: Code of Conduct) verstĂ¶ĂŸt. Dieser verbietet unter anderem

  • Fluchen
  • Beleidigung des Schiedsrichters, Gegners oder des Publikums
  • unsportliches Verhalten (beispielsweise ZertrĂŒmmern seines SchlĂ€gers)
  • Spielverzögerung
  • Verlassen des Platzes ohne Genehmigung des Schiedsrichters

Beim ersten Verstoß (engl.: Code Violation) spricht der Schiedsrichter eine Verwarnung aus, beim nĂ€chsten erfolgt ein Punktverlust. Beim dritten Vergehen erfolgt ein Spielverlust. Ab dem vierten Verstoß kann der Schiedsrichter den Spieler disqualifizieren (Matchverlust) oder erneut einen Spielverlust verhĂ€ngen. In besonders schweren FĂ€llen kann der Schiedsrichter den Spieler auch bereits beim ersten Verstoß disqualifizieren.

DarĂŒber hinaus können Bußgelder verhĂ€ngt werden. Die ATP und die WTA tragen die Verantwortung fĂŒr die VerhĂ€ngung von Bußgeldern gegen Spieler, die an ihren Veranstaltungen teilnehmen, aufgrund von VerstĂ¶ĂŸen gegen die Vorschriften in ihren RegelbĂŒchern, und die WT ist fĂŒr alle Bußgelder verantwortlich, die fĂŒr von ihr durchgefĂŒhrte Veranstaltungen relevant sind wie die WT World Tennis Tour, den Davis Cup oder den Billie Jean King Cup. Der Grand-Slam-Vorstand ist fĂŒr die Durchsetzung seines eigenen Verhaltenskodex bei den Grand Slams verantwortlich.

Bußgelder werden abhĂ€ngig vom Ranglistenstatus eines Spielers und damit vom Verdienst verhĂ€ngt und können je nach Schwere des Vergehens zwischen 1.000 US-Dollar (fĂŒr Spieler außerhalb der Top 150) und bis zu 20.000 US-Dollar fĂŒr Spieler in den Top 10 der Welt liegen.

Bei schwerwiegenden VerstĂ¶ĂŸen könnte ein Spieler jedoch mit einer Geldstrafe von bis zu 250.000 US-Dollar oder in der Höhe des Preisgeldes bestraft werden, das er beim Turnier gewonnen hat.[29]

Serveclock – Anzeige der verbleibenden Zeit zwischen zwei Punkten

Zeitregeln sollen einen kontinuierlichen Spielverlauf sicherstellen. Grundlage sind die Regeln der World Tennis (WT).[30] So sind zwischen den Punken höchstens 25 Sekunden, beim Seitenwechsel höchstens 90 Sekunden und zwischen den SÀtzen höchstens 120 Sekunden erlaubt.

Spielerbox von Aryna Sabalenka, US Open 2023; v. l. n. r.: Anton Dubrov, Coach; Andrej Wassileuski, Schlagpartner; Jason Stacy, Fitnesstrainer.

Coaching, im Sinne der Beratung eines Spielers wĂ€hrend eines Matches, war gemĂ€ĂŸ den WT-Regeln generell untersagt. Im Oktober 2024 hat die WT eine Änderung der Regel 30 beschlossen, wonach ab Januar 2025 das Coaching unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist.[31] Dabei wird zwischen dem On-Court-Coaching (Beratung auf dem Tennisplatz, etwa der Spielerbank) und Off-Court-Coaching (Beratung von außerhalb des Tennisplatzes, etwa der Spielerbox) unterschieden. Die diesbezĂŒglichen Änderungen lauten:[32]

  • Off-Court-Coaching kann durch den Veranstalter erlaubt werden.
  • Bei Mannschaftswettbewerben, bei denen ein MannschaftskapitĂ€n auf dem Spielfeld sitzt, darf der MannschaftskapitĂ€n die Spieler zu den vom Veranstalter festgelegten Zeiten coachen.
  • Ansonsten ist On-Court-Coaching nicht erlaubt.
  • Der Veranstalter kann Spielern erlauben, zugelassene Analysetechnologien zu den Zeiten, an denen Coaching erlaubt ist, zu nutzen.
  • Coaching ist zwischen Punkten und beim Seitenwechsel und bei Satzunterbrechungen sowie zu jedem anderen Zeitpunkt (außer wĂ€hrend des Spielens eines Punktes) erlaubt, sofern dies vom Veranstalter gestattet wird.
  • Nachdem das Coaching wĂ€hrend des Matches inzwischen weitgehend erlaubt worden war, wurden 2025 erstmals bei den Australian Open die Spielerboxen jedes Spielers beziehungsweise jeder Spielerin zweigeteilt. Neben der Spielerbox mit Familienmitgliedern, Freunden und Sponsoren gibt es eine zweite Spielerbox, die unmittelbar am Spielfeldrand platziert ist. Dort darf das eigentliche Trainerteam, bestehend aus maximal vier Personen, Platz nehmen. Um die Kommunikation zu erleichtern, befinden sie sich auf jeder Seite in direkter NĂ€he der HandtuchbehĂ€lter, die die Spieler und Spielerinnen zwischen zwei Ballwechseln aufsuchen.
  • Beim Off-Court-Coaching und beim On-Court-Coaching zwischen Punkten darf die Kommunikation nur verbal (wenn sich Trainer und Spieler am selben Ende des Spielfelds befinden) oder durch Handzeichen (zu jedem Zeitpunkt, zu dem Coaching erlaubt ist) erfolgen.
  • Beim Off-Court-Coaching und beim On-Court-Coaching zwischen Punkten muss das Coaching kurz (außer wĂ€hrend Spielunterbrechungen) und diskret sein.
  • Sofern gestattet, dĂŒrfen Spieler zu jenen Zeitpunkten, zu denen Coaching zulĂ€ssig ist, auf zugelassene Technologien zur Spieleranalyse zugreifen. Die hierfĂŒr benötigte AusrĂŒstung muss im Player-Analysis-Tennis-Register der WT zugelassen sein.

FrĂŒhere Coachingregeln

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Bis 2024 war das Coaching wĂ€hrend eines Matches gemĂ€ĂŸ WT-Regeln untersagt, außer bei Mannschaftswettbewerben, wĂ€hrend denen der auf der Spielerbank sitzende MannschaftskapitĂ€n coachen durfte. Andernfalls wurde das Coaching mit einer Ermahnung, nachfolgend mit einem Punktverlust und dann bei weiteren VerstĂ¶ĂŸen mit einer Disqualifikation bestraft. Seit 2017 fanden bereits Versuche mit Off-Court-Coaching statt, seit 2023 bei Veranstaltungen aller internationalen Veranstalter, darunter alle vier Grand Slams, die ATP- und WTA-Touren, die WT World Tennis Tour (WTT) und die WT UNIQLO Wheelchair Tennis Tour.

Strafen bei Grand-Slam-Turnieren

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Strafen bei den Grand-Slam-Turnieren wurden durch alle vier Veranstalter der Tennisturniere fĂŒr regelwidriges Verhalten festgelegt. Sie sind im Official Grand Slam Rules Book 2026 beschrieben. Die einschlĂ€gigen Vorschriften sind in mehreren AbsĂ€tzen im Kapitel III des Grand Slam Code of Conduct zu finden:[33]

Es wird erwartet, dass der weltweite TennisausrĂŒstungsmarkt von 4,16 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf 5,85 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 wachsen wird. 38 % davon entfallen auf den US-Markt. Inzwischen dominiert der online-Vertrieb mit 54 % das Marktgeschehen. 29 % des Umsatzes entfallen auf Tennisschuhe, 25 % auf Tennisbekleidung, 18 % auf TennisschlĂ€ger und 14 % auf TennisbĂ€lle. MarktfĂŒhrer ist Wilson, gefolgt von Babolat, Head und Yonex.[34]

Dunlop Maxply, MarkteinfĂŒhrung 1932; gespielt u. a. von Rod Laver, Virginia Wade und John McEnroe.

Ein TennisschlĂ€ger besteht aus einem mit einem Band umwickelten Griff, dem Schaft und dem Kopf, in den die aus Saiten bestehende SchlagflĂ€che eingespannt ist. FrĂŒher wurden TennisschlĂ€ger ausschließlich aus Holz gefertigt. Der Dunlop Maxply errang wĂ€hrend 50 Jahren Kultstatus.[35] Nachdem in den 1960er Jahren kurzzeitig Metallrahmen aus Aluminium oder Stahl aufkamen, bestehen heutige Rahmen hauptsĂ€chlich aus kohlenstofffaserverstĂ€rktem Kunststoff, der ein geringes Gewicht in Verbindung mit einer hohen Steifigkeit gewĂ€hrleistet. Ein TennisschlĂ€ger wiegt etwa 280 bis 350 Gramm. Nach den Regularien der WT darf er maximal 29 Zoll (73,7 cm) lang und 12,5 Zoll (31,7 cm) breit sein. Bei der SchlĂ€gerflĂ€che sind verschiedene GrĂ¶ĂŸen (von etwa 625 cmÂČ bis zu 750 cmÂČ) ĂŒblich; eine grĂ¶ĂŸere SchlĂ€gerflĂ€che bietet einen grĂ¶ĂŸeren optimalen Treffpunkt (sweet spot) fĂŒr den Ball und erlaubt eine weniger kraftintensive Spielweise, wĂ€hrend eine kleinere FlĂ€che die Ballkontrolle verbessert.

Es gibt eine große Vielfalt an Tennissaiten, die sich in ihren Spieleigenschaften unterscheiden. Tennissaiten bestehen aus Nylon oder Polyester, die eine lĂ€ngere Lebensdauer als die im modernen Profitennis nur noch selten verwendeten reine Naturdarmsaiten aufweisen, sowie Multifilament-Saiten. Daneben gibt es die Hybridbespannung, eine Kombination aus zwei unterschiedlichen Saiten, von denen die Multifilamentsaite fĂŒr die LĂ€ngs- und die Naturdarmsaite fĂŒr die Querbespannung verwendet wird, oft mit differierenden BespannungshĂ€rten. Die BesaitungshĂ€rte lĂ€sst innerhalb von zwei Wochen um 2 kp nach. Wichtige Eigenschaften sind die ElastizitĂ€t fĂŒr die Ballbeschleunigung, die VibrationsdĂ€mpfung fĂŒr den Spielkomfort, die Haftung zur Kontrolle des Dralls (Effet, Topspin) und eine lange Haltbarkeit. Die BespannungshĂ€rte spielt eine entscheidende Rolle fĂŒr das SpielgefĂŒhl und die Kontrolle des Balls. Im Profitennis wollen manche Spieler, dass ihre SchlĂ€ger am Abend vor dem Match besaitet werden. Andere wollen, dass dies am Tag des Matches erfolgt. Über Nacht kann die BesaitungshĂ€rte bereits um 0,75 kp nachlassen. Manche Spieler setzen je nach Empfinden SchlĂ€ger mit unterschiedlichen BespannungshĂ€rten ein. Manche wechseln den SchlĂ€ger, sobald mit neuen BĂ€llen gespielt wird.

Tennisballherstellung 1919

TennisbĂ€lle bestehen in der Regel aus einer mit Überdruck gefĂŒllten Gummiblase, ĂŒber die ein FilzĂŒberzug gespannt ist. Sobald der Überdruck nach einer gewissen Zeit aus dem Ball entwichen ist, lĂ€sst die Sprungeigenschaft stark nach und der Ball muss ausgetauscht werden. Daneben existieren drucklose BĂ€lle, deren Sprungeigenschaft auf der Verwendung verschiedener Gummischichten basiert. Bei offiziellen Turnieren wird fast ausschließlich mit DruckbĂ€llen gespielt. In Ballmaschinen werden meist drucklose BĂ€lle verwendet. WĂ€hrend frĂŒher TennisbĂ€lle in schwarz oder weiß ĂŒblich waren, setzten sich mit dem Aufkommen der FernsehĂŒbertragungen von Tennisspielen in den 1970er Jahren hellgelbe BĂ€lle durch, die auf Farbfernsehern besser zu erkennen sind. Bei den Wimbledon Championships wurde bis 1986 ausschließlich mit weißen BĂ€llen gespielt. Wimbledon hĂ€lt auch an der Tradition fest, dass seit 1902 nur mit BĂ€llen von Slazenger gespielt wird.

Nach den offiziellen Regeln muss ein Tennisball zwischen 56,7 g und 58,5 g schwer sein und einen Durchmesser von 6,54 cm bis 6,86 cm besitzen. Jedes Jahr werden etwa 325 Millionen TennisbÀlle produziert, wodurch etwa 20.000 Tonnen Abfall in Form von Gummi entstehen, der nicht leicht biologisch abbaubar ist.

Im Profitennis werden in der Regel wĂ€hrend eines Matches die BĂ€lle nach sieben Spielen und nachfolgend alle neun Spiele gegen neue ausgetauscht. Vor und wĂ€hrend einem Tie-Break werden jedoch die BĂ€lle nicht gewechselt. Wenn der Ball keine Luft mehr hat und sich so sehr eindrĂŒcken lĂ€sst, dass sich die Innenseiten des Balles berĂŒhren, wird der Punkt wiederholt. Ist der Ball hingegen nur weich geworden, so bleibt der gespielte Punkt bestehen. Ausgetauscht wird der Ball in beiden FĂ€llen. Auf der ATP-Tour muss bis zwei absolvierten Spielen ein neuer Ball als Ersatz verwendet werden. Andernfalls muss ein Ball mit gleichem Verschleiß bereitgestellt werden.[36]

Weiße Spielkleidung mit Herstellerlogo (Yonex)

Bei der Bekleidung schreibt die WT im § 24 fĂŒr WettkĂ€mpfe vor, wo und in welcher GrĂ¶ĂŸe Werbung, insbesondere des Herstellers, angebracht werden darf. Sie darf an zwei Stellen je nach Platzierung 13 cmÂČ, 26 cmÂČ beziehungsweise 39 cmÂČ groß sein. Bei regelwidriger Bekleidung kann der Spieler beziehungsweise Spielerin zum Kleiderwechsel aufgefordert werden. Wird dem nicht nachgekommen, folgt eine Disqualifikation.[30] Auf der Kleidung oder AusrĂŒstung der Spieler dĂŒrfen keine Kennzeichen angebracht sein, die fĂŒr WettbĂŒros, Tabak- oder E-Zigarettenprodukte, Spirituosen, politische AktivitĂ€ten oder andere Kategorien werben/diese zeigen, die als schĂ€dlich fĂŒr den Tennissport, die WT oder die WT World Tennis Tour erachtet werden. BezĂŒglich der Kleiderordnung hat die WT fĂŒr MĂ€nner und Frauen Übersichten erstellt, die zulĂ€ssige Bekleidung und Logo-Inhalte und -GrĂ¶ĂŸe festlegen.[37][38]

In Wimbledon gelten zusĂ€tzlich besondere Regeln, wonach die Spielbekleidung zu mindestens 90 % weiß zu sein hat (selbst „gebrochenes weiß“ oder cremefarben ist nicht zulĂ€ssig). Wimbledon hĂ€lt damit an der Tradition des „weißen Sports“ fest. Ein bis zu zehn Millimeter breiter farbiger Rand ist gestattet. Sogar die Schuhsohlen der Tennisschuhe haben weiß zu sein. Erst seit 2023 ist es Tennisspielerinnen erlaubt, auch dunkle UnterwĂ€sche zu tragen. Darauf haben Tennisspielerinnen wegen ihrer möglichen Menstruation bestanden. Sie darf jedoch nicht ĂŒber den Tennisrock hinausragen.[39] Die Kleiderregeln erstrecken sich auch auf Stuhlschiedsrichter, die ein gestreiftes Hemd mit weißem Kragen, beige Hosen fĂŒr MĂ€nner und einen langen beigen Rock fĂŒr Frauen sowie ein dunkles Jacket tragen mĂŒssen.

Beim Tennisschuh sollen Sohle, Ober- und Innenmaterial, StabilitĂ€t und DĂ€mpfung aufeinander abgestimmt sein. Sie werden fĂŒr die spezifischen BodenbelĂ€ge angefertigt, ob auf Sandplatz, Hartplatz, Rasenplatz oder Teppichplatz gespielt wird, und berĂŒcksichtigen den individuellen Spielstil.

Winkelhalbierende möglicher RĂŒckschlĂ€ge; im Beispiel steht man an der Grundlinie rechts von der Mittellinie, bei einem Netzangriff links von der Mitte. Je weiter man hinter der Grundlinie steht, umso lĂ€nger kann die Laufstrecke des RĂŒckschlĂ€gers sein.
Die Deutsche Steffi Graf, die fĂŒr ihre starke Vorhand bekannt war, bei einem Schaukampf in Wimbledon (2009)
BeidhĂ€ndige RĂŒckhand
Bremstechnik im Tennis

Tennis ist ein Laufsport. Jedoch werden verschiedene Lauftechniken benötigt, die sich von anderen Sportarten unterscheiden. FrĂŒher dominierten sogenannte Sidesteps, bei denen der Oberkörper meist parallel zum Netz steht und man seitlich lĂ€uft. Im modernen Tennis sind inzwischen kurze Sprints vorherrschend, sowohl nach links, als auch nach rechts, als auch nach vorne, um beispielsweise einen kurzen Ball oder Stoppball zu erlaufen. Sie bestehen aus sechs bis acht Schritten. Wichtig ist auch das RĂŒckwĂ€rtslaufen, um etwa einen Lob durch einen Smash spielen zu können. Immer hĂ€ufiger wird im Tennis eine beidhĂ€ndige RĂŒckhand gespielt. Sie erfordert jedoch jeweils einen Schritt mehr, um den Ball zu erreichen.

In dem Augenblick, in dem der Spieler das Ziel des Schlages zu erkennen glaubt, wendet er den Splitstep an, damit er in eine Bereitschaftsstellung springt, aus der er „explosiv“" in alle Richtungen starten kann. Er sorgt dafĂŒr, dass die fĂŒr einen schnellen Antritt verantwortliche Muskulatur im entscheidenden Moment optimal vorgedehnt und damit gespannt ist.

GrundsĂ€tzlich versucht man als Spieler nach dem Schlagen eines Balles möglichst schnell vom Scheitelpunkt gesehen eine Winkelhalbierende möglicher RĂŒckschlĂ€ge zu erreichen, also nicht unbedingt zur Mitte des Spielfeldes zurĂŒckzulaufen. Vom Scheitelpunkt hat man die kĂŒrzeste Strecke, um den kommenden Ball des rĂŒckschlagenden Gegners zu erreichen.

Ein Lauftraining wird diesen Anforderungen angepasst, indem es aus kurzen Sprints besteht und einen schnellen Antritt erfordert. Ebenso gehört eine entsprechende Technik zum Abbremsen des Laufs dazu, was insbesondere auf dem Sandplatz durch ein Rutschen bewirkt wird. WÀhrend eines Matches kann die Gesamtlaufstrecke sechs bis acht Kilometer betragen.

Der Treffpunkt ist der wichtigste Teil des gesamten Schlages und entscheidet ĂŒber Erfolg oder Misserfolg jedes Schlages. Der optimale Treffpunkt hĂ€ngt von vielen vorangegangenen Aktionen, BewegungsablĂ€ufen und vom SchlĂ€gergriff ab. Die Kontaktzeit zwischen Ball und SchlĂ€ger betrĂ€gt durchschnittlich nur vier Millisekunden. Die erste Entscheidung betrifft die SchlĂ€gerhaltung, ob man einen Kontinentalgriff, Westerngriff oder Easterngriff, oder Mischvarianten bevorzugt. Wichtig ist die eigene optimale Entfernung zum Treffpunkt. Es geht darum, diese bei den meisten SchlĂ€gen einzuhalten. Nur so kann man problemlos durchschwingen. HierfĂŒr sind vor allem ein optimales Gleichgewicht und unter anderem die Oberkörperhaltung verantwortlich. Hierzu gehört die richtige Antizipation des Ballfluges, die Erahnung des Absprungpunktes und eine gute Beinarbeit. Eine erhöhte Schwierigkeit besteht darin, den Ball nach dem Aufsprung noch im Ansteigen zu schlagen. HierfĂŒr muss das Timing der Schlagbewegung stimmen. Es gilt eine StabilitĂ€t wĂ€hrend des Schlages zu erreichen. Bei der Schwungbewegung ist darauf zu achten, dass sich die Beschleunigung in Richtung SchlĂ€gerspitze stetig vergrĂ¶ĂŸert. Wenn man den SchlĂ€ger sauber schwingen kann, dann ist die Entfernung zum Treffpunkt optimal. Das Handgelenk muss fest sein, weil man gegenĂŒber dem ankommenden Ball im Treffmoment einen SchlĂ€gerwiderstand leisten muss.[40] Das Handgelenk spielt beim Tennis eine besonders wichtige Rolle. FĂŒr kraftvolle und prĂ€zise SchlĂ€ge ist eine gute Kombination aus Griffkraft und Geschmeidigkeit nötig.

Bei der Vorhand (engl. forehand) wird der Ball auf der Seite der Schlaghand (bei einem RechtshĂ€nder also rechts, bei einem LinkshĂ€nder links) gespielt. In der Regel wird der Vorhandschlag mit einer Ausholbewegung eingeleitet und der Ball idealerweise etwa hĂŒfthoch seitlich vor dem Körper getroffen. FrĂŒher war auch der sogenannte Westerngriff verbreitet, bei dem der Ball weit vor dem Körper getroffen wird. In der Regel wird die Vorhand einhĂ€ndig gespielt und auch so gelehrt. Zu den wenigen Spielern, welche die Vorhand beidhĂ€ndig spielen, gehörten Monica Seles und Fabrice Santoro. Von Carlos MoyĂĄ heißt es, er spielte die beste Vorhand im Herrentennis. SpĂ€ter trainierte er den Spieler mit der „zweitbesten“ Vorhand: Rafael Nadal.

Bei der RĂŒckhand (engl. backhand) wird der Ball auf der der Schlaghand gegenĂŒberliegenden Seite (bei einem RechtshĂ€nder also links, LinkshĂ€nder rechts) geschlagen. Ein RĂŒckhandschlag kann sowohl einhĂ€ndig als auch beidhĂ€ndig ausgefĂŒhrt werden. Die beidhĂ€ndige RĂŒckhand ist erst in den 1970er Jahren bekannt geworden. AnfĂ€ngern wird diese hĂ€ufig empfohlen, da die DurchfĂŒhrung einfacher zu erlernen ist als die einhĂ€ndige RĂŒckhand. Mittlerweile ist die beidhĂ€ndige RĂŒckhand auch unter Profispielern vorherrschend. Ausnahme ist der RĂŒckhand-Slice, der meist einhĂ€ndig geschlagen wird. Die beste zweihĂ€ndige RĂŒckhand soll Novak Đoković spielen, die beste einhĂ€ndige RĂŒckhand Stan Wawrinka.[41]

Der Aufschlag (engl. Service) leitet den Ballwechsel ein. Aus einer Position hinter der Grundlinie muss der Ball in das gegenĂŒberliegende Aufschlagfeld geschlagen werden. Die Linien gehören zum Aufschlagfeld. Ein Überschreiten oder die BerĂŒhrung der Grundlinie vor dem Treffen des Balls ist regelwidrig. Der Aufschlag beginnt mit einer Konzentrationsphase. Normalerweise lĂ€sst man den Tennisball ein paar Mal aufspringen, um ihn dann fĂŒr den Aufschlag einzusetzen. Jeder AufschlĂ€ger hat zwei Versuche; nach erfolglosem zweiten Versuch gehört der Punkt dem Gegner. Nach einem Spiel wechselt das Aufschlagrecht. Der Aufschlag kann, wie bei einem Grundlinienschlag, je nach taktischer Auslegung mit unterschiedlicher Rotation gespielt werden. Man unterscheidet dabei zwischen einem flachen und schnellen Aufschlag mit nur geringem VorwĂ€rtsdrall, einem Topspin- und einem Sliceaufschlag.

Den gĂŒnstigsten Schlagwinkel und dadurch höchste Ballgeschwindigkeiten erreicht man, wenn der Ball ĂŒber Kopfhöhe geworfen und am höchstmöglichen Punkt getroffen wird. Im modernen Herrentennis werden mit dem ersten Aufschlag oft Geschwindigkeiten ĂŒber 200 km/h erreicht. Aufschlaggeschwindigkeiten beim Tennis werden mittels RadargerĂ€ten gemessen. Der Weltrekord wird vom Australier Sam Groth gehalten und betrĂ€gt 263 km/h. John Isner schlug 14.470 Asse in insgesamt 772 Matches und hĂ€lt damit den Rekord. Er profitierte dabei auch von seiner KörpergrĂ¶ĂŸe von 2,08 Meter.

Verschiedenes Flug- bzw. Absprungverhalten der Effetvarianten im Tennis.

WĂ€hrend des Schlages kann der Spieler die Eigenrotation des Balles beeinflussen, die wiederum die Flugkurve und das Absprungverhalten des Balles bestimmt. Man unterscheidet hierbei Drive (kaum Eigenrotation), Topspin (Rotation in Flugrichtung) und Slice (Rotation entgegen der Flugrichtung).

Im Tennis sind verschiedene Varianten des Effets ĂŒblich. Dabei wird der Ball angeschnitten und damit in eine Rotationsbewegung versetzt. Hier bewirkt die Reibungskraft zwischen Luft und BalloberflĂ€che einen Luftdruckunterschied, der zur Bahnablenkung fĂŒhrt (Magnus-Effekt). Neben diesem Einfluss auf die Flugbahn wird der Absprungwinkel des Balls nach dem Aufprall auf dem Boden geĂ€ndert. Letztes ist besonders beim Stoppball relevant. Ist der Effet im Balltreffpunkt noch erhalten, beeinflusst er auch die nachfolgende Flugbahn des Balles beim RĂŒckschlag.

Ein Drive (dt.: Treibschlag, Treibball) ist ein Grundschlag mit nur geringer Eigenrotation des Balles. Der SchlĂ€gerkopf trifft dabei den Ball in einem Winkel von ungefĂ€hr 90 Grad. Dieser bei AnfĂ€ngern und Hobbyspielern ĂŒbliche Schlag ist der intuitivste und kraftsparendste. Er hat durch seine flache Flugkurve allerdings den Nachteil, dass kraftvollere SchlĂ€ge von der Grundlinie aus oft nicht mehr im gegnerischen Feld aufkommen und aus gehen. Ein Treibball ist fĂŒr den Gegner am wenigsten problematisch, weil hier das Prinzip Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel gilt, und der Gegner den Treffpunkt besser berechnen kann. Ein Vorteil des Treibballs ist seine maximale Fluggeschwindigkeit, die den Gegner zu extrem schnellen Reaktionen und Laufbewegungen zwingt.

Topspin

Der Topspin ist inzwischen die hĂ€ufigste Schlagvariante im modernen Tennis. Topspin beschreibt eine VorwĂ€rtsrotation des Balles, die durch ein Überstreichen mit der SchlĂ€gerflĂ€che auf der Oberseite („Top“) des Balles erzeugt wird. Die SchlĂ€gerflĂ€che ist also im Treffpunkt leicht nach unten geneigt (weniger als 90 Grad). Der SchlĂ€ger beschreibt eine Schleife. Dies bewirkt eine stĂ€rkere, vertikale KrĂŒmmung der Flugkurve, welche die Flugdauer des Balles verlĂ€ngert, aber die Flugweite verkĂŒrzt. ZusĂ€tzlich haben TopspinbĂ€lle ein verĂ€ndertes Absprungverhalten. Der Ball springt im VerhĂ€ltnis zur Flugkurve höher und zusĂ€tzlich schneller ab, was ihn unberechenbarer als einen Drive-Schlag macht. Lang gespielte TopspinbĂ€lle zwingen den Gegner dazu, entweder weiter hinter die Grundlinie zurĂŒckzuweichen oder alternativ den Ball weiter vorne in grĂ¶ĂŸerer Höhe ĂŒber dem Boden zu treffen, was oft schwierig ist. Eine Spielweise mit Topspin erfordert neben guter Technik auch deutlich mehr Kraft. Mit dem Handgelenk kann der Spin erhöht werden. Die Gefahr, den Ball durch die nach vorne geneigte SchlĂ€gerflĂ€che mit dem SchlĂ€gerahmen zu treffen, ist deutlich höher als beim Drive. Auf Sand, wo der Ball beim Absprung langsamer wird, ist es noch wichtiger, den Topspin zu maximieren. Der zusĂ€tzliche Topspin kompensiert den Tempoverlust und sorgt dafĂŒr, dass die BĂ€lle tief und hoch abprallen. Liegt der Tennisplatz in grĂ¶ĂŸerer Höhe ĂŒber Meeresspiegel, ist die Luft weniger dicht. Dies reduziert den Magnus-Effekt. Um dies zu kompensieren, muss man noch mehr Spin erzeugen, um die gleiche Flugbahn zu erreichen, wie auf Meereshöhe.

Slice (Backspin)

Beim Slice erfĂ€hrt der Ball eine RĂŒckwĂ€rtsrotation (engl. backspin). Dadurch kann der Ball sehr flach ĂŒber das Netz fliegen und springt beim Auftreffen auf den Boden kaum mehr ab. Er kann einerseits als Vorbereitungsschlag fĂŒr einen Netzangriff dienen, da er dem Spieler, bedingt durch den lĂ€ngeren Flug des Balles, mehr Zeit verschafft ans Netz vorzurĂŒcken. Andererseits kann der Slice dazu verwendet werden, sich aus einer Defensivsituation heraus Zeit zu verschaffen, etwa bei der Annahme eines harten Aufschlags. Zudem kann er fĂŒr eine Variation des Spieltempos benutzt werden, um den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen. Ein Slice kann meist nur langsam gespielt werden, da er durch die flache Flugkurve ansonsten ins Aus „segelt“ und wird bei einem RĂŒckhand-Slice, genau wie bei einem Vorhand-Slice, in der Regel mit nur einer Hand ausgefĂŒhrt.

Strategische SchlÀge

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Der Aufschlag kann auf die RĂŒckhand oder die Vorhand des Gegners gespielt werden. Wird er weit nach außen gespielt, kann man dadurch das Spielfeld öffnen, um mit dem Folgeschlag ins freie Feld den Punkt zu erzielen. Ein Aufschlag auf den Körper des Gegners erschwert diesem den Return, denn er muss dem Ball unter Zeitnot ausweichen und kann ihn meist nur blocken. Im Regelfall wird der Aufschlag jeweils rechts oder links von der gleichen Position ausgefĂŒhrt. Als seltene Variante kann der AufschlĂ€ger die Position zwischen der Mittellinie und Außenlinie beliebig einnehmen, wodurch der Winkel der Flugbahn des Balles verĂ€ndert wird. Ebenfalls selten wird ein kurzer Aufschlag von unten durchgefĂŒhrt, um den Gegner zu ĂŒberraschen, wenn dieser weit hinter der Grundlinie steht.

Return (deutsche Bezeichnung RĂŒckschlag) ist die Bezeichnung des Schlags, mit dem der Ball nach dem gegnerischen Aufschlag zurĂŒckgespielt – retourniert – wird. Neben dem Aufschlag, dem hĂ€rtesten Schlag im Tennis, ist der Return von grĂ¶ĂŸter Bedeutung. Beide Schlagarten sind „EröffnungsschlĂ€ge“, mit denen der Ballwechsel eingeleitet wird. Ein schwacher Return erlaubt es dem Gegner, bereits mit dem Aufschlag Druck aufzubauen und den Ballwechsel zu bestimmen. Meist ist der Returnierende beim ersten Aufschlag nur in der Lage, den SchlĂ€ger passiv, mit einer kurzen Ausholbewegung, hinzuhalten (zu „blocken“). Er versucht hierbei den Druck des gegnerischen Aufschlags mitzunehmen und dem RĂŒckschlag die gewĂŒnschte Richtung zu geben. Der – in der Regel mit weniger HĂ€rte geschlagene – zweite Aufschlag kann dann vom retournierenden Spieler angegriffen werden.

Smash von Rafael Nadal, 2010, Madrid

Der Schmetterball (englisch Smash) Ă€hnelt von der BewegungsausfĂŒhrung der Aufschlagbewegung. Es handelt sich um einen Überkopfschlag mit hoher Geschwindigkeit. Er wird meist als Reaktion auf einen Lob-Versuch des Gegners gespielt und gilt als der kraftvollste Angriffsschlag. Besonders schwierig gestaltet sich ein RĂŒckhand-Smash, bei dem der Spieler meist mit dem RĂŒcken zum Gegner steht.

Als Angriffsball bezeichnet man einen Schlag, der den Gegner in die Defensive zwingt, um anschließend den Punkt zu gewinnen. Überwiegend wird der Angriffsball aus dem Halbfeld als Antwort auf einen kĂŒrzeren Ball des Gegners gespielt, um anschließend an das Netz vorzurĂŒcken und mit einem Volley den Spielzug zu gewinnen. Im Profitennis werden AngriffsbĂ€lle auch von der Grundlinie aus gespielt, indem der Ball mit hoher PrĂ€zision entweder in die Ecken des gegnerischen Spielfelds nahe an die Linien oder als Topspin kurz cross gespielt werden, um das Spielfeld zu öffnen und mit dem nachfolgenden Schlag zur anderen Seite den Punkt fĂŒr sich zu entscheiden.

Als Passierschlag, auch Passierball genannt (Vorhand oder RĂŒckhand), bezeichnet man einen Schlag, mit dem der Ball am in der NĂ€he des Netzes postierten Gegner fĂŒr diesen unerreichbar seitlich vorbei gespielt wird.

Beim Lob versucht der Spieler, den an das Netz vorgedrungenen Gegner mittels eines hoch geschlagenen Balls zu ĂŒberwinden. Ist der Schlag zu flach oder zu kurz geschlagen, kann der Gegner mit einem Schmetterschlag antworten. Gelegentlich bleibt – wenn der Lob zu hoch und zu langsam gespielt wird – auch noch genug Zeit zurĂŒckzulaufen und den Ball mit Vor- oder RĂŒckhand zu schlagen. Höherklassige Spieler spielen den Lob deshalb mit Topspin. Hierdurch erreicht auch ein hoch als Lob gespielter Ball eine große Fluggeschwindigkeit und ist deshalb bei technisch sauberer AusfĂŒhrung praktisch nicht mehr zu erlaufen. Der Topspinlob gehört zu den technisch schwierigsten SchlĂ€gen und ist deshalb im Amateurtennis kaum zu beobachten.

Neben dem Lob kann ein Mondball gespielt werden, bei dem ein Ball absichtlich sehr hoch ĂŒber das Netz befördert wird, um Geschwindigkeit aus dem Ballwechsel zu nehmen und dem Spieler einen Neuaufbau zu erlauben.

Als spektakulĂ€re Variante wird der Tweener als Notlösung gespielt, falls der Spieler ĂŒberlobt wird, er deshalb keinen Smash ausfĂŒhren kann und er den Ball – meist mit dem RĂŒcken zum Netz – zwischen seinen Beinen zurĂŒckspielt.

Beim Sabr wird der zweite Aufschlag des Kontrahenten – der zur Vermeidung eines möglichen Doppelfehler meist vorsichtiger gespielt wird – mit frĂŒhem Laufen ins Feld beantwortet, wĂ€hrend der Gegner noch in der Aufschlagbewegung steckt, und möglichst frĂŒh retourniert, um dem Gegenspieler damit weniger Zeit fĂŒr dessen nĂ€chsten Schlag zu gewĂ€hren. Üblicherweise drĂ€ngt der RĂŒckschlĂ€ger nach dem Sabr wie beim Chip and Charge ans Netz vor. PopulĂ€r wurde dieser Schlag im Jahr 2015 durch Roger Federer, von dem auch die Wortschöpfung Sabr (Sneak Attack by Roger) stammt.

Bei einem Stoppball (engl. drop shot) wird der Ball so gespielt, dass er kurz hinter dem Netz „herunterfĂ€llt“. Der Stoppball wird, Ă€hnlich dem Slice, mit RĂŒckwĂ€rtsdrall gespielt, wodurch er zum einen nach dem Auftreffen auf dem Boden kaum noch abspringt, und zum anderen nicht mehr vorwĂ€rts, sondern seitwĂ€rts oder möglichst sogar rĂŒckwĂ€rts springt. Ein Stoppball wird meistens dann benutzt, wenn sich der Gegner besonders weit hinter der Grundlinie befindet. Er kann aufgrund seiner ĂŒberraschenden Wirkung sehr effektiv sein. Je hĂ€rter der ankommende Ball geschlagen wurde, umso schwieriger ist es, die Ballgeschwindigkeit fĂŒr einen wirkungsvollen Stoppball zu reduzieren.

Volley, Roberto Bautista Agut
Hechtvolley, Jo-Wilfried Tsonga, Wimbledon 2011

Volley (deutsche Bezeichnung: Flugball) bezeichnet einen Schlag, bei dem der Ball noch vor dessen Auftreffen auf dem Boden zurĂŒckgespielt wird. Üblicherweise wird dieser Schlag nahe dem Netz gespielt, sodass sich der Spieler schnell – meist durch einen Splitstep – in Position bringen muss. Entscheidend ist, dass der Volley ohne Ausholbewegung vor dem Körper getroffen wird. Ein Ball, der auf den Körper gespielt wird, wird grundsĂ€tzlich als RĂŒckhandvolley gespielt. Es gibt verschiedene Sonderformen.

Drivevolley

Der Drivevolley ist ein Volleyschlag, bei dem man den Ball nicht ins Feld „drĂŒckt“, sondern – wie bei der Vorhand – mit hoher Geschwindigkeit und Spin durchzieht. PopulĂ€r machten diesen Schlag vor allem Andre Agassi und die Williams-Schwestern Venus und Serena.

Volleystop

Ein Volleystop ist eine Schlagtechnik, bei der aus einem gegnerischen Schlag ein Stoppball wird. Die Schwierigkeit des Schlages besteht darin, dem Ball die Geschwindigkeit zu nehmen und ihn kurz hinter dem Netz zu platzieren.

Hechtvolley

Der Hechtvolley ist eine spezielle Sonderform des Volley, bei der versucht wird, einen Passierschlag des Gegners noch mit Hilfe eines Sprungs zur Seite zu erreichen und so den Ball noch ins Feld des Gegners zu bringen. Dieser Schlag wurde durch Boris Becker bekannt. UrsprĂŒnglich hatte ein Jugendtrainer Beckers diesen Schlag entwickelt, um die Reichweite von Nachwuchsspielern am Netz zu erhöhen. Becker behielt aber diesen Schlag in seinem Repertoire und setzte ihn zur VerblĂŒffung seiner Gegner und der Zuschauer auch bei internationalen Turnieren (z. B. 1985 in Wimbledon) erfolgreich ein. NaturgemĂ€ĂŸ landet man nach einem Hechtvolley unsanft auf dem Boden. Um Handverletzungen zu vermeiden, muss der SchlĂ€ger vor dem Aufprall losgelassen werden.

Als Halbvolley oder Halbflugball wird ein Schlag bezeichnet, bei dem der Ball kurz nach dem Aufspringen getroffen wird, unabhĂ€ngig davon, ob er an der Grundlinie oder im Halbfeld geschlagen wird. Dies kommt hĂ€ufiger bei einem versuchten Netzangriff vor, bei dem der Gegner einen solchen Verteidigungsschlag einsetzt und dem Angreifer den Ball gewissermaßen „vor die FĂŒĂŸe“ spielt. Auch im Doppel kommt es hĂ€ufig zu dieser Spielsituation, da die Spieler im Feld stehen. Oft wird mit dem Halbvolley ein Stoppball gespielt.

Ein cross (deutsch quer) geschlagener Ball ist ein Ball, der in die jeweils diagonal gegenĂŒber liegende Ecke des Platzes gespielt wird. Ein RechtshĂ€nder spielt demnach eine cross geschlagene Vorhand einem rechtshĂ€ndigen Gegner ebenfalls auf die Vorhand (bzw. RĂŒckhand auf RĂŒckhand). Da die Diagonale des Platzes lĂ€nger ist als die Seitenlinie, können etwa hĂ€rtere und damit weiter fliegende BĂ€lle cross geschlagen werden.

Eine effektvolle Variante ist der kurz cross geschlagene Ball, wodurch der Gegner weit nach außen gezwungen wird und mit dem das gegnerische Spielfeld geöffnet wird, um den anschließenden Ball ins freie Feld zu spielen.

Ein longline (dt. entlang der Linie) geschlagener Ball ist ein Ball, der in die jeweils gegenĂŒber liegende Ecke des Platzes gespielt wird, d. h., der Ball fliegt parallel zur Seitenauslinie. Ein RechtshĂ€nder spielt demnach eine longline geschlagene Vorhand einem ebenfalls rechtshĂ€ndigen Gegner auf die RĂŒckhand (bzw. RĂŒckhand auf Vorhand). Befindet sich der ausfĂŒhrende Spieler seitlich außerhalb des Feldes, kann ein Longline-Schlag auch regelkonform seitlich am Netzpfosten vorbei gespielt werden. Der longline geschlagene Ball weist zusĂ€tzliche Schwierigkeiten auf und erfordert hohe PrĂ€zision im Schlag. Bei der RichtungsĂ€nderung des Ballwechsels von cross zu longline ist der Ausschlagwinkel im SchlĂ€ger ein anderer, als der Einschlagwinkel des ankommenden Balls. Die Flugstrecke ist kĂŒrzer, als die eines cross geschlagenen Balls. Der longline geschlagene Ball hat wenig Spielraum zur Außenlinie und kann leichter ins „aus“ fliegen. Antwortet der Gegner mit einem kurz cross geschlagenen Ball, hat man eine weite Laufstrecke zu bewĂ€ltigen.

GewinnschlÀge

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Ein Winner (dt. auch Gewinnschlag) ist ein Ball, der so platziert gespielt wurde, dass der Gegner keine Möglichkeit hat, diesen zu retournieren.

Ass und Service Winner

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Ein Ass ist ein Aufschlag ins Feld, der vom Gegner nicht einmal mehr berĂŒhrt werden kann. Er zĂ€hlt demnach auch automatisch als ein Winner. FĂŒhrt der Aufschlag zu einem direkten Punkt, kann aber noch erreicht werden, nennt man dies Service Winner. Sowohl Talent als auch Erfahrung spielen eine gravierende Rolle, um ein Ass zu schlagen.

Nicht nur die Aufschlagsgeschwindigkeit ist hier von großer Bedeutung, sondern auch das Erkennen, in welche Richtung der RĂŒckschlĂ€ger sich bewegen könnte.

Außerdem spielen hier der Tennisplatz und sein Belag eine immense Rolle. Die optimale Grundlage fĂŒr ein Ass ist ein Hartplatz. Die schlechteste Option wĂ€re ein Sandplatz, da hier der Ball durch den Sand abgebremst wird und der Gegner dadurch mehr Zeit fĂŒr seine Reaktion gewinnt. Die höchste Wahrscheinlichkeit ein Ass zu erzielen findet man beim Rasentennis.

Eine besondere psychische Herausforderung sind die EntscheidungsbĂ€lle im Tennis, die auch Big Points genannt werden. Dazu gehört, alle vorherigen SpielstĂ€nde ausblenden zu können. Die Frage, ob es Punkte in einer Tennispartie gibt, die in ihrer Wichtigkeit höher einzustufen sind als andere, wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. WĂ€hrend der Deutsche Tennis Bund (DTB) sowie Richard Schönborn (war ĂŒber 26 Jahre Cheftrainer des DTB), der Existenz von Big Points widersprechen, weisen verschiedene andere Experten und Wissenschaftler in ihren Arbeiten explizit auf dessen Existenz hin.[42][43]

Man umschreibt mit dem Big Point eine Situation, bei der man entweder unter Druck geraten ist oder eine Chance fĂŒr einen Erfolg hat. Ein Faktor dabei ist das sogenannte „Momentum“, womit der psychologische Vorteil gemeint ist, den ein Spieler fĂŒr den Spielverlauf gegenĂŒber seinem Gegner erlangt. Den Satz- oder Matchgewinn vor Augen, beeinflusst jedoch hĂ€ufig der psychische Druck das Können des Spielers. Die Muskelspannung oder ĂŒblicherweise automatisiert ablaufende BewegungsablĂ€ufe können sich geringfĂŒgig Ă€ndern, was zu einem Fehler fĂŒhren kann. Ebenso kann die psychische Anspannung die Spielstrategie beeinflussen. So wechselt man zu einem defensiveren Spiel oder spielt plötzlich aggressiver oder man glaubt einen „besonderen“ Ball spielen zu mĂŒssen. Die umkĂ€mpften und bedeutenden Punkte können wesentlich fĂŒr den Ausgang des Spiels sein. Somit ist der Spielball bei 1:0 SatzfĂŒhrung zum 4:1 ein viel wichtigerer Punkt, als beispielsweise der Punkt zum 15:0 im ersten Spiel des zweiten Satzes. Beide Punkte haben gewissermaßen denselben ZĂ€hlwert, aber der Punkt zum 4:1 entscheidet maßgeblich darĂŒber, wie der weitere Abschnitt des zweiten Satzes taktisch angegangen werden kann. So kommt es immer wieder vor, dass ein Match gedreht wird und der vermeintliche Sieg in einer Niederlage endet.[44][45]

Forced Error und Unforced Error

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Als Unforced Error (dt. unerzwungener, vermeidbarer oder leichter Fehler oder Fehler ohne Not) wird ein Schlag bezeichnet, mit dem ein Spieler den Punkt auf Grund eines eigenen Fehlers verliert, ohne dass dies durch den vorangegangenen Schlag des Gegners erzwungen wurde. Kann er hingegen den Ball auf Grund eines vorhergegangenen harten, platzierten oder sonst schwer zu spielenden oder erreichenden Schlages des Gegners nicht regelgerecht retournieren, spricht man von einem Forced Error (dt. erzwungener Fehler). Die ÜbergĂ€nge zwischen vermeidbarem und erzwungenem Fehler können im Einzelfall fließend sein. Die Einteilung unterliegt damit hĂ€ufig einem Beurteilungsspielraum des jeweiligen StatistikfĂŒhrenden bzw. Kommentators.

Als Doppelfehler (engl. double fault) wird ein Punktverlust des Aufschlagenden durch zwei regelwidrige AufschlÀge bezeichnet. Ein Doppelfehler zÀhlt zugleich als Unforced Error.

Tennisstatistik

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Entwicklung der Weltranglistenposition von Carlos Alcaraz im Vergleich mit Roger Federer, Novak Đoković und Rafael Nadal zwischen dem 17. und 20. Lebensjahr (Stand 1. Oktober 2023)

Im Tennissport gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten, um eine Karriere, ein Match oder auch nur einen Satz statistisch auszuwerten. Damit kann abgelesen werden, wie effektiv ein Spieler oder eine Spielerin agiert hatte.[46]

Erhoben werden folgende Werte bei einer Satz- oder Matchauswertung:

  • 1. Aufschlag: in Prozent und Geschwindigkeit
  • 2. Aufschlag (in Prozent)
  • Anzahl der Asse
  • Anzahl der Doppelfehler
  • Anzahl der direkten Punkte
  • Anzahl der unerzwungenen Fehler
  • erfolgreiche Netzangriffe (in Prozent)
  • Anzahl der Breakchancen zu erfolgreichen Breaks
  • zurĂŒckgelegte Laufstrecke
  • Ballrotation
  • Gesamtpunktezahl
  • Ergebnisse in Satz und Match

Daneben werden globale Statistiken gefĂŒhrt, aus denen sich Rekordlisten ergeben.

Spielstrategien

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Im modernen Profitennis wird nach Möglichkeit die Spielweise des kommenden Gegners umfassend analysiert und eine Spielstrategie festgelegt. Dazu gehört etwa die Analyse des Aufschlags, wohin der Gegner bevorzugt aufschlĂ€gt, unterschieden nach erstem und zweitem Aufschlag und Spielstand, wie die jeweilige StĂ€rke des Spielers, was Aufschlag, RĂŒckschlag, Vorhand, RĂŒckhand und Volleys angeht. Ist der Gegner sprintstark, laufstark und konditionell auf lange Rallyes vorbereitet. Wie ist seine mentale StĂ€rke bei verschiedenen SpielstĂ€nden. Wo sind seine (relativen) StĂ€rken und SchwĂ€chen. In die Strategie fließen Erfahrungen aus vergangenen Begegnungen ein. Bei der hohen Leistungsdichte im Profitennis, insbesondere in der Weltspitze, kann die Spielstrategie matchentschiedend sein. Hierzu gehört auch die FĂ€higkeit, auf eine alternative Strategie auszuweichen, falls die geplante Strategie nicht erfolgreich zu sein scheint. Manchmal entscheidet die Tagesform ĂŒber den Matchausgang. So kann es an mangelnder Konzentration, am Timing, ErmĂŒdung oder Verkrampfungen liegen, dass der Spieler seine gewohnte Leistung nicht abrufen kann. Bekannt sind auch sogenannte „Trainingsweltmeister“, die im Training hervorragend Tennis spielen, jedoch nicht in der Lage sind, ihre Leistungen wĂ€hrend eines Matches umzusetzen.

Bei der hohen Ballgeschwindigkeit im modernen Tennis ist es wichtig, sich einen Zeitvorteil zu erarbeiten, indem frĂŒh erkannt wird, wie und wohin der Tennisball vom Gegner geschlagen wird. Hierzu muss die Körperhaltung, die SchlĂ€gerhaltung und die Schlagbewegung möglichst frĂŒh erfasst („gelesen“) werden.

Manche Spieler haben einen „Angstgegner“, einen Spieler, gegen den sie nur schwer oder gar nicht gewinnen können. Die Leistungserwartung bei einem Angstgegner erwĂ€chst sowohl aus der ÜberschĂ€tzung seiner Leistungspotenzen als auch aus einer UnterschĂ€tzung der eigenen Erfolgsmöglichkeiten. Solche Fehlhaltungen können ihre Ursachen sowohl in mehreren Niederlagen gegen diese Sportler als auch in einem einmaligen schockierenden Ergebnis haben. In einzelnen FĂ€llen kann sich das Angstgegnerdenken nicht vorrangig auf das komplexe Leistungsvermögen beziehen, sondern es wird sich vor allem auf bestimmte technisch-taktische Besonderheiten und Merkmale des kĂ€mpferischen Einsatzes konzentrieren.[47] So gilt etwa Taylor Fritz als Angstgegner von Alexander Zverev, Roberto Bautista Agut als derjenige von Dominic Thiem, Adrian Mannarino von Stan Wawrinka, Daniil Medwedew von Jannik Sinner oder Tommy Paul von Carlos Alcaraz.

Serve and Volley

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Beim Serve-and-Volley-Spiel folgt der Spieler seinem Aufschlag (Service), versucht möglichst weit zum Netz vorzudringen und den Ballwechsel mit einem Volley abzuschließen. Diese Strategie ist besonders auf schnellen BelĂ€gen, insbesondere auf Rasen, erfolgversprechend. Die Position des Angreifers dicht am Netz verkĂŒrzt die Reaktionszeit des Gegenspielers; hĂ€ufig kann der angreifende Spieler bereits mit dem ersten Volley punkten. FĂŒr ein erfolgreiches Serve-and-Volley-Spiel sind zwei Grundvarianten des Aufschlagspiels möglich. Zum einen kann der Aufschlag mit großer HĂ€rte gespielt werden. Dem Gegner bleibt dann nur geringe Reaktionszeit, er kann den Aufschlag oft nur noch „blocken“, das heißt, er kann den SchlĂ€ger nur passiv ohne eigene Ausholbewegung hinhalten. Der Ball wird dann nur noch mĂ€ĂŸig kontrolliert und ohne Drall zurĂŒckgespielt, was dem AufschlĂ€ger ermöglicht, den Volley mit hohem Tempo und platziert zurĂŒckzuspielen. Nachteil der hohen AufschlaghĂ€rte ist, dass auch dem AufschlĂ€ger verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wenig Zeit bleibt, Richtung Netz vorzurĂŒcken. Er muss den ersten Volley in der Regel in Höhe der T-Linie im sogenannten Halbfeld schlagen. Ist der Aufschlag gut platziert, so ist dies wegen der oft hohen Flugbahn des Returns unproblematisch. Erahnt der RĂŒckschlĂ€ger die Richtung des Aufschlags oder ist dieser schlecht platziert, so wird der AufschlĂ€ger oft zum Halbvolley gezwungen, da der Returnierende ihm den Ball mit Topspin „auf die FĂŒĂŸe“ spielen kann. Typische Vertreter dieser Spielweise sind großgewachsene Spieler, wie es beispielsweise Boris Becker und Goran IvaniĆĄević waren.

Als zweite Variante kann der Aufschlag mit weniger Tempo, aber hoher Genauigkeit und viel Schnitt gespielt werden. Der Druck auf den Gegner entfaltet sich dann durch die stĂ€rkeren Winkel; der RĂŒckschlĂ€ger hat grĂ¶ĂŸere Probleme, den Ball noch zu returnieren und wird hĂ€ufig bereits mit dem Aufschlag aus der Platzmitte gedrĂ€ngt. Wegen der geringeren Aufschlaggeschwindigkeit hat der AufschlĂ€ger mehr Zeit fĂŒr den Weg zum Netz. Hierdurch erreicht er eine bessere Position fĂŒr den ersten Volley, kann den Ball auch fast immer von oben nach unten spielen und wird nur selten zum Halbvolley gezwungen. Meist wird der Aufschlag mit VorwĂ€rtsdrall (Kick) gespielt. Wegen des hohen Absprungs ist es zusĂ€tzlich schwer fĂŒr den Returnierenden, den Ball flach zu halten, da er diesen von oben nach unten spielen muss. Nachteil dieser Variante ist, dass nur selten bereits mit dem Aufschlag gepunktet werden kann. Der Angreifer benötigt ein herausragendes Volleyspiel, um mit dem ersten Volley den Druck aufrechterhalten zu können. Typische Vertreter dieser Variante waren Stefan Edberg oder John McEnroe.

FrĂŒher wurde die Serve-and-Volley-Taktik von vielen Weltklassespielern angewandt. Da die Spieler heutiger Zeit auch in der Lage sind, Ă€ußerst druckvoll Returns zu spielen, hat diese Strategie zumindest im Einzelwettbewerb an Bedeutung verloren.

Grundlinienspiel

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Beim Grundlinienspiel bleiben beide Spieler an der Grundlinie. Dabei versuchen sie, dadurch einen Vorteil zu erzielen, dass sie den Ball auf die vom Gegner weiter entfernte Seite oder gegen die Laufrichtung spielen. Mit dieser Taktik erzielt man meist erst dann einen Punktgewinn, wenn mehrere gut platzierte SchlĂ€ge hintereinander gespielt werden. Dabei werden die SchlĂ€ge ĂŒberwiegend mit Topspin, seltener auch mit Slice gespielt.

Beim Grundlinienspiel versucht man den Ball möglichst nahe an die gegnerische Grundlinie zu spielen. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die BalllĂ€nge, die man dafĂŒr spielen will, von der eigenen Schlagposition und der Ballgeschwindigkeit und Rotation des ankommenden Balls abhĂ€ngt. Steht man weit hinter der Grundlinie, muss der Ball eine weitere Strecke fliegen und deshalb entweder stĂ€rker geschlagen werden oder weniger Spin erhalten, als wenn man eher nahe an seiner eigenen Grundlinie oder gar im Feld steht. Ebenso kommt es darauf an, ob man den Ball mit oder gegen die Rotation des ankommenden Balls spielt und ob man den Ball bereits im Aufsteigen schlĂ€gt. Diese Feinjustierung des eigenen Schlages stellt im Hochgeschwindigkeitstennis der Weltklassespieler eine besondere Herausforderung dar. Diese erhöht sich noch weiter, wenn der Schlag aus vollem Lauf erfolgen muss.

Chip and Charge

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Hierbei antwortet der RĂŒckschlĂ€ger auf den Aufschlag direkt mit einem Angriffsball (chip) und rĂŒckt anschließend sofort ans Netz auf (charge). Dort versucht er, per Volley den Ballwechsel zu entscheiden. Dieser Spielzug wird fast ausschließlich gegen den zweiten Aufschlag angewandt. Wird diese Schlagfolge taktisch klug eingesetzt, setzt sie den Gegner unter Druck, da dieser dazu veranlasst werden könnte, beim zweiten Aufschlag mehr zu riskieren. Diese Angriffsvariante wird immer seltener gespielt, weil die Grundlinienspieler inzwischen dynamisch und schnell geworden sind, dass man sie nicht wirklich unter Druck setzen kann. Sie haben im Gegenteil sogar viel mehr Zeit, um den Ball zu spielen und können einen Passierschlag anbringen oder einen Lob spielen.

Inside-Out-SchlÀge

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Bei Inside-Out-BĂ€llen (engl. fĂŒr von innen nach außen) vermeidet der Spieler jeweils Vor- oder hĂ€ufiger die RĂŒckhand, indem er den Schlag „umlĂ€uft“. Der Ball wird, wenn die RĂŒckhand umlaufen wird, von der RĂŒckhandseite mit der Vorhand diagonal gespielt. Ziel ist es, mit der hĂ€ufig druckvolleren Vorhand das Tempo hochzuhalten oder den unsichereren Schlag zu vermeiden. Seltener wird der Ball statt diagonal auch entlang der Seitenlinie gespielt. In diesem Fall spricht man von einem Inside-In-Schlag.

Rhythmuswechsel

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Als taktische Maßnahme der Spielgestaltung gilt der Rhythmuswechsel, bei der die Ballgeschwindigkeit beschleunigt oder verzögert wird. Der Rhythmuswechsel verfolgt je nach Spielverlauf und Spielsituation unterschiedliche Ziele, so z. B. Anwendung einer kraftsparenden Spielweise, Wiedererlangung eines ruhigen und besonnenen Spielaufbaus durch Verlangsamen des Spieltempos, Provokation gegnerischer Fehler durch plötzliche Temposteigerung, Durchsetzen des Powerplay oder des Pressing Game. Hierzu kann der Wechsel von TopspinschlĂ€gen zu SliceschlĂ€gen und umgekehrt angewendet werden, wodurch der Gegner – insbesondere bei langen Ballwechseln – aus seinem Rhythmus gebracht werden soll.

Doppelspieler am Netz

Das Doppel verlangt etwas andere StĂ€rken als das Einzel. Wichtig ist der Aufschlag und der Return sowie das Volleyspiel, gefolgt vom Lob und Smash. Die beiden Spieler eines Teams mĂŒssen versuchen, das gesamte Spielfeld abzudecken, ggf. muss schnell von einer Seite auf die andere gewechselt und das Spielfeld nach vorne und hinten abgedeckt werden. Ein auf einander eingespieltes Team ist hier von Vorteil. Vor dem Aufschlag sprechen sich die beiden Teammitglieder ab, wohin der Aufschlag platziert werden soll. Um ein Lippenlesen zu verhindern, bedecken sie dabei meist den Mund. Eine andere Variante der Kommunikation ist die Zeichensprache. Dabei signalisiert der am Netz stehende Spieler seinem aufschlagenden Partner hinter dem RĂŒcken mittels abgesprochenen Fingerzeichen, wohin er aufschlagen soll oder wohin der Netzspieler sich nach dem Aufschlag bewegen wird. Die ATP unternimmt Versuche, das Doppel attraktiver zu machen. HierfĂŒr werden testweise geĂ€nderte Regeln ausprobiert. Die Pausen zwischen den Ballwechseln sollen auf 15 Sekunden verkĂŒrzt werden, ebenso die Pausen beim Seitenwechsel auf 60 Sekunden. Die Spieler sollen mit Mikrophonen ausgestattet werden, damit das Publikum Konversationen zwischen den Spielern mitverfolgen kann. Ebenso ist das Publikum gehalten, die Spieler auch wĂ€hrend eines Ballwechsels anzufeuern.[48]

Das Mixed wird teilweise in einer neuen Variante gespielt. GeĂ€ndert wurde die Dauer der Matches, ein Satz wird lediglich bis vier gespielt – bei einem 4:4 kommt es zum Tie-Break, bei Satzgleichstand zum Match-Tie-Break. Es gilt die No-Ad-Regel, die besagt, dass bei Einstand (40:40) ein Entscheidungsball gespielt wird, dabei serviert immer Mann auf Mann und Frau auf Frau. Ausnahme ist das Finale, wo auf zwei herkömmliche GewinnsĂ€tze gespielt wird, jedoch gegebenenfalls ein Match-Tiebreak als Entscheidungssatz bei Satzgleichstand.

Das professionelle Tennis wird von internationalen Turnieren bestimmt, die das ganze Jahr ĂŒber stattfinden und zumeist im K.-o.-System ausgespielt werden. Die Dachorganisation fĂŒr diese Turniere ist bei den Damen die Women’s Tennis Association (WTA) und bei den Herren die Association of Tennis Professionals (ATP). Über ATP und WTA steht noch die World Tennis (WT), die die Spielregeln bestimmt. Bei den Turnieren werden jeweils Punkte fĂŒr die Tennisweltrangliste vergeben. Die Zahl hinter der jeweiligen Turnierbezeichnung bedeutet die Punktezahl des Siegers fĂŒr die Weltrangliste. Dadurch wird die Wertigkeit und die Gewichtung des jeweiligen Turniers ausgedrĂŒckt. Die Weltranglistenposition der Spieler wiederum entscheidet ĂŒber die Teilnahmeberechtigung bzw. Setzposition bei den einzelnen Turnieren.

Auf der ATP Tour zĂ€hlen gewonnene Punkte im Ranking maximal 52 Wochen, bis sie aus der Gesamtpunktzahl des Spielers entfallen. Es zĂ€hlen maximal 19 Turniere fĂŒr das Ranking:

  • 4 Grand-Slam-Turniere
  • 9 Masters-Turniere
  • 6 C-, D-, E-, F-Turniere
Breslauer Zwerge als SiegertrophĂ€en der WrocƂaw Open 2015 (ATP Challenger Tour)

Ist die Weltranglistenposition zu niedrig, um an Grand Slams oder Masters-Turnieren teilzunehmen, kann ein anderes Turnier in die Wertung des Spielers eingebracht werden. Sollte der Spieler als Qualifikant, Lucky Loser oder per Wildcard im Hauptfeld in einem dieser Pflichtturniere stehen, wird das Ergebnis gewertet. Spieler, die zu Beginn einer Saison mehr als 600 Spiele in ihrer Karriere gespielt haben, mindestens 12 Saisons absolvierten oder mindestens 31 Jahre alt sind, dĂŒrfen auf die Teilnahme an drei B-Turnieren (Masters 1000) verzichten und können dafĂŒr ein anderes Turnier in die Wertung mit einbeziehen. MĂ€nnliche Spieler unter vierzehn Jahren sind nicht zur Teilnahme an Turnieren der ATP Tour oder der ATP Challenger Tour berechtigt. Ab dem Alter von vierzehn Jahren dĂŒrfen sie an maximal acht Turnieren, ab dem Alter von fĂŒnfzehn Jahren an maximal zwölf Turnieren der ATP Tour oder der ATP Challenger Tour teilnehmen.[49]

Die Turniere sind danach benannt, wie viele Weltranglistenpunkte der jeweilige Sieger erhÀlt. Sie lassen sich nach ihrer Wertigkeit in drei Kategorien unterteilen:

Es folgen die ATP Challenger Tour und dann die WT Future Tour. Die Challenger Tour dient vornehmlich Spielern außerhalb der Top 100 der Weltrangliste genĂŒgend Ranglistenpunkte fĂŒr die Teilnahme an höherwertigen Turnieren der ATP Tour zu sammeln. Sie ist damit das Bindeglied zwischen der Future Tour und der ATP Tour. Es gibt mehr als 150 Challenger-Turniere pro Jahr in weltweit ĂŒber 30 LĂ€ndern.

In der WTA Tour zÀhlen gewonnene Punkte im Ranking ebenfalls maximal 52 Wochen, bis sie aus der Gesamtpunktzahl der Spielerin entfallen. Die Anzahl gewerteter Turniere setzt sich aus maximal 17 Turnieren zusammen:

  • 4 Grand-Slam-Turniere
  • 4 WTA-1000-Turniere (fĂŒr Top-20-Spielerinnen: 2 WTA-1000-Turniere mit 900 Punkten)
  • 6 bzw. 8 Turniere der Kategorie WTA 1000, WTA 500, WTA 250, WTA 125 etc.

Ist die Weltranglistenposition zu niedrig, um an Grand Slams oder WTA-1000-Turnieren teilzunehmen, kann ein anderes Turnier in die Wertung des Spielers eingebracht werden. Um in der Weltrangliste der Damen zu erscheinen, mĂŒssen in mindestens 3 Turnieren Weltranglistenpunkte erreicht worden sein oder 10 Punkte gewonnen werden. Spielerinnen unter vierzehn Jahren sind nicht zur Teilnahme an Profiturnieren der WTA berechtigt. Ab vierzehn Jahren dĂŒrfen sie an maximal acht Turnieren, zwischen vierzehn und fĂŒnfzehn Jahren an maximal zehn Turnieren, zwischen fĂŒnfzehn und sechzehn Jahren an maximal zwölf Turnieren, zwischen sechzehn und siebzehn Jahren an maximal 16 Turnieren teilnehmen.[50]

Laut einer besonderen Regel der WTA darf bei einem Event der Kategorie 250 nur eine Spielerin der Top Ten teilnehmen. So will die WTA besonders bei kleineren Turnieren einen ausgewogenen Wettbewerb gewĂ€hrleisten. (Die WTA lĂ€sst bei dieser Regel nur eine Ausnahme zu: Wenn die Titelverteidigerin als Top-Ten-Spielerin zurĂŒckkehrt, ist ein zweiter Startplatz möglich).[51]

In der WTA Tour werden die Turnierserien wie folgt unterteilt:

Es folgt als Pendant zur ATP Challenger Tour die WTA 125. Sie dient vor allem Spielerinnen außerhalb der Top 100 der Weltrangliste dazu, Ranglistenpunkte zu sammeln, um an den höher dotierten WTA-Turnieren teilnehmen zu können.

Grand-Slam-Turniere

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Die prestigetrÀchtigsten Turniere im Tennis sind die vier Grand-Slam-Turniere, die vom Tennisweltverband WT ausgetragen werden.

Siegerpokale der French Open

Im Jahr 2024 wurden bei den Grand Slams Preisgelder in Höhe von 254 Millionen US-Dollar ausgezahlt. Die PopularitÀt des Grand-Slam-Tennis erreichte 2024 neue Höhen mit einer Gesamtzuschauerzahl von fast 2 Milliarden Menschen in mehr als 200 LÀndern. Mehr als 3.360.000 Fans besuchten die Turniere, an denen 800 Profispieler teilnahmen.[52]

ATP Finals – WTA Finals

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Die ATP Finals (aktuell: ATP Finals 2024) und die WTA Finals (aktuell: WTA Finals 2024) gelten nach den vier Grand-Slam-Turnieren als die wichtigsten Tennisturniere und sind die Saisonabschlussturniere. Das Teilnehmerfeld besteht ĂŒblicherweise aus den jeweiligen Top 8 der jeweiligen Weltrangliste. Dabei zĂ€hlen nur die Weltranglistenpunkte des laufenden Kalenderjahres, die im sogenannten ATP Race beziehungsweise von der WTA als Race to the Championships ermittelt werden. 2024 bekam Jannik Sinner als Turniersieger der ATP Finals ohne Niederlage 1500 Punkte und 4.881.100 US-Dollar im Einzel beziehungsweise das Siegerteam im Doppel, Kevin Krawietz mit Tim PĂŒtz, zusammen 862.700 US-Dollar und jeweils 1000 Punkte.

Junior Accelerator Programme

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Die 2023 von WT eingefĂŒhrte Initiative des Junior Accelerator Programme (englisch Beschleunigungsprogramm fĂŒr Junioren und Juniorinnen) soll den Fortschritt der weltbesten Jungen und MĂ€dchen fördern.[53]

  • Jeder Spieler, der am Jahresende in den Top 20 der WT World Tennis-Tour Junioren Rangliste[54] rangiert, erhĂ€lt in der folgenden Saison bis zu acht sogenannte Accelerator-PlĂ€tze bei den Turnieren der ATP Challenger Tour 50 und 75. Diese werden zwischen Hauptfeld (Jungen, die in den Top 10 gelandet sind) und Qualifikation (Jungen, die auf den PlĂ€tzen 11 bis 20 der Rangliste gelandet sind) aufgeteilt, wobei Spieler auch fĂŒr zwei Accelerator-PlĂ€tze bei M15- oder M25-Events der WT World Tennis Tour in Frage kommen. Spieler, die am Jahresende in der Jungen-Rangliste der WT auf den PlĂ€tzen 21 bis 30 rangieren, haben im folgenden Kalenderjahr Anspruch auf acht PlĂ€tze bei M15- oder M25-Events.
  • FĂŒr jede Spielerin, die in den Top 20 der MĂ€dchenrangliste der WT rangiert, gibt es fĂŒnf Möglichkeiten, an den Hauptfeldern der Damenevents der WT World Tennis Tour teilzunehmen – von W15 bis W100, je nach Ranglistenplatz. MĂ€dchen, die in den Top 20 landen, sind im nĂ€chsten Kalenderjahr berechtigt, ihren Accelerator-Platz zu nutzen, um direkt am Hauptfeld eines entsprechenden Turniers teilzunehmen, fĂŒr das sie aufgrund der WTA-, WT- oder nationalen Rangliste ansonsten nicht startberechtigt wĂ€ren.

WT Junior Masters

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Das WT Junior Masters ist das Saisonabschlussturnier der jeweils acht bestplatzierten Junioren und Juniorinnen der Kategorie der unter 18-jÀhrigen im Tennis. Es ist nach den vier Junioren-Grand-Slam-Turnieren das bedeutendste auf der WT Junior Tour.

Next Generation ATP Finals

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Die Next Generation ATP Finals sind ein seit 2017 jĂ€hrlich ausgetragenes Tennisturnier fĂŒr die besten unter 21-jĂ€hrigen Tennisspieler der Saison. Ab 2024 wurde die Altersgrenze auf unter 20-jĂ€hrige Tennisspieler abgesenkt und eine Vielzahl an besonderen Regeln fĂŒr das Turnier eingefĂŒhrt.

Mannschaftswettbewerbe

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Olympische Sommerspiele

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Goldmedaille fĂŒr Novak Đoković, Olympische Spiele 2024, Paris

Die olympischen Spiele wollen Teilnehmer der ganzen Welt teilnehmen lassen. Deshalb gelten dort modifizierte Qualifikationskriterien. So waren 2024 nur Spieler teilnahmeberechtigt, die seit den letzten Olympischen Spielen an zwei Billie Jean King Cups (Frauen) oder Davis Cups (MĂ€nner) teilgenommen hatten. Jedes Nationale Olympische Komitee (NOK) durfte bis zu sechs mĂ€nnliche und sechs weibliche Athleten melden. Im Einzel durften maximal vier Athleten pro Land und Geschlecht einen Quotenplatz beanspruchen, in den Doppeln maximal zwei Paare pro Land und Geschlecht. Bei den Einzelwettbewerben qualifizierten sich die 56 besten Spieler beziehungsweise Spielerinnen der Weltranglisten. Maximal durften vier Athleten pro Nation sich auf diesem Wege qualifizieren. FĂŒr die Herren- und Damendoppel konnten sich jeweils 32 Paare qualifizieren. FĂŒr die Teilnehmer gibt es keine Weltranglistenpunkte, aber olympische Medaillen haben einen hohen Prestigewert fĂŒr die Spieler.[55] Teilweise erhalten die Medaillengewinner unterschiedliche GeldprĂ€mien von ihren Heimatregierungen oder nationalen SportverbĂ€nden. So erhielt 2024 der Serbe Novak Đoković 201.000 € fĂŒr seine Goldmedaille, die er aber einem humanitĂ€ren Zweck zugefĂŒhrt hat.[56]

Special Olympics

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Special-Olympics-Athletin bei den Erste Bank Open 2016

Tennis bei den Special Olympics ist eine Sportart, die auf den Regeln von Tennis beruht und in Wettbewerben und Trainingseinheiten der Organisation Special Olympics weltweit fĂŒr geistig und mehrfach behinderte Menschen angeboten wird. Die Sportart ist seit 1987 bei Special Olympics World Games vertreten. Das Regelwerk der International Tennis Federation wurde fĂŒr Special Olympics leicht verĂ€ndert, um die LĂ€nge der Spiele durch kĂŒrzere Sets verĂ€ndern zu können. Außerdem besteht die Möglichkeit, auf kleineren Feldern und mit kompressionsarmen BĂ€llen zu spielen. Vor den eigentlichen Wettbewerben finden Klassifizierungsrunden statt, damit die Athleten in möglichst leistungshomogene Gruppen eingeteilt werden können.

So wie es im Fußball Freundschaftsspiele gibt, so gibt es im Tennis Showturniere (englisch Exhibition Tournaments). Jedes Jahr finden sie weltweit außerhalb der ATP- und WTA-Tour statt. Sie sind eine willkommene zusĂ€tzliche Einnahmequelle fĂŒr Tennisprofis. Zuletzt hat Saudi-Arabien ein neues Showturnier ins Leben gerufen, mit der Bezeichnung „Six Kings Slam“, zu dem sechs fĂŒhrende Tennisspieler eingeladen werden. Das Turnier ist kein Teil der ATP-Tour, es gibt demnach auch keine Weltranglistenpunkte. DafĂŒr schlĂ€gt das Preisgeld alle Rekorde: Allein die AntrittsprĂ€mie fĂŒr jeden einzelnen Teilnehmer betrĂ€gt 1,5 Millionen US-Dollar. Der Sieger erhĂ€lt eine SiegprĂ€mie in Höhe von sechs Millionen US-Dollar. Erstmals wurde es vom 16. bis 19. Oktober 2024 in Riad ausgetragen. Sieger wurde Jannik Sinner.[57] Kritiker werfen dem Land vor, mithilfe von „Sportswashing“ Verfehlungen wie Menschenrechtsverletzungen ĂŒbertĂŒnchen zu wollen.[58]

Bei großen Turnieren wird, um Benachteiligungen der Spieler durch Fehlentscheidungen der Schieds- oder Linienrichter zu reduzieren, ein Electronic Line Calling (ELC) verwendet, ein computergestĂŒtztes System zur Ballverfolgung. Durchgesetzt hat sich das Hawk-Eye-System. Dabei erhĂ€lt jeder Spieler pro Satz eine feste Anzahl von sog. Challenges (von engl. to challenge sth. ‚etwas infrage stellen‘), die es ihm ermöglichen, eine Entscheidung durch das Hawk-Eye-System ĂŒberprĂŒfen zu lassen. Stellt sich dabei heraus, dass der Spieler recht hatte, so vergibt der Schiedsrichter je nach Eindeutigkeit der Spielsituation entweder direkt einen Punkt oder lĂ€sst den Ball wiederholen; die Anzahl der Challenges des Spielers bleibt in diesem Fall gleich. Wenn der Spieler in seiner EinschĂ€tzung falsch liegt, wird ihm eine Challenge abgezogen.

Je nach Turnier erhĂ€lt ein Spieler pro Satz zwei bis drei Challenges; falls der Satz durch ein Tie-Break entschieden werden muss, erhĂ€lt jeder Spieler eine Challenge zusĂ€tzlich. In SĂ€tzen, in denen kein Tie-Break gespielt wird (sog. Advantage- bzw. VorteilssĂ€tze), erhĂ€lt jeder Spieler nach jeweils zwölf gespielten Spielen, somit beim Stand von 6:6, 12:12 usw., wieder die ursprĂŒngliche Zahl von Challenges. Eine Weiterentwicklung ist das Hawk-Eye-live, das seit 2023 verwendet wird. Die Hochgeschwindigkeitskameras nehmen dabei 340 Bilder pro Sekunde auf. Inzwischen wurde die Anzahl der Kameras auf 12 erhöht. Hinzukommen sechs Kameras zur Erkennung von Fußfehlern. Laut Hawk-Eye kostet die AusrĂŒstung fĂŒr einen Platz fast 100.000 US-Dollar. Bei den US Open summieren sich die Kosten bei 17 TennisplĂ€tzen auf 1,7 Millionen US-Dollar. Vor Beginn eines Turniers wird das System drei Tage lang justiert und getestet. Hierzu werden etwa 250 TennisbĂ€lle systematisch auf dem Tennisplatz verteilt.[59]

Die Association of Tennis Professionals (ATP) hat entschieden, das Hawk-Eye-live ab 2025 auf allen Touren verbindlich einzusetzen. Das Overrule, die Berechtigung des Stuhlschiedsrichters, eine Entscheidung zu ĂŒberstimmen, ob ein Ball „aus“ ist oder nicht, entfĂ€llt bei Verwendung des Hawk-Eye. Die Entscheidung auf Grund der Hawk-Eye-Feststellung ist endgĂŒltig. Die French Open bleiben jedoch 2026 bei den menschlichen Linienrichtern.

Das Hawk-Eye wurde auf SandplĂ€tzen von Profispielern als fehlerhaft kritisiert. Der Ballabdruck sei anders, als vom Hawk-Eye festgestellt. Im Gegensatz zu menschlichen Linienrichtern beschrĂ€nkt sich jedoch die Fehlertoleranz beim ELC auf lediglich drei Millimeter. Die vom Ball hinterlassenen Spuren können tĂ€uschen. Je nachdem, wie viel Ziegelmehl sich auf dem Court befindet, falle der Abdruck unterschiedlich groß aus.

NetzberĂŒhrung eines Balls

Zur Veranschaulichung wird die Flugbahn des Balls und dessen Auftreffpunkt bei einem „close call“ (sinngemĂ€ĂŸ: „knappe Entscheidung“) nicht live projiziert, sondern in einer 3D-Animation dargestellt, die aus den gemessenen Daten durch eine spezielle Software generiert wird.

Weitere MessgerÀte

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Neben dem Hawk-Eye wird auch ein Sensor verwendet, der eine NetzberĂŒhrung beim Aufschlag durch einen Piepton anzeigt, was zu einer Wiederholung des Aufschlags fĂŒhrt. Zudem können Videoaufzeichnungen erfolgen, um etwa eine unzulĂ€ssige NetzberĂŒhrung des Spielers, einen Körperkontakt des Tennisballs oder ein zweimaliges Auftreffen des Balls am Boden zu dokumentieren. Der Netzsensor, die Aufschlag- und FußfehlergerĂ€te werden wĂ€hrend des Aufschlagvorgangs eines Spielers zu Beginn jedes Punktes gleichzeitig eingeschaltet und dann automatisch ausgeschaltet. Die Aufschlaggeschwindigkeit wird mit dem Doppler-Radar gemessen. Dabei wird ein Radar-Signal geschickt und eines kommt wieder retour. Dazu stehen bei großen Turnieren an der Grundlinie RadarmessgerĂ€te. Sie messen die Geschwindigkeit genau zu dem Zeitpunkt, wenn der Ball den SchlĂ€ger verlĂ€sst. Der Ball befindet sich nur sechs ms auf dem SchlĂ€ger. Bei einem harten Schlag wirkt dabei eine Kraft von 550 N auf ihn, was dem Gewicht von etwa 56 kg entspricht. Der Luftwiderstand bremst den Ball, am meisten aber der Aufprall auf dem Boden. Trifft ein Ball mit etwa 100 km/h schrĂ€g auf Rasen, springt er nur mit rund 70 km/h wieder ab. Auf Sand wird er auf unter 60 km/h gebremst. Gegenwind verstĂ€rkt den Luftwiderstand.

KĂŒnstliche Intelligenz

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Spielfeldkamera (Seilkamera)

Die Integration von KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) in den Tennissport stellt einen Paradigmenwechsel in der Herangehensweise und WertschĂ€tzung des Sports dar. Durch die Kombination modernster Technologie mit traditioneller Spielweise hat KI die Leistung der Spieler und das Erlebnis fĂŒr die Fans optimiert. Die vielfĂ€ltigen Einsatzmöglichkeiten von KI gehen von der Verbesserung von TrainingsplĂ€nen und der Vorbeugung von Verletzungen bis hin zur Konstruktion von TennisschlĂ€gern, Bereicherung des Zuschauererlebnisses, UnterstĂŒtzung der Kommentatoren und der Verbesserung der Talentsuche. So bieten KI-gestĂŒtzte Anwendungen und Plattformen auch psychologisches Training und helfen Spielern, ihre mentale StĂ€rke zu verbessern. Predictive Analytics im Tennis geht ĂŒber einfache Gewinn-Verlust-Wahrscheinlichkeiten hinaus. So wurde IBMs „Watson“ in Wimbledon eingesetzt, um Spieldaten zu analysieren und Vorhersagen ĂŒber Spielergebnisse zu liefern. Dieses System verwendet historische Daten und aktuelle Turnierdaten, um entsprechende Prognosen zu erstellen.[60]

Im Tennis hat sich die Leistungsanalyse vor allem als Notationsanalyse entwickelt. Die Analysetechniken haben sich insbesondere seit dem Jahr 2000 deutlich weiterentwickelt, insbesondere in der Matchanalyse. In einem Review wurde die Datenerfassung und -analyse untersucht, inwieweit die Analysen fĂŒr den Ausgang von Matches hilfreich sein können, denn zunehmend werden diese Analysen von fĂŒhrenden Tennisspielern verwendet, um einerseits ihre Leistung zu verbessern und andererseits Strategien fĂŒr anstehende Matches zu entwickeln.[61] Die Bedeutung der Tennisdatenanalyse liegt in ihrer FĂ€higkeit, Muster und Trends aufzudecken, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Durch eine umfassende Analyse wichtiger Kennzahlen können Trainer ein tieferes VerstĂ€ndnis fĂŒr das Spiel ihrer Spieler gewinnen und sie dazu bringen, wĂ€hrend eines Spiels fundiertere Entscheidungen zu treffen. Dieser datengesteuerte Ansatz ermöglicht gezieltes Training, strategische Anpassungen und eine prĂ€zise Spielplanung, die darauf zugeschnitten ist, die SchwĂ€chen des Gegners auszunutzen.[62] Die AnalysegerĂ€te (Player Analysis Tennis (PAT)) mĂŒssen von WT zugelassen sein und werden in einer Liste veröffentlicht.[63] Erstmals dĂŒrfen Spielerinnen und Spieler bei den French Open 2026 MessgerĂ€te tragen, um ihre Leistung simultan wĂ€hrend eines Matches zu analysieren. Weitere TestlĂ€ufe finden 2026 auch in Wimbledon und bei den US Open statt.

International Tennis Integrity Agency

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Die International Tennis Integrity Agency (ITIA) ist die Organisation, die fĂŒr die Wahrung der IntegritĂ€t des professionellen Tennis weltweit verantwortlich ist. Es handelt sich um eine Nachfolgeorganisation der Tennis Integrity Unit (2008–2020). Neben PrĂ€ventions-, AufklĂ€rungs- und DrogentestaktivitĂ€ten sammelt sie Informationen und untersucht Wettbewerbsmanipulationen, insbesondere Spielmanipulationen im Tennis. Sie hat die Möglichkeit, Bußgelder und Sanktionen zu verhĂ€ngen und Spielern, Schiedsrichtern und anderen TennisfunktionĂ€ren die Teilnahme an Turnieren zu verbieten. Die ITIA ist eine gemeinsame Initiative der WT, der ATP, der WTA und der vier Grand-Slam-Turniere.[64]

Balljungen und BallmÀdchen

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BallmÀdchen

Im Profitennis kommen Teams, die in der Regel aus sechs Balljungen und -mĂ€dchen bestehen, zum Einsatz, um einen zĂŒgigen Spielverlauf zu ermöglichen. Diese sind in den Courtecken und am Netz positioniert. Teilweise unterstĂŒtzen sie auch die Spieler wĂ€hrend der Seitenwechsel, um ihnen HandtĂŒcher oder GetrĂ€nke zu reichen, TennisschlĂ€ger zum Besaiten zu bringen oder ihnen mit einem Sonnenschirm Schatten zu spenden. Üblicherweise werden Jugendliche ab 14 Jahre eingesetzt, die nach bestimmten Einsatzzeiten rotieren. Die US Open lassen auch Ältere zu. Die US Open sind auch das einzige Grand Slam Turnier, das die Balljungen und -MĂ€dchen mit 17 US-Dollar pro Stunde entlohnt. Bis 2018 bestanden die US Open auf einer Tradition, wonach die BĂ€lle zwischen den Balljungen und -mĂ€dchen ĂŒber den Platz geworfen wurden. Erst seit 2018 haben sie sich den anderen Grand-Slam-Turnieren angeschlossen, wonach die BĂ€lle nur noch gerollt werden.[65][66] Ihre EinsĂ€tze unterliegen festen Regeln. Bei großen Turnieren werden sie nach einem Auswahlverfahren mehrere Wochen auf ihre EinsĂ€tze vorbereitet. In Wimbledon kamen erstmals Balljungen in den 1920er Jahren zum Einsatz. Seit 1977 werden dort auch MĂ€dchen in dieser Funktion eingesetzt.[67]

Bei großen Turnieren, insbesondere den vier Grand-Slam-Turnieren, sind Sicherheitsbeamte im Einsatz, um die Spieler und den Turnierverlauf zu schĂŒtzen. Beispielsweise findet jeden Morgen bei den Australian Open ein Ritual in einem hell erleuchteten Korridor am Rande der Rod Laver Arena statt. Etwa 20 Sicherheitsleute bilden ein Spalier. Kurz vor 11 Uhr folgen dutzende Spieler ihren Begleitern in den 63 Hektar großen Melbourne Park. Die Begleitpersonen achten auf potentielle Bedrohungen. Teilweise können Spieler mittels unterirdischen GĂ€ngen die Courts erreichen.

Im Jahr 1993 stach ein Mann mit einem Messer auf Monica Seles aus Jugoslawien ein, als sie bei einem Turnier in Hamburg auf der Spielerbank saß. Seles war damals die Nummer eins der Welt und brauchte zwei Jahre, um sich zu erholen. Seitdem wurden die Sicherheitsvorschriften stark verschĂ€rft. So stehen beim Seitenwechsel Sicherheitsleute im RĂŒcken der Spieler.[68] die WT hat spezielle Richtlinien zur GewĂ€hrleistung der Sicherheit bei Wettbewerben erlassen. Die Kontrollen beginnen bereits am Eingang zu den Tennisstadien.[69]

Externe EinflĂŒsse

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Tennishalle

Externe EinflĂŒsse beeinflussen zusĂ€tzlich den Matchverlauf, insbesondere im Profitennis:

Individuell:

  • Auswahl des Turniers
  • Position in der Setzliste
  • Auswahl des SchlĂ€gers
  • Auswahl der Tennissaite
  • Bestimmung der BesaitungshĂ€rte
  • Auswahl der Tennisschuhe
  • Coaching
  • Weltranglistenpunkte
  • Preisgeld
  • Matchanzahl und -lĂ€nge im Turnier
  • Verletzungen
  • Vorerkrankungen
  • psychische Verfassung
  • Unterbringung und Verpflegung
  • Privates Umfeld

Allgemein:

  • Auswahl der BĂ€lle
  • Auswahl des Courts
  • Auswahl des Platzbelags
  • GrĂ¶ĂŸe des Auslaufs
  • Umfang der Trainingszeiten
  • Anzahl der GewinnsĂ€tze
  • GerĂ€uschkulisse
  • Unruhe im Publikum
  • Grunting
  • Anfeuerung – fĂŒr oder gegen sich
  • Uhrzeit des Matchbeginns
  • Match mit oder ohne Schiedsrichter, Hawk-Eye
  • Flutlicht
  • Spielunterbrechungen durch Regen, Verletzungspause oder technische Störungen
  • Lage ĂŒber Meereshöhe

Halle:

  • LichtverhĂ€ltnisse
  • Raumhöhe
  • Hall
  • Heizung/LĂŒftung

Im Freien:

  • RĂŒckenwind, Gegenwind, Seitenwind
  • Sonnenstand
  • Schattenbildung
  • Außentemperatur
  • Luftfeuchtigkeit
  • Bodenbeschaffenheit – feucht, trocken, heiß, kalt, uneben

Bei hohen Temperaturen steht den Spielern eine tragbare, batteriebetriebene Klimaanlage (IcyBreeze) zur VerfĂŒgung, aus der sie sich ĂŒber einen Schlauch von kalter Luft anblasen lassen können. Geeiste HandtĂŒcher liegen in einem KĂŒhlschrank bereit.

Um in der Weltrangliste gefĂŒhrt zu werden, muss man mindestens einen Weltranglistenpunkt in den letzten zwölf Monaten gewonnen haben. Die ATP-Weltrangliste sowie die WTA-Weltrangliste enthalten jeweils etwa 2000 Mitglieder. Man geht allgemein davon aus, dass ein Spieler, der auf der ATP Tour oder WTA Tour eine auskömmliche Summe verdienen will, in den Top 150 der Rangliste platziert sein muss. FĂŒr Spieler und Spielerinnen unterhalb der Top 250 gibt es nur wenige Sponsoren oder WerbevertrĂ€ge. Auch mĂŒssen sie vom Preisgeld ihre FlĂŒge, Hotelaufenthalte, Verpflegung, auch fĂŒr mitreisende Trainer, Schlagpartner, Betreuer, Agenten, Masseure und Physiotherapeuten einschließlich deren Honorare, bezahlen, entrichten natĂŒrlich auch Steuern und Versicherungen und mĂŒssen ihre Altersversorgung absichern. So erhalten beispielsweise die Ersatzspieler bei den ATP Finals – ohne gespielt haben zu mĂŒssen – eine Art Anwesenheitsgeld von 152.000 $, um deren Kosten zu decken. Auf Grund eines besonderen Besteuerungssystems in England kann es sogar sein, dass Athleten mit hohen Werbeeinnahmen mehr Steuern zahlen mĂŒssen, als sie durch ein Preisgeld einnehmen. Insgesamt bedeutet dies, dass die meisten Profispieler und Profispielerinnen jenseits der Weltranglistenposition 250 kaum genug Geld verdienen, um es als Vollzeitjob zu betreiben. Viele von ihnen arbeiten zusĂ€tzlich als Tennislehrer oder spielen gegen Honorar in Vereinsmannschaften, wo sie je nach Ranglistenplatz zwischen 1000 € und 20.000 € pro Match erhalten. Hinzu kommt, dass meistens die Tenniskarriere von Profis um das 35. Lebensjahr endet. Die unter anderem von Novak Đoković begrĂŒndete Professional Tennis Players Association setzt sich fĂŒr bessere Bedingungen fĂŒr Profispieler ein.

Beispielsweise erhielt ein Spieler beim ATP-Challenger-Tampere-Turnier, dessen Hauptfeld aus 32 Spielern bestand, in der 1. Runde ein Preisgeld von 440 €, der Sieger 6150 €.[70] Teilweise haben Spieler aus Geldnot in den UmkleiderĂ€umen der Tennisanlage ĂŒbernachtet. Seit 2019 mĂŒssen alle Challenger-Turniere ihren Spielern „Hospitality“ gewĂ€hren, das heißt, sie ĂŒbernehmen die Kosten fĂŒr Unterkunft und Verpflegung, jedoch nicht die Reisekosten. Die Challenger Tour dient vornehmlich Spielern außerhalb der Top 100 der Weltrangliste dazu, genĂŒgend Ranglistenpunkte fĂŒr die Teilnahme an höherwertigen Turnieren der ATP Tour zu sammeln. Um das Einkommen der Spieler auf der Challenger Tour aufzubessern beschloss die ATP ein Rekordpreisgeld von 28,5 Millionen US-Dollar fĂŒr die Saison 2025 auszuschĂŒtten, 6,2 Millionen US-Dollar mehr als 2024, was eine Steigerung von 135 % seit 2022 bedeutet.[71]

Die Herrentour ATP legte 2024 das Programm „Baseline“ auf. In dem wird den Spielern zwischen Platz 1 und 250 ein Grundeinkommen zugesichert. Wer 2024 als Top-100-Spieler nicht mindestens 300.000 Dollar Preisgeld in einem Jahr erwirtschaftet hat, fĂŒr den stockt die ATP sein Einkommen bis zu dieser Grenze auf. Spieler auf den RĂ€ngen 101 bis 175 bekommen eine Einkommensgarantie von 150.000 Dollar und alle restlichen Spieler bis Platz 250 noch eine in Höhe von 75.000 Dollar.[72] Insgesamt wurden 2024 1,3 Millionen Dollar an 26 Spieler ausgeschĂŒttet. 17 Spieler fielen unter die Einkommensgarantie. Im Jahre 2025 stockt die ATP die Einkommensgarantien auf. Spieler auf den RĂ€ngen 101 bis 175 erhalten eine Einkommensgarantie von 200.000 Dollar und alle restlichen Spieler bis Platz 250 noch eine in Höhe von 100.000 Dollar.[73] Auch die Aufstockung muss versteuert werden.

Eine zweite SĂ€ule des Baselineprogramms sichert Spielern, die wegen einer Verletzung an weniger als neun ATP-Tour- und Challenger-Tour-Events in einem Jahr teilnehmen konnten, ein Mindestpreisgeld zu, das Top-100-Spielern 200.000 $, 100.000 $ zwischen Weltranglistenplatz 101 und 175 und 50.000 $ Spielern zwischen Weltranglistenplatz 176 und 250 garantiert. Davon profitierten fĂŒr 2024 drei Spieler.[73]

Die Förderung erhalten jedoch nur Spieler, die bislang weniger als 15 Millionen $ Preisgeld in ihrer Karriere verdient haben. Damit sind aktive Spieler förderberechtigt, die in der ewigen Preisgeldrangliste der ATP etwa hinter Rang 50 stehen. Das bedeutet, dass etwa 25 aktive Spieler der ewigen Preisgeldrangliste von der Förderung ausgeschlossen sind. Diese hohe PreisgeldhĂŒrde relativiert die Preisgelder im Profitennis.

Eine dritte SĂ€ule fördert Nachwuchsprofis, die es erstmals in die Top 125 schaffen mit einer Preisgeldvorauszahlung von bis zu 200.000 $. Diese Förderung erhielten 2024 sieben Spieler.[73] Das Baseline-Programm ist zunĂ€chst fĂŒr drei Jahre angelegt und soll anschließend evaluiert und ausgebaut werden.[74]

Grand Slam Player Development Programme

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Die World Tennis unterhĂ€lt einen Fonds, der mit jĂ€hrlichen BeitrĂ€gen der vier Grand-Slam-Turniere Spieler direkt durch Tourteams oder Reisestipendien unterstĂŒtzt, die als Grand Slam Player Grants bekannt sind. Sie wurden erstmals 2017 eingefĂŒhrt, damit Nachwuchsspielerinnen und -spieler internationale Wettkampferfahrung sammeln können. Seinerzeit erhielten Spieler wie die spĂ€tere Wimbledon-Siegerin von 2022, Jelena Rybakina, und die Grand-Slam-Finalisten Ons Jabeur und Casper Ruud diese Grand-Slam-Player-Grants sowie Gustavo Kuerten, Li Na, JeÄŒena Ostapenko, Wiktoryja Asaranka und Simona Halep. 2024 erhielten insgesamt 51 Nachwuchs- und Profispieler ZuschĂŒsse von 12.500 US-Dollar beziehungsweise 25.000 US-Dollar, zwei Spieler erhielten 50.000 US-Dollar. Zu den EmpfĂ€ngern zĂ€hlten die Sieger der WT Junior Tour Victoria JimĂ©nez Kasintseva, Alexandra Eala, Petra Marčinko und Dino PriĆŸmić.[75] 2025 werden 56 Spieler gefördert. Zwei Spieler, der Brasilianer JoĂŁo Fonseca und Xinran Sun aus China. erhalten 50.000 $, 45 Spieler erhalten 25.000 $ und neun Spieler erhalten 12.500 $.[76]

Preisgelder der grĂ¶ĂŸten Turniere

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Preisgelder der Sieger der vier Grand-Slam-Turniere:

Grand-Slam-Turniere 2023[77]
Veranstaltung Preisgeld in Euro
US Open3.000.000 $2.765.869 €
Wimbledon2.350.000 £2.758.406 €
French Open2.300.000 €2.300.000 €
Australian Open2.975.000 AU$1.761.694 €
Grand-Slam-Turniere 2024[78]
Veranstaltung Preisgeld in Euro
US Open3.600.000 $3.290.058 €
Wimbledon2.700.000 £3.199.581 €
French Open2.400.000 €2.400.000 €
Australian Open3.150.000 AU$1.906.695 €
Grand-Slam-Turniere 2025[79]
Veranstaltung Preisgeld in Euro
US Open5.000.000 $4.295.850 €
Wimbledon3.000.000 £3.524.730 €
French Open2.550.000 €2.550.000 €
Australian Open3.500.000 AU$2.111.000 €
Grand-Slam-Turniere 2026[80]
Veranstaltung Preisgeld in Euro
US Open5.500.000 $4.711.520 €
Wimbledon3.600.000 £4.170.240 €
French Open2.800.000 €2.800.000 €
Australian Open4.150.000 AU$2.380.315 €

Bereits im April 2025 wurde von Topspielern ein höheres Preisgeld bei den Grand-Slam-Turnieren gefordert, darunter Aryna Sabalenka, Jannik Sinner oder Alexander Zverev. Diese Forderung wurde vor den French Open 2026 wiederholt und sogar mit einem Boykott gedroht. Das Preisgeld fĂŒr die Sieger bei den French Open betrĂ€gt jeweils 2,8 Millionen Euro. Die gesamten Preisgelder seien jedoch nur knapp 15 % der Einnahmen. Gefordert werden 22 %.[81]

Obwohl die eine Woche dauernden ATP-Finals und WTA-Finals am Ende des Jahres deutlich weniger öffentliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen als die vier Grand-Slam-Turniere, sind sie fĂŒr den exklusiven Kreis der jeweils ĂŒblichen acht Teilnehmer und Teilnehmerinnen Ă€ußerst lukrativ. Dort errechnet sich das Gesamtpreisgeld aus der Summe der Preisgelder fĂŒr die gewonnenen Matches. So erhielt der Sieger Jannik Sinner der ATP-Finals 2024 insgesamt 4,88 Millionen US-Dollar, die Siegerin Coco Gauff der WTA-Finals 2024 insgesamt 4,80 Millionen US Dollar. Die Siegerin der WTA Finals 2024 verlor bei dem Event ein Rundenturnier. WĂ€re sie ungeschlagen geblieben, hĂ€tte ihr Preisgeld 5,15 Millionen Dollar betragen.

Bei den ATP Finals 2025 erhielt der Sieger Jannik Sinner ein Preisgeld von 5.071.000 US-Dollar im Einzel beziehungsweise das Siegerteam Harri Heliövaara mit Henry Patten im Doppel 959.300 US-Dollar. Bei den WTA Finals 2025 erhielt die Siegerin Jelena Rybakina 5.235.000 US-Dollar im Einzel. Im Doppel erhielt das Team Weronika Kudermetowa mit Elise Mertens 1.067.000 US-Dollar fĂŒr den Sieg.

Den Rekord im Preisgeld hĂ€lt das Showturnier „Six Kings Slam“. Der Sieger des Turniers 2024 (Jannik Sinner) erhielt eine SiegprĂ€mie in Höhe von sechs Millionen US-Dollar.

Karriere-Preisgeldrangliste

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Anders sieht es bei den Topspielern aus, die hohe MillionenbetrÀge an Preisgeldern wÀhrend ihrer Karriere verdient haben. Es zÀhlen nur Preisgelder der ATP- und WTA-Tour ohne den Preisgeldern aus Showturnieren und ohne Antrittsgelder. Nachfolgend die Top Ten der ewigen Preisgeldrangliste (Stand: 18. August 2026):

Herren
Rang Spieler RĂŒcktritt Preisgeld
1 Novak Đoković 194.656.816 $
2Rafael Nadal2024134.946.000 $
3Roger Federer2022130.594.000 $
4Jannik Sinner 69.586.561 $
5Alexander Zverev 68.438.177 $
6Carlos Alcaraz 64.997.598 $
7Andy Murray202464.687.542 $
8Daniil Medwedew 52.261.989 $
9Pete Sampras200343.280.500 $
10Stan Wawrinka 38.585.836 $
Damen
Rang Spielerin RĂŒcktritt Preisgeld
1Serena Williams202294.816.730 $
2Aryna Sabalenka 50.341.247 $
3Iga ƚwiątek 46.971.769 $
4Venus Williams 42.985.860 $
5Simona Halep202540.236.618 $
6Wiktoryja Asaranka 38,890,473 $
7Marija Scharapowa202038.777.962 $
8Petra Kvitovå 37.653.615 $
9Caroline Wozniacki202036.479.868 $
10Coco Gauff 34.195.677 $

Selbst der Hundertste auf dieser ewigen Preisgeldrangliste, Ivan Ljubičić (RĂŒcktritt 2012), kommt auf eine Preisgeldsumme von 10.181.121 $ (Stand: 8. September 2025).[82][83]

Die hundertste Spielerin dieser ewigen Preisgeldrangliste, Coco Vandeweghe (derzeit Weltrangliste 719), kommt auf eine Preisgeldsumme von 8.221.168 $ (Stand: 8. September 2025).

Diese Spieler kassieren bei kleineren Turnieren (ATP Tour 250, ATP Tour 500 und WTA Tour) zusĂ€tzlich Antrittsgelder. So soll Rafael Nadal eine Million Euro Antrittsgeld verlangt haben. Damit die kleineren Turniere, welche meist gleichzeitig stattfinden, die Zuschauerzahlen erhöhen können, sichern sie sich dadurch die Gunst der besten Spieler. Hinzu kommen auch noch weit höhere BetrĂ€ge aus WerbevertrĂ€gen, die die Preisgelder betrĂ€chtlich ĂŒbersteigen.[84] So war 2020 der Anteil der Preisgelder an den Gesamteinnahmen von Roger Federer nur 0,6 Millionen gegenĂŒber 82,4 Millionen aus Werbeeinnahmen. Naomi Ìsaka nahm 50,4 Millionen ein, davon nur 4,7 Millionen an Preisgeldern, Serena Williams 36,6 Millionen zu 1,7 Millionen, Novak Đoković 27,5 zu 7,3 und Rafael Nadal 21,1 zu 3,7.[85]

2024 fĂŒhrt Carlos Alcaraz bei den erzielten Werbeeinnahmen (ohne Preisgelder) in Höhe von 32 Millionen (Nike, Rolex, BMW), gefolgt von Novak Đoković mit 25 Millionen (Peugeot, Seiko, Lacoste, Hublot), Coco Gauff mit 20 Millionen (Carol's Daughter, Naked Brand), Jannik Sinner mit 15,1 Millionen (La Roche-Posay, De Cecco), Iga Úwiątek mit 15 Millionen (Lego, LancĂŽme, On) und Alexander Zverev (Richard Mille, Adidas, Head, Peugeot).[86]

In den Doppelwettbewerben wird nur ein Bruchteil dessen verdient. So kommen gerade mal neun Tennisprofis (Marcel Granollers, Horacio Zeballos, Jordan Thompson, Mate Pavić, Nikola Mektić, Wesley Koolhof, Kevin Krawietz, Marcelo ArĂ©valo und Tim PĂŒtz) auf eine Preisgeldsumme wĂ€hrend ihrer gesamten Karriere von etwas ĂŒber einer Million Dollar, können aber durch zusĂ€tzlich in Einzelwettbewerben gewonnenes Preisgeld oder Sponsoren davon leben (Zum Vergleich: Etwa 800 mĂ€nnliche Tennisprofis erzielten im Einzel und Doppel eine Karriere-Preisgeldsumme von mindestens einer Million Dollar).[87]

Ewige Preisgeldrangliste frĂŒherer Topspieler

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Die ATP und WTA fĂŒhren neben den Punkteranglisten auch Preisgeldranglisten, deren Reihung nach der Summe der gewonnenen Preisgelder erfolgt. Neben der Preisgeldrangliste des laufenden Kalenderjahres werden sogenannte „ewige Preisgeldranglisten“ gefĂŒhrt, die die Summe der Preisgelder des gesamten Profiturnierlebens enthalten. Nachdem die Preisgelder jedes Jahr betrĂ€chtlich gestiegen sind, rutschen die Topspieler frĂŒherer Zeiten in der ewigen Preisgeldrangliste kontinuierlich nach hinten, wobei die kumulierte Summe davon abhĂ€ngt, in welchem Zeitraum die Preisgelder gewonnen wurden. Die ewige Preisgeldrangliste der Damen umfasst rund 12.000 Spielerinnen, die der Herren doppelt so viel. Nachfolgende Auswahl beinhaltet nur ehemalige Sieger mindestens eines Grand-Slam-Turniers (Stand: 17. Februar 2025).

Herren (Auswahl)
Rang Spieler RĂŒcktritt Preisgeld
14Andre Agassi200631.152.975 $
15Dominic Thiem202430.333.255 $
21Boris Becker199925.080.956 $
29Ivan Lendl199421.262.417 $
33Stefan Edberg199620.613.441 $
57Jim Courier200014.034.132 $
64Carlos MoyĂĄ201013.443.970 $
71Michael Stich199712.595.128 $
73John McEnroe199212.552.132 $
74Thomas Muster201112.266.977 $
93Petr Korda199910.448.900 $
119Jimmy Connors19968.641.040 $
136Mats Wilander19967.948.601 $
238Guillermo Vilas19894.923.882 $
317Björn Borg19933.655.751 $
333Yannick Noah19913.440.660 $
487Ilie Năstase19852.076.761 $
586Ken Rosewall19791.602.700 $
593Arthur Ashe19801.584.909 $
600Rod Laver19791.565.413 $
784John Newcombe19811.062.408 $
Damen (Auswahl)
Rang Spielerin RĂŒcktritt Preisgeld
15Martina Hingis201724.749.074 $
18Ashleigh Barty202223.829.070 $
22Lindsay Davenport201022.166.338 $
23Steffi Graf199921.895.277 $
24Martina Navratilova200621.626.089 $
25Justine Henin201120.863.335 $
31Arantxa SĂĄnchez Vicario200216.942.639 $
42Monica Seles200814.891.762 $
71Jennifer Capriati200410.206.639 $
76Mary Pierce20069.793.119 $
85Chris Evert19898.871.591 $
89Gabriela Sabatini19968.785.850 $
143Pam Shriver19975.460.566 $
150Mary Joe FernĂĄndez20005.258.471 $
224Hana MandlĂ­kovĂĄ19903.340.959 $
304Claudia Kohde-Kilsch19942.227.116 $
323Tracy Austin19942.092.380 $
339Billie Jean King19831.966.487 $

PreisgeldparitÀt

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1973 gelang es Billie Jean King unter Androhung eines Boykotts, dass die Verantwortlichen beim Grand-Slam-Turnier der US Open der Siegerin erstmals das gleiche Preisgeld wie das der Herren in Höhe von damals 10.000 US-Dollar zahlten (50 Jahre spĂ€ter ist das Preisgeld der Sieger 360 mal so hoch). Die Australian Open zogen 28 Jahre spĂ€ter nach, bei den French Open und in Wimbledon erhalten seit 2007 Damen und Herren Preisgelder in gleicher Höhe. Die WTA möchte bei gemeinsamen Turnieren mit der ATP auf den Ebenen 1000 und 500 bis zum Jahr 2027 das gleiche Preisgeld auszahlen. Bei Events an verschiedenen SchauplĂ€tzen soll bis 2033 ParitĂ€t einkehren.[88] Ein Anfang wurde mit den WTA Finals 2024 gemacht, indem das Gesamtpreisgeld auf 15.250.000 US-Dollar und damit auf das Niveau der ATP Finals 2024 angehoben wurde, was einer Steigerung von 69,44 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die PreisgeldparitĂ€t gerĂ€t jedoch bei den Grand-Slam-Turnieren in die Kritik. Die Damen wĂŒrden durch die Best-of-Three-SĂ€tze wesentlich kĂŒrzer spielen, als die Herren, woraus geringere Werbeeinnahmen resultieren wĂŒrden. Die Zuschauer vor Ort hĂ€tten auch weniger von den Matches. Man solle deshalb den Spielmodus angleichen – Best-of-Five fĂŒr beide Geschlechter. Davon abgesehen ist es noch ein weiter Weg, um eine PreisgeldparitĂ€t bei allen Turnieren herzustellen.[89]

Gesundheitliche Effekte

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Mehrere Studien haben gezeigt, dass Tennisspielen eine besonders hohe positive Auswirkung auf den Gesundheitszustand hat. Tennis ist ein Ganzkörpersport. Folgende Effekte hat das Tennisspielen:[90]

  • Training nahezu aller großen Muskelgruppen
  • Ausdauer
  • Schnelligkeit und Reaktion
  • Koordination und Gleichgewicht
  • Mentale Belastbarkeit

Die Copenhagen City Heart Study ergab, dass Tennisspielerinnen und -spieler im Durchschnitt 9,7 Jahre lĂ€nger lebten als Menschen, die sich gar nicht sportlich betĂ€tigten.[91] Tennis schlug damit alle anderen untersuchten Sportarten. Daten der Scottish Health Survey und der Health Survey for England zeigte: Wer Racketsportarten wie Tennis betrieb, hatte eine 47 Prozent geringere Gesamtsterblichkeit verglichen mit sportlich Inaktiven – und 56 Prozent weniger Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall oder Herzinfarkt zu sterben.[92]

Risiken und Verletzungen

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Durch plötzliche Sprints, schnelle Richtungswechsel oder die Beschaffenheit der TennisplĂ€tze kann der Körper ĂŒbermĂ€ĂŸig belastet werden. Auch eine falsche Schlagtechnik oder ein unpassender SchlĂ€ger können Auslöser fĂŒr Schmerzen beim Tennisspielen sein.[93][94] Durch ein gezieltes Muskeltraining und entsprechende DehnĂŒbungen – außerhalb des Tennisplatzes – kann das Verletzungsrisiko minimiert werden. Ein Profitennisspieler, der durch Ă€rztliches Attest eine Verletzung nachweist, ist von der Teilnahme an den Pflichtturnieren befreit (siehe Berechnung des ATP-Rankings seit 2009 und WTA Tour Ranking). Einem Spieler, der sich wĂ€hrend eines Matches eine behandelbare Verletzung zuzieht, kann eine medizinische Auszeit von drei Minuten (medical time-out) fĂŒr die Behandlung gewĂ€hrt werden. Sollte eine Wunde bluten, kann durch den Oberschiedsrichter die Auszeit auf fĂŒnf Minuten verlĂ€ngert werden.

Muskelbeschwerden

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Durch besondere Überbeanspruchung verschiedener Muskelgruppen kann es zum Muskelkater, Muskelzerrungen, Muskelfaserriss oder zu Mikrotraumata im Sarkomer kommen.

Schulterschmerzen

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HĂ€ufig ist ein „Posterosuperiores Impingement“ fĂŒr die Schmerzen verantwortlich. Durch die wiederholte Außendrehung und Abspreizung der Schulter kann es zu Druck- bzw. Scherbelastungen im Bereich der hinteren Gelenklippe, der dortigen Kapselstruktur und der Rotatorenmanschette mit der Folge von SchĂ€digungen kommen.

RĂŒckenschmerzen

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Das stĂ€ndige Rotieren des Oberkörpers, die vielen Dreh-, Sprint- und Stopp-Bewegungen, ebenso wie die Stauchung der WirbelsĂ€ule beim Aufschlag können zu RĂŒckenschmerzen fĂŒhren. Hierzu gehören Muskelverspannungen, Lumbale Überlastung, Bandscheibenprobleme, EntzĂŒndung des Sakroiliakalgelenks, Facettengelenksyndrom bis hin zu Stressfrakturen. Ebenso kann die Entwicklung einer Skoliose oder eines Hohlkreuzes durch Tennis begĂŒnstigt werden.

Durch den Aufschlag kann eine Reizung der Ansatzsehne (Insertionstendinose) des kleinen Brustmuskels (Musculus pectoralis minor) hervorgerufen werden, auch ein Brustmuskelriss ist möglich.

Schmerzbereich beim sogenannten Tennisarm

Der Begriff Tennisarm ist die laienhafte Bezeichnung fĂŒr eine VergrĂ¶ĂŸerung der Muskeln des Unterarms durch die einseitige Beanspruchung, was bei den meisten Leistungssportlern auftritt. Es gibt verschiedene Ursachen dafĂŒr.[95][96] Die Fachbezeichnung fĂŒr dieses auch Tennisellenbogen genannte PhĂ€nomen lautet Epicondylitis lateralis humeri, eine Insertionstendopathie der am Epicondylus lateralis humeri entspringenden Unterarmextensoren. Pathophysiologisch geht die Epicondylitis lateralis auf AktivitĂ€ten zurĂŒck, die eine wiederholte und kraftvolle Supination und Pronation des Unterarms erfordern, ebenso Überbeanspruchung oder SchwĂ€che (oder beides) des Musculus extensor carpi radialis brevis und des Musculus longus des Unterarms, die am lateralen Epikondylus des Ellenbogens ansetzen. Meist ist dabei die Insertionsstelle der Sehne des Musculus extensor carpi radialis brevis betroffen. Am Anfang steht die schmerzhafte Verspannung der Extensoren, da die Streckung der Mittelhand gegenĂŒber dem Unterarm eine Hilfsbewegung beim krĂ€ftigen Faustschluss darstellt. Die Ansatzmyopathie am Epicondylus ist erst die SpĂ€tfolge.[97]

Verletzungen an der Hand oder dem Handgelenk beim Tennis werden durch eine falsche RĂŒckhand- oder Vorhandtechnik begĂŒnstigt. Dauerhaft kann es hier zur SehnenscheidenentzĂŒndung kommen. Bei der beidhĂ€ndigen RĂŒckhand wird diese sehr einseitig belastet. Die nicht-dominante Hand leidet unter der Monotonie der Bewegung im Vergleich mit der einhĂ€ndigen Vorhand und schadet dadurch dem Handgelenk mehr. Es entstehen muskulĂ€re Dysbalancen. Im Handgelenk werden der sogenannte „Diskus“ und die dazugehörigen Sehnen ĂŒberbelastet (TriangulĂ€rer fibrokartilaginĂ€rer Komplex). Die Folgen sind Einrisse und EntzĂŒndungen. Verletzungen am Handgelenk und den Fingern können ferner durch StĂŒrze entstehen, insbesondere wenn man den SchlĂ€ger noch in der Hand hĂ€lt.

Verletzungen am Bein, Knöchel, Knie

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An den Beinen kann es zu Muskelfaserrissen, Sehnenrissen, Zerrungen und Prellungen kommen. Diese sind meist an den hinteren Oberschenkeln oder der Wadenmuskulatur und dem Kniegelenk (LÀuferknie) zu finden, etwa das Patellaspitzensyndrom. Ebenso kann der Meniskus betroffen sein oder die Knöchel.

Schienbeinkantensyndrom

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Ballsportarten mit charakteristischen schnellen Richtungswechseln können zum Schienbeinkantensyndrom (Shin Splints) fĂŒhren. Dazu gehören die Überbeanspruchung der Muskulatur oder KnochenhautentzĂŒndungen an stark belasteten Stellen am Schienbein.

Stressfrakturen

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Im Tennis entstehen Stressfrakturen, wenn die Knochen ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum wiederholt und ohne ausreichende Erholung belastet werden. Typische Symptome sind Schmerzen, die sich bei Belastung verschlimmern. Am hĂ€ufigsten sind bei Tennisspielern Stressfrakturen am Os naviculare (Kahnbein), an der Pars interarticularis der LendenwirbelsĂ€ule, an den Mittelfußknochen, am Schienbein und am Mondbein betroffen.

Durch Reibung an der HandinnenflĂ€che der Schlaghand kann es zur Bildung einer Hautblase kommen, ebenso an den FĂŒĂŸen.

Anzeige der verbleibenden Zeit bei einer medical time-out (MTO)

Durch StĂŒrze könne sich Spieler AbschĂŒrfungen zuziehen. Es entsteht eine oberflĂ€chliche Wunde, wenn die Haut durch ReibungskrĂ€fte verletzt wird. Bei einer blutenden Wunde kann bei WettkĂ€mpfen ein verlĂ€ngertes medical time-out (medizinische Auszeit) von fĂŒnf statt drei Minuten zur Versorgung der Wunde gewĂ€hrt werden.

Insbesondere bei hohen Außentemperaturen und hoher körperlicher Belastung kann es zu einer Dehydrierung kommen, die leichte bis schwere Folgen nach sich ziehen kann, insbesondere einer Reduzierung des Allgemeinzustandes.

Die körperliche LeistungsfĂ€higkeit besteht aus Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit, koordinativen FĂ€higkeiten, Bewegungsfertigkeiten und psychischen FĂ€higkeiten. Je nach Spiellevel steigen die entsprechenden Anforderungen an den Sportler. Anthropometrie, Laufschnelligkeit (Antritts- und BeschleunigungsfĂ€higkeit mit und ohne Richtungswechsel), SprungfĂ€higkeit (Schnellkraft und Reaktivkraft), Wurfkraft und Koordination gehören dazu. Im Profitennis darf die körperliche LeistungsfĂ€higkeit auch wĂ€hrend mehrere Stunden dauernden Matches möglichst nicht nachlassen. ErmĂŒdungserscheinungen verĂ€ndern nicht nur die Laufgeschwindigkeit, sondern auch den Muskeltonus und damit den Bewegungsablauf und reduzieren die Konzentration, wodurch die Fehlerquote steigt. Beim Training ist die Interaktion zwischen Athleten und Trainern sehr wichtig. Nicht wenige Tennisspieler beschĂ€ftigen spezielle Konditionstrainer. Sie fĂŒhren eine Leistungsdiagnostik durch und steuern anschließend das Training gezielt, dass sich die Athleten maximal verbessern. Diese Trainingssteuerung beinhaltet eine Trainingsplanung, -durchfĂŒhrung, -kontrolle und -auswertung.[98]

ErmĂŒdung beeinflusst die Fairness beim derzeitigen Turniersystem. Spieler, die sich durch die Qualifikation erst fĂŒr den Hauptbewerb qualifizieren, gehen im Hauptbewerb mit einer deutlich höheren Vorbelastung in ihre Begegnungen. Dies kann in der ersten Runde ein Vorteil sein, da die Bedingungen auf den PlĂ€tzen bereits bekannt sind und positive Erfahrungen das Selbstbewusstsein bestĂ€rken. In den letzten Runden eines Turnieres ist dies allerdings ein nicht zu unterschĂ€tzender Nachteil.

Eine ausgewogene ErnĂ€hrung ist entscheidend fĂŒr die LeistungsfĂ€higkeit im Tennis. Höchstleistungen können nur mit einer optimalen Trainings- und ErnĂ€hrungsbasis realisiert werden. Mit der richtigen ErnĂ€hrung werden fĂŒnf Energiebilanzen im Gleichgewicht gehalten:

  1. Kalorienbilanz
  2. NĂ€hrstoffbilanz
  3. Mineralstoffbilanz
  4. Vitaminbilanz
  5. FlĂŒssigkeitsbilanz

Der Deutsche Tennis Bund hat hierzu ein detailliertes ErnÀhrungskonzept entwickelt,[99] wobei seit geraumer Zeit Profitennisspieler ein individuell abgestimmtes ErnÀhrungsprogramm einhalten.

Energiebereitstellung

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Bei 91 % der Ballwechsel liegt die Belastungsdauer bei unter zehn Sekunden, somit ĂŒberwiegt im Tennis die anaerob-alaktazide Energiebereitstellung durch Adenosintriphosphat (ATP) und Kreatinphosphat (KP) wĂ€hrend der Belastungsphasen. In den Pausen (zwischen den Ballwechseln) werden diese energiereichen Phosphate (ATP und KP) in der Arbeitsmuskulatur aerob ĂŒber den Abbau von Kohlenhydraten und Fetten wiederhergestellt. Kumuliert ergibt sich daraus eine Energiebereitstellung zu ca. 60–85 % durch den Abbau von Kohlenhydraten und zu ca. 15–40 % ĂŒber die FettsĂ€ureoxidation, wobei es aufgrund der Natur des Tennissports (Wettkampfdauer zwischen >60 min und <5h, Bodenbelag, LĂ€nge der Ballwechsel etc.) zu Abweichungen kommen kann. GrundsĂ€tzlich ist anzunehmen, dass mit zunehmender Wettkampf- bzw. Trainingsdauer der Fettstoffwechsel stĂ€rker in den Vordergrund tritt, wobei im Damentennis die Fettoxidation etwas höher liegt als beim Herrentennis. Der (Brutto-)Kalorienumsatz im Tenniswettkampf betrĂ€gt bei mĂ€nnlichen Turnierspielern (ca. 80 kg) durchschnittlich ca. 600–800 kcal/Stunde.

FlĂŒssigkeitszufuhr

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Leistungssportlern wird empfohlen, tĂ€glich ca. drei Liter FlĂŒssigkeit zuzĂŒglich der belastungsbedingten Schweißverluste zusĂ€tzlich zur Nahrung aufzunehmen. Der durchschnittliche Schweißverlust im Leistungstennis betrĂ€gt bei MĂ€nnern etwa 1–1,5 l/h und bei Frauen 30 % weniger, ist allerdings auch individuell unterschiedlich und hĂ€ngt von vielen Faktoren wie Spielertyp, Spielweise, Temperatur, Netto-Spielzeit etc. ab. In Extremsituationen kann die Schweißproduktion auf 2–3 l/h ansteigen. GrundsĂ€tzlich sollten mindestens 50–80 % davon, maximal jedoch 1,2–1,5 l/h ersetzt werden.

ErnÀhrung am Matchtag

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Neben dem allgemeinen ErnĂ€hrungsprogramm werden am Matchtag selbst drei Phasen unterschieden. Etwa zwei bis drei Stunden vor dem Match werden kohlenhydratreiche, leicht verdauliche Speisen eingenommen. WĂ€hrend des Matches wird auf eine ausreichende FlĂŒssigkeitszufuhr geachtet, wobei meist isotonische ElektrolytgetrĂ€nke eingenommen werden. Zudem sind kleine Snacks hilfreich fĂŒr die Energieaufnahme wĂ€hrend der Pausen. Der wohl bekannteste unter Tennisspielern ist die Banane oder Datteln. So wurden bei den Australian Open 2025 von den Spielern 5000 Bananen aus Queensland konsumiert. Beliebte Snacks sind aber auch Energieriegel oder sogenannte Energie-Gele. Kohlenhydratkonzentrate enthalten verschiedene Zuckerarten, die vom Körper unterschiedlich aufgenommen werden. Dies sind meist Glucose, Fructose, Trehalose oder Maltodextrin. Nach dem Match nimmt man fĂŒr die Regeneration der Muskeln nach etwa 30 Minuten einen proteinreichen Snack ein. UngefĂ€hr zwei Stunden nach Matchende stĂ€rkt man sich mit einer Mahlzeit aus 80 % Kohlenhydraten und 20 % Proteinen.[100] Ein Abendessen mit vielen Kohlenhydraten eignet sich zwar gut zum AuffĂŒllen der Glykogenspeicher, bewirkt jedoch einen kĂŒrzeren Schlaf, wohingegen ein Abendessen mit viel Proteinen (Verzweigtkettige AminosĂ€uren) nicht nur gut gegen Muskelkater ist, sondern die SchlafqualitĂ€t verbessert.

AufwÀrmphase

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Eiswasserbecken im Stade Roland Garros

Insbesondere bei großen Turnieren steht den Spielern ein Fitnessraum zur VerfĂŒgung, in dem sie sich vor einem Match aufwĂ€rmen können und verschiedene Trainingsmethoden an zahlreichen GerĂ€ten anwenden können. Er kann mit Gymnastikmatten, Klimmzugstangen, Lang- und Kurzhanteln, LaufbĂ€ndern, TRX-Trainer, Fahrradergometer und Crosstrainer/Stepper ausgestattet sein. Der Raum wird auch zum Cool Down (englisch AbwĂ€rmen oder Auslaufen) nach einem Match aufgesucht.

Neben der ErnĂ€hrungsweise nimmt insbesondere im Profitennis, bei dem oft wĂ€hrend eines Turniers in kurzen AbstĂ€nden lange Matches bis zu fĂŒnf SĂ€tzen gespielt werden mĂŒssen, die physische Regeneration einen hohen Stellenwert ein, zu der Physiotherapie, Massagen und Kaltwasserimmersion (Eisbad) gehören. Zur psychischen Regeneration gehören eine psychologische Betreuung, AtemĂŒbungen, Visualisierungstechniken und Entspannungsverfahren wie Meditation, Yoga, EMDR oder Stretching. Wesentlich sind dabei auch ausreichend lange Schlafpausen.[101] Es gibt zahlreiche Studien, welche Nahrungsmittel die SchlafqualitĂ€t und -lĂ€nge positiv beeinflussen.[102]

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) untersucht mehrmals im Jahr die Werte der Tennisspieler bezĂŒglich verbotener Substanzen. Die WT legte die Zahlen offen, wie oft solche Dopingtests tatsĂ€chlich stattfinden, etwa zehn bis vierzehn Mal pro Jahr. Die Sportler werden nicht nur bei Wettbewerben und Turnieren kontrolliert, sondern mĂŒssen sich auch abseits der Stadien auf Untersuchungen einstellen.[103] Im Laufe der Jahre wurden nicht wenige prominente Profitennisspieler ĂŒberfĂŒhrt, unerlaubte Substanzen eingenommen zu haben, darunter auch Kokain[104] (siehe auch DopingfĂ€lle im Tennis). Eine ausgewĂ€hlte Gruppe von Tennisspielern wird im Rahmen des Athlete Biological Passport (ABP)-Programms regelmĂ€ĂŸig getestet. ABPs werden im Tennis seit 2013 eingesetzt.[105] Der Deutsche Tennisbund (DTB) hat daran angelehnt eine Anti-Doping-Ordnung erlassen. Dort heißt es zu Beginn:

„Es ist die persönliche Pflicht der Athleten*innen, dafĂŒr zu sorgen, dass keine Verbotenen Substanzen in ihren Körper gelangen. Athleten*innen sind fĂŒr jede Verbotene Substanz oder ihre Metaboliten oder Marker verantwortlich, die in ihrer Probe gefunden werden. Demzufolge ist es nicht erforderlich, dass Vorsatz, Verschulden, FahrlĂ€ssigkeit oder bewusster Gebrauch aufseiten der Athleten*innen nachgewiesen wird, um einen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen gemĂ€ĂŸ Artikel 2.1 zu begrĂŒnden.“

– DTB[106]

Die International Tennis Integrity Agency (ITIA, deutsch Internationale Agentur fĂŒr Rechtschaffenheit im Tennis) ist eine Organisation, die fĂŒr die Wahrung der IntegritĂ€t des professionellen Tennis weltweit verantwortlich ist. Sie untersucht Wettbewerbsmanipulationen, insbesondere Spielmanipulationen im Tennis. Sie hat die Möglichkeit, Bußgelder und Sanktionen zu verhĂ€ngen und Spielern, Schiedsrichtern und anderen TennisfunktionĂ€ren die Teilnahme, selbst die Anwesenheit an Turnieren, zu verbieten.[107]

Kanadisches Doppel

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Der wesentliche Regelunterschied zwischen kanadischem Doppel und traditionellem Doppeltennis besteht darin, dass zwei Spieler gegen einen Spieler antreten. Das Zweierteam darf den Ball nur innerhalb der Einzellinien des Einzelspielers spielen, wÀhrend der Einzelspieler das gesamte Doppelfeld bespielen darf. Es ist keine offizielle Spielvariante und wird nur zu Trainingszwecken verwendet.

Padel-SchlÀger mit Padel-BÀllen

Beachtennis ist ein RĂŒckschlagspiel, das Tennis, Beachvolleyball und Badminton miteinander verbindet. Die hĂ€ufigste Wettkampfform ist die des Doppels. Es kann jedoch auch ein Einzel gespielt werden, wobei sich dann die SpielfeldgrĂ¶ĂŸe verkleinert. Seit dem Sommer 1998 ist Beachtennis auch im Regelwerk des Deutschen Tennis Bundes (DTB) festgeschrieben.

Beim Padel handelt sich um dem Tennis Ă€hnliche, beziehungsweise davon abgeleitete Spiele, die auf kleineren Feldern mit kurzen SchlĂ€gern ohne Bespannung gespielt werden. Der Sport wird international in der International Padel Federation (IPF) durch den Deutschen Padel Verband (DPV), in Österreich durch die Austrian Padel Union (APU)[108], in der Schweiz durch den Schweizer Padel Verband[109] vertreten und im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) durch den DTB, der seinerseits Turniere durchfĂŒhrt.

Soft Tennis (auch Softball-Tennis) Ă€hnelt stark dem Tennis, wird jedoch mit weichen und innen ausgehöhlt BĂ€llen gespielt. Die SchlĂ€ger sind ebenfalls leichter als normale TennisschlĂ€ger. Es ist der ideale Einstieg in die Welt der RĂŒckschlagspiele. Ob Tennis, Badminton oder Speedminton – dank der leichten Softtennis-SchlĂ€ger und dem weichen Softball erlernen Kinder beim Soft-Tennis BallgefĂŒhl, Kraftdosierung und verbessern zusĂ€tzlich die Auge-Hand-Koordination.

Kleinfeldtennis

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Tennisball Stage 3

Die Kinder der Altersklassen U8–U12 spielen Kleinfeldtennis im Mannschaftswettspielbetrieb im Kleinfeld oder Midcourt. Es ist eine altersgerechte Vorbereitung auf das regulĂ€re Tennis.

Play & Stay ist eine weltweite Initiative der World Tennis {WT} und bildet das Fundament des Kinder- und Jugendkonzepts Talentinos. Die Kinder lernen Tennis auf PlĂ€tzen und mit SchlĂ€gern unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe sowie mit Stage-TennisbĂ€llen, unterschiedlich farbigen BĂ€llen, die altersgerecht springen und ein technisch sauberes Spiel ermöglichen.[110]

Racketlon ist ein Kombinationsturnier, das aus den vier Disziplinen Tennis, Tischtennis, Badminton und Squash besteht. Es treten jeweils dieselben Spieler (Einzel oder Doppel) in allen vier Disziplinen gegeneinander an.

Aspekte des Pickleballs Ă€hneln Tennis, aber Pickleball hat spezifische Regeln, SchlĂ€ger und SpielfeldgrĂ¶ĂŸen. Der Platz ist kleiner als ein Tennisplatz und die kombinierte LĂ€nge und Breite des Padels darf 61,0 cm nicht ĂŒberschreiten. Die BĂ€lle mĂŒssen aus einem haltbaren Formmaterial mit glatter OberflĂ€che bestehen und zwischen 26 und 40 gleichmĂ€ĂŸig verteilte kreisförmige Löcher aufweisen.

Rollstuhltennis

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Rollstuhltennisspieler beim Aufschlag

Rollstuhltennis wird im Wesentlichen nach den bekannten Regeln ausgetragen, mit der Ausnahme, dass die Spieler den Ball vor dem Schlag zweimal aufspringen lassen dĂŒrfen. Die Sportart ist seit 1992 regulĂ€re Disziplin der Paralympischen Spiele. Auch bei den vier Grand-Slam-Turnieren existieren inzwischen eigene Wettbewerbe fĂŒr Damen und Herren im Einzel und Doppel. Spieler, die ihre Arme nur eingeschrĂ€nkt bewegen können, treten in einem eigenen Wettbewerb (sogenannte „Quad Singles“ und „Quad Doubles“) gegeneinander an. Quad-Spieler befestigen die SchlĂ€ger hĂ€ufig mit einem Klebeband an ihrer Hand, um den Funktionsverlust auszugleichen, bestimmte Spieler dĂŒrfen elektrisch betriebene RollstĂŒhle benutzen.

Beim Blindentennis können blinde, sehbehinderte und sehende Spieler gegeneinander antreten. Der Platz ist verkĂŒrzt, die Markierungen sind haptisch spĂŒrbar abgeklebt. Gespielt wird mit verkĂŒrzten SchlĂ€gern und gerĂ€uschentwickelnden SoftbĂ€llen. Je nach Sehbehinderung darf der Ball ein- bis dreimal aufspringen.

Gehörlosentennis

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Die Regeln beim Gehörlosentennis entsprechen den allgemeinen WT-Regeln. Allerdings ist bei WettkĂ€mpfen im Gehörlosensport das Tragen von Hörhilfen verboten. Es muss eine klare Kommunikation zwischen Spielern, Trainern und Offiziellen sichergestellt werden. Um sich fĂŒr spezifische Wettbewerbe zu qualifizieren, mĂŒssen sie auf ihrem besseren Ohr einen Hörverlust von mindestens 55 dB haben. Alle vier Jahre werden die ‚Deaflympics‘ (englisch deaf ‚taub‘) ausgetragen – das vom International Olympic Committee (IOC) anerkannte olympische Äquivalent fĂŒr Sport von Gehörlosen.

Para-Standing-Tennis

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PST-1-Tennisspieler Antonio Solano

Para-Standing-Tennis (PST) ist eine Abwandlung fĂŒr behinderte Tennisspieler, die ohne Rollstuhl spielen. Die Einteilung erfolgt in vier Klassen: PST 1 – Einseitig Arm amputiert oder Ă€hnliche EinschrĂ€nkung; PST 2 – Verlust eines Beines unterhalb des Kniegelenks oder halbseitige LĂ€hmung; PST3 – Verlust des kompletten Beines, EinschrĂ€nkung an beiden Armen oder Beinen, starke LĂ€hmung; PST 4 – KleinwĂŒchsige.[111]

Tennis bei geistiger BeeintrÀchtigung

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Zielgruppen sind geistig beeintrĂ€chtigte Tennisspieler und -spielerinnen mit einem IQ im Bereich von 50 bis 75. Es gelten die ĂŒblichen Regeln, Materialien und FeldgrĂ¶ĂŸen, wobei diese im Training und Wettkampf durch die Play&Stay-Kampagne angepasst werden können.[112] Vom 26. bis 28. Januar 2024 fanden die PWII Australian Open Championships statt. Ein Tennisturnier, bei dem Menschen mit geistigen Behinderungen antreten. Als erste Deutsche ĂŒberhaupt errang Sophia Schmidt im Doppel mit der Brittin Anna McBride die Goldmedaille.[113]

Kombinationsturniere

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Tennis wird mit anderen Sportarten kombiniert, etwa Tennis und Golf. HierfĂŒr gibt es keine festen Regeln. Die Kombinationswertungen werden jeweils vom Ausrichter festgelegt.[114]

Touchtennis ist eine Variante, die Tennis auf selbstgestalteten PlĂ€tzen auf allen BodenbelĂ€gen (Asphalt, Kies, Parkett, Rasen) im Hinterhof oder auf dem Parkhausdach ermöglichen soll. HierfĂŒr werden Linien mit Kreide auf den Boden gemalt und ein zusammenklappbares Netz aufgespannt, das eine Höhe von 80 cm hat. Die SpielfeldgrĂ¶ĂŸe entspricht meist einem Feld fĂŒr Pickleball. Die TouchtennisbĂ€lle bestehen aus Schaumstoff und sind mit einem Durchmesser von 8 cm.grĂ¶ĂŸer und schwerer als normale TennisbĂ€lle. Es gelten die No-let-Regel, die No-ad-Regel und SĂ€tze bis vier Spielen.[115] Wenn der SchlĂ€ger beim Schlag die Hand verlĂ€sst, zĂ€hlt dieser Schlag, sofern der SchlĂ€ger nicht ĂŒber das Netz zur Seite des Gegners fliegt und das Netz nicht berĂŒhrt, solange der Ball noch im Spiel ist.

Fußballtennis

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Fußballtennis

Fußballtennis ist eine von vielen Abwandlungen des klassischen Fußballs und hat nur mit sehr wenigen Eigenheiten des Tennis zu tun, außer einem Netz, ĂŒber das der Ball gespielt werden muss.

Die World Tennis (WT) hat eine neue E-Sport-Initiative ins Leben gerufen, die World Tennis eChampionship, die mittels des mobilen Spiels Tennis Clash gestartet ist. Die seit 2021 laufende Partnerschaft zwischen der WT und den Wildlife Studios hat den Billie Jean King Cup auf MobilgerĂ€te transferiert. Im Oktober 2023 hatten bereits 97.000 Spieler an ĂŒber 500 Turnieren in verschiedenen LĂ€ndern, darunter den Vereinigten Staaten, Frankreich und Italien teilgenommen.[116][117] Daneben gibt es Computerspiele wie TopSpin 2K25, Top Spin 4 oder von Nintendo Mario Tennis oder Tennis.

Portal: Tennis – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Tennis
  • Burghard von Reznicek: Tennis. Das Spiel der Völker. Mit einem Vorwort von Wilhelm Schomburgk. Johann GrĂŒneberg, Marburg 1932.
  • Theo Stemmler: Vom Jeu de paume zum Tennis. Eine Kurzgeschichte des Tennisspiels (= Insel-BĂŒcherei. 1076/2). Insel Verlag, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-458-19076-7
Commons: Tennis – Album mit Bildern
Wiktionary: Tennis – BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikinews: Tennis – in den Nachrichten

Einzelnachweise

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  1. ↑ Tagungsbericht Sport in Early Modern Culture. 17.11.2011–19.11.2011, London, in: H-Soz-u-Kult, 28. Februar 2012.
  2. ↑ History of the Pro Tennis Wars.
  3. ↑ Malcolm D. Whitman: Tennis: Origins and Mysteries. 1932, S. 31.
  4. ↑ John Heathcote u. a.: Lawn Tennis. Rackets. Fives. 1901, S. 12.
  5. ↑ Heiner Gillmeister: Kulturgeschichte des Tennis. 1990, S. 134.
  6. ↑ Walter W. Skeat: An Etymogical Dictionary. Oxford University Press, Oxford 1888, S. 630 (online).
  7. ↑ Online Etymology Dictionary: tennis.
  8. ↑ „Tennis“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer ĂŒberarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, DWDS. Abgerufen am 12. Januar 2025.
  9. ↑ Anatoly Liberman: Tennis (Beitrag in seinem Blog The Oxford Etymologist, 17. August 2011).
  10. ↑ WT Global Tennis Report 2021, WT. Abgerufen am 23. September 2024.
  11. ↑ Die beliebtesten Sportarten in Deutschland und weltweit. Abgerufen am 23. September 2024.
  12. ↑ 11,000 players, 1200 events: The 2024 WT World Tennis Tour in numbers, WT, 20. Dezember 2024. Abgerufen am 3. Januar 2025.
  13. ↑ Zahlen und Fakten (zuzĂŒglich den rein privaten TennisplĂ€tzen). Deutscher Tennis Bund. Abgerufen am 23. September 2024.
  14. ↑ Deutscher Tennis Bund: Trainer. Abgerufen am 25. Januar 2023.
  15. ↑ Tennisspieler Österreich. Abgerufen am 27. November 2024.
  16. ↑ Interclub, swisstennis. Abgerufen am 19. Oktober 2024.
  17. ↑ Tennisspieler Schweiz, statista. Abgerufen am 27. November 2024.
  18. ↑ WT-Regeln Abgerufen am 20. Oktober 2024.
  19. ↑ WT-Regeln, Appendix V, S. 26. Abgerufen am 20. Oktober 2024.
  20. ↑ Olympia 2020 in Tokio: Änderungen beim Tennisturnier, tennismagazin.de, 3. April 2020
  21. ↑ Website des DTB (Memento vom 4. Mai 2009 im Internet Archive)
  22. ↑ WTA-PunkteschlĂŒssel | womenstennis.de. Abgerufen am 23. Dezember 2025.
  23. ↑ Fast4 Tournament Scoring Format & Rules. (PDF) Tennis World (Australia), 2014, archiviert vom Original am 29. August 2017; abgerufen am 19. Oktober 2019.
  24. 1 2 Online Etymology Dictionary: love
  25. ↑ Duden online: love
  26. ↑ A guide to scoring in tennis, AO, 19. Dezember 2024. Abgerufen am 19. Dezember 2024.
  27. ↑ Tennisregeln – hĂ€tten sie es gewußt?, Tennis in Wettmar. Abgerufen am 15. November 2024.
  28. ↑ Verhaltenskodex (Memento vom 27. Oktober 2011 im Internet Archive) (PDF-Datei; 148 KB).
  29. ↑ Grnad Slam Fines: Where does the mones go?, WT, 3. Juni 2021. Abgerufen am 10. Februar 2024.
  30. 1 2 WT Regeln. Abgerufen am 15. September 2024.
  31. ↑ WT-AGM sees a thriving future for tennis, WT, 18. Oktober 2024. Abgerufen am 10. Dezember 2024.
  32. ↑ Explained: Off-court coaching to be allowed from 2025. WT, abgerufen am 10. Dezember 2024.
  33. ↑ Official Grand Slam Rules Book 2026, World Tennis. S. 43 ff. Abgerufen am 30. Juli 2026.
  34. ↑ Markt fĂŒr TennisausrĂŒstung, Exactitude Consultancy, Februar 2024. Abgerufen am 22. November 2024.
  35. ↑ Dunlop Historie, Dunlop. Abgerufen am 23. November 2024.
  36. ↑ 2024-rulebook, ATP.
  37. ↑ HerrenausrĂŒstung, WT (englisch). Abgerufen am 7. Juni 2026.
  38. ↑ DamenausrĂŒstung, WT (englisch). Abgerufen am 7. Juni 2026.
  39. ↑ Spielerinnen dĂŒrfen kĂŒnftig dunkle UnterwĂ€sche tragen, SPIEGEL, 17. November 2022. Abgerufen am 15. September 2024.
  40. ↑ Tennis SchlĂ€gerhaltung: Fortschritt durch Technik, Tennismagazin, 13. MĂ€rz 2013. Abgerufen am 14. Oktober 2024.
  41. ↑ Experten kĂŒren beste SchlĂ€ge, NYT. Abgerufen am 24. Oktober 2024.
  42. ↑ Dominik Meffert, Big Points im Tennis? Zur spielsituativen Handlungsvermittlung fĂŒr die Tennisausbildung: Erkenntnisse aus der Weltklasse, Dissertation Köln, 2022, S. 22
  43. ↑ Darko Jekauc, Der Mythos vom Big Point – oder gibt es ihn wirklich?, Sportpsychologie in Forschung und Praxis. Abgerufen am 5. Dezember 2024.
  44. ↑ Henning Kampen, Vergebene MatchbĂ€lle – Wenn das Spiel nicht enden will, Tennis-Magazin, 8. MĂ€rz 2017. Abgerufen am 9. Oktober 2024.
  45. ↑ Brad Gilbert, Steve Jamison, Andre Agassi, Winning Ugly: Mentale KriegsfĂŒhrung im Tennis, zu Klampen-Verlag, 1997, ISBN 978-3-924245-59-7
  46. ↑ Tennisstatistik: Auswertung der gespielten Punkte, Sportlexikon. Abgerufen am 6. Oktober 2024.
  47. ↑ Angstgegner, spolex. Abgerufen am 17. November 2024.
  48. ↑ Doubles trial in Madrid: More singles vs. doubles, reduced shot clock & more, ATP, 28. April 2024. Abgerufen am 10. Oktober 2024.
  49. ↑ rulebook-chapter-7, Gender / Age Limitation, S. 105 ff. Abgerufen am 24. Oktober 2024.
  50. ↑ WTA Rulebook, Age Eligibility Rule, S. 171 ff. Abgerufen am 24. Oktober 2024.
  51. ↑ Madison Keys darf wegen Sieg in Melbourne nicht bei WTA Turnier in Austin starten, Eurosport, 30. Januar 2025. Abgerufen am 31. Januar 2025.
  52. ↑ Grand Slam tennis celebrates record-setting 2024 season, US Open, 8. Oktober 2024. Abgerufen am 29. Oktober 2024.
  53. ↑ What is the junior accelerator-programme, WT. 11. Februar 2025. Abgerufen am 11. Februar 2025.
  54. ↑ juniorRankingType=WT WT World Tennis-Tour JuniorRanking, WT, 11. Februar 2025. Abgerufen am 11. Februar 2025
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  56. ↑ So viel (oder wenig) Geld zahlen die Nationen ihren Sportlern, Stern, 30. Juli 2024. Abgerufen am 5. Dezember 2024.
  57. ↑ Wie Show-Turniere die Tenniswelt spalten, 15. Oktober 2024. Abgerufen am 18. November 2024.
  58. ↑ „Six Kings Slam“ In Saudi-Arabien sorgt fĂŒr Diskussionen, Eurosport, 10. Oktober 2024. Abgerufen am 19. November 2024.
  59. ↑ Abbildung des Tests des Hawk-Eye in Wimbledon. Abgerufen am 27. November 2024.
  60. ↑ 10 ways AI is being used in Tennis, 2024, DigitalDefynd. Abgerufen am 7. November 2024.
  61. ↑ Hiroo Takahashi, Shuhei Okamura, Shunsuke Murakami, Performance analysis in tennis since 2000: A systematic review focused on the methods of data collection, International Journal of Racket Sports Science, doi:10.30827/Digibug.80900 (englisch).
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