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Tetsunari Iida

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie
Iida in einer Konferenz der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin, 2011

Tetsunari Iida (jap. 飯田 ć“ČäčŸ, Iida Tetsunari; * 8. Januar 1959 in Tokuyama (heute: ShĆ«nan), PrĂ€fektur Yamaguchi) ist ein japanischer Nuklearwissenschaftler, Experte fĂŒr erneuerbare Energien, Politikberater und Politiker.

Iida leitet das gemeinnĂŒtzige Institute for Sustainable Energy Policies (ISEP, engl. fĂŒr „Institut fĂŒr nachhaltige Energiepolitik“) in ChĆ«Ć, Tokio, und gehört zum Management der World Bioenergy Association und des REN21 – Renewable Energy Policy Network for the 21st Century sowie zum wissenschaftlichen Beirat der World Wind Energy Association und des Internationalen GrĂŒnen Kreuzes.[1]

In Japan gilt Iida als einer der MeinungsfĂŒhrer auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien. Er berĂ€t seit 2001 die japanische Regierung in Fragen des Klimawandels und organisierte eine Initiative fĂŒr erneuerbare Energien im japanischen Parlament, die zu einem Fördergesetz fĂŒhrte. Weltweit trat er in verschiedenen Konferenzen zum Thema Energiepolitik auf.[1]

Iida stammt aus der PrĂ€fektur Yamaguchi und machte 1983 seinen Abschluss als Master in Nuklearwissenschaften an der UniversitĂ€t Kyƍto. Er arbeitete kurz fĂŒr Kobe Steel und wechselte von dort zum Central Research Institute of Electric Power Industry, um sich der Nuklearforschung zu widmen. Von 1996 bis 1998 war er Gastforscher an der UniversitĂ€t Lund in Schweden; anschließend promovierte er an der UniversitĂ€t Tokio.

Von 1992 bis 2006 war er Bereichsleiter fĂŒr Energie- und Umweltstudien am Japan Research Institute, einer Denkfabrik und Beratungsgesellschaft der Mitsui Financial Group; 2000 grĂŒndete er das Institute for Sustainable Energy Policies.

Iida war Mitglied in AusschĂŒssen fĂŒr Klimawandel und Energiepolitik der PrĂ€fekturen Nagano und Fukushima.[2] 2001 wurde er in das Umweltkomitee der PrĂ€fekturverwaltung von Tokio und in das Klimawandel-Komitee des japanischen Umweltministeriums berufen. In den folgenden Jahren war er auch Mitglied der Komitees fĂŒr Energiepolitik und fĂŒr erneuerbare Energien des Wirtschafts- und Industrieministeriums. Seit 2009 gehört er zur Arbeitsgruppe fĂŒr Klimawandel des KabinettsbĂŒros.[1]

Iida lehrt Erneuerbare-Energien-Politik an der UniversitĂ€t Tokio und veröffentlichte mehrere BĂŒcher zu diesem Themengebiet.[3]

Die Japan Times portrĂ€tierte Tetsunari Iida als Mitglied der japanischen BĂŒrgerbewegung fĂŒr die Nutzung erneuerbarer Energien. Iida bezeichnet sich als Aktivist und sieht sein Ziel in einer „Demokratisierung der japanischen Energiepolitik“ nach dem Vorbild der nordeuropĂ€ischen LĂ€nder. Er kritisierte die Interessensverstrickungen zwischen Energiewirtschaft, Atomkraftwerksherstellern, Behörden und Politikern in Japan, fĂŒr die er den Begriff „Nuclear Village“ mitprĂ€gte,[2][4] und teilt damit die kritische Einstellung von Premierminister Naoto Kan[5] und der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).[6]

Im Zuge der Nuklearkatastrophe von Fukushima bekrĂ€ftigte Iida, der als Mitarbeiter von Kobe Steel die im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi eingesetzten AtommĂŒll-LagerbehĂ€lter mitentwickelt hatte, seine Forderung nach einem Atomausstieg Japans. Bereits ausgefallene Kernkraftwerke seien kurzfristig durch eine volle Nutzung bestehender WĂ€rmekraftwerke ersetzbar, und die ĂŒbrigen langfristig durch erneuerbare Energien, vor allem durch Wind- und Solarenergie. Er nannte Deutschland als Beispiel fĂŒr eine vorbildliche Energiepolitik.[4][7]

In einem von der UniversitĂ€t der Vereinten Nationen veröffentlichten Interview sprach er von einer Tabuisierung neuer Energieformen, die auf der breiten Zustimmung der japanischen Bevölkerung zur Kernenergie[8] basierte und sich durch die Fukushima-Katastrophe gelockert habe. Er plĂ€dierte dafĂŒr, die Netzmonopole der großen Energiekonzerne wie Tepco zu zerschlagen und dadurch die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien zu erleichtern.[7]

Bei der Gouverneurswahl in Yamaguchi 2012 bewarb sich Iida um die Nachfolge von Sekinari Nii, unterlag aber Shigetarƍ Yamamoto.

Im November 2012 beteiligte er sich an der GrĂŒndung der kurzlebigen Nippon Mirai no Tƍ von Yukiko Kada, in der er zunĂ€chst alleiniger stellvertretender Vorsitzender (daihyƍ daikƍ) war.[9] Bei der Unterhauswahl 2012 kandidierte Iida im 1. Wahlkreis Yamaguchi gegen den liberaldemokratischen Amtsinhaber Masahiko Kƍmura und unterlag deutlich mit 18 % der Stimmen gegenĂŒber 66 % fĂŒr Kƍmura.[10]

Commons: Tetsunari Iida – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Mr. (Dr.) Tetsunari Iida. (PDF; 107 kB) Ministerium fĂŒr neue und erneuerbare Energien, Indien, 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 8. MĂ€rz 2012; abgerufen am 28. Juni 2011 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. 1 2 Anti-Nuke Who’s Who: Tetsunari Iida: democratizing Japan's energy policy. CNIC / Japan Times, abgerufen am 28. Juni 2011 (englisch).
  3. ↑ 飯田ć“ČäčŸăƒĄăƒƒă‚»ăƒŒă‚ž. ç’°ćąƒă‚šăƒăƒ«ă‚źăƒŒæ”żç­–ç ”ç©¶æ‰€ (Institute for Sustainable Energy Policies), archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 17. August 2011; abgerufen am 28. Juni 2011 (japanisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. 1 2 Renewable's time is now, expert says. The Japan Times, 14. Mai 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 12. Juli 2011; abgerufen am 28. Juni 2011 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. ↑ Norimitsu Onishi und Martin Fackler: In Nuclear Crisis, Crippling Mistrust (Memento vom 24. Juni 2011 auf WebCite). New York Times, 12. Juni 2011 (englisch).
  6. ↑ IAEA international fact finding expert mission of the nuclear accident following the great east japan earthquake and tsunami. (PDF; 37 kB) Internationale Atomenergie-Organisation, 1. Juni 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 26. Juni 2011; abgerufen am 28. Juni 2011 (englisch): „Nuclear regulatory systems 
 should ensure that regulatory independence and clarity of roles are preserved in all circumstances.“  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. 1 2 Tetsunari Iida on the renewable future of Japan. (Video) In: Youtube. UniversitÀt der Vereinten Nationen, 9. Mai 2011, abgerufen am 28. Juni 2011 (japanisch, mit, englischen, untertiteln).
  8. ↑ Global snap poll on earthquake in Japan and its impact on views about nuclear energy. (PDF; 509 kB) WIN-Gallup International, 19. April 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 15. Mai 2011; abgerufen am 21. April 2011 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  9. ↑ Eric Johnston: For women, against reactors. Shiga's Kada readies party; Ozawa joins. In: The Japan Times. 28. November 2012, abgerufen am 28. November 2012 (englisch).
  10. ↑ 遞挙>èĄ†é™ąéž>総遞挙2012>開焚甐果>ć°éžæŒ™ćŒșă€€ć±±ćŁ. In: Yomiuri Shimbun. 16. Dezember 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 2. Dezember 2016; abgerufen am 13. Januar 2014 (japanisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.