Werner Schmiedel
Werner Schmiedel (* 10. November 1906 in Zwota; â 15. Juli 1946 in Moskau) war ein deutscher Elektroingenieur und nationalsozialistischer FunktionĂ€r.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Werner Schmiedel stammte aus dem vogtlĂ€ndischen Zwota und war gelernter Elektroingenieur. Zum 1. Februar 1932 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 922.282).[1] Nachdem er zunĂ€chst beruflich in Chemnitz tĂ€tig gewesen war, erfolgte 1934 seine Ernennung zum Abteilungsleiter fĂŒr Organisationsfragen in der NSDAP-Gauleitung Sachsen. 1938 wurde er Direktor der Energie- und Verkehrs-Aktiengesellschaft Westsachsen in Zwickau und wohnte in der LessingstraĂe 39 II.[2]

Mitten im Zweiten Weltkrieg wurde Werner Schmiedel 1943 als SonderbevollmĂ€chtigter der NSDAP-Gauleitung zum Generaldirektor der Aktiengesellschaft SĂ€chsische Werke (ASW) in Dresden ernannt. Seinen Aufstieg an die Spitze der ASW verdankte Schmiedel vor allem dem sĂ€chsischen NSDAP-Gauleiter Martin Mutschmann, dessen Vertrauter er war. Mit diesem und dem sĂ€chsischen Wirtschaftsminister Georg Lenk und dem HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Gauwirtschaftskammer Sachsen in Dresden, Georg Bellmann, bildete er die Sachsenclique.[3]
Als Dresden 1945 kampflos von der Roten Armee besetzt wurde, floh Werner Schmiedel gemeinsam mit Mutschmann am 8. Mai in Richtung Erzgebirge.
Am frĂŒhen Abend des 16. Mai 1945 erfuhr der erst wenige Tage zuvor eingesetzte Oberwiesenthaler BĂŒrgermeister Hermann Klopfer durch einen anonymen Anruf den Aufenthaltsort von Mutschmann und Schmiedel und lieĂ daraufhin ein abgelegenes Haus in TellerhĂ€user umstellen und beide verhaften. Am 17. Mai wurden Mutschmann und Schmiedel in Annaberg verhört und spĂ€ter ĂŒber Chemnitz nach Moskau in das GefĂ€ngnis Lubjanka gebracht. Dort wurde Werner Schmiedel am 10. Juni 1946 aufgrund Art. 58-11 des Strafgesetzbuches der RSFSR vom MilitĂ€rkollegium des Obersten Gerichtes der UdSSR in Moskau zum Tode durch ErschieĂen verurteilt. Die Hinrichtung fand fĂŒnf Tage spĂ€ter statt, zeitgleich wurde auch Georg Bellmann erschossen.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Andreas Weigelt: Todesurteile sowjetischer MilitĂ€rtribunale gegen Deutsche (1944â1947). Eine historisch-biographische Studie, Göttingen, 2015, S. 616f.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- â Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/38500160
- â AdreĂbuch der Kreisstadt Zwickau und Umgebung, 1940, II. S. 198.
- â Andreas Weigelt: Todesurteile sowjetischer MilitĂ€rtribunale gegen Deutsche (1944â1947). Eine historisch-biographische Studie, Göttingen, 2015, S. 74.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schmiedel, Werner |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Unternehmer und nationalsozialistischer FunktionÀr |
| GEBURTSDATUM | 10. November 1906 |
| GEBURTSORT | Zwota |
| STERBEDATUM | 15. Juli 1946 |
| STERBEORT | Moskau |