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Zykeltyp

aus Wikipedia, der freien EnzyklopÀdie

Der Zykeltyp, kurz Typ, ist in der Kombinatorik und der Gruppentheorie eine wichtige Eigenschaft von Permutationen. Der Zykeltyp beschreibt die Anzahl und LÀngen der Zyklen in der Zykeldarstellung einer Permutation. Die Anzahl der möglichen Typen n-stelliger Permutationen entspricht gerade der Anzahl der Partitionen der Zahl n. Die Anzahl der Permutationen pro Zykeltyp kann aus der Typbeschreibung errechnet werden, wobei die Permutationen mit gleicher Zyklenzahl durch die Stirling-Zahlen erster Art gezÀhlt werden.

Die inverse Permutation weist immer den Typ der Ausgangspermutation auf. Auch das Ergebnis der Komposition zweier Permutationen besitzt unabhÀngig von der Reihenfolge der Operanden immer den gleichen Zykeltyp. Weiter sind zwei Permutationen genau dann zueinander konjugiert, wenn sie vom gleichen Typ sind. Die Permutationen gleichen Zykeltyps bilden demnach die Konjugationsklassen der symmetrischen Gruppe vom Grad n.

Jede Permutation der symmetrischen Gruppe Sn lĂ€sst sich eindeutig (bis auf Vertauschung der Faktoren) als Komposition von höchstens n paarweise disjunkten Zyklen darstellen. Bezeichnet nun bj fĂŒr j=1,
,n die Anzahl der Zyklen der LĂ€nge j einer Permutation π∈Sn, dann ist der Zykeltyp dieser Permutation der formale Ausdruck

typ⁥(π)=1b12b2
nbn,

wobei die Terme mit bj=0 nicht aufgefĂŒhrt werden mĂŒssen.[1] Formal heißt hier, dass das Produkt und die Potenzen nicht tatsĂ€chlich ausgerechnet werden. Teilweise wird der Ausdruck auch mit eckigen Klammern versehen.[2] Eine alternative Darstellung des Typs einer Permutation ist das s-Tupel

typ⁥(π)=(k1,k2,
,ks),

wobei s≀n und k1≄ ≄ks∈ℕ die LĂ€ngen der Zyklen in der Zykeldarstellung der Permutation in absteigender Reihenfolge sind.[3][4] Gelegentlich werden die ZyklenlĂ€ngen auch in aufsteigender Reihenfolge notiert.[5] Beide Darstellungen beinhalten die gleichen Informationen ĂŒber eine Permutation und können einfach ineinander umgewandelt werden.

Konkrete Beispiele

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Graph einer Permutation vom Typ 112141 oder (4,2,1).

Die Permutation

π=(12345672413576)=(1243)(5)(67)∈S7

weist den Zykeltyp

typ⁥(π)=11213041506070=112141   oder   typ⁥(π)=(4,2,1)

auf, denn ihre Zykeldarstellung besteht aus je einem Zyklus der LĂ€nge eins, zwei und vier. Den gleichen Zykeltyp besitzt etwa auch die Permutation π=(1457)(36)(2)∈S7.

Allgemeinere Beispiele

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Die folgenden Arten n-stelliger Permutationen π∈Sn mit n≄2 besitzen jeweils den zugehörigen Zykeltyp:

typ⁥(π)=1n   oder   typ⁥(π)=(1,
,1)
typ⁥(π)=1n−221   oder   typ⁥(π)=(2,1,
,1)
typ⁥(π)=1n−rr1   oder   typ⁥(π)=(r,1,
,1)
typ⁥(π)=2b2
nbn   oder   typ⁥(π)=(k1,
,ks) mit kj≄2 fĂŒr alle j
typ⁥(π)=1b12b2   oder   typ⁥(π)=(k1,
,ks) mit kj≀2 fĂŒr alle j
n Zykeltyp Zykelstruktur Anzahl
1 11(1)( ‱ )1
2 12(1,1)( ‱ ) ( ‱ )1
21(2)( ‱ ‱ )1
3 13(1,1,1)( ‱ ) ( ‱ ) ( ‱ )1
11 21(2,1)( ‱ ‱ ) ( ‱ )3
31(3)( ‱ ‱ ‱ )2
4 14(1,1,1,1)( ‱ ) ( ‱ ) ( ‱ ) ( ‱ )1
12 21(2,1,1)( ‱ ‱ ) ( ‱ ) ( ‱ )6
22(2,2)( ‱ ‱ ) ( ‱ ‱ )3
11 31(3,1)( ‱ ‱ ‱ ) ( ‱ )8
41(4)( ‱ ‱ ‱ ‱ )6
5 15(1,1,1,1,1)( ‱ ) ( ‱ ) ( ‱ ) ( ‱ ) ( ‱ )1
13 21(2,1,1,1)( ‱ ‱ ) ( ‱ ) ( ‱ ) ( ‱ )10
11 22(2,2,1)( ‱ ‱ ) ( ‱ ‱ ) ( ‱ )15
12 31(3,1,1)( ‱ ‱ ‱ ) ( ‱ ) ( ‱ )20
21 31(3,2)( ‱ ‱ ‱ ) ( ‱ ‱ )20
11 41(4,1)( ‱ ‱ ‱ ‱ ) ( ‱ )30
51(5)( ‱ ‱ ‱ ‱ ‱ )24

FĂŒr die Anzahl und LĂ€ngen der Zyklen einer n-stelligen Permutation gilt stets[1]

1⋅b1+2⋅b2+
+n⋅bn=n,

demnach mĂŒssen fĂŒr n≄2 manche der Zahlen bj gleich null sein. FĂŒr die Summe aller ZykellĂ€ngen gilt entsprechend

k1+k2+
+ks=n.

Daher entspricht die Anzahl der Zykeltypen in Sn gerade der Anzahl der Partitionen der Zahl n,[4] die durch die Folge

1,2,3,5,7,11,
   (Folge A000041 in OEIS)

gegeben ist. In der nebenstehenden Tabelle ist die Anzahl der Zykeltypen in Sn die Zahl der Zeilen zu dem gegebenen n.

Zahl der Permutationen pro Typ

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Die Anzahl der Permutationen π∈Sn mit typ⁥(π)=1b12b2
nbn betrĂ€gt[6]

n!b1!⋅b2!⋅
⋅bn!⋅1b1⋅2b2⋅
⋅nbn   (Folge A036039 in OEIS),

denn die Zyklen der LÀnge j können auf bj! verschiedene Weisen angeordnet werden, wobei jeder dieser Zyklen auf j verschiedene Weisen geschrieben werden kann. In der nebenstehenden Tabelle finden sich diese Anzahlen in der letzten Spalte. Unter Zuhilfenahme der Tupeldarstellung lÀsst sich die Anzahl der möglichen Permutationen eines gegebenen Zykeltyps auch durch

n!b1!⋅
⋅bn!⋅k1⋅
⋅ks,

angeben. Verwandt dazu sind die Stirling-Zahlen erster Art sn,k, die die Anzahl der n-stelligen Permutationen angeben, die genau k Zyklen aufweisen. Die Stirling-Zahlen entstehen aus der Summe der Anzahlen der Permutationen mit gleicher Zyklenzahl.[6] Beispielsweise ist die Stirling-Zahl s5,2=30+20=50, siehe die zweit- und drittletzte Zeile in der Tabelle.

Die Permutationen gleichen Zykeltyps bilden Äquivalenzklassen und man schreibt π∌σ, wenn zwei Permutationen π,σ∈Sn den gleichen Typ besitzen, das heißt

π∌σ⇔typ⁥(π)=typ⁥(σ).

FĂŒr die inverse Permutation π−1 einer Permutation π gilt immer

π−1∌π,

denn durch die Invertierung drehen sich nur die Reihenfolgen der Zahlen innerhalb der einzelnen Zyklen um. Zwar ist die HintereinanderausfĂŒhrung zweier Permutationen π,σ im Allgemeinen nicht kommutativ, aber es gilt stets

π∘σ∌σ∘π,

das Resultat einer Komposition weist also unabhĂ€ngig von der Reihenfolge der Operanden den gleichen Zykeltyp auf. Auch durch Konjugation mit einer beliebigen Permutation σ Ă€ndert sich der Typ einer Permutation π nicht, das heißt, es gilt

σ∘π∘σ−1∌π.

Allgemein sind zwei Permutationen sogar genau dann konjugiert, wenn sie vom gleichen Typ sind.[4][7] Die n-stelligen Permutationen gleichen Zykeltyps bilden daher die Konjugationsklassen der symmetrischen Gruppe Sn.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Aigner: Diskrete Mathematik. S. 11.
  2. ↑ Reiss, Stroth: Endliche Strukturen. S. 171.
  3. ↑ Artin: Algebra. S. 241.
  4. 1 2 3 Kurzweil, Stellmacher: Theorie der endlichen Gruppen: eine EinfĂŒhrung. S. 80.
  5. ↑ Jacobs, Jungnickel: EinfĂŒhrung in die Kombinatorik. S. 293.
  6. 1 2 Aigner: Diskrete Mathematik. S. 12.
  7. ↑ Artin: Algebra. S. 242.