Zürich
| Zürich | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Bezirk: | Zürich |
| BFS-Nr.: | 0261 |
| Postleitzahl: | 8000–8099 |
| UN/LOCODE: | CH ZRH |
| Koordinaten: | 683354 / 247353 |
| Höhe: | 409 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 391–870 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 87,93 km²[2] |
| Einwohner: | 440'935 (31. Dezember 2025)[3] |
| Einwohnerdichte: | 5015 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 34,2 % (31. Dezember 2025)[4] |
| Arbeitslosenquote: | 1,7 % (Juni 2022)[5] |
| Stadtpräsident: | Raphael Golta (SP) |
| Website: | stadt-zuerich.ch |
Altstadt Zürich und Limmat | |
| Lage der Gemeinde | |


Zürich (zürichdeutsch Züri ,[6] französisch [], italienisch Zurigo [], Rumantsch Grischun ) ist eine schweizerische Stadt, politische Gemeinde sowie Hauptort des gleichnamigen Kantons. Der Bezirk Zürich ist mit dem Stadtgebiet identisch.
Die Stadt Zürich ist mit 440'935 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025)[7] die grösste Stadt der Schweiz und weist eine Bevölkerungsdichte von 5015 Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Das Umland ist ebenfalls dicht besiedelt; die städtische Bebauung und Infrastruktur setzt sich im Nordosten und Nordwesten der Stadt sowie entlang des Zürichsees nahtlos fort. Im Kerngebiet der Agglomeration Zürich (einschliesslich der Stadt) leben über eine Million Menschen,[8] in der ganzen Agglomeration etwa 1,45 Millionen (Stand 2022),[9] ein Sechstel der Schweizer Bevölkerung.
Die Stadt liegt im östlichen Schweizer Mittelland, an der Limmat am Ausfluss des Zürichsees. Ihre Einwohner werden Zürcher genannt (bzw. Stadtzürcher zur Differenzierung von den übrigen Einwohnern des Kantons).
Das aus der römischen Siedlung Turicum entstandene Zürich wurde 1262 freie Reichsstadt und 1351 Mitglied der Eidgenossenschaft. Die Stadt des Reformators Huldrych Zwingli wurde 1519 zu einem Zentrum der Reformation (neben Wittenberg, Genf und Strassburg). Bis heute gilt sie als Ausgangspunkt der weltweiten reformierten Kirche und der Täufer. Die Stadt erlebte im Industriezeitalter ihren Aufstieg zur heutigen Wirtschafts- und Finanzmetropole der Schweiz und zur Global City.
Mit ihrem Hauptbahnhof, dem grössten Bahnhof der Schweiz, und dem Flughafen (auf dem Gebiet der Gemeinde Kloten) ist die Stadt Zürich ein kontinentaler Verkehrsknotenpunkt. Aufgrund der ansässigen Grossbanken (u. a. UBS und Zürcher Kantonalbank) und Versicherungen (Zurich Insurance Group und Swiss Re) ist sie ein internationaler Finanzplatz und der grösste Finanzplatz der Schweiz, gefolgt von Genf und Lugano. Daneben beherbergt die Stadt mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Universität Zürich die zwei grössten universitären Hochschulen der Schweiz. Trotz der vergleichsweise geringen Einwohnerzahl wird Zürich zu den Weltstädten gezählt. Zürich ist das wichtigste Zentrum der Schweizer Medien- und Kreativbranche.[10] Mit seiner Lage am Zürichsee, seiner gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt und einem vielseitigen Kulturangebot und Nachtleben ist es zudem ein Zentrum des Schweizer Tourismus.
Seit Jahren wird Zürich neben Basel und Genf als eine der Städte mit der weltweit höchsten Lebensqualität[11][12][13][14][15] und zugleich neben Genf mit den höchsten Lebenshaltungskosten[16][17][18] weltweit gelistet. Zürich ist nach Monaco und Genf die Stadt mit der dritthöchsten Millionärsdichte weltweit.[19]
Stadtname und Aussprache
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name Zürich wird auf Schweizer Hochdeutsch mit kurzem ü ausgesprochen (),[20][21] auf bundesdeutschem Hochdeutsch mit langem ü (). Die zürichdeutsche Lautung kennt mit Züri kurzes ü und lautgesetzlichen Schwund von auslautendem ch.[6] In der vierten Landessprache der Schweiz, Rätoromanisch, lautet der Stadtname auf Sursilvan, Sutsilvan, Surmiran und Rumantsch Grischun Turitg, auf Vallader und Putèr .[22] Die aus der Römerzeit überlieferte lateinische Form ist Turicum.
Der Ortsname findet sich erstmals auf dem Grabstein des Lucius Aelius Urbicus aus der Zeit 185 bis 200 n. Chr. als sta Turicen bezeugt, was als stationis Turicensis zu lesen ist. Das Substantiv Turicum ist aus diesem Adjektiv rekonstruiert.[23] Die deutsche Lautung wird erstmals um 700 fassbar, als der Geograph von Ravenna in seiner «Cosmographia» den Ort Ziurichi nennt; die Schreibung «iu» dürfte hier den i-Umlaut und damit die Lautung ü bezeichnen.[23]
Zur ursprünglichen Bedeutung des Namens gibt es verschiedene Annahmen.
- Diejenige Erklärung, welche die bisher am weitesten verbreitete Anerkennung geniesst,[23] leitet Zürich vom Personennamen Tūros her, der um das Suffix -īcon erweitert ist, womit der Ortsname «dem Tūros zugehörig» im Sinne von «Siedlung des Tūros» bedeutete.[24][25] Hinsichtlich der Sprache des Personennamens dachte die ältere Forschung an Venetisch oder Illyrisch, wogegen man ihn heute als keltisch deutet.[24][23]
- Eine 2011 publizierte Erklärung von Wulf Müller verwirft die Pänultima-Betonung des lateinischen Ortsnamens Turicum (also die Betonung auf dem i), setzt Erstbetonung an (also auf dem u) und postuliert auf dieser Grundlage eine Ableitung von einem Flussnamen *Turos, was die Benennung eines ehemaligen Sihlarms gewesen sein soll.[25][23]
- Nach einer 2019 von Theo Vennemann publizierten These soll der Ortsname Zürich in einem Zusammenhang mit den im mitteleuropäischen Raum häufigen Ortsnamen auf Dürr-, Dürk-, Türk- stehen, für die er einen gemeinsamen vaskonischen Ursprung postuliert.[A 1] Zürich bedeute demnach «bei der Quelle».[26]
- Wissenschaftlich nicht mehr haltbar ist die ältere Erklärung, wonach sich der Name von den Wörtern *dur ‚laufendes Wasser‘ und *acum ‚Wohnort, Ansiedlung‘ ableite und damit für ‚Wasserstadt‘ stünde.[27][28]
- Namenerklärungen des Humanismus waren volksetymologisch. Heinrich Pantaleon leitete den Ortsnamen 1578 von mittellateinisch Duregum beziehungsweise deutsch Zürych her und deutete ihn als «Zweireich», weil die Limmat in alter Zeit die Grenze der beiden Reiche Alemannien und Burgund gewesen sei.[29] Spätmittelalterliche Chronisten legten dem Ortsnamen den Namen eines angeblichen Königs namens Turicus zugrunde[30] oder führten ihn auf den Beinamen Taurica der römischen Göttin Diana zurück[31].
In Anspielung auf die geografischen und historischen Gegebenheiten wird Zürich informell als die «Limmatstadt» oder die «Zwinglistadt» bezeichnet. Mit Bezugnahme auf das Wirken der Zürcher Aufklärer im 18. Jahrhundert, unter anderem Johann Jakob Bodmer, Johann Jakob Breitinger und Johann Caspar Lavater sowie auf die Schweizerische Landesausstellung von 1883 findet sich überdies die Benennung «Limmat-Athen».[32][33][34]
In neulateinischen Texten des 16. bis 18. Jahrhunderts wird Zürich oft Tigurum genannt; als Adjektiv («Zürcher») wird Tigurinus gebraucht (siehe Tiguriner). Humanistische Gelehrte hatten die von den Römern gefürchteten Tiguriner fälschlicherweise mit Zürich in Verbindung gebracht.[35]




