Erster Hilfskonvoi erreicht Tigray

Erstmals seit Beginn der äthiopischen Militäroffensive in Tigray hat ein Konvoi mit internationalen Hilfslieferungen die umkämpfte Region erreicht. Wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) heute mitteilte, wurde die Lieferung in Abstimmung mit den äthiopischen Behörden organisiert. Auch das Äthiopische Rote Kreuz beteiligte sich demnach daran.

Verteilung von Nahrungsmitteln in Alamata, Äthiopien
APA/AFP/Eduardo Soteras

Der Konvoi bestand den Angaben zufolge aus sieben Lastwagen, die Medikamente und medizinische Ausrüstung für die Behandlung von mehr als 400 Menschen in die Regionalhauptstadt Mekele brachten. Die Hilfslieferung kommt dem Hauptstadtkrankenhaus, dem regionalen Gesundheitsamt und der Apotheke des äthiopischen Roten Kreuzes zugute.

Krankenhaus schloss Intensivstation

Das Krankenhaus hatte seine Intensivstation und den Operationssaal schließen müssen, weil medizinische Ausrüstung und Treibstoff für die Generatoren ausgegangen waren. Zugleich mussten die Ärzte Ende November immer mehr Verletzte behandeln.

„Dieser medizinische Hilfskonvoi wird dazu beitragen, die Vorräte aufzufüllen, den Patienten zu helfen und die Zahl der schwierigen Entscheidungen über Leben und Tod zu reduzieren“, erklärte der Regionaldirektor des IKRK für Afrika, Patrick Youssef. Die Lieferung beinhaltete laut IKRK auch Decken, Kleidung, Kochutensilien und Seife für rund 100 Familien.

Humanitärer Korridor gefordert

Die internationale Gemeinschaft hatte seit Wochen humanitären Zugang zu der Krisenregion gefordert, die seit dem Beginn des Konflikts Anfang November praktisch vom Rest der Welt abgeschnitten war.

Anfang Dezember hatte die UNO mitgeteilt, sie habe mit der äthiopischen Regierung eine Übereinkunft erzielt, die „bedingungslosen Zugang für humanitäre Hilfe“ garantiere. Das Abkommen scheiterte jedoch, da Addis Adeba darauf bestand, in dieser Angelegenheit die Federführung zu behalten. Die äthiopische Regierung will offenbar verhindern, dass Außenstehende eine führende Rolle bei den Hilfsbemühungen spielen.