FĂŒr das GroĂprojekt beobachtete das 41-köpfige Forschungsteam verschiedene RegenwaldflĂ€chen im ChocĂł im Nordwesten von Ecuador und untersuchte 16 Gruppen von Organismen, darunter Tiere, Pflanzen und Bakterien â insgesamt mehrere tausend Arten. Die FlĂ€chen, die unter Naturschutz standen, unterschieden sich unter anderem hinsichtlich der vorherigen Nutzung und der Dauer, seit sie nicht mehr der Landwirtschaft dienten.
Innerhalb von 30 Jahren erhole sich die Artenvielfalt auf ĂŒber 90 Prozent des ursprĂŒnglichen Niveaus, heiĂt es in der Studie, die im Fachjournal âNatureâ veröffentlicht wurde. Zudem kĂ€men drei Viertel der typischen Tier- und Pflanzenarten wieder.
Tiere helfen bei Regeneration mit
âDie vielen schnell zurĂŒckkehrenden Tierarten sind nicht nur Profiteure der Waldregeneration, sondern sind auch deren wichtigste Akteureâ, so Studienleiter Nico BlĂŒthgen von Technischen UniversitĂ€t Darmstadt in einer Aussendung. âFledermĂ€use, Affen und andere SĂ€ugetiere sowie Vögel bringen die Baumsamen wieder in die gerodeten FlĂ€chen, DungkĂ€fer graben die Samen in den Boden, hunderte anderer Tierarten sorgen fĂŒr die BestĂ€ubung.â
Allerdings war die RĂŒckkehr nur möglich, weil in der Region noch einige unberĂŒhrte WĂ€lder vorhanden waren. Aus diesen Reservoirs konnten sich die Tier- und Pflanzenarten wieder in die zuvor landwirtschaftlich genutzten und nun brachliegenden FlĂ€chen ausbreiten. Zudem dauerte die Besiedlung je nach Art der Organismen unterschiedlich lange. Wichtig war auch, wie der Boden zuvor bewirtschaftet worden war â etwa ob als Kakaoplantage oder als Weide.
Regenwald weiterhin stark gefÀhrdet
Tropische RegenwĂ€lder sind Heimat fĂŒr einen groĂen Teil aller weltweiten Tier- und Pflanzenarten. Allerdings ist der Studie zufolge nicht einmal mehr die HĂ€lfte der ursprĂŒnglich vorhandenen RegenwĂ€lder intakt. Landnutzung und Klimawandel gefĂ€hrdeten die WĂ€lder. Und die Abholzung schreite weiterhin schneller voran als die SchutzmaĂnahmen, so das Forschungsteam.
Demnach gehen pro Jahr vier bis sechs Millionen Hektar weltweit verloren â also 40.000 bis 60.000 Quadratkilometer. Das entspricht im Mittel etwa der FlĂ€che von Costa Rica (gut 51.000 Quadratkilometer). âDiese jĂ€hrlichen Verluste sind damit fast so hoch wie die FlĂ€che aller langfristig angelegten RenaturierungsmaĂnahmen zusammenâ, sagt der Ăkologe BlĂŒthgen.