Mehr aus PflichtgefĂŒhl als aus Enthusiasmus und Entdeckergeist sind wir heute nach Niagara Falls gefahren. Wir haben um 8.46h den Westbound GO Train bis Burlington genommen, dessen Fahrer uns mit seinen viel zu hĂ€ufigen, ausfĂŒhrlichen und lauten Ansagen genervt hat.
Von Burlington fĂ€hrt dann ein Bus nochmal ca. 1 Stunde nach Niagara Falls, wo man am besten bei Stanley & Hwy 420 aussteigt. Von da aus sind wir dann zu den FĂ€llen gelaufen. Der Weg fĂŒhrt durch die freizeitparkĂ€hnliche Stadt, deren StraĂen von Geisterbahnen, Wachskabinetten, Casinos und sonstigen Attraktionen gesĂ€umt wird. Wir haben schon jetzt eigentlich keine Lust mehr und wĂŒrden am liebsten direkt den Bus zurĂŒck nach Toronto nehmen. Wir laufen aber tapfer weiter zum Aussichtspunkt auf die NiagarafĂ€lle. Irgendwie sehen sie gar nicht so groĂ aus, wie ich erwartet hatte. Unter uns sehen wir Ameisenmenschen in blauen Regencapes zur "Maid of the Mist" schlĂ€ngeln.
Auch wir reihen uns etwas widerwillig in die Schlange ein. 16,50$ pro Person, die Regencapes gibt es kostenlos, sie kommen aus Taiwan, kleben ganz eklig an der Haut, ich hab ein wenig Angst, dass mein SchweiĂ alle Giftstoffe rauslöst und ich Ausschlag krieg. Weiter geht's Viehtreiber leiten die Menschenmassen in die richtigen Bahnen, dann sind wir auch schon auf dem Schiff, zum GlĂŒck hat das nicht so lang gedauert.
Auf geht's Richtung FĂ€lle, was von Weitem aussieht wie leichte Gischt, fĂŒhlt sich aus unmittelbarer NĂ€he an wie Regen mit starkem Wind - schon beeindruckend, was fĂŒr eine Kraft dieses Wasser hat. Die anderen Leute auf dem Boot schreien als sĂ€Ăen sie in der Achterbahn, sobald das Wasser kommt. Wir werden trotz der Capes ziemlich nass (vor allem die FĂŒĂe). Ich frage mich wer von den Menschen hier auch so ausflippen wĂŒrde, wenn man ihn in Regen dieser StĂ€rke stellt. Das auf dem Wasser schwimmt brĂ€unlicher Schaum und es stinkt. Wir jetzt auch.
Wieder runter vom Schiff, das Cape ausgezogen und weggeworfen. Wir versuchen auszurechnen, wie viele von den Capes wohl tÀglich verbraucht werden ... ich komme mit meiner Rechnung auf 40.500, wenn die 3 FÀhren alle 15 Minuten 9 Stunden am Tag mit im Schnitt 300 Passagieren fahren, macht in der Saison 8.667.000, falls ich mich nicht verrechnet habe. So eine Umweltverschmutzung ...
Nach der Fahrt setzen wir uns in den Park mit Blick auf die FĂ€lle und versuchen unsere Schuhe und Socken zu trocknen, spĂ€ter wollten wir uns mal die eine Spielhalle anschauen und haben dann fĂŒr 2$ (4 Tokens) geschossen und 14 Wertmarken gewonnen, die wir verschenkt haben. Wir haben dann auch mal ausgerechnet, wie viel Dollar man verspielen muss, um einen blöden groĂen PlĂŒsch-Homer (4000 Bons), gescheige denn eine Wii (45000 Bons) zu gewinnen. Sehr viel!
Wir sind dann frĂŒher als geplant nach hause und hatten GlĂŒck, dass wir den Bus um 15.20h genau erwischt haben, obwohl wir gar nicht wussten, wann er fĂ€hrt. 5 Stunden in Niagara haben uns gereicht, zum GlĂŒck ist dass jetz abgehakt.
Alles ist so touristisch, dass man gar nicht mehr richtig merkt wie toll dieses Naturwunder eigentlich ist. Neben all den Casionos und anderen Attraktionen, in den Massen der Touristen, verkommt es zu einer kleinen Nebenattraktion.
Man sollte diese ganze Stadt abreiĂen, plattwalzen und um die FĂ€lle einen National Park von mindestens 30km Umkreis anlegen. Wenn man erst einmal eine Stunde zu den FĂ€llen wandern muss und dann an ihrem Ufer entlanglaufen kann, wird man es erst richtig zu schĂ€tzen wissen. Laut Ruth könnte dies sogar wirklich passieren. Sie hat einen Artikel gelesen, in dem Stand, dass die ganzen Attrakzionen nicht mehr genug Geld einbringen und man darĂŒber nachdenkt, dass ganze wieder natĂŒrlich zu gestalten. Wir sind dafĂŒr.
CANADA = K-ANNA-DA : My Canadian Dream
Canada has been the land of my dreams for more than 6 years. After finishing my BA studies I am now finally going to travel there. Starting off with a 3-month internship at the Goethe-Institut Toronto I wish to get to know and travel the country until July. This blog will keep you updated with everything I experience :)
Mittwoch, 6. Juli 2011
Freitag, 1. Juli: Canada Day
FĂŒr den Canada Day hatten wir uns den Woodbine Park ausgesucht. Dort gab es das Red, White and Vinyl Festival, wo unter anderem Alannah Myles (Black Velvet, kennt ihr bestimmt) auftrat. Wir kamen wĂ€hrend ihres Auftritts an und haben uns im licensed Bereich mit einem Bier (7$ die Dose) und Pizza auf die Wiese gesetzt. Kinder mĂŒssen drauĂen bleiben. Die meisten Menschen tragen irgendein Kanada-Zeichen - T-Shirt, Haarreif, FĂ€hnchen ...
SpĂ€ter sind wir dann noch runter zum See gelaufen, wo man vor lauter Menschen kaum durch kam. Ăberall saĂen pakistanische, indische, afrikanische ... Familien beim Picknick, der Strand war vollkommen ĂŒberfĂŒllt. Nicht schön, wir sind relativ schnell wieder zurĂŒck gelaufen.
Statt das Feuerwerk anzuschauen, sind wir dann nach hause gelaufen und haben schön zusammen gekocht.
SpĂ€ter sind wir dann noch runter zum See gelaufen, wo man vor lauter Menschen kaum durch kam. Ăberall saĂen pakistanische, indische, afrikanische ... Familien beim Picknick, der Strand war vollkommen ĂŒberfĂŒllt. Nicht schön, wir sind relativ schnell wieder zurĂŒck gelaufen.
Statt das Feuerwerk anzuschauen, sind wir dann nach hause gelaufen und haben schön zusammen gekocht.
Montag, 27. Juni: Kuchen essen im Institut
Gegen 13h sind wir zum Institut gefahren, um dort unsere Flugtickets abzuholen, die das ReisebĂŒro hinfaxen durfte. Wir haben uns mit Ruth und Hannah unterhalten und von unserer Reise erzĂ€hlt. Um 14h gab es dann Kuchen und Kekse fĂŒr alle, die Hannah zu ihrem Geburtstag ausgegeben hat. Da haben wir uns den richtigen Tag ausgesucht, um das Institut zu besuchen. Wir haben uns mit Hannah und Ruth fĂŒr die kommende Woche zum essen verabredet.
Sonntag, 26. Juni: Germany - Canada: Women's World Cup 2011 Public Screening
Heute haben wir uns am Dundas Square das Eröffnungsspiel Deutschland - Kanada auf der von der CBC und dem Deutschen Konsulat organisierten GroĂleinwand angesehen. Den AnstoĂ um 12h haben wir knapp verpasst, dann konnten wir uns das Spiel aber anschauen. Das Publikum bestand gröĂtenteils aus Deutschen, die mit FĂ€hnchen, HĂŒten, UmhĂ€ngen etc. ausgestattet waren (wurde kostenlos verteilt, bezahlt vermutlich vom deutschen Steuerzahler). Ein paar Kanadier haben auch zugeschaut, hier und da sah man die Maple Leaf Flagge. So viel zu jubeln hatten sie aber nicht, obwohl sie viele Chancen vergeben haben, konnten die Deutschen ja einen 2:1 Sieg feiern. War aber ja auch klar ;)
Samstag, 25. Juni - Samstag, 09. Juli: Toronto
Jetzt sind wir zurĂŒck in Toronto fĂŒr zwei letzte Wochen, um die Stadt auch im Sommer zu erleben. Das Wetter ist wunderschön, die Temperaturen zwischen 24 und 30 Grad. Endlich ist alles grĂŒn, die Stadt sieht so direkt viel freundlicher aus. Wir werden uns in den nĂ€chsten Tagen hier wieder ein wenig von der Reise erholen, umsehen, durch die Stadt laufen, am See sitzen und uns mit den Leuten aus dem Institut treffen. AuĂerdem stehen ja noch mein Besuch bei Fred und die NiagarafĂ€lle aus.
Montag, 20. Juni - Freitag, 24. Juni: Village de Senneville und RĂŒckreise
20.06.2011
Dominik steht frĂŒh auf, weil er noch Angelzubehör kaufen will, ich etwas spĂ€ter zum Duschen und FrĂŒhstĂŒcken. Um 11h checken wir aus und erfragen wieder wo man am besten zum trampen hinfahren sollte. MĂ©tro bis CĂŽte Vertu und dann Bus 215 bis Fairview Terminus. Wir mĂŒssen zur 40 Richtung Ottawa.
Wir fahren und los und gehen dann in die Mall am Fairview Terminus, wo ich warte, wĂ€hrend Domi zu einem 15 Minuten entfernten Angelladen lĂ€uft. Er kommt mit Schwimmern und der Nachricht zurĂŒck, dass es schwierig wird zu trampen. Der Highway ist mit einem Zaun abgesperrt und an der Auffahrt steht wieder das "keine FuĂgĂ€nger und FahrrĂ€der" Schild. Wenigstens scheint die Sonne.
Dominik fĂ€ngt wieder damit an, dass er ein schlechtes GefĂŒhl hat, ich blebe optimistisch und tatsĂ€chlich hĂ€lt nur nach wenigen Minuten hinter uns ein Auto an (wir sind vor der Auffahrt auf einer kleinen gemalten Insel stehen geblieben). Der Fahrer steigt aus und sagt, wir hĂ€tten uns aber eine sehr schlechte Stelle ausgesucht (wissen wir bzw. haben wir auch gemerkt). Er sagt, er kann uns nicht weit fahren, aber zumindest an einen besseren Ort bringen. Das Angebot nehmen wir gerne an.
Er stellt sich als Alex aus England (etwa Mitte 30) vor und bietet uns wĂ€hrend der Fahrt an mit zu ihm zu kommen, er hĂ€tte ein groĂes GrundstĂŒck, wo wir zelten können. Auch dieses Angebot nehmen wir gerne an.
Wie es sich fĂŒr einen EnglĂ€nder (allerdings in Deutschland geboren) gehört, bietet uns Alex bei ihm angekommen Tee an, den wir, nachdem er uns alles gezeigt hat, im Garten trinken. Als wir den Rundgang ĂŒber sein GrundstĂŒck machen fragt uns Alex "Do you throw axes?" Worauf wir etwas perplex mit "Nein." antworten. Er zeigt uns daraufhin seine schwedische Doppelaxt, die er auf einen toten Baumstamm wirft. Dominik und ich sollen es auch versuchen, wobei wir uns beide als relative Naturtalente erweisen. Domi schafft sogar einen perfekten Wurf (dabei muss die Axt parallel zum Stamm im Holz stecken bleiben.
WĂ€hrend unseres GesprĂ€chs fragt er uns, ob wir Lust hĂ€tten was zu tun, es gĂ€be ums Haus einiges zu machen. - Rasn mĂ€hen, mulchen, Holz stapeln ... na klar! Ich mĂ€he den Rasen (Resultat: eine Blase an beiden Daumen, Beine mit Socken-Staub-Abdruck und ein sehr schön gemĂ€hter Rasen) und Alex macht sich darĂŒber lustig wie systematisch und ordentlich ich dabei bin. Domi fĂ€ngt an den Mulch zu verteilen.
Danach (ca. 2 Stunden Arbeit) bauen wir auf der Wiese das Zelt auf und gehen zum See, angeln. Domi fĂ€ngt zwar nichts, sieht aber 2x einen groĂen Hecht, direkt vor seinen FĂŒĂen am Ufer.
Alex hat uns angeboten gerne lĂ€nger als eine Nacht zu bleiben und das werden wir auch machen. Wir haben hier genau dass, was wir im Nationalpark wollten und mĂŒssen noch nicht einmal dafĂŒr zahlen. Wir werden verköstigt, arbeiten ein wenig, können Boote und FahrrĂ€der leihen, campen, haben einen SchlĂŒssel, das W-Lan Passwort ...
Ich kann gar nicht fassen, wieviel GlĂŒck wir immer haben, bzw. wieviel Segen auf unserer Reise liegt. Ich weiĂ gar nicht, womit wir das verdient haben, aber ich bin unglaublich dankbar dafĂŒr.
Alex hat Dominik sogar einen bezahlten Job fĂŒr Mittwoch und Donnerstag angeboten. Wir gehen ins Zelt, freuen uns auf morgen und schlafen.
21.06.2011
Wir werden gegen 7h von Alex' Arbeitern wach, schlafen dann aber noch eine Stunde weiter, bis es um 8h im Zelt unertrĂ€glich warm wird. Im Haus finden wir einen Zettel mit der Aufschrift "Germans! Make yourself at home. Food in fridge. See you this afternoon. Alex". Nach dem FrĂŒhstĂŒck verteilt Domi drauĂen den restlichen Mulch. Gegen 12h nehmen wir Alex' silbernes Kanu und tragen es zum See, um damit in die Stadt zu fahren. Die Aktion scheitert leider an der mangelnden Kraft meiner Arme, Kajak fahren finde ich leichter. FĂŒr einen schönen Sonnenbrand auf den Oberschenkeln hat die Zeit auf dem See aber gereicht. Dominik fĂ€hrt dann allein mit dem Fahrrad los, um ein wenig einzukaufen.
Abends kochen wir dann zusammen, jeder eine Sache. Domi macht SpĂ€tzle, Alex HĂŒhnchen und ich Brokkoli und Sauce. Zusammen sehr lecker, es wurde auch gelobt. Zum Essen ist noch Anthony, ein Freund von Alex da. Nach dem Essen gibt es dann noch Kuchen, wobei wir uns ĂŒber unsere Reise und ihre Touren unterhalten. Gegen 10h sind wir dann alle ins Bett/Zelt.
22.06.2011
Domi steht um 6:20h auf, weil er heute mit Alex' Leuten arbeiten geht und davor mit Alex frĂŒhstĂŒckt. Ich schlafe bis 9:30h weiter, dann wird es mir zu warm im Zelt und ich stehe auf. Nach dem FrĂŒhstĂŒck lege ich mich im Garten in die Sonne und genieĂe den schönen Tag und vor allem die WĂ€rme.
Gegen 15h nehme ich Alex' Fahrrad, um ein wenig die Gegend zu erkunden. Ich fahre insgesamt eine Stunde durch eine Landschaft, die sehr europÀisch aussieht - mich erinnert sie an den Niederrhein. Vorbei an zwei Parks, Schicki-Micki-HÀusern, Seen, Wald, Pseudo-Stein-HÀusern ...
Alex wohnt wirklich wunderschön, in toller Umgebung mit groĂem GrundstĂŒck, in der Nachbarschaft wohnt einer der reichsten MĂ€nner Kanada's. Um 19:30h kommt Domi nach 12 Stunden von der Arbeit zurĂŒck. Die Arbeiter waren sehr zufrieden mit ihm, da hat Domi als Deutscher ein gutes Bild hinterlassen. Wir bestellen Pizza und gehen dann schlafen.
23.06.2011
Wir stehen gegen 10h auf, in der Nacht hat es mehrmals leicht geregnet. Ich mÀhe Rasen, Domi fÀhrt wieder zum Einkaufen in die Stadt. Als er wiederkommt kochen wir Spaghetti Bolognese, die wir mit Alex teilen, als er nach hause kommt.
Ich teste meine Luftmatratze in der Badewanne auf Löcher, finde aber keins, obwohl die Matte ĂŒber Nacht viel Luft verliert. Ich werde sie in Toronto mal zurĂŒck in den Laden bringen.
SpĂ€ter kommen Alex' 2 philippinische HaushĂ€lterinnen, sehr sympatisch und lustig und ich singe fĂŒr die 3.
Abends erzĂ€hlt uns Alex von seiner Reise durch Nord- und SĂŒdamerika mit Zug (wie ein Hobo), Motorrad und Segelboot (natĂŒrlich ohne FĂŒhrerschein).
Wir hÀngen das Zelt zum Trocknen in der Garage auf und verbringen die Nacht in Alex GÀstezimmer.
Am nÀchsten Morgen sollen wir weiter, Alex bekommt Besuch. Er fragt wann wir los wollen (er fÀhrt uns noch zum Highway), ob 8h ok ist, dann könnten wir ausschlafen ...
24.06.2011
Wir stehen gegen 8h auf und packen. Alex macht FrĂŒhstĂŒck (Spaghetti mit Banane, Pilz-ZiegenkĂ€se-Omelett, Tomaten und WĂŒrstchen). Dan malt er uns ein Schild mit der Aufschrift "China" und bringt uns nach St. Anna de Bellevue an eine gute Hitchhike-Stelle. Als wir aussteigen, fĂ€ngt es an zu regnen und wir gehen uns nach ein paar Minuten unterstellen.
Nach kurzer Zeit hĂ€lt am StraĂenrand ein Auto, der Fahrer steigt aus und lĂ€uft durch den Regen auf uns zu. Er hatte uns zu spĂ€t trampen sehen und hat gedreht um zurĂŒck zu kommen.
Er heiĂt Marc und fĂ€hrt eigentlich nach hause, bringt uns aber weiter, bis hinter die Grenze nach Ontario an eine RaststĂ€tte.
Dort holen wir etwas zu essen und trampen dann weiter. Noch an der Auffahrt zum Highway halten Jacqueline und Ken ihr vollgepacktes Auto an, in das wir es irgendwie schaffen auch noch uns und unsere RucksÀcke zu quetschen.
Die beiden sind sehr nett, wir unterhalten uns gut. Sie fahren nach Napanee und lassen uns dort an 2 Motels raus.
Nachdem sich diese als ĂŒberteuert herausstellen, beschliĂen wir, zu versuchen weiter zu trampen und möglichst bis Toronto zu kommen, auch wenn wir damit 5 Tage frĂŒher als geplant zurĂŒck sind.
Wir sprechen zunÀchst Autofahrer an einer Tankstelle an, die wollen uns aber entweder nicht mitnehmen oder fahren nicht weit.
Also laufen wir zum Highway und wieder ist uns das GlĂŒck hold - Donna hĂ€lt an und nimmt uns mit nach Toronto. Sie ist froh ĂŒber die Gesellschaft, weil sie schon 5 Stunden gefahren ist, um ihre Tochter uns Freundinnen in ein MĂ€dchenferienlager zu fahren. Domi schlĂ€ft hinten ein, wir hören YES und Pink Floyd, wĂ€hrend sie mir von ihren Erlebnissen als junge Stewardess erzĂ€hlt.
Gegen Abend kommen wir in Toronto an, wir mĂŒssen noch Metro fahren und kommen dann an meinem kanadischen Zuhause an.
Auf Klingeln und Klopfen reagiert niemand (wir haben keinen SchlĂŒssel und werden nicht erwartet), aber zum GlĂŒck ist Emilie da und macht uns auf, nachdem ich ihren Namen gerufen habe.
Nach 10 Wochen Reise quer durch Kanada voller Erlebnisse sind wir wieder zurĂŒck am Ausgangspunkt.
Dominik steht frĂŒh auf, weil er noch Angelzubehör kaufen will, ich etwas spĂ€ter zum Duschen und FrĂŒhstĂŒcken. Um 11h checken wir aus und erfragen wieder wo man am besten zum trampen hinfahren sollte. MĂ©tro bis CĂŽte Vertu und dann Bus 215 bis Fairview Terminus. Wir mĂŒssen zur 40 Richtung Ottawa.
Wir fahren und los und gehen dann in die Mall am Fairview Terminus, wo ich warte, wĂ€hrend Domi zu einem 15 Minuten entfernten Angelladen lĂ€uft. Er kommt mit Schwimmern und der Nachricht zurĂŒck, dass es schwierig wird zu trampen. Der Highway ist mit einem Zaun abgesperrt und an der Auffahrt steht wieder das "keine FuĂgĂ€nger und FahrrĂ€der" Schild. Wenigstens scheint die Sonne.
Dominik fĂ€ngt wieder damit an, dass er ein schlechtes GefĂŒhl hat, ich blebe optimistisch und tatsĂ€chlich hĂ€lt nur nach wenigen Minuten hinter uns ein Auto an (wir sind vor der Auffahrt auf einer kleinen gemalten Insel stehen geblieben). Der Fahrer steigt aus und sagt, wir hĂ€tten uns aber eine sehr schlechte Stelle ausgesucht (wissen wir bzw. haben wir auch gemerkt). Er sagt, er kann uns nicht weit fahren, aber zumindest an einen besseren Ort bringen. Das Angebot nehmen wir gerne an.
Er stellt sich als Alex aus England (etwa Mitte 30) vor und bietet uns wĂ€hrend der Fahrt an mit zu ihm zu kommen, er hĂ€tte ein groĂes GrundstĂŒck, wo wir zelten können. Auch dieses Angebot nehmen wir gerne an.
Wie es sich fĂŒr einen EnglĂ€nder (allerdings in Deutschland geboren) gehört, bietet uns Alex bei ihm angekommen Tee an, den wir, nachdem er uns alles gezeigt hat, im Garten trinken. Als wir den Rundgang ĂŒber sein GrundstĂŒck machen fragt uns Alex "Do you throw axes?" Worauf wir etwas perplex mit "Nein." antworten. Er zeigt uns daraufhin seine schwedische Doppelaxt, die er auf einen toten Baumstamm wirft. Dominik und ich sollen es auch versuchen, wobei wir uns beide als relative Naturtalente erweisen. Domi schafft sogar einen perfekten Wurf (dabei muss die Axt parallel zum Stamm im Holz stecken bleiben.
WĂ€hrend unseres GesprĂ€chs fragt er uns, ob wir Lust hĂ€tten was zu tun, es gĂ€be ums Haus einiges zu machen. - Rasn mĂ€hen, mulchen, Holz stapeln ... na klar! Ich mĂ€he den Rasen (Resultat: eine Blase an beiden Daumen, Beine mit Socken-Staub-Abdruck und ein sehr schön gemĂ€hter Rasen) und Alex macht sich darĂŒber lustig wie systematisch und ordentlich ich dabei bin. Domi fĂ€ngt an den Mulch zu verteilen.
Danach (ca. 2 Stunden Arbeit) bauen wir auf der Wiese das Zelt auf und gehen zum See, angeln. Domi fĂ€ngt zwar nichts, sieht aber 2x einen groĂen Hecht, direkt vor seinen FĂŒĂen am Ufer.
Alex hat uns angeboten gerne lĂ€nger als eine Nacht zu bleiben und das werden wir auch machen. Wir haben hier genau dass, was wir im Nationalpark wollten und mĂŒssen noch nicht einmal dafĂŒr zahlen. Wir werden verköstigt, arbeiten ein wenig, können Boote und FahrrĂ€der leihen, campen, haben einen SchlĂŒssel, das W-Lan Passwort ...
Ich kann gar nicht fassen, wieviel GlĂŒck wir immer haben, bzw. wieviel Segen auf unserer Reise liegt. Ich weiĂ gar nicht, womit wir das verdient haben, aber ich bin unglaublich dankbar dafĂŒr.
Alex hat Dominik sogar einen bezahlten Job fĂŒr Mittwoch und Donnerstag angeboten. Wir gehen ins Zelt, freuen uns auf morgen und schlafen.
21.06.2011
Wir werden gegen 7h von Alex' Arbeitern wach, schlafen dann aber noch eine Stunde weiter, bis es um 8h im Zelt unertrĂ€glich warm wird. Im Haus finden wir einen Zettel mit der Aufschrift "Germans! Make yourself at home. Food in fridge. See you this afternoon. Alex". Nach dem FrĂŒhstĂŒck verteilt Domi drauĂen den restlichen Mulch. Gegen 12h nehmen wir Alex' silbernes Kanu und tragen es zum See, um damit in die Stadt zu fahren. Die Aktion scheitert leider an der mangelnden Kraft meiner Arme, Kajak fahren finde ich leichter. FĂŒr einen schönen Sonnenbrand auf den Oberschenkeln hat die Zeit auf dem See aber gereicht. Dominik fĂ€hrt dann allein mit dem Fahrrad los, um ein wenig einzukaufen.
Abends kochen wir dann zusammen, jeder eine Sache. Domi macht SpĂ€tzle, Alex HĂŒhnchen und ich Brokkoli und Sauce. Zusammen sehr lecker, es wurde auch gelobt. Zum Essen ist noch Anthony, ein Freund von Alex da. Nach dem Essen gibt es dann noch Kuchen, wobei wir uns ĂŒber unsere Reise und ihre Touren unterhalten. Gegen 10h sind wir dann alle ins Bett/Zelt.
22.06.2011
Domi steht um 6:20h auf, weil er heute mit Alex' Leuten arbeiten geht und davor mit Alex frĂŒhstĂŒckt. Ich schlafe bis 9:30h weiter, dann wird es mir zu warm im Zelt und ich stehe auf. Nach dem FrĂŒhstĂŒck lege ich mich im Garten in die Sonne und genieĂe den schönen Tag und vor allem die WĂ€rme.
Gegen 15h nehme ich Alex' Fahrrad, um ein wenig die Gegend zu erkunden. Ich fahre insgesamt eine Stunde durch eine Landschaft, die sehr europÀisch aussieht - mich erinnert sie an den Niederrhein. Vorbei an zwei Parks, Schicki-Micki-HÀusern, Seen, Wald, Pseudo-Stein-HÀusern ...
Alex wohnt wirklich wunderschön, in toller Umgebung mit groĂem GrundstĂŒck, in der Nachbarschaft wohnt einer der reichsten MĂ€nner Kanada's. Um 19:30h kommt Domi nach 12 Stunden von der Arbeit zurĂŒck. Die Arbeiter waren sehr zufrieden mit ihm, da hat Domi als Deutscher ein gutes Bild hinterlassen. Wir bestellen Pizza und gehen dann schlafen.
23.06.2011
Wir stehen gegen 10h auf, in der Nacht hat es mehrmals leicht geregnet. Ich mÀhe Rasen, Domi fÀhrt wieder zum Einkaufen in die Stadt. Als er wiederkommt kochen wir Spaghetti Bolognese, die wir mit Alex teilen, als er nach hause kommt.
Ich teste meine Luftmatratze in der Badewanne auf Löcher, finde aber keins, obwohl die Matte ĂŒber Nacht viel Luft verliert. Ich werde sie in Toronto mal zurĂŒck in den Laden bringen.
SpĂ€ter kommen Alex' 2 philippinische HaushĂ€lterinnen, sehr sympatisch und lustig und ich singe fĂŒr die 3.
Abends erzĂ€hlt uns Alex von seiner Reise durch Nord- und SĂŒdamerika mit Zug (wie ein Hobo), Motorrad und Segelboot (natĂŒrlich ohne FĂŒhrerschein).
Wir hÀngen das Zelt zum Trocknen in der Garage auf und verbringen die Nacht in Alex GÀstezimmer.
Am nÀchsten Morgen sollen wir weiter, Alex bekommt Besuch. Er fragt wann wir los wollen (er fÀhrt uns noch zum Highway), ob 8h ok ist, dann könnten wir ausschlafen ...
24.06.2011
Wir stehen gegen 8h auf und packen. Alex macht FrĂŒhstĂŒck (Spaghetti mit Banane, Pilz-ZiegenkĂ€se-Omelett, Tomaten und WĂŒrstchen). Dan malt er uns ein Schild mit der Aufschrift "China" und bringt uns nach St. Anna de Bellevue an eine gute Hitchhike-Stelle. Als wir aussteigen, fĂ€ngt es an zu regnen und wir gehen uns nach ein paar Minuten unterstellen.
Nach kurzer Zeit hĂ€lt am StraĂenrand ein Auto, der Fahrer steigt aus und lĂ€uft durch den Regen auf uns zu. Er hatte uns zu spĂ€t trampen sehen und hat gedreht um zurĂŒck zu kommen.
Er heiĂt Marc und fĂ€hrt eigentlich nach hause, bringt uns aber weiter, bis hinter die Grenze nach Ontario an eine RaststĂ€tte.
Dort holen wir etwas zu essen und trampen dann weiter. Noch an der Auffahrt zum Highway halten Jacqueline und Ken ihr vollgepacktes Auto an, in das wir es irgendwie schaffen auch noch uns und unsere RucksÀcke zu quetschen.
Die beiden sind sehr nett, wir unterhalten uns gut. Sie fahren nach Napanee und lassen uns dort an 2 Motels raus.
Nachdem sich diese als ĂŒberteuert herausstellen, beschliĂen wir, zu versuchen weiter zu trampen und möglichst bis Toronto zu kommen, auch wenn wir damit 5 Tage frĂŒher als geplant zurĂŒck sind.
Wir sprechen zunÀchst Autofahrer an einer Tankstelle an, die wollen uns aber entweder nicht mitnehmen oder fahren nicht weit.
Also laufen wir zum Highway und wieder ist uns das GlĂŒck hold - Donna hĂ€lt an und nimmt uns mit nach Toronto. Sie ist froh ĂŒber die Gesellschaft, weil sie schon 5 Stunden gefahren ist, um ihre Tochter uns Freundinnen in ein MĂ€dchenferienlager zu fahren. Domi schlĂ€ft hinten ein, wir hören YES und Pink Floyd, wĂ€hrend sie mir von ihren Erlebnissen als junge Stewardess erzĂ€hlt.
Gegen Abend kommen wir in Toronto an, wir mĂŒssen noch Metro fahren und kommen dann an meinem kanadischen Zuhause an.
Auf Klingeln und Klopfen reagiert niemand (wir haben keinen SchlĂŒssel und werden nicht erwartet), aber zum GlĂŒck ist Emilie da und macht uns auf, nachdem ich ihren Namen gerufen habe.
Nach 10 Wochen Reise quer durch Kanada voller Erlebnisse sind wir wieder zurĂŒck am Ausgangspunkt.
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