Heute möchte ich Euch gern mal die Geschichte von meinem Kleid erzÀhlen.
Achtung! Lang!
In den letzten Wochen und Monaten fragten mich viele, ob ich mir mein Brautkleid selbst nÀhen werde. Ich habe das immer sofort verneint und gemeint, dass ich mir das nicht zutraue...
Aber nun die ganze Story.
Ende April waren mein Liebster und ich in Dublin. Wir haben dort ein wunderschönes Wochenende verbracht und ich hatte rein zufĂ€llig bei Mango ein sehr hĂŒbsches sommerliches Kleid gesehen, von dem ich dachte, es könnte zu einer Gartenhochzeit passen. Noch eine Nacht drĂŒber geschlafen und dann habe ich es gekauft.
Als wir Ende Mai wegen eines Anzugs fĂŒr meinen BrĂ€utigam losfuhren und nach kurzer Zeit ein sĂŒndhaft teures, superschickes Teil gefunden hatten, fĂŒhlte ich mich bei dem Gedanken schlecht, neben ihm in einem Mangokleid zu heiraten. Ich habe mir daraufhin noch einen Termin im Brautausstatter in Magdeburg gemacht und ein finanzielles Limit von 600 Euro gesetzt, weil ich mich als Schwangere körperlich nicht perfekt fĂŒhle. Unschwanger hĂ€tte ich vielleicht auch das Doppelte ausgegeben, wenn mich denn ein Kleid wirklich so fasziniert hĂ€tte. Das können einige von euch vielleicht nachvollziehen.
Erster Laden: 10 Kleider anprobiert, schöne dabei gewesen, aber entweder weit, weit ĂŒber meinem Budget oder die Lieferzeit zu lang. Ich konnte aber nicht viel eher losgehen, da ja keiner wusste, in welche Richtung mein Bauch noch geht. Zweiter Laden: nach gefĂŒhlten 25 Kleidern gab es eines, bei dem ich dachte, dass das gehen wĂŒrde. Preis im Limit, Schnitt ganz hĂŒbsch und mit Spitze, wie ich es mag, wenn auch ich in nicht schwangerem Zustand etwas ganz anderes gewĂ€hlt hĂ€tte. Aber auch meine Mum und meine Schwester meinten, das wĂ€re es.
Der Tag kam, an dem ich mein Kleid abholen sollte. 3 Tage vor unserem groĂen Tag!!!
Ich probierte es im Laden erneut an und fĂŒhlte mich plötzlich so unwohl darin. Die Ănderungen, wie sie am Tag des Kaufes versprochen und 1 Woche vor der Abholung abgsteckt wurden, waren nicht gut umgesetzt und es gab mehrere Stellen, die mich sehr unzufrieden stimmten. Ich sprach es an und die VerkĂ€uferin meinte: Aber Sie sind doch schwanger!
Hm. Ja. Aber...Na gut.
Vielleicht sind es komische Wahrnehmungen. Die Hormone. Ungeschminkt. Unfertig. Bad Hair Day. Fahr erstmal nach Hause.
Aber im Auto sitzend fing ich auf einmal tierisch an zu weinen als ich diesen schwarzen Sack (bekommt man bei Brautkleidern nicht einen weiĂen?!) betrachtete, in dem das Kleid hing. Ich schrieb meiner Mum und meinen Schwestern, dass ich auf keinen Fall ein LĂ€cheln ĂŒber die Lippen bekomme, wenn ich dieses Kleid am Samstag tragen muss.
Mein zukĂŒnftiger Mann sollte von all dem nichts mitbekommen, ich wollte ihn doch ĂŒberraschen.
Also bin ich am nĂ€chsten Tag nochmal mit meiner Mum hingefahren. Wir fanden keinen gemeinsamen Nenner mit dem Team, sie sahen ein, dass einiges noch geĂ€ndert werden könnte, meinten aber, sie könnten mir den Kaufpreis nicht erstatten, sie wĂŒrden es erneut Ă€ndern bis Freitag.
Ich war durch mit dem Thema. Wollte nicht ein 5. Mal deswegen nach Magdeburg fahren und hatte noch so viel zu tun bis zum groĂen Tag. Dann sollte ich einen Gutschein ĂŒber den halben Preis ausgestellt bekommen, jedoch auf meinen Namen lautend. Blöd. Ich habe nicht vor mir nochmals ein Brautkleid zu kaufen. In nĂ€chster Zeit auch kein Abendkleid. Dann fiel mir beim Anblick der Schmucktheke nur noch ein, dass ich mir dafĂŒr meinen Brautschmuck aussuche. So haben wir uns dann auch geeinigt. Also habe ich fĂŒr die Hochzeit wenigstens sĂŒndhaft teuren Schmuck (Ohrringe und ein Armkettchen fĂŒr 340 Euro) , aber was habe ich denn fĂŒr eine Wahl gehabt?!
Zu Hause angekommen bin ich meinen Stoffvorrat durchgegangen und mir ist wieder diese herrliche Spitzenjersey aus DÀnemark in die HÀnde gefallen. Den hatte ich 2014 in Sonderburg bei Stoff und Stil gekauft und wollte mir daraus mal irgendwann irgendwas Schönes nÀhen. Vielleicht war das damals schon weise Voraussicht ;-)
NÀhmaschine an, ratter, ratter. Spiegel. Könnte was werden. Weiter gerattert. Ich hab ja nix zu verlieren. Ratter, ratter. Spiegel. Abstecken. Ratter, ratter. Ist ja irgendwie voll mein Fall. Ratter, ratter. Sowas wollte ich doch immer haben. So vintage. Nicht ausgestellt. Der Bauch schön betont. FledermausÀrmel. Cremefarben. So leicht. Genau SO! sollte es doch immer sein.
Und wenigstens noch das QuastenbĂ€ndchen von dem Mangokleid aus Dublin mit ran. FĂŒr die Verbindung...
Fertig!
Mein SELBSTGENĂHTES Brautkleid.
Und. Ich. Bin. So. Stolz. !!!
Das ging glaube nur unter Druck gut!
Es sollte wohl alles so sein. Ich hab mich rundum wohlgefĂŒhlt.
FĂŒr mich irgendwie die Krönung meiner NĂ€hwerke.
Wer bis hierher gelesen hat, bekommt jetzt auch noch Fotos!
Sind leider erstmal noch Handybilder. Auf die professionellen warten wir noch.
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| Nach dem NĂ€hen vor dem Spiegel - happy! Ich habe ein Kleid!! |
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| am Abend der Hochzeit, nur meine BlĂŒmchen lieĂen schon die Köpfe hĂ€ngen |



