Man sagt, Leipzig ist die "Kuschelmesse", Frankfurt dann im Herbst die "GeschĂ€ftsmesse". Einige Jahre waren wir nicht dort, einfach weil die Informationsflut sehr gewaltig ĂŒber die Besucher herein bricht. Jetzt hatte ich aber wieder Lust darauf. Also sind wir am vergangenen Sonntag nach Leipzig gefahren.
Mein Fazit ist, sich unbedingt vorher schlau machen, was man sehen möchte, und das dann vor Ort zielgerichtet abarbeiten. Alles andere ist gedanklicher Wahnsinn. Mit dieser Strategie ist uns bestimmt etwas entgangen, aber wir haben uns auch viel gespart.
Beispielsweise nervt es mich, dass viele Promis der Kategorien A-F BĂŒcher veröffentlichen, unabhĂ€ngig davon, ob sie etwas (wichtiges) zu sagen haben.
Sehr schnell waren wir auch bei den X Schulbuchverlagen durch. Da wird laut geklappert, und man versucht sich gegenseitig an hoher Wissenschaft zu ĂŒbertreffen. Unser Bildungssystem wird aber nicht in Schulbuchverlagen, sondern in den einzelnen LĂ€ndern bestimmt.
Interessiert war ich auf der Suche nach Neuigkeiten in Sachen DIY. Leider wurde ich da nicht wirklich fĂŒndig. Beim Verlag fĂŒr die Frau gab es einige, inhaltlich einfache BĂŒchlein. Beim Frechverlag gab es nix Neues und der OZ Verlag (bzw. Christopherus) war gar nicht da.
Insgesamt fÀllt auf, dass bereits Bekanntes gern mit einem neuen Namen versehen, bestenfalls noch mit dem Zusatz "Aus Amerika!", als Neuheit angepriesen wird. Auch hier ein Beispiel:
Vor gut 20 Jahren haben wir Mandalas ausgemalt. SpĂ€ter wurden dann die Kritzeleien am Heftrand zur Doodle- Kunst. Jetzt werden die graphischen Muster, die gern zur Lockerung der Zeichenhand geĂŒbt werden, als Zentangle verkauft. Die Bezeichnung ist geschĂŒtzt und zu den BĂŒchern gibt es auch gleich Kurse. Nun, graphische Muster gibt es seit Menschengedenken, aber muss es denn gleich "kĂŒnstlerisches Yoga" genannt werden?
| von mir 1988-2012 |
Entgegen der allgemeinen BefĂŒrchtungen, das gedruckte Buch werde aussterben, war das Spektrum bei Ebooks nicht sehr breit gefĂ€chert.
Die Besucherzahlen sprechen eindeutig dafĂŒr, dass Lesen absolut in Mode ist. Und das ist auch gut so!
Einzig bei den zahlreichen Comic-, Manga- oder was auch immer- kostĂŒmierten Besuchern bleibt mir der direkte Bezug zur Buchmesse verborgen. Aber das liegt sicher daran, dass ich langsam alt werde.
Von unserem erlebnisreichen Besuch habe ich mich natĂŒrlich inspirieren lassen. Das Thema Buch wird in Wolle umgesetzt. Aber dazu spĂ€ter mehr...


























